Dubai-Schokolade: Zwischen Hype, Qualitätsmängeln und rechtlichen Auseinandersetzungen

Die sogenannte Dubai-Schokolade hat sich im Jahr 2024 zu einem regelrechten Trendprodukt entwickelt, was dazu führt, dass Hersteller und Einzelhändler versuchen, von diesem Hype zu profitieren und ihre eigenen Varianten auf den Markt zu bringen. Dieser Trend hat jedoch auch zu Kontroversen, Qualitätsmängeln und rechtlichen Auseinandersetzungen geführt.

Der Hype um die Dubai-Schokolade

In den vergangenen Monaten hat die Dubai-Schokolade einen wahren Hype ausgelöst. Reality-TV-Sternchen Leyla Lahouar beschreibt den Geschmack als "richtig krass nach Pistazie" und "richtig richtig lecker" und betont den günstigen Preis im Vergleich zu anderen Herstellern. Dieser Hype führte dazu, dass beispielsweise beim Launch der Dubai-Schokolade bei Lindt lange Schlangen entstanden.

Auch Lidl sprang auf den Zug auf und bot ab dem 13. Dezember in 20 ausgewählten Filialen insgesamt 10.000 Tafeln der "Deluxe Dubai-Schokolade" für 3,29 Euro (mit Lidl Plus-App) an. Ab dem 16. Dezember war die Dubai-Schokolade der Marke MilanGo in allen über 3.250 Lidl-Filialen für 3,79 Euro erhältlich.

Qualitätsmängel und gesundheitliche Bedenken

Trotz des Hypes um die Dubai-Schokolade gab es auch Berichte über Qualitätsmängel und gesundheitliche Bedenken. Das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Baden-Württemberg untersuchte acht Proben von Dubai-Schokolade und stellte in allen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett fest.

In den drei türkischen Proben wurde nicht deklarierter Sesam gefunden, was für Sesam-Allergiker gesundheitsschädlich sein kann. Die Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten waren aufgrund von herstellungsbedingten Verunreinigungen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Sie enthielten eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester, eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird. In fünf der acht Proben war keine Schokolade enthalten, sondern Palmöl.

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Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) betonte, dass in Dubai-Schokolade auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen enthalten sein müsse. Er startete ein landesweites Sonderprogramm, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen, einschließlich Ware von kleinen einheimischen Firmen, Konditoreien und Confiserien sowie Proben von Pistaziencreme aus dem Großhandel. Bei einem stichprobenartigen Screening wurde in einer Probe mit Pistazienfüllung ein hoher Anteil an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt.

Rechtliche Auseinandersetzungen um die Bezeichnung "Dubai-Schokolade"

Die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" führte zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Andreas Wilmers, Geschäftsführer der Alina Wilmers Verwaltungs GmbH, importiert Dubai-Schokolade tatsächlich aus Dubai und sieht die Verwendung des Namens "Dubai-Schokolade" für Produkte, die nicht aus Dubai stammen, als irreführend an.

Infolgedessen gab Lindt & Sprüngli bekannt, die beliebte Dubai-Schokolade in "Lindt Dubai Style Chocolade" umzubenennen, nachdem der Konzern eine Abmahnung erhalten hatte. Auch für Lidl, Aldi, Netto und weitere Anbieter steht eine Unterlassungsklage mit weitreichenden Folgen bevor: Im schlimmsten Fall droht der sofortige Verkaufsstopp.

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) teilte jedoch mit, dass als Dubai-Schokolade bezeichnete Schokoladenerzeugnisse auf der ganzen Welt hergestellt werden dürfen. Der Begriff Dubai-Schokolade sei kein Hinweis auf die Herkunft der Schokolade, sondern ein Oberbegriff für eine bestimmte Rezeptur der Schokoladenfüllung.

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