Marmelade einkochen in Weckgläsern – ausführliche Anleitung
Selbst gemachte Marmelade ist köstlich, praktisch und bestens als Geschenk geeignet. Besonders mit Weckgläsern lässt sich Marmelade hübsch und sicher einmachen, wenn du einige einfache Regeln beachtest: sorgfältige Fruchtauswahl, Hygiene, die richtige Geliermittel-Wahl und das korrekte Einkochverfahren.
1. Fruchtauswahl und Vorbereitung
Die Fruchtauslese - was möchtest du einwecken? Du kannst eigentlich aus allen Früchten eine leckere Marmelade zaubern - vorausgesetzt, die Früchte sind absolut in Ordnung: Sie sollten reif sein, aber nicht überreif oder auf keinen Fall bereits gegoren sein. Faule Stellen oder faule Früchte musst du unbedingt aussortieren, denn nur eine faule Erdbeere kann dir nachher die ganze Charge Marmelade verderben.
Wasche die Früchte gründlich, schäle sie gegebenenfalls und schneide sie klein. Grünzeug sowie größere Kerne werden entfernt und die Früchte vor dem Verarbeiten gesäubert. Bei Erdbeeren werden die Stiele entfernt und die Früchte je nach Rezept zerstampft, zerschnitten oder klein gelassen; kleine Früchte kannst du im Ganzen verwenden.
2. Fruchtkombinationen und Geschmacksvarianten
Woraus du die Marmelade zaubern möchtest, ist ganz dir überlassen. Auch Kombinationen von Früchten ergeben oft tolle Kompositionen, z. B. Erdbeer-Rhabarber. Ein Klassiker ist Erdbeer-Rhabarber-Marmelade, der Rhabarber macht die Marmelade herzhafter. Erdbeeren und Rhabarber verwendest du zu gleichen Teilen; den Rhabarber befreist du von den Enden, wäschst und schälst ihn und schneidest ihn in ca. 0,5 cm lange Stücke.
Die Erdbeere bietet wunderbare Möglichkeiten zur Verarbeitung in Marmeladen und Konfitüren. Diese Marmelade wird wie die einfache Erdbeermarmelade bereitet, du gibst nur z. B. das Mark einer Vanilleschote hinzu, das du mit den übrigen Zutaten gut mischst. Einen interessanten Geschmack erhält Erdbeermarmelade auch mit Stachelbeeren; zu gleichen Teilen verwendest du Erdbeeren und Stachelbeeren. Zitronensaft macht die Erdbeermarmelade herzhafter, ebenso unterstützt er die Gelierfähigkeit. Eine besondere Geschmacksnote erhält Erdbeermarmelade auch mit Orangen; du solltest Orangenfilets, von denen du die Haut entfernt hast, und Erdbeeren zu gleichen Teilen verwenden.
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3. Geliermittel und Zucker: was ist zu beachten?
Bei dem Einkochen von Marmelade spielt Zucker die zentrale Rolle, denn er sorgt dafür, dass die Fruchtmasse geliert und die schöne streichfähige Konsistenz erhält. Für das Einmachen benötigst du speziellen Gelierzucker. Gelierzucker ist Haushaltszucker, dem Pektin und Zitronensäure zugefügt wurden. Das Pektin lässt die Masse gelieren, die Zitronensäure hilft für eine schöne Farbe (gegen Braunwerden) und sorgt für eine noch bessere Haltbarkeit der Marmelade.
Es sind verschiedene Gelierzucker erhältlich, die unterschiedliche Verhältnisse von Zucker zu Marmelade benötigen. Der klassische Gelierzucker ist für die Verhältnisse 1:1, 2:1 und 3:1 erhältlich. Im Verhältnis 1:1 erhält man eine süße und haltbare Marmelade; 2:1 und 3:1 sind weniger süß, können aber nach ein paar Monaten die Farbe verlieren und sollten sorgfältig eingekocht werden.
Für Diabetiker oder Allergiker gibt es spezielle Gelierzucker; auch Geliermittel auf Basis von Stevia oder Agar Agar (vegan, aus Algen) sind erhältlich. Wenn du normalen Haushaltszucker verwenden möchtest, benötigst du Obst mit ausreichend Pektin (z. B. Äpfel, Quitten) oder du fügst Pektin separat hinzu. Beachte: Da Pektin empfindlich gegenüber zu langem Erhitzen ist, ist das Einkochen nach dem Abfüllen bei einer Gelierzucker-Marmelade nicht immer sinnvoll, weil das zusätzliche Erhitzen das Geliermittel schwächen kann.
4. Marmelade kochen - Schritt für Schritt
- Früchte waschen, putzen, ggf. schälen und klein schneiden.
- Früchte und Gelierzucker in einen großen Topf geben und gut vermengen. Bei saftigem Obst wie Erdbeeren die Mischung ca. 2 Stunden stehen lassen, damit sie aussaftet.
- Pürieren oder grob zerstampfen je nach gewünschter Konsistenz (bei Konfitüre soll ein Teil der Früchte zerschnitten oder grob zerstampft bleiben).
- Die Mischung unter Rühren aufkochen und nach Packungsangabe des Gelierzuckers sprudelnd kochen (häufig ca. 3-5 Minuten); bei Agar Agar und Pektin die Packungsanleitung beachten.
- Gelierprobe: Einen Tropfen auf einen kalten Teller geben; wenn er fest wird, einen Wasserrand zeigt und nicht hinunterläuft, ist die Marmelade fertig.
5. Gläser vorbereiten und Hygiene
Sterile Weckgläser müssen sein! Die kleinste Verunreinigung kann den leckeren Inhalt durch Keime verderben. Spüle alle Gläser, Deckel und Gummiringe heiß aus. Zum Sterilisieren kannst du Gläser und Deckel in einem Topf mit Wasser etwa zehn Minuten auskochen; Gummiringe zwei Minuten in Essigwasser auskochen. Trockne die Gläser nicht ab, damit keine Keime über ein Geschirrtuch übertragen werden.
6. Abfüllen und Einkochen in Weckgläsern
Wenn die Marmelade fertig vorbereitet ist, geht es ans Umfüllen. Fülle die Marmelade heiß bis ca. 1-2 cm unter dem Rand in das Glas; 1 cm ist eine häufig empfohlene Lücke. Setze den Deckel mit Gummiring auf und verschließe diesen mit den Einkochklammern. Die Weck-Gläser benötigen immer ein Einkochen auch Einwecken genannt im Kochtopf oder Einkochautomaten, damit sich in den Gläsern ein Unterdruck bildet. Nur so sitzt der Deckel wirklich fest auf dem Glas und die Marmelade ist auch ungekühlt lange haltbar.
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Fruchtige Konfitüre, Marmelade oder Gelee wird für eine lange Haltbarkeit 10 Minuten bei 90 °C eingekocht. Für eine genaue Einhaltung der Temperatur sollte ein Kochtopf oder Einkochautomat verwendet werden. Die Gläser müssen dabei zu ¾ im Wasser stehen. Nach dem Einkochen und vollständigem Abkühlen entferne die Klammern; der Deckel sitzt dann alleine fest.
7. Einkochen ohne Einkochautomat - ist das möglich?
Man kann Marmelade mit und ohne Einkochautomat haltbar machen. Variante A: Ohne zusätzliches Einkochen spricht man vom Einmachen; die heiße Marmelade wird in die Gläser gefüllt und häufig auf den Kopf gestellt. Dieser Schritt ist bei Twist-Off-Gläsern verbreitet, hat jedoch Nachteile: Bei Weckgläsern ist das Umdrehen als alleinige Methode nicht empfohlen. Weckgläser benötigen das Einkochen, damit sich ein verlässlicher Unterdruck bildet. Außerdem ist das Umdrehen bei Marmelade mit Fruchtstücken problematisch, da sich diese verteilen können und Deckelrand und Deckelinnenseite verschmieren.
Viele Nutzer berichten, dass heißes Abfüllen mit anschließender Ofenmethode oder Einkochen im Topf funktioniert, wenn Gummi und Klammern verwendet werden. Es gibt auch Anleitungen zum Sterilisieren und Einkochen im Backofen: Weckgläser sind hitzebeständig (bis ca. 180-200 °C), sollten auf einem Rost oder Blech stehen und langsam erhitzt werden. Die gefüllten Weckgläser mit Gummi und Klammern auf einem Blech in den kalten Ofen stellen, Wasser (2-3 cm) in die Fettpfanne geben, bei 160 °C Umluft oder 180 °C Ober-/Unterhitze erhitzen; sobald das Wasser köchelt, ausschalten und die Gläser noch ca. 30 Minuten im geschlossenen Ofen lassen. Große Gemüsegläser benötigen z. B. längere Zeiten bei 90 °C.
Wichtig: Das Einkochen im Backofen ist möglich, aber weniger präzise als ein Einkochtopf oder -automat. Das Einkochen im Topf oder Automaten (10 Minuten bei 90 °C) ist die zuverlässigste Methode für Weckgläser.
8. Umgang mit Weck-Gläsern, Klammern und Gummi
Welche WECK®-Gläser du für die Rezepte verwendest, hängt davon ab, welche Portionen du bevorzugst. Mini-Sturzgläser mit 80, 140 oder 160 ml, oder Sturzgläser mit 290 oder 370 ml sind beliebt. In jedem Fall benötigst du Gläser komplett mit Deckel, Ring und Klammer. Die Gläser, Dichtungen, Deckel und Klammern können mehrfach verwendet werden.
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Beim Verschließen: Fülle heiß ab, setze Gummi und Deckel auf und befestige die Klammern. Die Klammern sorgt dafür, dass beim Abkühlen alles fest sitzt und der Deckel nicht verrutscht. Nach vollständigem Abkühlen kannst du die Klammern entfernen; der Unterdruck hält den Deckel fest. Manche empfehlen, die Gläser nicht umzudrehen, da das Umdrehen den Rand verschmieren kann und bei Weckgläsern kein zusätzlicher Vakuumvorteil entsteht.
9. Einkochdauer, Temperaturen und Besonderheiten
Fruchtige Marmeladen und Konfitüren werden in Weckgläsern in der Regel 10 Minuten bei 90 °C eingekocht (Quelle: Weck Einkochbuch). Achte darauf, dass die Gläser zu ¾ im Wasser stehen. Die Einhaltung von Zeit und Temperatur ist entscheidend für Haltbarkeit und Lebensmittelsicherheit.
Beachte: Wenn du Marmeladen ohne Gelierzucker bzw. nur mit normalem Zucker herstellst oder sehr zuckerreduzierte Rezepte verwendest, ist sorgfältiges Einkochen umso wichtiger, da weniger Zucker die Haltbarkeit reduziert. Willst du Agar Agar oder Pektin verwenden, halte dich genau an die Packungsangaben (z. B. Agar Agar geliert bei unter 35 °C).
10. Aufbewahrung und Haltbarkeit
Die fertige Marmelade solltest du an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren - z. B. Küchenschrank oder Keller. Geöffnete Gläser gehören in den Kühlschrank. Wenn du für die Marmelade Weckgläser genommen hast, kannst du den Deckel wieder auflegen oder die Weck-Frischedeckel verwenden.
Wenn sich der Deckel eines Twist-Off-Glases nach oben wölbt, ist die Marmelade verdorben. Bei Weckgläsern testest du nach Abkühlen das Ergebnis, indem du die Klammern abnimmst und versuchst, den Deckel anzuheben: Bleibt alles dicht, war das Einkochen erfolgreich.
11. Etiketten und Beschriftung
Nichts ist ärgerlicher, als viel eingekocht zu haben und nicht mehr zu wissen, was genau im Glas ist oder von wann das ist. Beschrifte daher jedes Glas mit Marmeladensorte und Einkochdatum (Monat, Jahr). Verwende Etiketten, die sich später gut entfernen lassen; originale Weck-Etiketten oder spezielle Einmachetiketten auf Rolle sind praktisch.
12. Häufige Fragen kurz beantwortet
- Kann ich Weckgläser im Ofen einkochen? Ja, Weckgläser sind hitzebeständig; die Ofenmethode ist möglich, aber weniger präzise als Einwecken im Einkochautomat oder Kochtopf.
- Reicht heißes Abfüllen und Umdrehen? Bei Twist-Off-Gläsern ist heißes Abfüllen verbreitet; bei Weckgläsern empfiehlt sich das anschließende Einkochen (10 Min. bei 90 °C), damit ein verlässlicher Unterdruck entsteht.
- Kann ich ohne Gelierzucker einkochen? Ja, mit normalem Zucker oder Pektin/Agar Agar ist möglich, erfordert aber angepasstes Kochverhalten und ggf. längeres Einkochen.
- Sind Weckgläser wiederverwendbar? Ja, Gläser, Deckel, Gummiringe und Klammern sind mehrfach nutzbar.
Tabelle: Übersicht typische Gelierzucker-Verhältnisse
| Gelierzucker-Sorte | Verhältnis Frucht : Zucker | Eigenschaft |
|---|---|---|
| 1:1 | 1 Teil Frucht : 1 Teil Zucker | süß, sehr haltbar, gute Farbhaltung |
| 2:1 | 2 Teile Frucht : 1 Teil Zucker | weniger süß, weniger Zucker |
| 3:1 | 3 Teile Frucht : 1 Teil Zucker | kalorienärmer, Farbe kann schneller verlieren |
| Agar Agar / Pektin | je nach Packungsangabe | für Zuckerreduzierte oder vegane Varianten |
Kurzer Ablauf (Checkliste)
- Früchte auswählen, waschen, putzen
- Gläser, Deckel und Gummiringe steril machen
- Früchte mit Gelierzucker/Geliermittel vermischen, quellen lassen
- Marmelade kochen, Gelierprobe durchführen
- Heiß in sterile Weckgläser füllen (1 cm Rand), Gummi und Deckel aufsetzen, Klammern anbringen
- 10 Min. bei 90 °C einkochen (Einkochtopf/Automat) oder empfohlene Ofenmethode
- Abkühlen lassen, Klammern entfernen, beschriften
Mit dieser Anleitung gelingen dir fruchtige Erdbeer-, Beeren- oder Pfirsichmarmeladen in Weckgläsern zuverlässig. Experimentiere mit Kombinationen wie Erdbeer-Rhabarber, Vanille oder Zitrus für besondere Aromen - und denke immer an Hygiene und die richtige Einkochzeit.
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