Manuka Honig MGO 400 in der Schwangerschaft: Sicherheit und Empfehlungen

Wenn es um Honig geht, sind viele Schwangere unsicher. Gerade bei Manuka Honig in der Schwangerschaft finden sich widersprüchliche Aussagen: Die einen schwärmen von besonderen Eigenschaften, die anderen warnen vor unklaren Risiken. Für viele Schwangere bedeutet das Stress statt Klarheit - umso wichtiger ist es, beim Manuka-Honig-Kaufen auf seriöse Qualität zu achten.

Grundsatz: Darf man Honig in der Schwangerschaft essen?

“Es spricht nichts gegen Honig in der Schwangerschaft”, gibt Dr. Katrin Kayser von der Praxis Frauenärzte Fünf Höfe in München Entwarnung. Denn: Das für Botulismus zuständige Bakterium Clostridium botulinum kann nicht die Plazentaschranke überschreiten. Bei Erwachsenen - auch Schwangeren - ist die Darmflora jedoch so entwickelt, dass die Sporen keine Gefahr darstellen. Sie werden einfach ausgeschieden, ohne Schaden anzurichten. Honig in normalen Mengen ist daher für die werdende Mutter sicher.

Warum manche Bedenken bestehen: Listerien, Zucker und PA

“Die Einnahme von Honig in der Schwangerschaft wurde die letzten Jahre immer wieder kontrovers diskutiert”, weiß Geburtshelferin Anja Ferder von Hebamme Allgäu. “Wie bei allen tierischen Rohprodukten, somit auch beim Honig, können mögliche enthaltene Bakterien - sogenannte Listerien - gefährlich für das ungeborene Baby sein.” Allerdings hat Honig den anderen Lebensmitteln gegenüber einen Vorteil: “Da Honig aber gleichzeitig eine antibakterielle Wirkung hat, können ihn Schwangere im Gegensatz zu anderen tierischen Rohprodukten mit einer normalen Verzehrmenge bedenkenlos als Brotaufstrich oder in einem Tee genießen. Listerien können sich kaum vermehren, auch wegen des hohen Zuckergehalts.”

“Das könnte vor allem am hohen Zuckergehalt liegen”, erklärt Dr. Katrin Kayser. “Es sollte einem bewusst sein, dass Honig sich nicht viel zu üblichem Haushaltszucker unterscheidet und daher nicht Teil einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft ist.” Die Kalorienmenge ist mit 400 Kalorien bei 100 Gramm sehr hoch, außerdem enthält Honig bis zu 80 Prozent Zucker. Daher ist Honig auch kein “gesunder” Ersatz, der etwa bei Schwangerschaftsdiabetes verwendet werden kann, denn Honig erhöht den Blutzuckerspiegel ebenfalls schnell. Vielmehr sollte man im Falle von Diabetes in der Schwangerschaft auf jeden Fall auf Honig verzichten.

Und noch etwas könnte in der SSW eine Rolle spielen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sowie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat in vielen untersuchten Honigsorten, insbesondere in Honig aus Süd- und Mittelamerika, bedenkliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloide (PA) gefunden. Diese PA stehen in hohen Mengen in Verdacht, krebserregend zu sein. Wer bei heimischem Honig bleibt und weniger als 0,007µg PA/ kg , also 25 Gramm pro Tag ist, ist in der Schwangerschaft auf der sicheren Seite.

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Manuka Honig: Was ist das und was bedeutet MGO 400?

Manuka-Honig wird aus dem Nektar der Manuka-Pflanze gewonnen, die hauptsächlich in Neuseeland wächst. Die Pflanze heißt botanisch Leptospermum scoparium. Bienen in Neuseeland produzieren Manuka-Honig aus der Südseemyrte (Leptospermum scoparium). Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, bezeichnen die Pflanze in ihrer Sprache als Manuka.

Der Unterschied zu gewöhnlichem Honig liegt vor allem in der Vermarktung und im Preis: Manuka-Honig wird oft als besonders oder hochwertig positioniert und kostet deutlich mehr als heimische Sorten. Auf vielen Etiketten finden Sie Angaben wie MGO oder UMF. MGO steht für Methylglyoxal, eine natürlich vorkommende Verbindung, die in Manuka-Honig in höherer Konzentration nachweisbar ist. Der Wert gibt an, wie viel Methylglyoxal pro Kilogramm Honig enthalten ist. Übliche Werte liegen zwischen 100 und über 800. Für die meisten Zwecke reichen Werte zwischen 100 und 400 MGO völlig aus.

Manuka-Blüten und Glas mit Honig

Antibakterielle Wirkung und medizinische Nutzung

Das Besondere an Manuka Honig ist Methylglyoxal, ein Zuckerabbauprodukt, das als antibakterieller Wirkstoff identifiziert wurde. Methylglyoxal (MGO) wird aus Dihydroxyaceton (DHA) gebildet. Die Umwandlung erfolgt im Bienenstock bei der Trocknung des Honigs in den Waben. Das im Manuka Honig enthaltene Methylglyoxal hat vielfältige Wirkungen. Viele Phytotherapeuten sowie auch Ärzte und Tierärzte haben immer wieder gute Erfahrungen mit Manuka-Produkten zur Hautpflege gemacht. Manuka Honig wird vor allem als Salbe oder Creme bei Hautproblemen eingesetzt. Bei Hautverletzungen, Wunden und leichten Verbrennungen lässt sich Manuka Honig ebenfalls einsetzen, um die Wundheilung zu fördern und Keime zu reduzieren.

Singhal et al. und Almasaudi et al. liefern Hinweise auf entzündungshemmende Effekte; Tonks et al. fanden heraus, dass Manuka-Honig im Vergleich zu zwei anderen Honigsorten und Zuckersirup die Freisetzung der inflammatorischen Zytokine TNF-alpha, IL-1beta und IL-6 anregt. Manuka-Honig stimuliert die Produktion gewisser Faktoren in den Monozyten des Immunsystems. Dennoch gilt: Manuka Honig ist ein Lebensmittel, kein Medikament. Manuka Honig wird in diversen Nahrungsergänzungsmitteln auch in Kombination mit Propolis, Heilpflanzen, Fruchtextrakten oder Vitaminen angeboten. Dadurch erhofft man sich eine umfangreichere Wirkung und einen weitreichenden Effekt auf das Immunsystem.

Sicherheitssorgen und spezielle Warnhinweise

Wie bei allen Naturprodukten stellt sich auch bei Manuka Honig die Frage, ob nicht auch potentiell toxische Substanzen enthalten sind und wie diese sich auswirken. Price et al. und Berlanga et al. beschreiben, dass Methylglyoxal mit Lipoproteinen, DNA und Proteinen Adddukte, sogenannte advanced glycation end-products (AGEs), bildet. Diese halten Gefäßverletzungen und neuronale Verletzungen von der Heilung ab. Daher ist von einer erhöhten Zufuhr von Methylglyoxal durch Manuka Honig bei Diabetespatienten mit chronischen Wunden abzuraten.

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Aron et al. stellten in einem Experiment mit einer 50%-igen Manuka-Lösung eine ototoxische, das heißt ohrenschädigende Wirkung fest. Das heißt jedoch nicht, dass es unschädlich ist und bedenkenlos in allen Fällen verwendet werden kann. Generell ist bei reinen Naturprodukten wie Manuka Honig natürlich immer Vorsicht geboten.

Praktische Entscheidungshilfe: Der 30‑Sekunden‑Kurz-Check

Um schnell zu prüfen, ob Manuka Honig in der Schwangerschaft für Sie persönlich infrage kommt, können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Habe ich bekannte Allergien auf Bienenprodukte, Pollen oder reagiere ich empfindlich auf Naturprodukte?
  • Habe ich ärztliche Vorgaben zum Zuckerkonsum, auffällige Blutzuckerwerte oder Schwangerschaftsdiabetes?
  • Habe ich Honig bisher gut vertragen, oder ist Manuka-Honig komplett neu für mich?
  • Ist das Produkt seriös gekennzeichnet, mit klarer Herkunftsangabe und nachvollziehbarer Zutatenliste?
  • Nutze ich den Honig als gelegentliches Genussmittel, oder habe ich die Erwartung, damit Beschwerden zu behandeln?

Wann sollten Sie auf Manuka Honig verzichten oder Rücksprache halten?

  • Bei bekannten Allergien auf Honig, Bienenprodukte oder Pollen.
  • Wenn Sie ärztliche Vorgaben zu Zucker oder Blutzucker haben, etwa bei Schwangerschaftsdiabetes.
  • Wenn Sie nach dem Verzehr starke Unverträglichkeitsreaktionen wie Übelkeit oder Magenbeschwerden bemerken.
  • Wenn Sie Manuka-Honig mit der Erwartung verwenden, damit Beschwerden zu behandeln - in solchen Fällen ist es besser, medizinischen Rat einzuholen.
Etikett mit MGO- und UMF-Angaben

Konkrete Alltagsempfehlungen

Manuka-Honig eignet sich gut für Brot, Joghurt, Quark, Porridge oder Müsli. Durch seinen kräftigen, leicht herben Geschmack reichen oft schon kleine Mengen aus. Ein halber bis ganzer Teelöffel genügt meist, um Geschmack zu entfalten, ohne dass die Zuckermenge zu hoch wird.

Viele Schwangere mögen Honig im Tee oder in warmem Wasser mit Zitrone. Achten Sie darauf, dass die Flüssigkeit nicht mehr kochend heiß ist, wenn Sie den Honig einrühren. Temperaturen über etwa 40 Grad können Geschmack und Enzyme beeinflussen. Lassen Sie Tee oder Wasser kurz abkühlen, bevor Sie den Honig hinzufügen - etwa auch in einer Mischung wie Zitrone-Ingwer-Manukahonig, wenn Sie solche Produkte mögen.

Wenn Sie empfindlich auf nüchternen Magen reagieren, ist es oft besser, Honig als Teil einer Mahlzeit zu essen, statt ihn pur zu sich zu nehmen. So wird die Zuckeraufnahme gleichmäßiger, und Ihr Magen wird nicht unnötig belastet.

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Qualität beim Kauf: Worauf achten?

Achten Sie darauf, dass auf dem Etikett klar angegeben ist, woher der Honig stammt. Seriöse Produkte nennen Neuseeland als Herkunftsland und geben den Hersteller oder Importeur an. Wenn diese Angaben fehlen oder unklar sind, sollten Sie vorsichtig sein.

Viele Manuka-Honige tragen auf dem Etikett einen MGO-Wert. Dieser gibt an, wie hoch die Menge an Methylglyoxal im Honig ist. Ideal ist eine Zutatenliste, die nur Honig enthält - und sonst nichts. Manche Produkte sind Honigzubereitungen, die mit Sirupen oder Aromen gestreckt sind. Wenn Sie reinen Manuka-Honig möchten, sollten Sie darauf achten, dass auf dem Etikett wirklich nur Honig steht.

Manuka-Honig-Bonbons und andere Produkte

Viele Manuka-Honig-Bonbons bestehen hauptsächlich aus Zucker, Glukosesirup oder anderen Süßungsmitteln. Der Anteil an echtem Manuka-Honig ist oft gering und manchmal nur als Aroma enthalten. Lesen Sie die Zutatenliste genau - bei Produkten wie Manuka-Honig-Hustenbonbons lohnt sich der Blick besonders. In der Schwangerschaft sollten Sie besonders auf die Zuckermenge achten, die Sie über Bonbons aufnehmen. Auch manche Zusatzstoffe wie Menthol oder ätherische Öle können bei empfindlichen Frauen Unverträglichkeiten auslösen.

Stillzeit und Mutter-Kind-Trennung

Bakterien wie Clostridium botulinum und Listerien können nicht in die Muttermilch und somit auf das Kind übergehen. Dr. Katrin Kayser: “Honig ist in der Stillzeit ausdrücklich erlaubt.” Als Lebensmittel gelten für die stillende Mutter ähnliche Empfehlungen wie in der Schwangerschaft. Verträglichkeit, Menge und Zuckerbewusstsein bleiben die wichtigsten Punkte.

Häufige Fragen kurz beantwortet

Frage Antwort
Kann Honig in der Schwangerschaft gefährlich sein? Für Erwachsene - auch Schwangere - ist Honig in normalen Mengen sicher. Säuglinge unter einem Jahr dürfen jedoch keinen Honig bekommen.
Wie viel Manuka-Honig darf ich täglich essen? Ein bis zwei Teelöffel pro Tag sind für die meisten Schwangeren unbedenklich, wenn keine individuellen gesundheitlichen Gründe dagegensprechen.
Ist ein hoher MGO-Wert besser? Höhere MGO-Werte bedeuten intensiveren Geschmack und höheren Preis, aber nicht automatisch gesundheitliche Vorteile für den alltäglichen Gebrauch.
Darf ich Manuka-Honig bei Schwangerschaftsdiabetes essen? Honig enthält viel Zucker. Bei Schwangerschaftsdiabetes sollten Sie vor dem regelmäßigen Verzehr mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.
Erklärungsvideo: Was bedeutet MGO bei Manuka-Honig?

Wichtige Merkpunkte

  • Manuka-Honig MGO 400 ist als Lebensmittel in kleinen Mengen für die meisten Schwangeren unproblematisch.
  • Bei Allergien gegen Bienenprodukte, Schwangerschaftsdiabetes oder Unverträglichkeiten ist Rücksprache mit der Ärztin notwendig.
  • Achten Sie auf Herkunft, reinen Honig in der Zutatenliste sowie nachvollziehbare MGO-/UMF-Angaben.
  • Geben Sie keinem Säugling unter einem Jahr Honig - das gilt für alle Honigsorten.

Entscheidend ist, dass Sie Manuka-Honig nicht als Wundermittel betrachten, sondern als gelegentliche Zutat, die Ihrem Alltag Geschmack und Freude bringen kann. Achten Sie beim Kauf auf klare Herkunft, saubere Zutatenliste und seriöse Kennzeichnung.

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