Milka Schokolade: Herkunft und Sorten

Milka ist eine der bekanntesten Schokoladenmarken in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit. Die Geschichte von Milka reicht zurück bis ins Jahr 1901, als die Marke vom Schokoladenhersteller Suchard auf dem Markt eingeführt wurde. Der Name ist eine Kombination aus den Worten “Milch” und “Kakao” und sollte die hohe Qualität der Schokolade betonen, die aus Milch und Kakao hergestellt wurde.

Historische Milka-Marketingmaterialien mit lilafarbener Verpackung und Alpenpanorama

Am 17. November 1825 gründete der Schweizer Zuckerbäcker Philippe Suchard eine Confiserie in Neuenburg. Er warb für ein neuartiges handgemachtes Dessert, die « [le] chocolat fin de sa fabrique » (französisch für „feine Schokolade aus eigener Herstellung“), deren Rezept jedoch nicht überliefert ist. Bereits ein Jahr später begann er in dem benachbarten Ort Serrières in einer leerstehenden Mühle mit der industriellen Herstellung von Tafelschokolade.

Ab den 1880er Jahren war Suchard der größte Schweizer Schokoladenhersteller. Nach dem Tod des Gründers führte sein Schwiegersohn und Teilhaber Carl Russ-Suchard die Firma weiter, da Philippe Suchards eigener Sohn bereits 1883 verstorben war.

1898 brachte Suchard erstmals Milchschokolade auf den Markt, eine Variante, die Daniel Peter 1875 durch Zugabe von Kondensmilch entwickelt hatte.

Im Jahr 1901 wurde der Markenname „Milka“ registriert; das Akronym entstand aus der Zusammenziehung der Wörter „Milch“ und „Kakao“. Seitdem wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit einer Kuh, der Milka-Kuh, samt Alpenpanorama.

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Das bekannte lila Kuh-Logo wurde im Jahr 1972 eingeführt und hat sich seitdem zu einem der bekanntesten Markenzeichen in der Schokoladenindustrie entwickelt.

Herstellung und Produktionsstandorte

Produziert werden die Milka-Produkte (Tafelschokolade, Schokoriegel, Schokocreme, Pralinen, Saisonprodukte) in Mondelēz-Werken in Belgien (Herentals), Deutschland (Lörrach), Frankreich (Strasbourg), Österreich (Bludenz), Polen (Poznań) und der Slowakei (Bratislava). Die Tafelschokolade wird großteils weiterhin im Werk Lörrach (Deutschland) an der „Milkastraße“ hergestellt.

Standorte der Milka-Produktionswerke in Europa

Die Schokolade wird unter anderem im baden-württembergischen Lörrach, im vorarlbergischen Bludenz und im bulgarischen Swoge hergestellt.

Milka legt Wert auf Tradition. Daher steckt von Anfang an nur hochwertige Milch aus der Alpenregion in der köstlichen Schokolade. In Milka ist einfach bester Geschmack der Täler, Hochtäler und des Alpenvorlandes von Österreich, Deutschland und Italien drin! Die genaue Rezeptur bleibt ein wohlgehütetes Geheimnis.

Die Herkunft des Kakaos

Kakao wird zu 80 Prozent von Kleinbauern angebaut - weltweit sind dies etwa fünf bis sechs Millionen. Der Anbau von Kakao benötigt viel Aufmerksamkeit und Geduld, denn Kakao ist eine sehr sensible Frucht. Erst nach fünf Jahren können Kakaofrüchte zum ersten Mal geerntet werden. Kakao wird per Hand geerntet. Mit einer Machete werden die Früchte direkt am Stamm oder an den Astgabelungen abgeschlagen.

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Anbau und Ernte von Kakaofrüchten

Den Inhalt der Kakaofrucht, also die Samen und das Fruchtfleisch, schütten die Pflanzer auf Bananenblätter. Diese werden oben eingeschlagen. Samen und Fruchtfleisch fangen nun an zu gären. Diesen Prozess nennt man „Fermentation“. Im Anschluss beginnt das Trocknen der Kakaobohnen. Auf riesigen Matten verteilt, trocknen die Bohnen sechs bis zehn Tage in der heißen Tropensonne.

Die Entwicklung der Marke Milka

Im Deutschen Reich wurde das Warenzeichen "Milka" am 12. Oktober 1904 beim Reichspatentamt zum Schutz angemeldet und zum 8. August 1905 im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlicht. Seitdem wird die Milka-Schokolade in Lörrach hergestellt und in einem lilafarbenen Umschlag angeboten, versehen mit dem Bild einer Kuh im Alpenpanorama.

Der vom Konzern gewählte lila Farbton spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Laut Angaben der Firma Kraft war das sogenannte Milka-Lila 1995 die erste abstrakte Farbmarke, die im weiten Sinn europaweit geschützt wurde.

In ihrem Rechtsstreit gegen die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag, die für die Verpackung ihrer 500-Gramm-Gebäckmischung einen ähnlichen lilafarbenen Grundton verwendete, entschied der Bundesgerichtshof 2004 in einem Grundsatzurteil, dass die Farbe Lila und verwechselbare Farbtöne bei Verpackung von Schokoladenwaren weiterhin nur für Milka-Produkte verwendet werden dürfen.

Milka-Lila: Der Schutz der Farbe als Markenzeichen

In den 1960er- und 70er-Jahren gestaltete die in Bludenz lebende Grafikerin und Kinderbuch-Illustratorin Susi Weigel für jene Milka-Schokolade-Tafeln, die zu Ostern und Weihnachten in den Handel kamen, saisonale Schmuckhüllen. Viele dieser Anzeigen, Werbeaufsteller und Thekendisplays wurden zwischen 1960 und 1977 von Susi Weigel für die Suchard Bludenz gestaltet.

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Für die 1974 neu auf den Markt gebrachte Kinderschokolade Junior gestaltete sie unter anderem die Hülle. In den 1990er Jahren wurde durch die Milka-Fernsehwerbung der Werbeschauspieler und Musiker Peter Steiner bekannt, dessen Lied „It’s cool man“ es sowohl in die deutsche als auch in die österreichische und Schweizer Hitparade schaffte.

Meilensteine der Milka-Werbung

Sortiment und Produktauswahl

Das Sortiment von Milka umfasst neben den klassischen Milka-Tafeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen auch Milka Schokoriegel, Pralinen oder Kekse mit Milka-Schokolade und seit Kurzem auch Milka Haselnusscreme als Brotaufstrich oder Zutat für leckere Crêpes.

  • Nussini (seit 1986),
  • I love Milka (herzförmige Schokopralinen, 1987),
  • Tender (Biscuitrolle im Schokoriegelformat, seit 1993),
  • Milka Leo (seit 1993),
  • Milka Luflée (Luftschokolade als Schokoriegel, seit 1998),
  • Milka Schoko & Keks Minis (seit 1999),
  • Milka M-joy (in vier Sorten, 2004),
  • Milka Snax (seit 2011, in vier Sorten)

und Milketten. Im Frühjahr 2020 kam ein Haselnusscreme-Aufstrich unter der Marke Milka auf den Markt, der anders als viele Konkurrenzprodukte statt Palmöl Sonnenblumenöl (Stand: 2020) verwendet.

Milka-Produkte: Auswahl aktueller Sorten

Schokoladentafeln mit anderen Konzernmarken sind die Sorten „Milka & Oreo“, „Milka & Daim“ und seit 2012 „Milka & TUC Crackers“ sowie „Milka & LU Kekse“. Zu Ostern werden große Schokohasen und kleine Schokoeier (zum Auslöffeln) angeboten. Milka ist eine der wenigen Schokoladen-Marken außerhalb des Hochpreissegments, von der Tafeln mit einem geringeren Gewicht als den üblichen 100-Gramm-Tafeln angeboten werden. Es wurden Sorten angeboten, deren Umverpackung zwar so groß wie die einer 100g-Tafel schienen, deren Inhalt aber 93, 90, 87 und dann 81 Gramm wog.

Die große, ursprünglich 300 Gramm schwere Tafel behielt ebenfalls optisch nahezu ihre früheren Abmessungen, wog oft aber nur 270 Gramm, was sie unter Beibehaltung des Verkaufspreises damit unter Umständen teurer als drei 100-Gramm-Tafeln machte.

In Deutschland hat Milka auch im Außer-Haus-Markt eine bedeutende Rolle, insbesondere in der Gastronomie und als Snack unterwegs. Milka-Schokolade ist ein beliebter Bestandteil von Desserts, Eiscreme und Kuchen in Restaurants und Cafés.

Übersicht: Wichtige Milka-Sorten und Produkteinführungen

Produkt/Sorte Einführung
Nussini 1986
I love Milka 1987
Milka Tender 1993
Milka Leo 1993
Luflée 1998
Schoko & Keks Minis 1999
M-joy 2004
Milka Snax 2011
Haselnusscreme-Aufstrich 2020

Kritik und Verbraucherreaktionen

Milka stand 2025 in der Kritik, als die 100-Gramm-Tafel auf 90 Gramm reduziert wurde, nachdem zuvor der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro erhöht worden war. Dabei ist die Größe der Packung gleich geblieben, die Tafel ist aber um 0,7 mm dünner geworden, sodass Kunden das geringere Gewicht kaum auffällt.

Da die Erscheinung der neuen Produkte mit geringerem Gewicht dem der ursprünglich üblichen Verpackungen ähnelte, erhoben Verbraucher Vorwürfe ihrer Irreführung, und die Verbraucherzentrale Hamburg kritisierte am 13. Januar 2025 dies und verlieh Milka die Auszeichnung "Mogelpackung des Jahres 2025".

Mogelpackung: Vergleich Original- und neue Tafel Milka

Darüber hinaus stand Milka dafür in der Kritik, dass sich bei einigen Schoko-Weihnachtsmännern die Gewichts- und sonstigen Pflichtangaben nicht direkt von außen erkennbar befinden. Das Landgericht Bremen sah darin eine Irreführung und untersagte das Inverkehrbringen solcher Mogelpackungen.

Markenentwicklung und Mitbewerber

1970 schlossen sich die beiden Schweizer Schokoladenhersteller Suchard und Tobler (Toblerone) in der Holdinggesellschaft Interfood zusammen, die 1982 von dem Bremer Kaffeehersteller Jacobs übernommen wurde (Jacobs-Suchard). Nach der Übernahme durch Kraft Foods wurde nach und nach auf den Namen „Suchard“ auf der Verpackung verzichtet.

2007 verkaufte die Altria Group (seit 2003 Muttergesellschaft von Philip Morris) das Unternehmen an seine eigenen Aktionäre. Heute gehört Milka zu Mondelez International (Cadbury, Côte d'Or, Freia, LU, Marabou, Milka, Oreo, Toblerone), einem der größten Süßwarenhersteller der Welt.

Schokolade der Marke Ritter-Sport gibt es in ihrer quadratischen Form seit 1932, und der Hersteller Alfred Ritter ließ sich diese Form schützen. Der Nutzer der Marke Milka, also der Konzern Mondelēz International, stritt lange darum, Schokolade ebenfalls in quadratischer Form auf den Markt bringen zu dürfen.

Vergleich Schokoladenformen: Ritter Sport gegen Milka

Fazit: Markenzeichen, Qualität und Vielfalt

Zart, zarter, Milka. Jedes einzelne Stück köstlicher Milka Schokolade zergeht so exquisit auf der Zunge, dass wahre Schokoladen-Liebhaber sofort erkennen: Das muss Milka sein! Diese Zartheit ist unverwechselbar - sie sorgt für einzigartigen Geschmack, höchste Qualität und ganz besondere Genussmomente, die den Alltag versüßen.

Die Farbe Lila spielt eine zentrale Rolle für die Marke Milka. Das berühmte Milka-Lila ist markenrechtlich geschützt und unverwechselbar mit der Marke verbunden. Die Verbindung von Tradition, Innovation und einer Vielfalt an Sorten macht Milka zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten Schokoladenmarken weltweit.

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