Marmelade kochen: Einmachgläser, Anleitung und Tipps

Ob mit oder ohne Gelierzucker: Marmelade einkochen ist nicht schwer, wenn du ein paar Dinge beachtest. Welche das sind, erfährst du von uns. Süßes tut der Seele gut. Umso mehr, wenn es sich um selbst hergestellte Marmelade aus frisch gepflückten Beeren handelt.

Warum selbst Marmelade kochen?

Pralle, sattrote Erdbeeren. Köstliche, tiefviolett glänzende Heidelbeeren. Aromatische Pfirsiche - der Sommer ist eine wahre Schatztruhe für leckere Früchte! Mit unseren Marmeladen-Rezepten genießt du dein Lieblingsobst auch später im Jahr. Selbstgemachte Marmeladen schmecken viel besser, sie sind ein nettes kleines Geschenk und können sooo hübsch verpackt werden.

Grundprinzip: Das Einmaleins des Einkochens

Die bewährte Konservierungsmethode funktioniert mit beinahe jeder Sorte, wenn du das grundlegende Einmaleins des Einkochens beherrschst. Das Grundprinzip beim Marmelade-Einkochen ist immer dasselbe. Waschen die Früchte gründlich, schäle sie gegebenenfalls und schneide sie klein. Gib die Früchte und den Gelierzucker in einen hohen Topf, verrühre ihn gut und bringe ihn bei mittlerer Hitze zum Kochen. Lasse die Masse nach Packungsangabe unter Rühren sprudelnd kochen (meist ca. zwischen 3 bis 5 Minuten). Fülle diese sofort in sterile Twist-Off Gläser ab und verschließe sie.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung:

    Die Früchte waschen, schälen und kleinschneiden. Wie klein ist abhängig davon wie fein ihr die Marmelade haben wollt. Kerne und Steine verursachen Zahnarztbesuche. Also raus damit! Danach die Früchte erst wiegen, um das Zuckerverhältnis richtig einzuschätzen. Dann die Früchte mit Zucker mischen und ruhen lassen. Das dauert je nach Rezept zwischen zwei bis zwölf Stunden.

  2. Kochen:

    Die fruchtig-süße Mischung in einen großen Topf geben. Alles aufkochen lassen und nur manchmal etwas umrühren. Die im Rezept angegebene Kochzeit beginnt, wenn die Masse im Topf sprudelnd kocht. Marmelade immer nur wenige Minuten (ca. 5 bis 10 Min.) sprudelnd kochen. Nur durch eine kurze Kochzeit bleiben Farbe und Aroma erhalten. Wenn sich ein Schaum bildet, diesen bitte abschöpfen.

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  3. Gelierprobe:

    Falls Ihr Euch über die Konsistenz Eurer Marmelade während dem Kochvorgang nicht sicher seid, macht eine Gelierprobe. Dazu wird ein Löffel Marmelade auf einen kleinen Teller getropft und in den Kühlschrank gestellt. Bereits nach wenigen Minuten sieht man, wie stark die Marmelade geliert. Für die Gelierprobe gibst du einen Löffel deiner heißen Marmelade auf einen kalten Teller. Verläuft diese auf dem schief gehaltenen Teller, muss sie länger einkochen oder noch etwas Zitronensäure dazugegeben werden.

  4. Abfüllen und Verschließen:

    Die Gläser dazu auf ein feuchtes Tuch stellen, damit sie nicht springen. Die Gläser auf ein warmes Tuch stellen und mit einem Trichter die heiße Marmelade einfüllen. Noch ungefähr einen Zentimeter unterhalb des Glasrandes Platz lassen. Danach den Deckel gut verschließen. Twist-off-Gläser fest schließen. Wird das letzte Glas nicht ganz voll, stellen Sie es für 5 bis 10 Minuten zum Abkühlen auf den Kopf. Bei Twist-off-Gläsern können Sie den leisen Plopp-Laut hören, wenn die erkaltende Luft im Kopfraum des Glases für ein Vakuum sorgt und den Deckel anzieht.

Marmeladengläser und frische Früchte

Gläser vorbereiten und steril machen

Sterile Weckgläser müssen sein! Die kleinste Verunreinigung kann den leckeren Inhalt durch Keime verderben. Damit du beim Öffnen des Marmeladenglases keinen Schimmel vorfindest, solltest du die Gläser und möglichst auch Küchenhelfer wie Kellen oder Trichter vor dem Einkochen gründlich sterilisieren. Zum Sterilisieren von Einmachgläsern gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Koche die Gläser und Deckel in einem Topf mit Wasser für etwa zehn Minuten aus. Kurz abtropfen lassen, eingekochte Marmelade einfüllen, Deckel auflegen. Trockne die Gläser nicht ab, damit über das Geschirrtuch keine Keime übertragen werden.
  • Gläser können im Backofen bei 120º bis 150º Grad für mindestens zehn Minuten keimfrei gebacken werden. Für Umluftbacköfen reichen 100º Grad aus.
  • Alternativ können die sauberen Gläser so heiß wie möglich im Geschirrspüler gespült werden. Mit dem Geschirrspüler ist ein steriler Zustand der Einmachgläser auch möglich. Dann muss nur mit reichlich heißem Wasser nachgespült werden.
  • Gummiringe kannst du zwei Minuten in Essigwasser auskochen. Bei Einmachgummis genauso vorgehen. Abschließend auf einem sauberen Küchentuch mit offenen Deckeln alles abtropfen lassen.

Praktische Sterilisier-Schritte

  1. Bringen Sie die mit Wasser gefüllte Kanne auf dem Wasserkocher zum Sieden.
  2. Stellen Sie Löffel in die leeren Gläser. So verhindern Sie, dass sie platzen.
  3. Jetzt füllen Sie etwas kochendes Wasser in Gläser und Deckel. Geben Sie die Deckel auf die Gläser und drehen Sie sie zu.
  4. Schütteln Sie die geschlossenen Gefäße. Tragen Sie dabei einen Schutzhandschuh für den Fall, dass heißes Wasser aus dem Glas dringt.
  5. Halten Sie das Ganze nun etwa zehn Minuten geschlossen. Danach können Sie das Wasser ausgießen. Die Gläser sind nun keimfrei.
  6. Lassen Sie die Gläser auf einem gewaschenen Geschirrtuch abtropfen. Wichtig: Die Gefäße nicht von innen abtrocknen.

Muss man Gläser nach dem Befüllen umdrehen?

Häufig stellt sich die Frage, ob du das Glas umdrehen solltest, wenn du Marmelade einkochst - so, wie es Oma immer gemacht hat. Sie hat dadurch eventuell noch vorhandene Keime an der Deckelinnenseite und am oberen Glasrand beseitigt. Die heiße Fruchtmasse hat das erledigt. Hast du die Gefäße wie oben beschrieben sterilisiert, ist dieser Schritt heute nicht mehr unbedingt erforderlich. Die gute Nachricht für alle Marmeladenköche: Egal, ob Sie die Gläser nach dem Befüllen umdrehen oder nicht - Sie machen nichts falsch! Aber es ist auch kein Muss, die heißen Gläser für ein paar Minuten auf den Kopf zu stellen - solange Sie alle Gefäße vorher gründlich sterilisiert haben und sauber arbeiten.

Die heiße Marmeladenmasse hat das erledigt. Wenn Sie die frisch befüllten Gläser umdrehen, sorgt die heiße Marmeladenmasse dafür, dass mögliche Keime, die sich am Deckel oder Glasrand befinden, abgetötet werden. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme ist daher nichts gegen den Handgriff einzuwenden. Zwei bis drei Minuten reichen völlig aus. In vielen Rezepten wird diese Methode weiter angewendet.

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Geliermittel und Süßungsmittel: Was passt wofür?

Zum Einkochen benötigen man ein Geliermittel, damit aus einer gekochten Flüssigkeit eine Marmelade wird. Am einfachsten ist das Einkochen mit Gelierzucker, da dieses Pektin enthält. Pektin ist ein natürliches Geliermittel, welches vor allem in Äpfeln vorhanden ist. Für die klassische Zubereitung von Marmeladen, Gelees und Konfitüren und besonders für säuerliche Früchte wird Gelierzucker 1:1 verwendet. Je höher das Verhältnis Frucht zu Zucker ist, desto fruchtiger und kalorienärmer wird die Marmelade bzw. Konfitüre. Gelierzucker 2:1 sorgt also für mehr Frucht und es kann die Hälfte an Zucker eingespart werden. Man rechnet ein Kilo Früchte auf 500 Gramm Zucker. Wer es besonders fruchtig mag, greift sogar zu der Variante 3:1, bei der auf ein Kilo Früchte nur etwa 330 Gramm Zucker kommen.

Statt fertigen Gelierzucker kann man auch Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft oder Rohrzucker zum Süßen verwenden. Jetzt muss aber ein Geliermittel separat dazugegeben werden. Dafür eignet sich Pektin oder Agar-Agar. Etwa 3 gestrichene Teelöffel Agar-Agar reichen für 1 kg Früchte aus. Das Pulver wird vorher mit etwas Wasser angerührt und dann gemeinsam mit dem Obst und dem Süßungsmittel aufgekocht. Wer es gerne besonders fruchtig liebt und mit weniger Zucker arbeiten will, nimmt am besten Gelierzucker im Verhältnis 3:1, d.h. Ihr kocht drei Teile Obst mit einem Teil Gelierzucker auf (z.B. 3 kg Erdbeeren mit 1 kg Gelierzucker).

Haltbarkeit und Lagerung

Marmelade lagert man am besten kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung, z.B. in der Vorratskammer, im Küchenschrank oder im Keller. Wenn die Marmelade gut eingekocht wurde, hält sie mindestens 1 Jahr. Ihr könnt sie auch länger lagern, im Laufe der Zeit verliert sie allerdings an Farbbrillanz und Aroma. Nach dem Öffnen ist die Marmelade im Kühlschrank einige Wochen haltbar. Beim Herausnehmen immer einen sauberen Löffel verwenden, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Bei einem Twist-off-Glas, also einem Glas mit Drehverschluss, ist die Haltbarkeit so lange gegeben wie das Vakuum intakt ist, der Deckel also beim Öffnen leicht knackt. Gläser mit Gummiringen eignen sich nur bedingt für Marmeladen & Co. In ihnen entsteht kein ausreichender Unterdruck, um den Inhalt dauerhaft zu konservieren. Verwenden Sie solche Gläser also nur, wenn Sie den Inhalt bald verzehren möchten.

Welche Gläser eignen sich?

Sie können ohne Probleme alte Einweck-, Marmeladen-, Senf- oder Gurkengläser verwenden. Sie möchten neue Gläser kaufen? Dann haben Sie die Wahl zwischen Einweckgläsern mit Gummidichtung und Schnappverschluss, Gläsern mit Twist-Off-Verschluss und klassischen Schraubgläsern. Bei der Twist-Off-Technik befinden sich an der Deckelinnenseite Noppen, die mit den Stegen am Glas einrasten, sobald Sie den Deckel gefühlvoll zudrehen. Alternativ dazu gibt es den klassischen Schraubverschluss mit Gewinde.

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Ein klassisches Einmachglas oder Einkochglas hat Gummiringe, damit die Marmelade luftdicht verschlossen ist und vor dem Wasserbad des Einkochens geschützt ist. Wer Großes vor hat kann sich mit dem Einmachglas-Set eindecken. Mit den 24 Einmachgläsern kann man schon einiges anstellen. Neben dem Einmachen könnt ihr sie auch als Gewürzgläser nutzen oder andere Lebensmittel aufbewahren oder verschenken. In ein Glas passen 150ml selbstgemachte Marmelade oder Konfitüre.

Verschiedene Einmachgläser: WECK, Twist-Off, Schraubglas

Praktische Tipps vom Profi

  • Wenn sich ein Schaum bildet, diesen bitte abschöpfen.
  • Damit eingekochte Marmeladen gut haltbar sind ist gute Hygiene beim Kochen unerlässlich. Marmelade muss unbedingt in saubere Gläser gefüllt werden, um schnelles Schimmeln zu vermeiden.
  • Die Deckel nach dem Waschen gut abtrocknen, damit sich kein Schimmel bildet. Idealerweise verwendet man immer einen neuen Deckel, da Deckel nach dem ersten Mal öffnen nie mehr 100 % dicht sind. Wenn sich ein Deckel beim Schließen durchdreht, sollte er nicht mehr verwendet werden. Gläser hingegen sind unbegrenzt verwendbar.
  • Das Ausspülen mit heißem Wasser verhindert auch einen möglichen Glasbruch beim Abfüllen der Marmelade.
  • Wenn Ihr noch Obst übrig habt, könnt Ihr diese bedenkenlos einfrieren und z.B. auch im Winter zu Marmelade einkochen. Besonders aromatisch werden Früchte, wenn sie über Nacht mariniert werden.
  • Füllt man Marmelade und Sirup nach dem Einkochen heiß in Gläser oder Flaschen ab, ohne sie hinterher nachzupasteurisieren, ist es wichtig, dass sowohl das Einkochgut als auch der Kopfraum vor dem Verschließen heiß genug sind. Bei weniger routinierten Abfüllern kann das zum Problem werden, weil sie nicht darin geübt sind, schnell genug zu arbeiten.
  • Wer ganz sicher gehen möchte, dass die Marmelade lange haltbar bleibt, kann die Gläser im Wasserbad bei 80° C für eine Stunde in den Ofen oder den Einkochtopf geben.

Varianten, Rezepte & Inspiration

Im Frühling starten wir mit Rhabarber in die Einkoch-Saison. Im Frühsommer geht es weiter mit Erdbeeren. Im Sommer startet die Einmach-Saison dann so richtig und beschert uns die volle Obst-Vielfalt! Unsere 9 Top-Rezepte zum Marmelade kochen: Apfelmarmelade, Bratapfelmarmelade, Erdbeermarmelade, Erdbeer-Rhabarber-Marmelade, Heidelbeermarmelade, Kirschmarmelade, Kürbismarmelade, Rhabarbermarmelade, Quittenmarmelade.

Marmelade kochen - besondere Rezeptideen: Kräuter, Gewürze und Hochprozentiges bringen beim Marmelade kochen ein besonderes Geschmackserlebnis. Probiere doch einmal unsere Sommerpflaumen-Marmelade mit Mandeln und Amaretto. Ihre Marmelade à la Caipirinha sorgt mit Zuckerrohrschnaps, Limetten und Minze für Urlaubsfeeling zu Hause. Verwendest du Gemüse statt Obst, entstehen herzhafte Variationen. Das klingt außergewöhnlich, passt aber wie ein Chutney gut zu Grillgut. Die Tomaten-Chili-Marmelade besitzt eine fruchtig-scharfe Note und macht sich gut beim Picknick und Abendessen mit Freunden.

Gelierprobe und Einmachtechniken erklärt

Dekorieren & Beschriften

Einmachgläser dekorieren - Ideen und Tipps: Eine klassische Variante der Marmeladenglas-Deko ist ein Stück Stoff um den Deckel mit einem Band oder Gummi zu spannen. Die karierten und gepunkteten Stoffpakete kommen im praktischen Zuschnitt und mit Bändern daher. Ansonsten eignen sich auch Stoffe oder Stoffreste gut. Einfach mit einer Zackenschere ausschneiden und mit Dekoband an das Einmachglas binden. Alternativ können die Deckel der Twist-Off-Gläser mit Tafelfarbe angemalt und mit Kreidestiften beschriftet werden. Darum gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten zum Gestalten: Etiketten, Tags, Anhänger, Stempel, Sticker und vieles mehr.

Warenkunde: Marmelade, Konfitüre, Gelee

Umgangssprachlich werden die Begriffe Marmelade und Konfitüre oft gleichbedeutend verwendet. Laut EU dürfen nur Fruchtaufstriche aus Zitrusfrüchten den Namen Marmelade tragen. Konfitüre ist dann aus den restlichen Obstsorten hergestellt. Das Extra in der „extra Konfitüre“ macht allerdings schon einen geschmacklichen Unterschied aus. Es gibt extra mehr Frucht und zwar mindesten 45g auf 100g Konfitüre. Die einfache Variante hat hingegen 35g Fruchtfleisch auf 100g Konfitüre. Bei Gelee ist noch Fruchtsaft beigemengt. Der Zuckergehalt sollte mehr als 50% beinhalten. Für Fruchtaufstriche gibt es keine klare Richtlinie.

Geliermittel Verhältnis/Anmerkung Haltbarkeit
Gelierzucker 1:1 1 kg Frucht : 1 kg Zucker, klassisch Bis zu 2 Jahre
Gelierzucker 2:1 1 kg Frucht : 500 g Zucker, fruchtiger Bis zu 6 Monate
Gelierzucker 3:1 3 Teile Frucht : 1 Teil Zucker, sehr fruchtig Bis zu 6 Monate
Agar-Agar ~3 gestrichene TL pro 1 kg Früchte 3-6 Monate
Pektin als Pulver oder Zusatz, fruchtet besonders mit Säure 1-2 Wochen (bei frischer Anwendung)

Haben euch unsere Tipps geholfen? Wenn Ihr auch zum ersten Mal Marmelade einkochen wollt, dann hilft euch dieser Beitrag bestimmt. Viele liebe Grüße, eure Sarah.

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