Essbare Blüten für Torten kandieren – ausführliche Anleitung

Frühlingszeit ist Blütenzeit. Ich liebe es, wenn die Natur zu erwachen beginnt und alles anfängt zu sprießen. Das ist die beste Zeit um kandierte Blüten herzustellen! Sie sind eine wunderbare Ergänzung auf Kuchen und Gebäck: Kandierte Blüten. Torten oder Desserts verleihen kandierte Rosen eine florale Note - noch dazu sind sie essbar!

Welche Blüten eignen sich zum Kandieren?

Zu den beliebtesten essbaren Blüten und Kräuter gehören: Hornveilchen, Rosen, Gänseblümchen, Lavendel, Jasmin, Rosmarin und Pfefferminze. Beschränken brauchst du dich beim Zuckern von Blüten und Knospen aber nicht auf die klassischen kandierten Veilchen oder kandierten Rosenblätter. Auch Löwenzahn, Rotklee, Kapuzinerkresse, Ringelblume, Wegwarte, Kornblume und vielen weiteren Wildpflanzen bringen essbare Blüten hervor.

Ganz wichtig ist es, ausnahmslos unbehandelte, sprich ungespritzte Pflanzen zu verwenden. Also auf keinen Fall „fertige“ Blüten aus dem Gartencenter oder Baumarkt etc., sondern am besten selbst gesäte verwenden. Auf das Kandieren von unbekannten Blüten solltest Du übrigens tunlichst verzichten. Hinweis: Achte beim Sammeln darauf, nur Blüten zu verwenden, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst. Ich persönlich halte mich beim Blütensammeln auch von viel frequentierten Hunde-Gassi-führen-Routen fern. Am besten ist also der eigene Garten oder auch ein kleiner Balkon. Ernten Sie die essbaren Blumen am besten an einem sonnigen Vormittag, just nachdem der Tau abgetrocknet ist. Denn dann öffnen sich die Blüten und entfalten ihren intensivsten Geschmack.

Vorbereitung: Ernten, Reinigen, Entfernen

Legen Sie sie behutsam in einen offenen Korb, damit nichts zerdrückt wird. Entfernen Sie nun Stiele, Stempel und Kelchblätter sorgfältig, da diese nicht essbar sind. Einmal so vorbereitet können Sie jetzt darüber entscheiden, was Sie mit den Gewächsen anstellen wollen. Für frische Deko auf Salat, Suppen oder Kuchen sollten sie erst unmittelbar vor dem Servieren mit den Speisen zusammengebracht werden.

Grundprinzip des Kandierens

Kandieren ist eine wunderbare Methode, um Früchte und Pflanzen haltbar zu machen. Beim Kandieren wird dem jeweiligen Lebensmittel Wasser entzogen, während der Zuckeranteil erhöht wird. Dadurch sind Produkte auf Jahre konserviert. Hierbei wird den Blumen sehr langsam das Wasser entzogen und gleichzeitig der Zuckeranteil erhöht.

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Drei gebräuchliche Methoden zum Kandieren

1) Klassische Eiweiß-Methode (traditionell)

Für diese Art des Kandierens kommt Hühnereiweiß zum Einsatz. Um Blüten auf die klassische Art zu kandieren, gehst du so vor: Eiweiß schaumig schlagen. Das Eiweiß in einer Schale mit einem Teelöffel Zucker leicht schaumig, aber nicht steif schlagen. Bestreichen Sie dann mit einem Pinsel die Blüten von beiden Seiten. Die Blüten am Stiel festhalten und die Blütenblätter rundherum mit einem feinen Pinsel vorsichtig und dünn mit dem Eiweiß bestreichen. Dann mit Zucker bestreuen. Den restlichen Zucker auf einem Teller verteilen. Anschließend den Zucker gleichmäßig über die Blüten rieseln lassen, den Überschuss leicht abklopfen und die Blüten auf dem Backpapier auslegen.

Mit etwas Platz zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und entweder ca. 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im 80 Grad warmen Ofen bei leicht geöffneter Ofentür trocknen. Dadurch wird der Trocknungsprozess abgekürzt. Nach 2-3 Tagen ist bei der Eiweißmethode der Spaß vorbei. Ich finde, dass die Blüten hier mit Abstand am hübschesten aussehen.

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2) Zuckersirup-Methode (vegane Variante)

Das Kandieren mit Zuckersirup ist die vegane Variante. Etwas langwieriger ist das Kandieren mit Zuckersirup - dafür halten die Blüten dann auch länger: Lösen Sie dazu 100 g Zucker in 80 g Wasser und kochen Sie die Mischung auf, bis sie Blasen wirft. Mind. eine Minute köcheln lassen. Den entstandenen Sirup in ein Gefäß gießen, wo man die Blüte später bequem eintauchen kann.

Einzelne Blütenblätter in den Sirup tauchen und mit den Fingern den Sirup vorsichtig verteilen. Auf das Backpapier legen. Die ganzen Blüten am Stängel fassen und in den Sirup tauchen. Den Sirup mit dem Finger vorsichtig im Blüteninneren verstreichen. Blüten kurz in den Sirup tauchen und auf ein mit Kristallzucker bestreutes Backpapier legen. Rundherum zusätzlich mit Zucker bestreuen. Sobald sich die Blüten klebrig anfühlen, die Blüten nochmals mit Zucker bestreuen. Insgesamt müssen die Blüten nun ca. 5 Tage lufttrocknen. Man kann sie, um die Haltbarkeit zu erhöhen, am 2. Tag noch mal in Sirup tauchen. Dadurch verlängert sich natürlich auch die Trocknungszeit. Ich finde die Blüten schöner, wenn sie nur in Zuckersirup getaucht wurden und nicht mit Kristallzucker bestreut wurden, sie sehen dann einfach fast wie frische Blumen aus.

3) Gummi arabicum - die stabile, vegane Alternative

Gummi Arabikum - klingt ziemlich abgefahren, oder? Ist es aber nicht. Bei der Lebensmittelherstellung wird es sogar recht häufig verwendet. Es ist pflanzlich und wird aus dem Harz von Bäumen gewonnen. Dabei handelt es sich um ein natürliches Gemisch an Polysacchariden (Mehrfachzuckern), welches aus der Rinde des Gummiarabicumbaumes und Akaziensaft gewonnen wird und in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E zugelassen ist.

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Bei dieser Methode wird ein Teil Gummi arabicum in drei Teilen Wasser gelöst; diese Mischung wird dann mit einem Pinsel auf die Blüten gegeben, dann mit dem Zucker bestreut. Mit dieser Mischung kannst du nun wie oben beschrieben weiterverfahren. Anschließend werden die Blüten wieder auf Backpapier an der Luft oder noch besser im Ofen getrocknet. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass sich die kandierten Blümchen gut 4-5 Monate halten. Vorausgesetzt sie werden trocken gelagert. Kandierte Blüten mit der veganen Variante oder unter Verwendung von pasteurisiertem Eiweiß aus dem Supermarkt halten sich gut getrocknet und luftdicht verschlossen etwa sechs Monate.

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Trocknen und Lagerung

Die kandierten Blüten zum Trocknen an einen trockenen, warmen Ort stellen. Sind die Blätter rascheltrocken, können sie in ein fest schließendes Behältnis gefüllt werden. Mit etwas Platz zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und entweder ca. 24 Stunden bei Raumtemperatur oder im 80 Grad warmen Ofen bei leicht geöffneter Ofentür trocknen. Kandierte Blumen selber machen ist wirklich einfach! Man kann die Blüten, wenn sie beginnen sich klebrig anzufühlen, nochmal von allen Seiten mit Zucker bestreuen. Sie sind fertig, wenn sie gar nicht mehr kleben.

Formen, Optik und kreative Anwendung

Ich finde die Blüten schöner, wenn sie nur in Zuckersirup getaucht wurden und nicht mit Kristallzucker bestreut wurden, sie sehen dann einfach fast wie frische Blumen aus. Wenn man die Wildrosen kopfüber trocknet, haben sie später diese Form einer halbgeschlossenen Rose. Man kann sie aber auch auf dem Backpapier liegend trocknen lassen. So klappt sich die Blüte ganz auf und ist am Ende flach.

Ich setze gezuckerte Blüten gerne als essbare Deko ein. Toll ist es, wenn die kandierten Wunderwerke schon einen Hinweis darauf geben, was sich in dem jeweiligen Gebäck verbirgt. Lavendel-Cupcakes sind mit kandierten Lavendelblüten eine ebenso große Augenweide, wie ein paar gezuckerte Rosenknospen auf einem Kuchen, in dem Rosenwasser zum Einsatz kam. Die noch geschlossenen Blütenknospen werden leider nur von außen kandiert.

lavendel-cupcakes-mit-kandierten-blueten

Rezepte in Kürze - Schritt-für-Schritt (Eiweiß-Methode)

  1. Stiele von den Blütenköpfen abschneiden.
  2. Das Eiweiß in einer Schale mit einem Teelöffel Zucker leicht schaumig schlagen (nicht steif).
  3. Den restlichen Zucker auf einem Teller verteilen.
  4. Die Blütenblätter rundherum mit einem feinen Pinsel vorsichtig und dünn mit dem Eiweiß bestreichen.
  5. Zucker gleichmäßig über die Blüten rieseln lassen, überschüssigen Zucker leicht abklopfen und die Blüten auf Backpapier legen.
  6. Bei Raumtemperatur ca. 24 Stunden trocknen lassen oder im Ofen bei 50-80 °C (mit leicht geöffneter Tür) trocknen, bis sie nicht mehr kleben.

Tipps und Sicherheit

  • Auf das Kandieren von unbekannten Blüten solltest Du übrigens tunlichst verzichten. Nicht dass beim Pflücken unabsichtlich ein giftiges Blümchen im Körbchen landet!
  • Ich persönlich halte mich beim Blütensammeln auch von viel frequentierten Hunde-Gassi-führen-Routen fern.
  • Für ein schöneres Ergebnis empfehle ich „Feinsten Zucker“ zu verwenden. Der hat einfach eine feinere Körnung und sieht hübscher aus.
  • Wenn es schnell gehen muss, lassen sich die Blüten auch für ca. im Ofen trocknen - dabei immer wieder die Backrohrtür öffnen.
  • Frische Blüten passen hervorragende zu Gebäck, Torten aber auch Salaten.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten und Haltbarmachung

Blütenblätter können eingefroren werden, indem Sie sie auf z.B. einem flachen Teller verteilen, sodass sie sich nicht berühren. Diesen stellen Sie dann ins Tiefkühlfach und lassen sie vorfrieren. Nach einiger Zeit können Sie die Blumen dann vorsichtig in einen Gefrierbeutel umfüllen und diesen wieder im TK-Fach lagern. Bei dieser Methode ist allerdings zu beachten, dass die Blüten nach dem erneuten Auftauen optisch nicht mehr sehr attraktiv sein werden. Alternativ können Sie aber zauberhafte Blüteneiswürfel kreieren.

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Haltbarkeit im Überblick (Kurzübersicht)

Methode Haltbarkeit (bei trockener Lagerung) Vegan
Eiweiß-Methode ca. 2-3 Monate nein
Zuckersirup mehrere Monate (bei mehrfacher Sirupbehandlung) ja
Gummi arabicum 4-6 Monate ja
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Essbare Blumen selbst machen ist wirklich einfach! Probier ruhig verschiedene Methoden aus und finde heraus, welche Optik und Haltbarkeit dir am besten gefallen. Sie sehen unfassbar hübsch aus - und bringen sogar richtig Geschmack mit sich: essbare Blumen. Wer schon einmal im Salat ein paar Blüten gefunden hat, hat sich wahrscheinlich an ihrer Optik kurz erfreut, sie aber dann unsicher bei Seite gelegt. Denn Blumen zu essen, trauen sich doch nicht alle. Und selbst wenn man sie einmal kostet, scheinen sie dann häufig eher neutral im Geschmack. Ja, denn tatsächlich gibt es gar nicht so wenige essbare Blumen, die dem Ganzen sogar ein Aroma hinzufügen. Von süßlich, über fruchtig bis würzig-scharf finden Sie in den zarten Blättern eine überraschende Vielfalt an Geschmack.

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