Himbeermarmelade selber machen – Rezept, Tipps und Varianten
Himbeermarmelade kannst du leicht selber machen. Himbeermarmelade ist eine beliebte Marmeladensorte. Im Supermarkt findest du viele Himbeergelees, -konfitüren und -fruchtaufstriche, dabei kannst du Himbeermarmelade auch einfach selber machen. Mit nur drei Zutaten und in etwa 30 Minuten entsteht ein Fruchtaufstrich, der jeden gekauften in den Schatten stellt.
Warum selbst machen? Nachhaltigkeit, Geschmack und Kontrolle
So agierst du nachhaltig: Verwende für die Himbeermarmelade möglichst Zutaten in Bio-Qualität und aus der Region. Du unterstützt damit eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft, die auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet. Das ist gut für die Gesundheit und die Natur. Besonders empfehlen können wir die Bio-Siegel von Demeter, Bioland und Naturland, da sie strengere Kriterien als das EU-Bio-Siegel verfolgen. Außerdem vermeidest du lange Transportwege, indem du Produkte der Saison aus der Region kaufst. Im Saisonkalender kannst du nachschauen, wann welche Frucht und welches Gemüse Saison hat.
Marmelade einkochen hat für mich aber nicht nur nostalgische Gründe. Wenn ich das mache, weiß ich woher die Beeren kommen die ich verwende. Ich habe sie selbst gekauft, ausgelesen, gewaschen und geputzt. Ich kann meine ganz persönliche geschmackliche Note hineinbringen und vor allem den Zuckergehalt selbst bestimmen. Es ist ein wunderbares Mitbringsel, denn wer freut sich nicht über etwas selbst gemachtes? Da ist doch eine Himbeermarmelade selbst gemacht perfekt.
Zutaten (klassisches Basisrezept, ergibt ca. 6 Gläser à 200 ml / ~1200 ml)
- 1000 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt)
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 1 EL Zitronensaft, frisch gepresst
Es gibt Gelierzucker mit dem Verhältnis 2:1, heißt man nimmt auf 1 kg Beeren 500 g Zucker. Oder 3:1, was bedeutet dass man auf 1,5 kg Beeren 500 g Zucker nimmt. Die erste Zahl benennt immer den Anteil der Früchte. Bei der 1:1 Variante wird die Marmelade süßer, bei 2:1 wird das Ergebnis fruchtiger.
Werkzeuge und Vorbereitung
- Schraubdeckelgläser (Twist-off) oder Weckgläser - vorher in der Spülmaschine oder selbst im warmen Spülwasser reinigen bzw. auskochen
- Großer Kochtopf, Kochlöffel, Kartoffelstampfer oder Pürierstab
- Feines Sieb oder Flotte Lotte zum Passieren (für kernfreie Marmelade)
- Schnabelbecher zum sauberen Abfüllen
Schritt-für-Schritt-Anleitung (klassische Methode)
- Die Himbeeren verlesen, Blätter und Zweige entfernen, vorsichtig waschen und abtropfen lassen.
- Die Himbeeren in einen großen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zu einer musigen Masse zerkleinern. Alternativ pürieren.
- 1 EL Zitronensaft und den Gelierzucker hinzufügen, alles gut verrühren.
- Bei mittlerer bis starker Hitze unter Rühren zum Kochen bringen. Unter ständigem Rühren mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen (je nach Rezept 3-5 Minuten).
- Optional: Die sprudelnde Masse 5 Minuten kochen und danach durch ein feines Sieb streichen, damit Steinchen zurückbleiben. Die passierte Masse nochmal kurz aufkochen.
- Gelierprobe: Etwas Marmelade auf einen kalten Teller geben, kurz abkühlen lassen und den Teller senkrecht halten. Läuft sie nicht mehr, ist die Konsistenz richtig.
- Die Marmelade randvoll in die vorbereiteten, heißen Gläser füllen (ca. 4 mm vom Rand). Gläser schnell verschließen und für 5-10 Minuten auf den Kopf stellen, damit sich ein Vakuum bildet.
- Gläser abkühlen lassen und kühl sowie dunkel lagern. Geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren.
Tipps für sauberes Arbeiten und Haltbarkeit
- Saubere Gläser und sicheres Abfüllen: Ich reinige die Gläser gründlich, fülle dann 2-3 Esslöffel Essigessenz ein, schraube den Deckel auf und schüttle kräftig, damit sich die Säure innen verteilt. Anschließend gebe ich den Rest in das nächste Glas weiter.
- Zum Befüllen einen Schnabelbecher verwenden, das vermeidet Kleckern am Glasrand.
- So heiß eingefüllt und schnell verschlossen bildet sich ein Vakuum und die Marmelade bleibt lange haltbar.
- Bewahre die noch nicht angebrochenen Himbeermarmeladengläser an einem dunklen, kühlen Ort auf. An einem dunklen, kühlen Ort gelagert ist Himbeermarmelade ungeöffnet mindestens 1 Jahr lang haltbar.
- Geöffnete Himbeermarmelade solltest du am besten im Kühlschrank lagern und innerhalb weniger Monate aufbrauchen.
Himbeermarmelade aus TK-Beeren
Himbeermarmelade selber kochen gelingt das ganze Jahr, denn tiefgekühlte Himbeeren stehen frischen Früchten in nichts nach. Ich koche diese Himbeermarmelade seit Jahren aus Tiefkühlfrüchten und sie wird genauso köstlich wie aus frischen Beeren. So spart man Geld und bleibt unabhängig von der kurzen Saison zwischen Juni und August. Ist gerade keine Himbeersaison, lässt sich Himbeermarmelade wunderbar aus gefrorenen Beeren kochen. Dafür entweder in einem Sieb auftauen und abtropfen lassen - oder direkt gefroren in den Topf geben. Dabei verlängert sich die Kochzeit um ca. 5 Minuten, bis die Früchte schön weich sind.
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Varianten und Geschmacksideen
Klassisch wie von Oma
Himbeermarmelade wie von Oma: (ergibt ca. 6 Gläser à 200 g) 1 kg Himbeeren, 500 g Gelierzucker 2:1, Saft einer Zitrone. Die Zubereitung ist wie oben beschrieben: ziehen lassen, zerdrücken, Zitronensaft zugeben, mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen, Gelierprobe.
Mit weißer Schokolade
Himbeermarmelade mit weißer Schokolade: 500 g Himbeeren, 250 g Gelierzucker 2:1, 50 g weiße Schokolade, Saft einer Zitrone. Die Zubereitung ist die Gleiche wie bei der klassischen Himbeermarmelade. Zusätzlich die kleingehackte Schokolade in die sprudelnde Masse geben und schmelzen lassen. Die weiße Schokolade harmoniert ganz wunderbar mit dem Geschmack der Himbeeren und der Zitronensaft verhindert, dass es zu süß wird.
Himbeer-Chia-Marmelade (ohne Gelierzucker)
500 g Himbeeren, 2 EL Wasser, 4 EL Chia-Samen, Mark einer Vanilleschote, nach Belieben 4 EL Ahornsirup. Himbeeren mit Wasser 5-10 Minuten leise köcheln lassen, pürieren, Chiasamen und Vanille unterrühren, süßen und 15 Minuten stehen lassen. Chiasamen quellen nach und dicken die Masse. Hinweis: Die Chia-Marmelade hält sich im Kühlschrank nur ca. eine Woche, da Gelierzucker auch konserviert.
Passieren, Gelierprobe und Feintuning
- Passieren: Die gekochte Marmelade durch ein feines Sieb streichen, so bleiben die Steinchen der Himbeere zurück. Danach nochmal kurz aufkochen.
- Gelierprobe: Etwas Marmelade auf einen Teller geben, kurz abkühlen lassen und den Teller senkrecht halten. Läuft sie nicht mehr, ist die Konsistenz richtig.
- Verfeinern: Orangenlikör wie Cointreau oder Grand Marnier passt hervorragend zur Himbeere und hebt das Fruchtaroma wunderbar an.
- Bei zu flüssiger Konsistenz: Noch etwas weiterkochen oder bei zu süßen Früchten etwas Zitronensäure oder Zitronensaft zugeben.
Hygiene-Checkliste
- Gläser und Deckel sehr sauber auskochen oder in der Spülmaschine heiß reinigen.
- Gläser mit Essigessenz ausspülen, um Keime zu reduzieren.
- Beim Befüllen darauf achten, dass die Ränder sauber bleiben (Schnabelbecher hilft).
- Gläser sofort fest verschließen und kurz auf den Kopf stellen für Vakuumbildung.
Rezepte und Verwendungsideen
Die aromatische Himbeermarmelade passt auf Brot, Brötchen, Croissants, als Kuchenfüllung (z. B. Linzer Plätzchen, Pfannkuchen, Tortenfüllungen), auf Arme Ritter oder als Topping für Desserts und Joghurts. Selbstgemachte Marmelade ist auch ein schönes Geschenk - in kleinen Gläsern mit hübschen Aufklebern versehen.
Schnelle Nährwertangabe (pro Glas / je nach Rezept)
| Portion | Kalorien | Kohlenhydrate | Fett | Eiweiß |
|---|---|---|---|---|
| ca. 1 Glas | ~106-443 kcal (je nach Rezeptgröße) | ~10-102 g | ~1 g | ~1-5 g |
Noch ein paar praktische Hinweise
- Die Himbeeren haben ihre Hochsaison zwischen Juni und September; dann sind sie besonders aromatisch.
- Marmelade ohne Kochen: Es gibt speziellen Gelierzucker für kaltgerührte Fruchtaufstriche - dann werden frische Himbeeren mit Zucker püriert und kaltgestellt (innerhalb von 14 Tagen verbrauchen).
- Ein Rezept ist ein Anfang. Verständnis macht dich unabhängig: Übung und kleine Variationen führen zu deiner perfekten Marmelade.
Hast Du das Rezept einmal ausprobiert? Wie findest Du es? Ich freue mich immer über Lob, freundliche Kritik oder Deine Tipps und Erfahrungen.
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