Max Weiss Lebkuchen Neu-Ulm: Geschichte, Produktion und Produkte des modernsten Lebkuchenwerks
Seit 1925 werden in Neu-Ulm Lebkuchen hergestellt und in hundert Jahren hat sich einiges verändert. Max Weiss Lebkuchen feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen, der Standort in Neu-Ulm, da sind sie durchaus selbstbewusst, ist laut Eigenwerbung „das modernste Lebkuchenwerk der Welt“.
Die Max Weiss Lebkuchenfabrik Neu-Ulm GmbH produziert als Marktführer der Herbst- und Weihnachtsgebäcke seit 1925 Traditionswaren. Lebkuchen Weiss gehört zur Lambertz-Gruppe, einem mittelständischen Familienunternehmen, zu dem neben Lebkuchen Weiss noch drei weitere Traditionsgebäck-Gruppen - Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen und Dresdner Stollen - gehören.
Steiniger Start - rasanter Erfolg
Die Firma wurde 1925 von Max Weiss sen. als „Feinback- und Nährmittelwerk“ in der Neu-Ulmer Krankenhausstraße gegründet. Begonnen hatte er noch an einem Standort in der Innenstadt, denn in einer ehemaligen Heeresbäckerei gründete Max Weiss die Firma 1925 in Neu-Ulm.
Es war kein einfacher Beginn - nur Jahre später folgten die Weltwirtschaftskrise und schließlich der Zweite Weltkrieg. Doch in der Zeit des Wirtschaftswunders gelingt der steile Aufstieg, der Betrieb wird erweitert, schaltet Werbespots im Fernsehen und zieht schließlich in neue Hallen in einem Gewerbegebiet am Stadtrand.
Mitte der siebziger Jahre erfolgte der Grundstückserwerb in der Junkerstraße im Neu-Ulm, Stadtteil Schwaighofen, wo Produktion, Verwaltung und Lager schließlich eine neue Heimat fanden. Die Max Weiss Lebkuchenfabrik Neu-Ulm GmbHJunkersstrasse 4-6, Neu-Ulm 89231.
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Im gleichen Jahr wurde auch Max Weiss jun. Geboren, der den Betrieb 1954 übernahm und bis 1994 Firmenchef war. Er baute den Betrieb stetig aus und übernahm 1961 den Nürnberger Lebkuchenhersteller Ferdinand Wolff. 1965 entwickelte Max Weiss einen Lebkuchen- Streichautomaten und ließ ihn patentieren.
Jubiläum und regionale Verankerung
Am Freitag, den 12. September 2025 wurde auf dem Firmengelände in der Junkerstraße in Schwaighofen das 100-jährige Jubiläum der traditionsreichen Lebkuchenfabrik Weiss gefeiert. Hundert Jahre Lebkuchen - das bedeutet hundert Jahre Genuss, hundert Jahre Verbundenheit, hundert Jahre Stadtgeschichte.
„Wir sind als Wirtschaftsstandort Neu-Ulm richtig stolz und dankbar, wenn wir auf 100 Jahre Lebkuchen Weiss in Neu-Ulm zurückblicken. Wenn zum 100-jährigen Firmenjubiläum festgestellt werden kann, „stärkste Marke in der Herbst- und Weihnachtssaison“ und „modernstes Lebkuchenwerk der Welt“ zu sein, ist dies im Jubiläumsjahr eine Erfolgsstory, die von einem inhabergeführten Unternehmen aus dem Mittelstand geschrieben wurde.
Teil der Lambertz-Gruppe: Netzwerk und Expansion
Seit 1994 gehört die Max Weiss Lebkuchenfabrik Neu-Ulm GmbH zur Lambertz Gruppe. Seit Gründung der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG im Jahr 1688, haben wir uns von einem kleinen Backhaus zu einem internationalen Gebäck- konzern entwickelt.
Durch diese Übernahmen und Beteiligungen konnten wir unsere Erfolgsgeschichte fortsetzen und wurden zum Weltmarktführer bei Herbst- und Weihnachtsgebäck. Außerdem decken wir mit unserem Produktportfolio die Marktsegmente Ganzjahresgebäck, Frischbackwaren, Kuchen, Biogebäck, Pralinen und Nougat ebenso ab wie die drei klassischen deutschen Herkunftsbezeichnungen Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen und Dresdner Stollen.
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Mit der Gründung der Lambertz Polonia Sp. z o.o. in Polen starteten wir unseren internationalen Expansionskurs. Von dort aus beliefert Lambertz Länder wie Polen, Tschechien, Rumänien, Lettland, Russland, Bulgarien, Ungarn und die Ukraine mit einem speziell auf die Geschmacks- und Konsumgewohnheiten des osteuropäischen Marktes ausgerichteten Sortiment.
Derzeit wird unsere Produktionsstätte in Ruda Śląska im Rahmen eines großen Erweiterungs- und Modernisierungsprogramm ausgebaut, um die Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum zu schaffen. in den USA. Seitdem hat sich Lambertz in den USA ganzjährig fest sowohl im Spezialitätenhandel als auch bei großen Abnehmern wie Walmart, Sam‘s Club, Walgreens und Trader Joe’s etabliert.
Standort Neu-Ulm: Kapazitäten, Logistik und Saisonrhythmus
Riesige Dimensionen sind das hier in Neu-Ulm, allein 17 500 Lager-Stellplätze haben sie. 140 Tonnen Gebäck - so viel stellt die Firma Max Weiss jeden Tag her.
30 000 Tonnen verschiedener Lebkuchenvarianten produzieren sie hier im Jahr, darunter allein 450 Millionen Lebkuchenherzen. In 53 Länder geht die deutsche Weihnachtsware, arabische Länder, Australien, USA, Brasilien.
„Die heiße Phase der Produktion startet bei uns schon zum Sommerbeginn und läuft bis Anfang Dezember“, sagt Werksleiter Maximilian Giszas. Und die haben schon lange entschieden, dass der Sommer die arbeitsintensivste Zeit bei Max Weiss Lebkuchen ist, mit drei Schichten, nahezu jeden Tag 24 Stunden lang, auch an Wochenenden.
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Im Frühjahr fangen sie an zu backen, um die ersten Bestellungen für den Sommer ausliefern zu können. Jetzt, im November, läuft die Produktion bereits aus.
„Die meisten können nicht verstehen, dass ausgerechnet bei uns die Weihnachtszeit die ruhigste Zeit ist.“ Bis in den Februar hinein ist Revision angesagt, die Maschinen werden gewartet, dann starten sie wieder mit der Produktion von Exportartikeln.
Markt und Saisonalität
Schon Ende August oder Anfang September stehen die ersten Paletten in den Supermärkten. Manchen ist das zu früh, sie wünschen, dass das „traditionelle Weihnachtsgebäck“ erst Monate später in die Läden kommt.
„Natürlich hat man das Gefühl, es geht immer früher los. Aber wir erhalten viele positive Rückmeldungen. Dass es schön sei, die Lebkuchen wiederzubekommen“, sagt Giszas.
In Teilen Nord- und Osteuropas werden Lebkuchen dagegen das ganze Jahr über zum Kaffee verzehrt. In Polen sind sie ganz scharf auf Lebkuchen, in allen Variationen, bloß hat das dort nichts mit Weihnachten zu tun.
„Die essen das das ganze Jahr, das kannst du dort auch an der Tankstelle kaufen“, sagt Giszas. Der Großteil der Ware geht natürlich trotzdem in den deutschen Markt.
Modernste Produktion: Von Vorteig bis Schokowall
Gleich am Eingang der Produktionshallen, nach Sicherheitskontrolle und Desinfektion, stehen unzählige Säcke mit Zutaten: Zimt, Pfeffernüsse, Gewürze. „Mit ein bisschen Backpulver kommen wir hier nicht weit“, sagt Giszas.
Fahrzeuge liefern Bottiche mit 700 Kilogramm Grundteig aus Mehl und Zucker an, der zuvor ein paar Tage ruhen musste. Angefangen beim Vorteig, der im Keller reift und dem dann je nach Produkt unterschiedliche Gewürze beigemischt werden - welche genau und in welcher Menge, das ist geheim.
Der Geheimrezept-Teig wird also in einer riesigen Maschine geknetet, dann kommt er auf eine der Backstraßen und wird ausgeformt. Auf dem rechten Fließband stanzt die Maschine gerade kleine Herzen, Sterne und Brezeln.
Auf zwei Backstraßen verarbeiten die Angestellten alle 15 Minuten je 700 Kilogramm Teig zu fertig verpacktem Gebäck. Vier Minuten und 30 Sekunden wird der Teig gebacken, in einem 43 Meter langen Backofen, mit bis zu 350 Grad.
Dann fahren die Herzen oder Sterne auf einem Fließband direkt durch einen 40 Meter langen Backofen. „Sie haben eine Kerntemperatur von 110 Grad. Also müssen wir die Lebkuchen herunterkühlen, sonst hält darauf keine Schokolade“, sagt Kurt Süsser, der Produktionsleiter.
Anschließend spritzen Düsen erst einmal Wasser auf das Gebäck. „Sonst werden sie hart wie Kekse“, erläutert Giszas.
Impfen, glasieren, kühlen, verpacken
Wer Lebkuchenherzen mag, sieht gerne zu, wie das Gebäck auf dem Fließband reihenweise mit Marmelade gefüllt wird. Die Impfanlage, wie sie hier sagen, macht großen Spaß.
An der sogenannten Impfanlage spritzt eine Maschine Fruchtfüllungen in Herzen. Es folgen die Impfanlage bei gefülltem Gebäck und der Schokowall sowie eine sechs bis sieben Minuten dauernde Kühlung, bevor die Ware verpackt wird.
Aber das Herzstück beider Backstraßen im Max-Weiss-Lebkuchenwerk in Neu-Ulm ist natürlich der Schokowall. Herzen, Sterne und Brezeln nähern sich einem Wasserfall aus Schokolade, von oben und auch von unten wird das Weihnachtsgebäck glasiert, ob zartbitter oder wie gerade hellbraun: Vollmilch.
Hier am Schokowall gibt es eine Vollmilchschokoladendusche für Herzen, Sterne und Brezeln. Eine Sortiermaschine füllt die fertigen Schokoherzen ab.
Qualitätssicherung und Rezepttradition
Und an ihren traditionellen Rezepten rütteln sie auch nicht viel. Zum Jubiläum gibt es dieses Jahr mal Herzen mit neuer Fruchtfüllung, Zartbitter-Himbeere und weiße Kuvertüre mit Erdbeer-Vanille zum Beispiel.
Damit die Qualität stimmt, wird alle halbe Stunde der sogenannte aw-Wert gemessen. „Bei zu viel Feuchtigkeit könnte der Lebkuchen schimmeln, zu wenig bedeutet, dass er austrocknet“, sagt Süsser.
Werksleiter Maximilian Giszas bei der Qualitätsprüfung am Fließband der Backstraße. Süsser zerbröselt ein Gebäckstück und steckt es in ein kleines Gerät.
Weihnachtsgebäck muss einige Wochen reifen vor der Auslieferung, damit es sein Aroma entfaltet. Wie feucht darf ein Lebkuchen sein?
Technologieoffenheit und Investitionen
Das Selbstverständnis vom modernsten Lebkuchenwerk der Welt unterstreicht Max Weiss am Standort Neu-Ulm mit aktuellen Investitionen von etwa drei Millionen Euro in neue Teigmaschinen und in die Verpackungstechnologie. Die beiden Knetmaschinen, betont Giszas, sind erst ein und zwei Jahre alt.
Technologieoffen waren sie hier schon immer: Seit 1967 haben sie eine EDV-Anlage im Haus, 1966 entwickelte ein Techniker den ersten leistungsfähigen Streichautomaten für Oblaten-Lebkuchen, das Unternehmen meldete ein Patent dafür an. Seit nunmehr einem ganzen Jahrhundert steigt dieser Duft hier, mitten in unserer Stadt auf.
Produkte, Klassiker und Innovationen
Klassiker sind die Kassenschlager. Doch es sind gerade Klassiker wie „Herzen, Sterne, Brezen“, die bei den Kunden gut ankommen.
Zum Jubiläum hat sich die Firma neue Editionen einfallen lassen wie Erdbeer-Vanille-Füllung mit weißer Schokolade. Zum Jubiläum gibt es dieses Jahr mal Herzen mit neuer Fruchtfüllung, Zartbitter-Himbeere und weiße Kuvertüre mit Erdbeer-Vanille zum Beispiel.
Klassische Oblaten-Lebkuchen fertigt Weiss ausschließlich in der Lebkuchenstadt Nürnberg. Die Firmenchronik zum 100-jährigen Bestehen stellt aber klar, dass nicht alles Nürnberg ist, wo Lebkuchen draufsteht, so viel Regionalstolz muss sein.
Für das 14. Jahrhundert, heißt es da, habe man in Nürnberg zwar die erste urkundliche Erwähnung von Lebkuchen gefunden. In Ulm sei jedoch bereits seit 1296 der Patriziername Lebzelter bekannt und belegt.
Vom Werk in die Welt: Export und Kunden
In 53 Länder geht die deutsche Weihnachtsware, arabische Länder, Australien, USA, Brasilien. In Polen sind sie ganz scharf auf Lebkuchen, in allen Variationen, bloß hat das dort nichts mit Weihnachten zu tun.
„Schlussendlich entscheiden es die Kunden.“ Man richte sich nach den Bestellungen der Kunden, betont der Werksleiter.
„Die essen das das ganze Jahr, das kannst du dort auch an der Tankstelle kaufen“, sagt Giszas. Der Großteil der Ware geht natürlich trotzdem in den deutschen Markt.
Menschen und Kompetenz
Man könnte Kurt Süsser inzwischen zum Inventar zählen, seit rund 40 Jahren arbeitet er schon in der Firma. „Sie haben eine Kerntemperatur von 110 Grad. Also müssen wir die Lebkuchen herunterkühlen, sonst hält darauf keine Schokolade“, sagt Kurt Süsser, der Produktionsleiter.
Werksleiter Maximilian Giszas bei der Qualitätsprüfung am Fließband der Backstraße. „Immer wieder schön“, sagt der Werksleiter.
Giszas bekommt immer Nachrichten von Bekannten aufs Handy, wenn sie seine Produkte im Supermarkt entdecken. Es wird schon immer früher, diesen Eindruck hat Giszas auch, Weihnachtstraditionalisten schütteln da nur mit dem Kopf.
Werksverkauf, Öffnungszeiten und Unternehmensdaten
Werksverkauf in Neu-Ulm:Januar bisSeptemberMontag bis Freitag von 09.00 bis 18.00 Uhr (Samstag geschlossen)Oktober bis DezemberMontag bis Freitag von 09.00 - 19.00 Uhr und Samstag von 09.00 - 15.00 Uhr.
Gegründet1925StandortDeutschlandJunkersstrasse 4-6, Neu-Ulm 89231Mitarbeiter200-499LieferungNationalAnsprechpartner. Informationen zum UnternehmenGegründet1925StandortDeutschlandJunkersstrasse 4-6, Neu-Ulm 89231Mitarbeiter200-499LieferungNationalAnsprechpartner.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Jährliche Produktion | 30 000 Tonnen verschiedener Lebkuchenvarianten |
| Tägliche Produktion | 140 Tonnen Gebäck |
| Lebkuchenherzen pro Jahr | 450 Millionen Stück |
| Lagerkapazität | 17 500 Lager-Stellplätze |
| Export | 53 Länder weltweit |
| Backofenlänge | 40-43 Meter, bis zu 350 Grad |
| Teigcharge | 700 Kilogramm alle 15 Minuten je Linie |
Die Feierlaune zum runden Geburtstag ist allerdings etwas getrübt - durch hohe Rohstoffpreise, beispielsweise für Kakao, also Kuvertüre. Niemand kann darüber hinwegsehen, dass am Wirtschaftsstandort Deutschland zunehmend hohe Kosten und schwierige Rahmenbedingungen den Unternehmen das Wirtschaften im globalen Wettbewerb schwer machen.
Ja, is denn heut scho... Weihnachten? Schon Ende August oder Anfang September stehen die ersten Paletten in den Supermärkten. Vielleicht werden sie es noch irgendwann Sommergebäck nennen müssen.
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