Honigmassage Anleitung: Entgiftung und Entspannung durch die Kraft der Bienen
Honig ist mehr als nur ein süßer Brotaufstrich. Seine vielfältigen Inhaltsstoffe und Eigenschaften machen ihn zu einem wertvollen Bestandteil verschiedener Anwendungen, darunter die Honigmassage. Diese Massageform, die sowohl entgiftende als auch entspannende Wirkungen haben kann, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur Honigmassage, beleuchtet ihre Grundlagen, Techniken und Anwendungsbereiche.
Was macht Honig so besonders?
Honig ist ein Naturprodukt von bemerkenswerter Komplexität. Über 180 verschiedene Stoffe beeinflussen seinen Geschmack und sorgen für sein einzigartiges Aroma. Die süße Creme enthält bis zu 24 Zuckerarten, vor allem Fruchtzucker und Traubenzucker, sowie wertvolle Enzyme, Mineralstoffe und Vitamine.
Die Honigbienen sammeln den Blütennektar in Gärten, Wäldern, Wiesen und Feldern. Sie reichern den Saft mit körpereigenen Enzymen an und lagern ihn im Bienenstock ein. In den Waben entsteht so der Honig, den der Imker schließlich erntet.
Geschichtlicher Hintergrund
Die Nutzung von Honig durch den Menschen hat eine lange Tradition. Erste bildliche Darstellungen von Honigsammlern stammen aus der Zeit zwischen 12.000 und 7.000 v. Chr. Die Imkerei, wie wir sie heute kennen, begann etwa 7.000 v. Chr. In antiken Kulturen hatte Honig einen hohen Stellenwert. Im alten Ägypten galt er als "Speise der Götter". Die Germanen stellten aus Honig ihren Honigwein (Met) her, den sie für rituelle Handlungen nutzten. Im alten Griechenland schätzten der Arzt Hippokrates und der Philosoph Aristoteles die heilenden Eigenschaften des Honigs.
Die vielfältigen Eigenschaften des Honigs
Honig wirkt entzündungshemmend und antiseptisch, kann Fieber senken und die sportliche Leistung verbessern. Diese Eigenschaften sind ein Grund dafür, warum Honig auch für Massagen eingesetzt wird.
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Die Honigmassage: Wirkung und Anwendungsbereiche
Die Honigmassage ist eine Technik, die Durchblutung und Stoffwechsel fördert. Sie kann Schlacken im Körper lösen, die Poren öffnen und das Gewebe entgiften. Die Haut wird zart und geschmeidig. Durch Zupf- und Pump-Techniken lassen sich Verspannungen lösen und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Die Energien des Körpers können wieder ins Gleichgewicht kommen. Obwohl die Honigmassage vorrangig entgiftend wirkt, zählt sie zu den Wellness- und Entspannungsmassagen und ist somit wohltuend für Körper, Seele und Geist.
Mögliche Anwendungsbereiche:
- Rückenmassage (häufigste Anwendung)
- Ganzkörpermassage (Gelenke, Oberschenkel, Gesäß, Bauch, Gesicht)
- Behandlung von Cellulite (Aktivierung des Bindegewebes)
- Durchblutungsstörungen
- Immunschwäche
- Schlaf- und Nervenstörungen
- Menstruationsbeschwerden
- Rheumatische Erkrankungen
- Herz-Kreislauf-System stärken
- Verspannungen im Rücken- und Schulterbereich lösen
Kontraindikationen: Wann sollte man auf eine Honigmassage verzichten?
Es gibt einige Krankheitsbilder, bei denen die Honigmassage kontraproduktiv ist oder nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zum Einsatz kommen darf:
- Offene Wunden und Ekzeme
- Tumorleiden
- Schwangerschaft
- Während einer Chemo- oder Strahlentherapie
- Kurz nach einer Operation
- Gefäßkrankheiten
- Chronischer Blutdruck
- Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
Die Technik der Honigmassage: Schritt für Schritt
Die grundlegende Technik der Honigmassage besteht aus Pump- und Zupfbewegungen der Hände, wobei die Klebewirkung des Honigs genutzt wird.
- Vorbereitung:
- Den Massageplatz mit Handtüchern oder Laken auslegen, um ihn vor Honig zu schützen.
- Weitere, kleinere Handtücher bereitlegen, um nicht zu massierende Körperareale zu bedecken.
- Die zu massierende Hautstelle (z.B. Rücken) mit einem warmen Waschlappen reinigen. Bei starker Behaarung sollte die Stelle vorher rasiert werden.
- Schmuck an den Händen ablegen.
- Honig erwärmen (auf Körpertemperatur oder etwas wärmer, je nach Anwendungszweck).
- Eine Schüssel mit warmem Wasser und einen Waschlappen bereitstellen.
- Auftragen des Honigs:
- Etwa 2-3 Esslöffel Honig auf den Rücken auftragen und gleichmäßig verstreichen.
- Bei der Rückenmassage auf den "geraden" Bereich beschränken und die Wirbelsäule aussparen.
- Massage:
- Mit schnellen, pumpenden Bewegungen die Hände auf dem Rücken auf- und abbewegen, ohne Kraftaufwand oder Druck.
- Alle Bereiche des Rückens gleichmäßig bearbeiten, außer der Wirbelsäule.
- Die Hände am Rücken "festkleben" und wieder abziehen. Diesen Vorgang im schnellen Wechsel wiederholen.
- Die Pumpbewegungen anfangs mit schnellem Tempo durchführen und längere Zeit in den einzelnen Bereichen verweilen.
- Sobald der Honig stärker klebt, die Bewegungen verlangsamen und den Bereich häufiger wechseln.
- Auf das Feedback der behandelten Person achten und nachfragen, ob es weh tut.
- Abschluss:
- Die Wirkung der Behandlung testen, indem die Haut zusammengedrückt und gerollt wird. Im Idealfall lässt sich die Haut leicht anheben und rollen, und es bilden sich keine Dellen beim Zusammendrücken.
- Den Honig mit warmem Wasser und einem Waschlappen abwaschen.
- Die behandelte Person sollte ausreichend trinken und etwa zwei Tage lang auf Kosmetika verzichten.
Varianten der Honigmassage
Es gibt zwei Hauptvarianten der Honigmassage:
- Entgiftende Honigmassage: Hierbei wird der Honig nicht verdünnt. Die Massage ist anfangs wohltuend aktivierend, regt dann die Durchblutung an und kann zum Schluss recht kräftig und feurig sein, da der Honig immer fester wird. Diese Form kann als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.
- Entspannende Honigmassage: Hierbei wird der Honig mit Wasser verdünnt und auf 35-40°C erwärmt. Durch die Verdünnung lässt sich der Honig leichter verteilen und mit klassischen Massagegriffen einmassieren.
Die Wahl des richtigen Honigs
Für die Honigmassage sollte möglichst naturbelassener Honig verwendet werden, der keine Dünger, Umweltgifte oder künstlichen Wachse enthält. Auf eine Kaltgeschleuderung sollte geachtet werden, da sonst wichtige Inhaltsstoffe verloren gehen können. Empfehlenswert ist deutscher Bio-Wabenhonig direkt vom Imker.
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Einige schwören auf Manuka-Honig aus Neuseeland, der eine hohe Konzentration des antibakteriellen Zuckerabbaustoffes Methylglyoxal aufweist. Für die Honigmassage ist dies jedoch nicht unbedingt erforderlich, da ein guter, einheimischer Bio-Waldhonig ebenfalls geeignet ist. Waldhonig hat in der Regel eine höhere Konzentration an positiven Wirkstoffen als Blütenhonig.
Mögliche Nebenwirkungen und Erstverschlimmerung
Die Honigmassage kennt neben leichten Schmerzen während und eventuell kurzzeitiger Erstverschlimmerung direkt nach der Behandlung keine wirklichen Nebenwirkungen. Blaue Flecken sind eher die Ausnahme und treten nur bei besonders empfindlicher Haut auf.
Es kann nach der Behandlung zu einer Art "Erstverschlimmerung" kommen, bei der die behandelte Person unter Rückenschmerzen leidet. Dies ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass der Körper auf die Behandlung reagiert und sich verändert. Bei Unsicherheit oder anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Honigmassage lernen: Ausbildung und Seminare
Wer die Honigmassage professionell anwenden möchte, kann eine entsprechende Fortbildung besuchen. Diese Seminare vermitteln sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktische Anwendung der Massage-Technik. Inhalte sind unter anderem:
- Herkunft der Honigmassage
- Indikationen und Kontraindikationen
- Vorbereitung und Setting
- Hinweise für die Nachbereitung
- Informationen zu ergänzenden ätherischen Ölen
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