MGO-Gehalt in normalem Honig: Unterschiede, Bedeutung und Qualität
Kaum ein Naturprodukt hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie Manuka-Honig. Besonders bekannt ist die hohe Konzentration des natürlichen Stoffes Methylglyoxal (MGO), der Manuka-Honig von anderen Honigsorten abhebt. Doch wie hoch ist der MGO-Gehalt in normalem Honig, was bedeutet dieser Wert, und wie kann man echte Qualität erkennen?
Was ist Methylglyoxal (MGO)?
MGO steht für Methylglyoxal und ist eine natürliche Verbindung, die auf Zuckerabbauprozessen basiert. Methylglyoxal ist der Inhaltsstoff, der Manuka-Honig so einzigartig macht und ihm eine antibakterielle Wirkung verleiht. Dieser Stoff entsteht im Honig auf natürliche Weise aus Dihydroxyaceton, einem Zucker, der im Nektar der Manuka-Blüte vorkommt. Die antibakterielle Wirkung von Honig konnte bislang nur bei Zellkulturversuchen im Labor nachgewiesen werden.
MGO-Gehalt in normalem Honig
Auch normaler Honig enthält Methylglyoxal, aber in wesentlich geringeren Mengen als Manuka-Honig. Herkömmliche, europäische Honigsorten enthalten etwa ein bis fünf Milligramm MGO pro Kilogramm, so die Dresdner Wissenschaftler. Die Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland wurde quantitativ in vitro nachgewiesen. Zum Vergleich: Normaler Honig weist meist um die 5 mg/kg auf, während Manuka-Honig durchschnittlich zwischen 300 und 700 mg/kg enthält, teils sogar bis zu 900 mg/kg.
| Honigsorte | MGO-Gehalt (mg/kg) |
|---|---|
| Normaler Blütenhonig | 1 - 5 |
| Manuka-Honig | 300 - 900 |
Wie entsteht MGO im Honig?
Manuka-Honig entsteht, wenn Bienen den Nektar der Südseemyrthe (Leptospermum scoparium) sammeln. Methylglyoxal entsteht in der Honigwabe durch Dehydratation des im Nektar der Blüten enthaltenen Stoffes Dihydroxyaceton (DHA) zu Methylglyoxal. Dieser Prozess findet nach Einbringen des Honigs in den Bienenstock statt. Die MGO-Konzentration im „reifen“ Honig korreliert mit der DHA-Konzentration im Nektar, welche wiederum von Strauch zu Strauch schwankt.
Der Unterschied zwischen MGO und UMF
MGO steht für Methylglyoxal und gibt direkt an, wie viele Milligramm dieses Stoffs in einem Kilogramm Honig enthalten sind. MGO 400 bedeutet also: mindestens 400 mg Methylglyoxal pro Kilogramm. UMF (Unique Manuka Factor) ist das Siegel der neuseeländischen UMF Honey Association. Es berücksichtigt neben Methylglyoxal auch weitere Marker wie Leptosperin und Dihydroxyaceton. Während MGO eine quantitative Angabe ist, misst UMF die antibakterielle Wirksamkeit des Honigs indirekt und dient als Qualitätssiegel für Echtheit.
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- MGO: Gibt den reinen Methylglyoxal-Gehalt an, quantitative Angabe.
- UMF: Qualitätssiegel mit weiteren Echtheitsmarkern, indirekte Wirksamkeitsmessung.
Qualitätsstufen und Empfehlungen
MGO-Werte für verschiedene Anwendungen
- MGO 100 bis 150 - Einstieg und Genuss, geeignet als Brotaufstrich oder im Tee.
- MGO 250 bis 400 - Allrounder für den Alltag, empfehlenswert für die tägliche Routine.
- MGO 550 bis 700 - Premiumklasse für gezielte Anwendung, z.B. für äußerliche Pflege.
Sehr hohe MGO-Gehalte von über 1000 sind in den meisten Fällen nicht nötig. Für die äußere Anwendung reicht meist bereits ein Wert von 100 MGO aus.
Gesundheitliche Aspekte
In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde eine antimikrobielle und antioxidative Wirkung von MGO nachgewiesen. Die antibakterielle Wirkung des Honigs gegen bestimmte Keime konnte bislang nur bei Zellkulturversuchen im Labor nachgewiesen werden. Gut belegt ist lediglich die antibakterielle Wirkung des Manuka-Honigs bei äußerlicher Anwendung zur Wundheilung.
Die University of Portsmouth zeigt, dass Manuka Honig gegen Escherichia coli und Proteus mirabilis wirkt. Ebenso zeigten sich in Untersuchungen eine Wirkung gegen Styphylococcus aures.
Fragen der Authentizität: Echt oder Fälschung?
Manuka-Honig ist ein knappes Gut: Die Manuka-Blüte blüht nur wenige Wochen im Jahr, und die Erntemengen sind begrenzt. Weltweit wird 5-mal mehr Manuka Honig verkauft als produziert. Schätzungen zufolge wird deutlich mehr Manuka Honig verkauft, als Neuseeland überhaupt produziert - ein Zeichen für gestreckte oder falsch deklarierte Ware.
- Herkunft: Echter Manukahonig stammt aus Neuseeland.
- Geprüfter MGO-Wert: Seriöse Anbieter können Analysezertifikate vorweisen.
- UMF-Lizenz oder Rückverfolgbarkeit: Das UMF-Siegel dürfen nur lizenzierte neuseeländische Imkereien tragen.
- Realistischer Preis: Echter Manukahonig mit hohem MGO-Wert hat seinen Preis.
Die neuseeländische Regierung hat eine verbindliche wissenschaftliche Definition eingeführt: Nur Honig, der bestimmte chemische Marker und einen DNA-Nachweis des Manuka-Pollens erfüllt, darf als Manuka Honig exportiert werden.
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Aufbewahrung und Nachreifung des MGO-Gehalts
Manukahonig ist unkompliziert in der Aufbewahrung, ein paar Grundregeln verlängern jedoch seine Qualität. Lagern Sie das Glas dunkel, trocken und bei Zimmertemperatur - der Kühlschrank ist nicht nötig und lässt den Honig nur unnötig hart werden. Interessant zu wissen: Der MGO-Gehalt kann in jungem Honig natürlich nachreifen, da sich Methylglyoxal aus dem enthaltenen Dihydroxyaceton weiterbildet.
Fazit: MGO-Gehalt als Qualitätsmerkmal
Die wichtigste Frage beim Kauf lautet nicht "Welcher ist der stärkste?", sondern "Wofür möchte ich ihn verwenden?". Der Gehalt an Methylglyoxal ist der entscheidende Parameter für die Qualität und Anwendung von Manuka-Honig. Für die tägliche Routine hat sich der mittlere Bereich von MGO 300 bis 400 mg/kg bewährt, für Genuss reicht eine niedrige Stufe. Im Gegensatz dazu weist normaler Honig einen äußerst niedrigen MGO-Gehalt auf.
Wissenswertes rund um MGO und Honig
- Honig ist ein Ur-Nahrungsmittel, von dem der Mensch seit jeher Gebrauch macht.
- Manuka Honig enthält Methylglyoxal (MGO), eine Substanz, die für die antibakterielle Wirkung des Honigs verantwortlich ist.
- Herstellungsprozesse, Qualitätssicherung und Echtheit sind ausschlaggebend für die gesundheitlichen Eigenschaften.
- Jedoch kann Manukahonig eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Gesundheitsbezogene Heilversprechen sind unseriös.
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