Manuka Honig: Glykämischer Index und Wirkung bei Diabetikern
Im Wald der Ernährungsweisheiten stehen Diabetiker oft vor der Herausforderung, den richtigen Pfad zwischen Genuss und Gesundheitsmanagement zu finden. Manuka Honig stammt von den Blüten des Manukastrauchs, der in Neuseeland und Australien heimisch ist. Manuka-Honig ist, wie jede Honigsorte, eine Zuckerquelle und beeinflusst den Blutzuckerspiegel. Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel allgemeine Informationen bereitstellt und nicht als medizinischer Rat verstanden werden sollte.
Was ist der glykämische Index (GI)?
Der glykämische Index (GI) ist eine Skala, die angibt, wie schnell und wie stark ein bestimmtes Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Lebensmittel mit einem hohen GI-Wert führen zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, während Lebensmittel mit einem niedrigen GI-Wert den Blutzuckerspiegel allmählich ansteigen lassen. Diese Geschwindigkeit misst der glykämische Index (GI).
GI von Manuka Honig im Vergleich
Manuka-Honig hat einen glykämischen Index von etwa 50 bis 60, meistens zwischen 50 und 60. Manuka-honig hat einen glykämischen Index von 54, was es als Lebensmittel mit niedrigem GI einstuft. Der glykämische Index von Honig ist signifikant niedriger als der von Haushaltszucker (Saccharose). Im Vergleich zu anderen Sweets liegt Manuka-honig unter den niedrigsten beim glykämischen Index.
Glykämische Last (GL) nicht vergessen
Wichtig ist jedoch, den Unterschied zwischen dem glykämischen Index (GI) und der glykämischen Last (GL) zu verstehen. Mit einer glykämischen Last von 44 pro 100g hat Manuka-Honig einen erheblichen Einfluss auf den Blutzucker. Der GI ist wie die Geschwindigkeit eines Autos, die GL ist, wie weit es tatsächlich fährt. Manuka-honig ist eine gute Wahl für Menschen, die Blutzucker, Insulinresistenz oder eine Low-GI-Diät kontrollieren, jedoch hat er aufgrund der GL einen erheblichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, wenn große Mengen verzehrt werden.
Warum schwanken GI und Wirkung von Honig?
Der glykämische Index von Honig hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Art des Honigs, seiner Verarbeitung und der verzehrten Menge. Der Schlüssel liegt auch hier im glykämischen Index, der je nach Sorte dramatisch schwanken kann. Der Hauptgrund für diese enorme Spanne ist das Verhältnis von Fruktose zu Glukose. Eine einfache Faustregel lautet: Je höher der Fruktoseanteil, desto flüssiger bleibt der Honig und desto niedriger ist tendenziell sein glykämischer Index. Das Verhältnis von Fruktose zu Glukose ist auch zuständig für Kristallbildung im Honig.
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Zusammensetzung von Manuka Honig
Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Traubenzucker und Fruchtzucker - der Rest ist insbesondere Wasser. Fructose und Glucose. Der Zuckergehalt liegt je nach Sorte bei etwa 75-82 %. Während Fruktose den Blutzucker in Ruhe lässt, wird sie fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt. Nach dem Verzehr wird der Honig im Körper in Glukose und Fruktose aufgespalten. Die Glukose geht schnell in den Blutkreislauf über und führt zu einem raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Der Fruchtzucker hingegen wird von der Leber verarbeitet und nach und nach in den Blutkreislauf abgegeben, was zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels führt.
Bioaktive Inhaltsstoffe und gesundheitliche Wirkungen
Manuka Honig enthält natürliche Antioxidantien. Manuka-Honig enthält besondere Inhaltsstoffe und dazu gehört insbesondere Methylglyoxal. Durch seine Inhaltsstoffe kann Honig - insbesondere Manuka Honig - wie eine Art Antibiotikum wirken. Die nachgewiesene antimikrobielle Wirkung von Manuka Honig kann helfen, die Symptome von Erkältungserkrankungen effektiv lindern. Für einige gesundheitliche Effekte von Honig - insbesondere Manuka Honig - ist die wissenschaftliche Evidenz gut bis herausragend. Für den hustenstillenden Effekt von Honig bei Kindern liegt beispielsweise eine Cochrane Study (mit sechs randomisierten kontrollierten Studien) vor. Das gilt auch für die Behandlung von Wunden mit Manuka Honig. Zudem tauchen Honige in weiteren Cochrane Studies auf (insbesondere bei Wunden und Verbrennungen).
Methylglyoxal (MGO) und antibakterielle Wirkung
Während viele Honige nur wenige Milligramm der Substanz Methylglyoxal (MGO) enthalten, sind bestimmte Manuka Honige daran reich. Der MGO-Gehalt von Manuka Honig kann bis auf 500 oder 1500 Milligramm pro Kilogramm angegeben werden. Damit enthält Manuka Honig bis zu tausendmal mehr MGO als beispielsweise Deutscher Bienenhonig! Das macht Manuka Honig so wertvoll für die menschliche Ernährungsweise. Die gesundheitliche Wirkung ist abhängig vom MGO-Gehalt. Methylglyoxal entsteht in den Honigwaben durch Flüssigkeitsverlust und natürliche Veränderung des Nektars. Der Nektar enthält die Substanz Dihydroxyaceton und daraus bildet sich natürlich MGO.
Manuka Honig und Blutzuckerkontrolle: Hinweise aus Studien
Es gibt Hinweise darauf, dass Manuka Honig eine positive Auswirkung auf das Management des Blutzuckerspiegels haben könnte. Eine klinische Studie zeigte, dass Manuka-Honig zu einem signifikant niedrigeren glykämischen Index - im Vergleich zu Saccharose oder Glucose - beitrug. Die Zucker aus Manuka Honig wird nur langsam freigesetzt und verursacht keinen plötzlichen Anstieg und Crash des Blutzuckerspiegels - was definitiv ein wünschenswerter Effekt ist.
Allerdings zeigte eine klinische Crossover-Studie, veröffentlicht im International Journal of Preventive Medicine, dass der tägliche Konsum von 50 Gramm Honig über acht Wochen zu einem alarmierenden Ergebnis führte: Im direkten Vergleich zur Kontrollgruppe führte der Honigkonsum zu einer statistisch signifikant schlechteren Entwicklung des HbA1c-Wertes, dem wichtigsten Langzeitmarker für die Blutzuckerkontrolle. Das Paradoxe daran: Paradoxerweise zeigte die Honig-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe, deren Taillenumfang zunahm, eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs.
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Bedeutung für Diabetiker
Als Diabetiker müssen Sie darauf achten, was Sie essen und trinken, um Ihren Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten. Für Diabetiker ist es besonders wichtig, auf die Menge des konsumierten Honigs zu achten. Eine kleine Menge kann dazu beitragen, die Sehnsucht nach Süßem zu stillen, ohne den Blutzuckerspiegel erheblich zu beeinflussen. Honig wird zwar oft als natürliches Süßungsmittel angesehen, doch sein hoher Zuckergehalt macht ihn für Diabetiker zu einem Problem. Honig ist jedoch nicht gleich Honig, wenn es um seine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel geht.
Praktische Empfehlungen für den Umgang mit Manuka Honig
- Kontrolliere die Menge: Eine Aufnahme von zehn Gramm Honig täglich ist ernährungswissenschaftlich sinnvoll und anzuraten; zur Steigerung der Abwehrkräfte können auch 20 g täglich sinnvoll sein.
- Beachte die Gesamtzufuhr von Zucker: Gemäß den Empfehlungen der WHO und des BfR sollte die Aufnahme von zugesetztem Zucker weniger als 10 % der täglichen Gesamtenergieaufnahme betragen. Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Sie täglich höchstens 50 Gramm Zucker verzehren.
- Wähle sortenrein und hochwertig: Wenn Sie Honig mit einem niedrigen glykämischen Index probieren möchten, sollten Sie ihn von einem örtlichen Imker kaufen. Dort erhalten Sie frischen, rohen Honig, der weder verarbeitet noch erhitzt wurde.
- Lagere schonend: Honig sollte kühl (aber nicht kalt), verschlossen und dunkel gelagert werden. Honig mag kein Sonnenlicht (UV-Strahlen), deswegen sind Packungen von hochwertigem Manuka Honig grundsätzlich dunkel und damit lichtgeschützt.
- Hitze meiden: Die in Honig enthaltenen wertvollen Substanzen sind empfindlich; Honig sollte nicht in heißen Tee oder heiße Milch gegeben oder in den Backofen oder die Mikrowelle.
- Konsultiere den Arzt: Wer Fragen zu seiner persönlichen Ernährung hat oder an Diabetes leidet, sollte seinen Arzt konsultieren, bevor er größere Mengen Honig in die tägliche Ernährung integriert.
Weitere positive Effekte von Manuka Honig
Manuka Honig ist reich an Antioxidantien. Manuka-Honig enthält einen hohen Anteil an Flavonoiden und Polyphenolen, die reich an Antioxidantien sind. Eine aktuelle Studie zeigte, dass Manuka-Honig die Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies hemmt und die Proteine sowie DNA schützt, wenn weiße Blutkörperchen (Makrophagen) oxidativem Stress ausgesetzt sind. Zusätzlich reduziert die Behandlung mit Manuka Honig Entzündungsherde.
Manuka Honig hilft bei der Wundheilung. Die antimikrobiellen und antioxidativen Eigenschaften des Manuka-Honigs schaffen eine solide Grundlage zur erfolgreichen Behandlung von Wunden. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Manuka Honig die Gesamtheilzeit von Hautwunden verkürzt und die Narbenentstehung verbessert. Medizinischer Honig ist als Medizinprodukt zugelassen und findet vor allem in der Wundbehandlung Anwendung.
Abwägung: Natürlich ≠ unbegrenzt unbedenklich
Die Reise durch die Welt der „natürlichen“ Süßungsmittel zeigt eines ganz klar: „Natürlich“ ist kein Synonym für „unbegrenzt gesund“. Agavendicksaft kann die Leber belasten, der GI von Honig kann eine Lotterie sein, und selbst der moderate Ahornsirup ist nur in kleinen Mengen eine gute Wahl. Der größte gesundheitliche Gewinn liegt nicht darin, eine Zuckerart geschickt durch eine andere zu ersetzen. Er liegt darin, den Gesamtkonsum von zugesetztem Zucker drastisch zu reduzieren.
Für wen ist Manuka Honig sinnvoll?
Manuka Honig bietet eine Möglichkeit für Diabetiker, die Süße des Lebens zu genießen, doch wie bei allem im Leben kommt es auf das richtige Maß und die richtige Beratung an. Manuka-Honig ist in Deutschland ein Lebensmittel und kein Arzneimittel! In Ländern wie beispielsweise Neuseeland werden spezielle Manuka Honige auch als „Medizinprodukt“ für die Therapie von Wundheilungsstörungen in Kliniken eingesetzt. Es gibt eine Vielzahl von publizierten wissenschaftlichen Studien zum Einsatz von Manuka Honig beim Menschen.
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Praktische Tabelle: Wichtige Kennzahlen (pro 100 g) von Manuka Honig
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Kalorien | 335 kcal |
| Kohlenhydrate / Zucker | ~82 g |
| GI | ca. 54 (niedrig) |
| GL (pro 100 g) | 44 (hoch) |
| MGO (variabel) | bis 500-1500 mg/kg möglich |
Häufig gestellte Fragen (Kurz)
- Ist Manuka Honig für Diabetiker geeignet? Eine kleine Menge kann zur Stillung der Sehnsucht nach Süßem dienen, jedoch beeinflusst er den Blutzucker. Diabetiker sollten Menge und Gesamtkonsum von Zucker berücksichtigen und Rücksprache mit dem Arzt halten.
- Verbessert Manuka Honig die Insulinempfindlichkeit? Es gibt Hinweise, die bioaktiven Inhaltsstoffe des Honigs könnten die Insulinempfindlichkeit verbessern, belastbare Ergebnisse aus Humanstudien sind jedoch begrenzt.
- Wie viel Manuka Honig ist empfehlenswert? In Abhängigkeit vom MGO Gehalt ist die Aufnahme von ein bis zwei Teelöffeln erforderlich, zehn Gramm täglich ist ernährungswissenschaftlich sinnvoll.
Wir bei Wild Honey glauben daran, dass Wohlbefinden und Genuss Hand in Hand gehen können. Unser Rat: weniger, aber besser zu süßen; nicht blind ersetzen, sondern bewusst wählen.
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