Rezept: Fichtenspitzengelee selber machen (Maiwipferlgelee)
Fichtenspitzengelee, auch Maiwipferlgelee genannt, ist eine einfache, aber köstliche Delikatesse aus der Waldküche. Es fängt den frischen Duft des Nadelwalds ein und holt das Aroma der jungen Triebe auf den Teller. Eine echte Bereicherung für den Frühstückstisch und ein prima Mitbringsel für alle, die das Besondere lieben.
Warum Fichtenspitzengelee?
Der Geschmack der frischen Triebe ist intensiv, denn sie enthalten ätherische Öle, die stark duften, sowie Tannine. Die jungen Triebe haben eine angenehme Zitrusnote, dieses Aroma entfaltet sich beim Kochen noch mehr. Das Maiwipferlgelee ist ein aromatischer harzig-zitroniger Brotaufstrich, der aus den frischen Trieben der Fichte oder Tanne zubereitet wird. Es schmeckt nach Wald und erinnert an den Geruch vom Weihnachtsbaum.
Saison und Sammelhinweise
- Die ideale Zeit, um Fichtenspitzen zu sammeln, ist von Mai bis Juni. Ende April bis ca. Ende Mai, manchmal auch bis Anfang Juni - je nach Lage, erleben Fichten und Tannen einen Wachstumsschub, dabei sprießen die hellgrünen, weichen Wipferl an den Enden der Äste heraus.
- Für die Herstellung von Maiwipferlgelee eignen sich besonders gut die jungen Triebe von Tannen und Fichten, deshalb wird das Gelee auch oft Tannenspitzengelee oder Fichtenspitzengelee genannt.
- Beim Pflücken der Maiwipferl ist es wichtig, dass du darauf achtest, wirklich nur so viel zu pflücken wie du tatsächlich benötigst. Durch das Abreißen der jungen Triebe nimmt man den Bäumen ihre Triebkraft.
- Gesunde, kräftige Bäume: Bitte wähle zum Sammeln der Triebe nur gesunde, kräftige Bäume aus um sie nicht beim Wachsen zu beeinträchtigen. Pro Baum nur wenige Triebe: Immer nur ein paar wenige Triebe, 2-3 Wipferl pro Ast, pflücken.
- Nur essbare Nadelbäume verwenden: Nutze ausschließlich die hellgrünen Triebe von Fichte oder Tanne. Sammle niemals die Nadeln der Eibe, da diese hochgiftig sind!
- Klare Eselsbrücke: „Fichte sticht, Tanne nicht.“ Fichtenspitzen sind spitz; Tannennadeln sind eher flach und weich.
Vorbereitung der Fichtenspitzen
Beachte zudem, solltest du diese im Wald oder Garten sammeln, dass sich häufig Insekten und auch Schmutz in den Spitzen verbergen. Daher empfehlen wir dir vor der Verarbeitung diese möglichst gut zu reinigen und zu waschen. Klopfe vor der Zubereitung die Fichtenspitzen ab und wasche sie geduldig. Damit befreist du sie von Käfern und Dreck. Verunreinigungen können die Haltbarkeit deines Endprodukts verkürzen.
Zutaten (für ca. 1,3 l Gelee)
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Maiwipferl (Fichtenspitzen oder Tannenspitzen) | 400 g |
| Wasser | 1000 ml (1 l) |
| Gelierzucker 2:1 | 600 g |
| Bio-Zitrone (Scheiben + Saft) | 3 Scheiben + Saft |
Küchenutensilien
- Kochmesser
- Küchenwaage
- Schüsseln
- Sieb und Abseihtuch (Mulltuch oder Geschirrtuch)
- Kochtopf
- 3-4 Schraubgläser (steril)
Schritt-für-Schritt-Rezept: Fichtenspitzengelee
- Die frisch geernteten Triebe waschen und gut abschütteln. Gemeinsam mit dem Wasser in einen Topf geben.
- Die Zitrone schälen und die Schale mit den Fichtenspitzen in dem Wasser 5 Minuten sprudelnd kochen. Zuerst das Wasser mit den Fichtenspitzen in einen Kochtopf geben und mit Deckel aufkochen lassen. Für ungefähr 30 Minuten mit Deckel leicht weiter köcheln lassen. Dabei sollte das Wasser nur leicht simmern und nicht sprudelnd kochen.
- Dann vom Herd nehmen und die Zitronenscheiben in den heißen Fichtenspitzensud geben. Mindestens 12 Stunden mit Deckel ziehen lassen. Du kannst den Sud bequem abends nach dem Ernten vorbereiten und im Laufe des nächsten Tages weiterverarbeiten. Hitze abstellen, den Topf auf der Kochstelle über Nacht stehen lassen.
- Den Fichtenspitzensud abseihen. Dafür kannst Du ein Abseihtuch nehmen oder ein einfaches Geschirrtuch aus der Küche. Dieses legst Du in ein Sieb über einem zweiten Topf und fängst den Sud auf. Dabei das Tuch ruhig kräftig ausdrücken, damit Du möglichst viel Flüssigkeit und alle Aromen auffängst. Die ausgekochte Masse kann nun entsorgt werden.
- Den Sud in einen Messbecher geben, falls nötig auf 750-1000 ml auffüllen und zurück in den Topf geben. Den Gelierzucker und den Zitronensaft hinzufügen und unter Rühren zum Kochen bringen.
- Alles unter Rühren aufkochen und ca. 4-8 Minuten sprudelnd kochen lassen (Packungsanweisung des Gelierzuckers beachten). Immer wieder mal umrühren. Gelierprobe durchführen: Gib einen Klecks Gelee auf einen kalten Teller und stelle ihn kurz in den Kühlschrank. Wird er fest, ist das Gelee fertig; ansonsten noch etwas weiterkochen.
- Hitze abstellen, das Gelee sofort kochend heiß in keimfreie, ausgekochte Gläser füllen und verschließen. Vollständig abkühlen lassen. An einem dunklen, kühlen Ort ist das Gelee ungeöffnet mindestens ein Jahr haltbar. Nach dem Öffnen im Kühlschrank lagern und bald verbrauchen.
Varianten und Tipps
- Wer eine „reine Fichtennadel Marmelade“ machen möchte, sollte ein Fichtenspitzen-Gelee kochen; der Gelierzucker macht aus dem Sud eine Marmelade.
- Du kannst die Menge der Triebe an deinen Geschmack anpassen. Je mehr Triebe du verwendest, desto intensiver wird der Geschmack vom Fichtenspitzengelee.
- Je jünger die Spitzen, umso mehr Aroma. Bei trockenem, warmen Wetter geerntet steigert den Geschmack.
- Alternativen: Mache aus Tannennadeln bzw. Tannenspitzen Gelee oder Tannenspitzenmarmelade. Das Rezept ist das gleiche, nur statt Fichtennadeln Tannennadeln verwenden.
- Für eine weihnachtliche Variante: Fichtennadelgelee mit Apfel & Zimt (z. B. 1 kg Fichtennadeln, 1 l Wasser, 1 kg Gelierzucker, 1 Apfel und 1 Zimtstange). Apfelstücke, Fichtennadelzweige und Zimtstange zusammen kochen, abseihen, Zucker zugeben und erneut kochen.
- Alternative Süßung: Für eine fruchtigere Variante ersetze einen Teil des Wassers durch klaren Apfelsaft.
- Verwendung: Nicht nur auf Brot und Brötchen lecker - auch als Süße für Salatdressing, zum Glasieren von Braten oder als Zutat in veganen Rezepten (z. B. Seitanlasur).
Gesundheit und Haltbarkeit
Fichten- und Tannenwipfel enthalten reichlich Vitamin C sowie ätherische Öle, die als schleimlösend, antibakteriell und beruhigend gelten. Viele Menschen setzen sie als Naturheilmittel bei Husten ein. Die Inhaltsstoffe der Fichtennadeln wirken entzündungshemmend und schleimlösend. Du kannst auch ein Fichtennadeln-ätherisches Öl verwenden, um Erkältungsbeschwerden zu lindern.
Haltbarkeits- und Sicherheits-Hinweise
- Beim Sammeln musst du Fichten- von Eibenadeln unterscheiden können. Die Nadeln der Eibe sind giftig und können Erbrechen und Herzschäden verursachen.
- Wähle nur Triebe, die weit über dem Boden hängen, um mögliche Verunreinigungen zu vermeiden.
- An einem dunklen, kühlen Ort ist das Fichtenspitzengelee bis zu 2 Jahre haltbar, bevor es geöffnet werden. Nach dem Öffnen sollte es im Kühlschrank gelagert und alsbald verbraucht werden.
Kurzrezept (kompakt)
- 400 g Fichtenspitzen + 1 l Wasser + Zitronenschale 5-30 min köcheln, dann 12-24 Std. ziehen lassen.
- Abseihen, Sud mit 600 g Gelierzucker 2:1 und Zitronensaft mischen, aufkochen und 4-8 min sprudelnd kochen.
- Gelierprobe, heiß in Gläser füllen, verschließen.
Viel Spaß beim Einkochen - jedes Jahr gerne wieder!
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