Manuka Honig: Unterschied zwischen MGO und UMF einfach erklärt

Manuka Honig ist ein ganz besonderes Naturprodukt, das wegen seiner außergewöhnlichen Inhaltsstoffe und spektakulären Eigenschaften weltweit immer beliebter wird. Doch beim Kauf tauchen oft Begriffe wie „MGO“ und „UMF“ auf, die viele Neulinge verwirren. Was steckt hinter diesen Siegeln, wie unterscheiden sie sich und worauf sollte man achten? In diesem Artikel bieten wir eine vollständig detaillierte Erklärung zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der beiden wichtigsten Qualitätsmerkmale für echten Manuka Honig.

Manuka Honig Gläser mit UMF und MGO Siegeln und Legende

Was ist Manuka Honig überhaupt?

Manuka Honig entsteht, wenn Bienen den Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) sammeln, eines Strauchs, der fast ausschließlich in Neuseeland und Teilen Südostaustraliens wächst.

  • Der Manuka-Baum ist in diesen Regionen heimisch und für seine medizinischen Eigenschaften bekannt.
  • Echter Manuka Honig stammt ausschließlich aus Neuseeland und wird idealerweise auch dort abgefüllt.

Honig wird schon seit Tausenden Jahren als natürliches Süßungsmittel und Hausmittel verwendet. Allerdings ist nicht jeder Honig gleich: Normaler Honig wird meist von Bienen aus dem Nektar verschiedener Blüten gewonnen - Manuka Honig jedoch ist in seiner chemischen Zusammensetzung einzigartig und zeichnet sich insbesondere durch seinen hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO) aus.

Wodurch unterscheidet sich Manuka Honig von herkömmlichem Honig?

  • Im Vergleich zu herkömmlichen Honigsorten wie Akazien-, Linden- oder Blütenhonig zeichnet sich Manuka Honig vor allem durch seinen hohen Gehalt an MGO aus.
  • Während alle Honigsorten bis zu einem gewissen Grad antibakterielle Eigenschaften besitzen, ist die Konzentration dieses besonderen Wirkstoffs im Manuka Honig außergewöhnlich hoch und macht ihn damit einzigartig in seiner Wirkung.
  • Der Geschmack von Manuka Honig ist kräftig, würzig und leicht herb, mit einer karamellartigen Note.

Das Methylglyoxal entsteht im Honig auf natürliche Weise aus Dihydroxyaceton, einem Zucker, der im Nektar der Manuka-Blüte vorkommt. Diese einzigartige chemische Umwandlung sorgt für die typischen Eigenschaften von Manuka Honig.

chemische Entstehung von MGO und die Umwandlung von DHA zu MGO im Honig

Die zwei wichtigsten Klassifizierungssysteme: Was bedeuten UMF und MGO?

Was ist MGO?

MGO steht für Methylglyoxal und gibt die Konzentration dieses Hauptwirkstoffs im Honig direkt und genau an.

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  • Der MGO-Wert auf dem Etikett gibt den Gehalt an Methylglyoxal in Milligramm pro Kilogramm Honig an.
  • Zum Beispiel bedeutet MGO 400, dass mindestens 400 mg Methylglyoxal pro Kilogramm enthalten sind.
  • Der MGO-Gehalt wird zusammen mit anderen Inhaltsstoffen in unabhängigen, von der neuseeländischen Regierung akkreditierten Laboren ermittelt und in einem Zertifikat ausgewiesen.

Da der Methylglyoxal-Gehalt eng mit der nicht-peroxiden Aktivität von Manuka Honig zusammenhängt, gilt dieser Wert als zentrales Qualitätskriterium.

Was ist UMF?

UMF steht für „Unique Manuka Factor“ und ist das wohl bekannteste Siegel aus Neuseeland.

  • Der UMF ist ein umfassendes Qualitätssiegel, das seit 1998 von der Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) vergeben wird.
  • Nur Mitglieder im Verband der UMFHA dürfen diese Bewertung nutzen.
  • Dieses System beruht auf strengen Regeln, Kontrollen und Richtlinien zum Schutz der Verbraucher.
  • UMF-Werte reichen typischerweise von 5+ bis 20+ oder sogar noch höher.

Der UMF-Faktor misst nicht nur die Konzentration von Methylglyoxal, sondern auch weitere, für Manuka charakteristische Inhaltsstoffe wie Leptosperin und Dihydroxyaceton (DHA). Damit bietet UMF eine umfassende Bewertung der biologischen Aktivität und der Authentizität.

Vergleich von MGO und UMF Infografik mit den wichtigsten Merkmalen

MGO und UMF - Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Detail

Kriterium MGO UMF
Was wird gemessen? Methylglyoxal (in mg/kg) Gesamtheit antimikrobieller Aktivität (inkl. MGO, Leptosperin, DHA)
Laborprüfung Unabhängige Labore, Zertifikat Lizenzierte Labore, Zertifikat
Sicherstellung der Echtheit Ja, über MGO-Gehalt Ja, inklusive Echtheitsmarker
Skala z.B. MGO 100 bis 1500+ z.B. UMF 5+ bis UMF 29+
Gültig in Weltweit anerkannt, v.a. Europa/Deutschland Neuseeland, zunehmend international
Zusätzliche Marker Nur MGO z.B. Leptosperin und DHA

Beide Bewertungssysteme sind heute gültige Qualitätsmerkmale. Der MGO-Wert gibt einen exakten Wert eines bestimmten Wirkstoffs (Methylglyoxal) an, während UMF die gesamte antimikrobielle Aktivität misst und mit weiteren Inhaltsstoffen die Echtheit garantiert.

Worin liegt der Unterschied für den Verbraucher?

  • MGO gibt direkt die Menge des wichtigsten Wirkstoffs an und ist in Europa am weitesten verbreitet.
  • UMF bietet eine über MGO hinausgehende Sicherheits- und Qualitätsbewertung.
  • Produkte mit beiden Werten gelten als besonders hochwertig.

Ein höherer MGO-Wert bedeutet nicht automatisch, dass der Honig für jeden Zweck besser ist. Welche Stufe sinnvoll ist, hängt vom geplanten Einsatz ab.

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MGO und UMF Vergleich - Videoerklärung

Wie wird geprüft, ob es echter Manuka Honig ist?

Um zu verhindern, dass gefälschte Manuka Honige in Umlauf kommen, wurde in Neuseeland eine verbindliche wissenschaftliche Definition eingeführt:

  • Nur Honig, der bestimmte chemische Marker und einen DNA-Nachweis des Manuka-Pollens erfüllt, darf als Manuka Honig exportiert werden.
  • Jede Charge wird im Labor auf Reinheit und MGO-Gehalt geprüft; die Ergebnisse werden in einem Analysezertifikat festgehalten, das beim Kauf einsehbar sein sollte.
  • Das UMF-Siegel dürfen nur lizenzierte neuseeländische Imkereien tragen.

Ein weiteres Merkmal für die Echtheit ist die Herkunftsangabe „Produkt aus Neuseeland“ und ein realistischer Preis: Echter Manuka Honig mit hohem MGO-Wert ist ein besonders knappes und teures Naturprodukt.

MGO-Stufen und empfohlene Anwendungen

Der optimale MGO-Wert hängt von der gewünschten Anwendung ab. Hier eine Übersicht:

  • MGO 100 bis 150: Milde Stufe für Einsteiger, ideal als Brotaufstrich, im Müsli oder Tee.
  • MGO 250 bis 400: Die beliebteste Kategorie für den täglichen Genuss, insbesondere in Erkältungszeiten.
  • MGO 550 bis 700: Premium-Stufen für gezielte Anwendungen, beispielsweise zur äußeren Hautpflege oder kurweise.
  • MGO 1000 und höher: Sehr seltene und teure Honige, für spezielle und anspruchsvolle Anwendungen.

Für den Genuss reicht eine niedrige Stufe, wer gezielt eine hohe antibakterielle Aktivität wünscht, sollte auf Werte ab MGO 400+ achten.

Anwendungsbeispiele von Manuka Honig je nach MGO-Stufe

Wie wird Manuka Honig angewendet?

  • Manuka Honig kann pur eingenommen werden - beliebtesten ist der Genuss eines Teelöffels, langsam im Mund zergehen lassen, idealerweise morgens auf nüchternen Magen oder abends vor dem Schlafen.
  • Auch im Tee schmeckt er hervorragend, dabei sollte das Getränk nur lauwarm sein (unter 40 Grad), da hohe Temperaturen wertvolle Inhaltsstoffe zerstören können.
  • Zur äußeren Anwendung wird Honig dünn auf die Haut aufgetragen, etwa bei kleinen Unreinheiten, gereizten oder trockenen Stellen. Nach 20-30 Minuten mit lauwarmem Wasser abspülen.

Ein Hinweis zur Sicherheit: Wie jeder Honig ist auch Manukahonig für Säuglinge unter zwölf Monaten nicht geeignet. Da Honig überwiegend aus Zucker besteht, sollte der Genuss maßvoll erfolgen - üblich sind 1 bis 3 Teelöffel pro Tag.

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Wie erkennt man hochwertigen und echten Manuka Honig?

  • Der Honig besitzt ein gut sichtbares UMF- oder MGO-Label und kommt aus Neuseeland.
  • Unabhängige Laborzertifikate sind auf Nachfrage einsehbar.
  • Ein realistischer Preis spiegelt die Seltenheit und Qualität wider.
  • Die Konsistenz sollte cremig, aber nicht zu flüssig sein.
  • Seriöse Händler bzw. Imker bieten maximale Transparenz in Produktionsweise und Herkunft.

Die neuseeländische Regierung und die UMFHA überwachen streng diese Vorgaben, sodass nur geprüfte Produkte exportiert und verkauft werden dürfen.

Weitere Qualitätsfaktoren und häufige Fragen

  • Neben MGO und UMF ist Leptosperin ein wichtiger Marker, der ausschließlich im Nektar der Manuka-Blüte vorkommt.
  • Auch Dihydroxyaceton (DHA) wird geprüft, da dieser Stoff in MGO umgewandelt wird und somit indirekt zur Wirkung beiträgt.
  • Der MGO-Gehalt kann in jungem Honig noch natürlich nachreifen.

Häufig gestellte Fragen:

  • Was ist besser: MGO oder UMF? - Keines der beiden Systeme ist per se besser, sie beschreiben unterschiedliche Eigenschaften: MGO ist der Wirkstoff, UMF bewertet zusätzlich die Echtheit und Gesamtaktivität.
  • Kann Manukahonig Medikamente ersetzen? - Nein. Manukahonig ist ein hochwertiges Lebensmittel, aber kein Arzneimittel. Bei Infektionen, starken oder anhaltenden Beschwerden ist immer ärztlicher Rat einzuholen.
  • Warum ist Manuka Honig so teuer? - Die Manuka-Pflanze wächst fast nur in Neuseeland, blüht nur wenige Wochen, die Ernte ist aufwendig und jede Charge wird intensiv getestet. Dazu kommen hohe Transport- und Zertifizierungskosten sowie globale Nachfrage.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

  1. Kaufen Sie nur Honig mit eindeutiger Herkunftsangabe „Produkt aus Neuseeland“.
  2. Bestehen Sie auf unabhängige Laborzertifikate (MGO und/oder UMF).
  3. Prüfen Sie Preis und Erscheinung: extrem billige Angebote sind meist kein echter Manuka Honig.
  4. Setzen Sie auf bekannte Händler oder Apotheken.
Checkliste für den echten Manuka Honig Kauf

Fazit zum Unterschied zwischen MGO und UMF

MGO und UMF sind die beiden entscheidenden Qualitätsmerkmale für Manuka Honig. Während MGO die Konzentration des wichtigsten bioaktiven Stoffes angibt, steht UMF für eine ganzheitliche Qualitätsbewertung einschliesslich Echtheitsprüfungen. Je nach Bedarf und Anwendung empfiehlt es sich, auf beide Angaben zu achten und nur zertifizierte Produkte aus Neuseeland zu kaufen.

Zertifizierte Manuka Honige im Labor-Test

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