Mazurek Kuchen Rezept

Mazurek ist ein traditionell polnischer Osterkuchen, welcher am Ostersonntag zum Fastenbrechen serviert wird. Zwar wird der Kuchen in jeder Stadt und in jedem Haushalt unterschiedlich zubereitet, doch die besondere Verzierung und der knusprige Mürbteig kennzeichnen den Mazurek überall. Der Mazurek, traditionsgemäß auch als Mazurki bezeichnet, ist weit mehr als nur ein köstliches Dessert - er ist ein zentraler Bestandteil des Osterbrauchtums in Polen.

Was macht Mazurek besonders?

Das Besondere an einem Mazurek-Kuchen ist unter anderem der kunstvoll verzierte Rand. Geflochten, gedreht, eingestanzt oder wie auch immer ihr es anstellen möchtet. Alles außer langweilig ist erlaubt! Der Kuchen besteht in der Regel aus einem dünnen Mürbeteig und einem zweiten Teig, wie zum Beispiel einem Sandteig, der als Rand gelegt wird. Er ist in der Ostervariante sehr reichhaltig belegt und wird meistens in einer rechteckigen Form oder als Blechkuchen angeboten.

Mazurek mit verzierten Rand und bunter Dekoration

Zutaten (für eine rechteckige Tarteform oder 30 x 20 cm)

Für den Mürbteig:

  • 250 g Mehl (Typ 550) oder Weizenmehl, plus etwas zum Ausrollen
  • 125-200 g Butter (je nach Rezept 125 g bis 200 g), Zimmertemperatur bzw. kalt gewürfelt
  • 50-100 g Zucker / 100 g Zucker (je nach Rezept)
  • 1 Ei (+ ggf. 1 Eigelb zum Bestreichen)
  • 1 Pack. Vanillezucker oder Mark einer Vanilleschote
  • 1 Prise Salz
  • Optional: 100 g gemahlene Mandeln (für eine Variante)

Für die Karamellcreme (Kajmak / Kaymak):

  • 250 g Milch
  • 250 g Sahne
  • 400 g Zucker oder gezuckerte Kondensmilch (alternativ Dulce de Leche)
  • 50 g Butter
  • 1 TL Meersalz
  • 1 Pack. Vanillezucker
  • Orangeat, Zitronat, Belegkirschen oder getrocknete Früchte nach Wahl

Für die Schokoladenganache / Schokoguss:

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  • 125-200 g Zartbitterschokolade (z. B. 70 %), grob gehackt oder geraspelt
  • 100-150 ml Sahne
  • 50 g Butter
  • 50-100 g Puderzucker (je nach Rezept)

Zum Verzieren:

  • gehackte Nüsse (z. B. Mandeln, Nussmischung)
  • Cranberries, Rosinen oder andere Trockenfrüchte
  • Marzipan- oder Zuckerfiguren, Orangenscheiben, Belegkirschen
  • Puderzucker zum Bestäuben

Ausrüstung

  • Rührschüssel
  • Backform (rechteckig oder quadratisch, z. B. 20 x 25 cm oder 30 x 20 cm)
  • Teigrolle
  • Backpapier
  • Blindbackkugeln oder getrocknete Hülsenfrüchte
  • Schneebesen, Schneidebrett und Messer

Vorbereitung des Mürbeteigs

Mehl, Butter, Zucker, Salz und das Ei zu einem glatten Teig verkneten. Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Anschließend zu einer flachen Scheibe formen und diese in Frischhaltefolie einwickeln. Den Teig im Kühlschrank ca. 1 Stunde kühlen. Alternativ: Zuerst alle Zutaten für den Mürbteig miteinander verkneten und zugedeckt für 2 Stunden kühlen. Den Teig in Klarsichtfolie einschlagen und etwa 1 Stunde lang ruhen lassen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in der Größe der rechteckigen Tarteform (inkl. Randhöhe) ausrollen und in die gut gefettete Form legen, am Rand gut andrücken und den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Für den Rand etwa 1,5 cm breite Streifen ausschneiden und den Rand der Form damit auskleiden. Man kann hier auch 2 Stränge formen und diese geflochten auf die Oberfläche des Randes setzen. Ein kunstvoller Rand ist typisch für Mazurek.

Blindbacken des Bodens

Da der Kuchen vorgebacken wird, den Teig mit Backpapier bedecken und entweder Blindbackkugeln oder getrocknete Hülsenfrüchte darauf verteilen. Die rechteckige Form einfetten und mit Backpapier auslegen. Ein zurecht geschnittenes Stück Backpapier in die Form legen, die Hülsenfrüchte auf das Papier schütten und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (160 °C Umluft) ca. 20-25 Minuten backen, bis der Teig eine leichte goldbraune Farbe angenommen hat. Anschließend die Bohnen und das Backpapier entfernen und den Boden für weitere 5-8 Minuten backen, dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Karamellcreme (Kajmak) zubereiten

Anschließend die Karamellcreme zubereiten. Dazu Milch, Sahne und Zucker für ca. 45 Minuten in einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen. Milch, Sahne und beide Zucker in einem breiten Topf aufkochen und bei mittlerer Hitze ca. 45 Minuten unter Rühren zu einem dickflüssigen, goldgelben Karamell einkochen. Kurz vor Ende das Meersalz einstreuen. Das Karamell nimmt erst nach dem vollständigen Abkühlen die dicke Konsistenz an. Dann aus dem Topf nehmen und in einer Schüssel abkühlen lassen. Die Butter unter den ausgekühlten Karamell cremig unterschlagen.

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Alternativ: Falls ihr die gezuckerte Kondensmilch verwendet, stellt die geschlossene Dose in einen Topf und lasst sie mit Wasser bedeckt 3-4 Stunden köcheln und anschließend abkühlen. Hier benötigt ihr aber nur einen Teil der Karamellmasse. Den Rest kann man verschlossen einige Tage im Kühlschrank aufbewahren und für Gebäcke oder Desserts verwenden.

Schokoladenguss / Ganache

In der Zwischenzeit den Schokoladenguss vorbereiten. Dafür die gehackte Schokolade, Sahne und Butter bei schwacher Temperatur erhitzen, bis sich die Zutaten verbunden haben. Dabei bitte durchgehend rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Die Sahne für die Ganache in einem kleinen Topf bis zum Siedepunkt erhitzen, aber nicht kochen. Die gehackte Schokolade in den Topf geben und mit der heißen Sahne übergießen. Ca. 30 Sekunden warten und anschließend langsam mit einem Schneebesen verrühren. Das sorgt dafür, dass die Ganache schön glänzend wird und keine Luftblasen hat. Schokolade mit Sahne, Butter und Puderzucker in einem Topf bei niedriger Temperatur und unter ständigem Umrühren schmelzen lassen bis eine glatte Masse entstanden ist. Abkühlen lassen.

Schokoglasur in Schüssel mit Schneebesen

Schichten und Zusammensetzen

Den vorgebackenen Teigboden nun großzügig mit der Karamellcreme bestreichen. Anschließend die Cranberries oder gehackte Nüsse darüber geben und zum Schluss die Schokoladen-Ganache darüber verteilen und glatt streichen. Die Ganache fest werden lassen, bevor der Kuchen verziert wird (mind. einige Zeit im Kühlschrank anziehen lassen). Die Füllung auf den Teig gießen und fest werden lassen.

Verzieren

Die österliche Variante wird zum Abschluss mit Trockenfrüchten und Nüssen belegt und mit Zuckerguss oder ähnlichem noch beschriftet. Bei der Verzierung haben wir uns für ein klassisches Blumenmuster entschieden, für das wir ganze Mandeln, Belegkirschen sowie Orangeat verwendet haben. Diese selbstgebackenen Osterkuchen werden gerne an Freunde oder innerhalb der Familie verschenkt. Verziert wird oft mit frischen oder getrockneten Früchten. Hinzu kommen Nüsse, Schokoraspeln oder Kokosflocken. Ihr könnt den Mazurek auch mit spezieller Osterdekoration versehen, zum Beispiel Marzipanküken oder bunten Schokoladeneiern.

Detailaufnahme: Mazurek mit Mandeln, Belegkirschen und Orangeat

Serviervorschläge und Haltbarkeit

Servieren Sie Mazurek mit einer Tasse Kaffee oder Tee. Der Kuchen kann auch als Teil eines festlichen Ostermenüs präsentiert werden, um traditionellere polnische Speisen zu ergänzen. Sehr gerne wird der Mazurek in der Osterzeit an Verwandte und Freunde weiter verschenkt. Am besten schmeckt er, wenn er so zwei bis drei Tage gut durchgezogen ist. Also ist es kein Problem, ihn schon einige Tage vor dem vorgesehenen Verzehr zu backen.

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Tipps und Varianten

  • Für die Karamellschicht könnt ihr auch im Supermarkt ein Glas Dulce de Leche kaufen oder Karamellbonbons mit Sahne über dem Wasserbad schmelzen.
  • Wer keinen Kajmak hat, verwendet gezuckerte Kondensmilch oder eine gekochte Dose Kondensmilch.
  • Für helles Gebäck empfehlen sich Mehle wie Typ 405 oder 550; Type 550 ist etwas dunkler als Weißmehl Type 405.
  • Für einen kunstvollen Rand: Teigstränge flechten oder Zöpfe formen; ein kunstvoller Rand ist typisch für Mazurek.
  • Trockenfrüchte vorher einweichen, wenn das Rezept es empfiehlt, damit die Verarbeitung einfacher ist.
  • Kuvertüre sollte bei 15-20 °C trocken und dunkel gelagert werden, um Glanz und Konsistenz zu bewahren.

Rezeptübersicht (Kurzversion)

Schritt Was zu tun ist
Mürbeteig Mehl, Butter, Zucker, Ei verkneten, 1-2 Std. kühlen, ausrollen, Form auslegen
Blindbacken Backpapier + Hülsenfrüchte, 180 °C ca. 20-25 Min., dann abkühlen
Karamell Milch, Sahne, Zucker 45 Min. einkochen, abkühlen, Butter einrühren
Ganache Sahne erhitzen, über Schokolade gießen, verrühren, abkühlen
Schichten & Verzieren Karamell auf Boden, Trockenfrüchte/Nüsse, Schokolade, dekorieren
Schritt-für-Schritt: Mazurek backen und verzieren

Schwierigkeit und Motivation

Die Zubereitung von Mazurek ist zugegebenermaßen nicht unbedingt etwas für Anfänger*innen, sondern erfordert etwas Geduld und mühsame Handarbeit, aber das Ergebnis spricht anschließend für sich und sieht einfach hinreißend aus. Holt euch die polnische Lebensfreude also direkt in die Küche und verleiht eurem Osterfest mit diesem Klassiker das gewisse Etwas!

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