Traditionelle Mecklenburger Kuchenrezepte

Die Mecklenburger Küche ist reich an traditionellen Kuchenrezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese Kuchen zeichnen sich oft durch einfache Zutaten und eine bodenständige Zubereitung aus. In diesem Artikel werden wir einige dieser traditionellen Rezepte genauer unter die Lupe nehmen.

Kalter Hund: Ein Klassiker aus der DDR

Der Kalte Hund, auch bekannt als Kalte Schnauze oder Lukullus, ist ein Schoko-Keks-Kuchen, der besonders in der DDR beliebt war. Dieser Kuchen besteht aus Butterkeksen und einer cremigen Schokoladenschicht und wird nicht gebacken, sondern im Kühlschrank fest.

Zutaten für den Original Kalten Hund

Ein echter Kalter Hund besteht aus folgenden Zutaten:

  • Butterkekse (Cottbuser Kekse oder Hansa Kekse)
  • Gehärtetes Kokosfett
  • Kakaopulver (Backkakao)
  • Puderzucker
  • Frische Eier

Zubereitung des Kalten Hundes

  1. Die Kastenform mit Backpapier auslegen, um das Herauslösen des Kuchens zu erleichtern.
  2. Das Kokosfett erhitzen.
  3. Kakao und Puderzucker in eine Schüssel sieben und die frischen Eier unterrühren.
  4. Das abkühlende Kokosfett unterheben.
  5. Mit einer Schicht Kakaocreme in die Kastenform beginnen, dann eine Schicht Butterkekse darauflegen. So fortfahren, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Mit einer Schicht Kakaocreme oder Keksen abschließen.
  6. Den Kuchen für mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen, damit er fest wird.

Tipps und Variationen

  • Kaffeenote: Für eine besondere Geschmacksnote etwas löslichen Kaffee zur Kakao-Kokos-Creme hinzufügen.
  • Ohne Ei und Kokosfett: Für eine Variante ohne Ei und Kokosfett eine selbstgemachte Ganache aus Sahne und Zartbitterschokolade verwenden. Dazu 200 g Sahne erwärmen (nicht kochen!), 500 g Zartbitterschokolade darin auflösen und gut verrühren. Die Ganache dann wie die Kakao-Kokos-Creme mit den Keksen schichten.
  • Lagerung: Der Kalte Hund sollte im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von vier Tagen verzehrt werden.
  • Einfrieren: Der Kalte Hund kann auch eingefroren werden. Dazu den Kuchen vorher in Scheiben schneiden und diese mit Backpapier getrennt in einer Gefrierdose aufbewahren.

Warum Lukullus?

Der Name Lukullus für den Kalten Hund stammt aus der DDR-Zeit und hat mit dem Bergbau zu tun. Die kastenförmigen Wagen, in denen die Bergarbeiter die abgebauten Materialien transportierten, ähnelten der Kastenform, in der der Kalte Hund zubereitet wird. Die kühle Oberfläche des Kuchens erinnert zudem an die Schnauze eines kalten Hundes.

Heißewecken (Hedewigs/Böller): Traditionelles Gebäck für die Winterzeit

Heißewecken, auch bekannt als Hedewigs oder Böller, sind ein traditionelles Gebäck, das besonders in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in der Winter- und Fastenzeit gegessen wird.

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Zubereitung der Heißewecken

  1. Hefe, Zucker und lauwarme Milch verrühren und kurz arbeiten lassen.
  2. Mehl, Salz und Kardamom vermischen.
  3. Die Milch-Hefe, die Butter-Milch und die Eigelb zum Mehl geben und alles zu einem glatten Hefeteig verarbeiten.
  4. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.
  5. Jeweils etwa 100 Gramm Teig zu einer Kugel formen.
  6. Die Heißewecken mit geschmolzener Butter bestreichen und im vorgeheizten Ofen goldbraun backen.

Serviertipp

Die Heißewecken warm servieren! Traditionell werden sie zum Kaffee quer durchgeschnitten, mit Sahne gefüllt und mit Puderzucker bestäubt.

Mutzenmandeln: Zuckersüße Gebäckstücke ohne Fritteuse

Mutzenmandeln sind zuckersüße Gebäckstücke, die besonders auf Rummelplätzen beliebt sind. Sie lassen sich aber auch einfach zu Hause zubereiten, ganz ohne Fritteuse.

Zubereitung der Mutzenmandeln

  1. Weiche Butter schaumig rühren.
  2. Nach und nach Eier, Puderzucker und eine Messerspitze Salz dazugeben.
  3. Zum Schluss gemahlene Mandeln und Rum unterrühren.
  4. Alles zu einem festeren Teig kneten und etwa eine Stunde zugedeckt ruhen lassen.
  5. Aus dem fertigen Teig mit einem Teelöffel kleine Mutzenmandeln (Klößchen) abstechen und diese in heißem Fett 5 bis 7 Minuten backen.
  6. Die goldbraun ausgebackenen Mutzenmandeln nach dem Frittieren kurz auf Küchenpapier legen und noch warm in Zimt und Zucker wälzen.

Variationen

  • Schokoladen-Mutzenmandeln: Für Schokoladen-Mutzenmandeln Kakao und geraspelte Zartbitterschokolade zum Teig geben und weniger Mandeln verwenden. Die Mutzen können zusätzlich in Kakao gewälzt oder in Kuvertüre gebadet werden.

Erzgebirgischer Kartoffelkuchen: Eine regionale Spezialität

Der Erzgebirgische Kartoffelkuchen ist eine regionale Spezialität aus dem Erzgebirge, die traditionell um den Totensonntag herum gebacken wird. Es gibt zwei Varianten dieses Kuchens.

Zubereitung des Erzgebirgischen Kartoffelkuchens (Variante 1)

  1. Den fertig gegangenen Stollenteig mit geriebenen gekochten Kartoffeln vermischen und auf ein Backblech verteilen.
  2. Den Kuchen backen und danach mit Butter bestreichen und mit Zimt-Kristallzucker bestreuen.

Zubereitung des Erzgebirgischen Kartoffelkuchens (Variante 2)

  1. Den Teig dünn mit Buttermilch einpinseln.
  2. Ein halbes Stück geschmolzener Butter darauf verteilen und abschließend dick mit Zimt-Zucker bestreuen.
  3. Den auf die Backblechgröße breitgedrückten Teig vor dem Backen mit den Fingerspitzen in eine Buckellandschaft verwandeln.

Norddeutsches Gebäck: Eine vielfältige Auswahl

Norddeutschland ist bekannt für seine vielfältige Auswahl an Gebäckspezialitäten, die von Bundesland zu Bundesland variieren.

Berliner Pfannkuchen (Krapfen/Kräppel)

Die Berliner Pfannkuchen sind besonders zur Karnevalszeit beliebt. Sie werden mit Konfitüre gefüllt und in heißem Fett ausgebacken. Anschließend werden sie mit Puderzucker oder Zuckerguss überzogen.

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Uckermärker Apfelbrot

Das Uckermärker Apfelbrot stammt aus dem Landkreis Uckermark in Brandenburg. Das Geheimnis dieses Brotes ist die Fruchtmischung, die mindestens einen Tag zieht, bevor sie Teil des Teiges wird.

Bremer Klaben

Der Bremer Klaben ist eine Weihnachtsspezialität aus Bremen. Er zeichnet sich durch ein Verhältnis von 1:1 zwischen Teig und Frucht-Nuss-Mischung aus. Seinen Namen hat er von seiner gespaltenen Form.

Franzbrötchen

Das Franzbrötchen ist eine Spezialität aus Hamburg. Es wird aus Plunderteig gefertigt und traditionell mit Zimt und Zucker gefüllt. Es gibt aber auch Variationen mit Rosinen, Äpfeln, Nüssen oder Schokolade.

Sanddorntorte

Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt für seine Speisen und Getränke aus Sanddorn. Die Sanddorntorte ist eine beliebte Spezialität, die oft auf der Grundlage eines Käsekuchens mit Sanddornsaft und -konfitüre verfeinert wird.

Mandel-Butterkuchen

Der Mandel-Butterkuchen ist eine Spezialität aus Niedersachsen. Auf einem buttrigen Hefeteig wird eine Schicht gebutterter und gezuckerter Mandeln aufgetragen.

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Pumpernickel

Pumpernickel ist ein fester Bestandteil der deutschen Brotkultur. Er wird traditionell aus Roggen und Wasser gebacken und heute oft mit Salz, Zuckerrübensirup und Malz verfeinert.

Baumkuchen

Der Baumkuchen wird traditionell über dem offenen Feuer gebacken. Eine Biskuitmasse wird Schicht für Schicht auf einen Holzstab bzw. eine Walze gegossen und unter ständigem Drehen gebacken.

Förtchen

Förtchen sind kleine, gebackene Teigkugeln, die auf Spieße gesteckt werden. Sie stammen aus Schleswig-Holstein und werden in einer speziellen Pfanne mit halbkugelartigen Vertiefungen hergestellt. Der Hefeteig wird in der Regel mit Konfitüren und Cremes befüllt.

Abernkuchen (Kartoffelkuchen) aus der Oberlausitz

Der Abernkuchen ist ein bodenständiges Gericht aus der Oberlausitz, das in der DDR vor allem in den ländlichen Regionen Sachsens und der Lausitz gepflegt wurde. "Abern" ist eine mundartliche Bezeichnung für Kartoffeln.

Zubereitung des Abernkuchens

  1. Rohe Kartoffeln reiben und mit weiteren Zutaten vermengen.
  2. Die Masse auf einem Backblech flach ausstreichen.
  3. Je nach Familie mit Speck oder ausgelassenem Fett anreichern (für eine herzhafte Note) oder weglassen (für eine vegetarische Variante).
  4. Bei 200 °C ca. 15 bis 20 Minuten backen.

Variationen

  • Ein Teil der Kartoffeln kann durch gekochte, gestampfte Kartoffeln ersetzt werden.
  • Geraspelte Möhren, Sellerie oder Lauch können zur Masse hinzugefügt werden.

Serviertipp

Komplett wird das Gericht, wenn Sauerkrautsalat dazu gereicht wird.

Zuckerkuchen: Ein Kuchen mit Kindheitserinnerungen

Der Zuckerkuchen ist ein einfacher Blechkuchen, der oft mit Kindheitserinnerungen verbunden wird. Es gibt viele Variationen dieses Kuchens, die sich regional unterscheiden.

Zubereitung des Zuckerkuchens mit Schmand und saurer Sahne

  1. Hefe in eine Schale bröseln, etwas Zucker dazugeben und verrühren, bis die Hefe flüssig wird.
  2. Milch lauwarm erwärmen und unter die Hefe rühren.
  3. Mehl mit Salz in eine Rührschüssel geben, eine Mulde in die Mitte drücken.
  4. Restlichen Zucker und das Ei hineingeben, Butter in Flocken auf dem Mehl verteilen.
  5. Die Hefemilch ebenfalls in die Mulde geben und die Zutaten so lange kneten, bis der Teig Blasen schlägt und sich vom Rand löst.
  6. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort für etwa 30 Minuten gehen lassen.
  7. Ein Backblech mit Butter einfetten.
  8. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche eckig ausrollen und auf das Backblech legen.
  9. Den Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen und erneut für 15-20 Minuten gehen lassen.
  10. Backofen vorheizen (180 °C Ober-/Unterhitze).
  11. Schmand, saure Sahne und Vanillezucker verrühren.
  12. Zwieback fein zerkleinern.
  13. Schmand-Sahne-Mischung auf dem Kuchenteig verteilen, Zwiebackkrümel darüber geben und mit Zimt bestreuen.
  14. Butter in kleinen Flöckchen schneiden und auf die Zwiebackkrümel verteilen.
  15. Mit braunem und weißem Zucker bestreuen.
  16. Den Kuchen für ca. 30 Minuten im vorgeheizten Backofen backen.

Tipps und Variationen

  • Saure Sahne: Wenn man keine saure Sahne mag, kann man stattdessen süße Sahne oder mehr Schmand verwenden.
  • Mandeln: Vor dem Backen gehobelte Mandelblättchen auf dem Zucker verteilen.
  • Gewürze: Anstelle von Zimt kann auch Kardamom verwendet werden.

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