Wie spritzt man Marmelade in Krapfen: Schritt-für-Schritt-Anleitung und Profi-Tipps

Krapfen, Berliner, Pfannkuchen oder auch Kreppel - diese Köstlichkeiten zählen zu den beliebtesten Faschingsgebäcken. Besonders selbstgemachte Krapfen überzeugen durch ihre fluffige Konsistenz, den typischen hellen Rand und die großzügige Füllung mit Marmelade. Damit die Marmelade richtig und gleichmäßig eingefüllt werden kann, gibt es einige wichtige Schritte und Techniken, die beachtet werden sollten. In diesem Artikel erhältst du eine umfassende Anleitung zum Füllen von Krapfen, viele Profi-Tipps und verschiedene Methoden für perfekte Ergebnisse.

Krapfen mit Marmelade und typischem hellen Rand

Der perfekte Hefeteig für Krapfen

Im Prinzip sind Krapfen ein einfacher Hefeteig (Germ), der zu Knödeln gerollt wird und im heißen Fett beidseitig kurz herausgebacken wird. Dabei darf der klassische helle, weiche Ring um die Krapfenmitte herum, nicht fehlen. Zeit ist der beste Koch: Die Krapfenblasen im Teig werden umso feiner, je öfter man den Teig gehen lässt und wieder „zusammenschlägt“. Durch das mehrmalige Aufgehen wird der Krapfenteig feinporig und geschmeidig! Der Hefeteig braucht viel Ruhe und Wärme, damit er aufgehen kann.

Wer ganz genau gleichgroße Teiglinge will, nimmt eine Waage zur Hand. Mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen der Hand wird der Teig auf einem leicht bemehlten Brett gerollt, bis daraus eine glatte Kugel entsteht. Die rund geformten Krapfen auf ein bemehltes Tuch geben und ganz leicht flach drücken. Mit einem weiteren Tuch abdecken und nochmals gut aufgehen lassen.

Schritt-für-Schritt Darstellung: Teig für Krapfen zubereiten, Kugeln formen, gehen lassen

Frittieren der Krapfen: Der richtige Zeitpunkt für das Füllen

Das Backfett auf 180°C erhitzen. Schmalz oder Öl in einer geräumigen Pfanne oder einem Topf auf ca. 150° erhitzen. Steigen an einem ins Fett getauchten Holzstiel kleine Bläschen auf, dann ist es heiß genug! Die Faschingskrapfen mit der oberen Seite zuerst einlegen und im schwimmenden Fett ca. 3 - 4 Minuten zugedeckt backen. Wenn sie eine schöne goldbraune Farbe angenommen haben, die Krapfen wenden und für weitere 3 Minuten offen ohne Deckel fertig backen.

Die Temperatur während des gesamten Frittiervorgangs im Blick halten. Die erste Seite der Krapfen wird mit Deckel frittiert, dafür die Hitze kurz reduzieren. Mit einem Schöpflöffel die frisch gebackenen Krapfen herausnehmen, auf Küchenrolle abtropfen und etwas abkühlen lassen.

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Frittieren von Krapfen im Topf

Krapfen vor oder nach dem Frittieren füllen?

  • Vor dem Frittieren: Die ausgestochenen Teiglinge kann man schon vor dem Frittieren füllen. Dazu einfach einen Teelöffel Marmelade auf den flachen Teigling geben, einen zweiten Teigling draufsetzen und durch das Aufsetzen des Ausstechers beide zusammendrücken und verbinden. So ist die Marmelade schön eingeschlossen und der Teigball kann ins heiße Fett.
  • Nach dem Frittieren: Die klassische Methode ist das Füllen nach dem Backen. Die Konfitüre (Himbeer, Johannisbeer, Aprikose, Erdbeer) in einen Spritzbeutel mit langer, dünner Tülle oder in eine Bäckerspritze füllen. Die Spritztülle seitlich am Krapfen ansetzen und die Füllung in die Mitte des Krapfens spritzen.

Das richtige Werkzeug zum Einfüllen der Marmelade

  • Die Marmelade in einen Spritzbeutel füllen und seitlich in die Krapfen hineinspritzen.
  • Alternativ kann eine Bäckerspritze mit langer, spitzer Tülle verwendet werden.
  • Backstuben verwenden eine eigene Maschine, die die Füllung mittels Düsen und mit Druck in die gebackenen Krapfen spritzt.

Wer Faschingskrapfen im eigenen Haushalt herstellt, kann für das Füllen eine Spritztülle oder eine Bäckerspritze verwenden. Seitlich am weißen Krapfenrand vorsichtig einstechen und die Marmelade hineinspritzen. Falls die Marmelade zu fest ist, kann man sie ganz leicht erwärmen.

Werkzeug: Spritzbeutel, Bäckerspritze und Maschine zum Befüllen von Krapfen

Menge und Technik

Etwa 1 EL (ca. 10g) Marmelade pro Krapfen einplanen und diese am besten senkrecht nebeneinander aufstellen, damit die Marmelade nicht direkt wieder rausläuft. Die fertigen Krapfen senkrecht nebeneinander aufstellen und mit jeweils 1 EL Marmelade befüllen.

Die Marmelade glattrühren und in einen Spritzbeutel mit länglicher, spitzer Tülle oder eine Spritze füllen. Die Spritztülle oder Spritze wird seitlich am Krapfen angesetzt, und die Füllung wird vorsichtig mittig eingespritzt.

In der professionellen Bäckerei wird die Marmeladenfüllung meist exakt portioniert und gleichmäßig verteilt, sodass jeder Krapfen die perfekte Mischung aus Teig und Füllung besitzt.

Infografik: Marmelade in Krapfen spritzen

Klassische Marmeladen und kreative Füllungen

Die klassische Füllung in unseren Breiten ist die Marillenmarmelade, Krapfen gibt es aber auch mit Vanille- oder Schokoladenfüllung. Möglich ist aber auch eine andere Füllung für Krapfen, wie etwa Erdbeer- oder Himbeermarmelade. Sogar Vanillecremes, Pudding oder Schokoladefüllungen warten in der Faschingszeit beim Reinbeißen in den Krapfen kulinarisch "entdeckt" zu werden.

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  • Marillenmarmelade (Aprikosen)
  • Himbeermarmelade
  • Erdbeermarmelade
  • Vanillecreme
  • Schokofüllung

Nicht nur der Klassiker mit Konfitüre ist beliebt: Krapfen können mit allem befüllt werden, was schmeckt. Wie wäre es mit ein paar extravaganten und superleckeren Rezeptideen, wie zum Beispiel Heiße-Liebe-Krapfen oder Waffel-Krapfen?

Typische Fehler und wie man sie vermeidet

Damit die Krapfen weniger Fett aufsaugen, hilft ein kleiner Schuss Rum im Teig. Außerdem sollte das Fett beim Frittieren konstant etwa 150-160 °C heiß sein. Der Teig muss mehrmals gehen (mindestens zwei Mal), damit er feinporig und luftig wird.

  • Die Eigelb im Teig sorgen dafür, dass die kleinen Teilchen beim Frittieren nicht zu viel Fett aufsaugen.
  • Das Fett soll auf keinen Fall zu sehr blubbern oder gar spritzen.
  • Den Teig weich und geschmeidig halten - sonst werden die Berliner trocken.
Krapfen-Temperatur-Kontrolle beim Frittieren

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Ja, die Krapfen können eingefroren werden. Am besten frierst du sie ungezuckert und ungefüllt ein und taust sie bei Zimmertemperatur auf. Am besten schmecken sie ganz frisch, noch etwas warm, direkt aus dem Fett und in Zucker gewälzt.

Rezept-Beispiel für perfekte selbstgemachte Krapfen

Zutat Menge
Mehl 500 g
Hefe 1 Würfel
Zucker 50 g
Lauwarm Milch 200 ml
Eigelb 2 Stück
Ei 1 Stück
Butter 50 g
Rum oder Rumaroma 1 Stamperl
Salz 1/2 TL
Speiseöl zum Frittieren ca. 1 L
Marmelade ca. 200 g
Videoanleitung: Marmelade in Krapfen spritzen

Wissenswertes & Historisches zum Krapfen

Jahr für Jahr beliebt und begehrt, der flaumig weiche Krapfen mit hellem Randerl und fruchtiger Marmelade. Denn neben dem Namen bliebe dann ja auch noch Hülle (Puderzucker, Zimtzucker, Glasur?) und Fülle (Marmelade, Pudding, Schoko?) zu klären.

Laut einem Interview im Magazin der Steirischen Wirtschaft mit Germanist & Kulinarikforscher Helmut Klug von der Karl-Franzens-Universität Graz sei der Begriff Krapfen schon im 8 Jahrhundert aufgetaucht, mitunter als nahrhaftes Essen in der Winterzeit. Die Formen unterschieden sich von unserem heutigen gefüllten Kugelkrapfen jedoch deutlich. Anfangs bestehend aus einem Nudelteig mit herzhafter Füllung, wie etwa die Schlickkrapfen, bis hin zu einem Fastenkrapfen ohne Fleisch. Die für uns wichtige Germ kam erst im 18. Jahrhundert zum Krapfen.

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Heute finden wir sie einfach nur unglaublich lecker. Am besten schmecken sie ganz frisch, noch etwas warm, direkt aus dem Fett und in Zucker gewälzt.

Krapfen: Historische Entwicklung und verschiedene Namen

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