Manuka-Honig bei Psoriasis: Wirkung und Anwendung

Manuka-Honig wird in Neuseeland von Honigbienen aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) produziert. Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, bezeichnen die Pflanze in ihrer Sprache als Manuka. Seit Jahrhunderten nutzen ihn die Maori, die Ureinwohnern Neuseelands, für medizinischen Zwecken. Das Besondere an Manuka Honig ist Methylglyoxal, ein Zuckerabbauprodukt, das als antibakterieller Wirkstoff identifiziert wurde.

Was macht Manuka-Honig besonders?

Der Unterschied zwischen Manuka Honig und anderen Honigsorten beruht vor allem auf Methylglyoxal, der Substanz, die für die antibakterielle Wirkung im Manuka Honig verantwortlich ist. Professor Dr. Thomas Henle (Institut für Lebensmittelchemie TU Dresden) wies nach, welcher Inhaltsstoff das bewirkt: Manuka-Honig enthält Methyl-Glyoxal - 700 bis 1.000 Milligramm pro Kilogramm. Methylglyoxal (MGO) wird aus Dihydroxyaceton (DHA) gebildet. Die Umwandlung erfolgt im Bienenstock bei der Trocknung des Honigs in den Waben.

Im herkömmlichen deutschen Honig aus dem Supermarkt oder vom Imker aus der Nachbarschaft, ist Methylglyoxal jedoch nur in geringer Dosis vorhanden. Während andere Honigsorten 1-2 mg/kg Methylglyoxal enthalten, befinden sich in Manuka Honig etwa 300-700 mg/kg. Die Umwandlung erfolgt im Bienenstock bei der Trocknung des Honigs in den Waben.

Antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften

Seit den 1980-er Jahren weiß man auch bei uns, dass Manuka-Honig antibakteriell wirkt. Das im Manuka Honig enthaltene Methylglyoxal hat vielfältige Wirkungen. Manuka-Honig stimuliert die Produktion gewisser Faktoren in den Monozyten des Immunsystems. Tonks et al. fanden heraus, dass Manuka-Honig im Vergleich zu zwei anderen Honigsorten und Zuckersirup die Freisetzung der inflammatorischen Zytokine TNF-alpha, IL-1beta und IL-6 anregt.

Singhal et al. Was dem Manuka Honig lange nur in der Alternativmedizin nachgesagt wurde, wird jetzt nach und nach durch Belege aus der wissenschaftlichen Forschung gestützt: in einer Studie von Almasaudi et al. erwies sich Manuka Honig bei Tierversuchen an Ratten als entzündungshemmend. Piotrowski M. u. a. und weitere Studien zeigen antibakterielle Effekte und Anti-Biofilm-Wirkungen in Kombination mit Antibiotika.

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Wofür wird Manuka-Honig angewendet?

  • Zur Behandlung von Wunden teilen viele Verbraucher ihre Erfahrungen im Internet mit.
  • Bei Hautverletzungen, Wunden und leichten Verbrennungen lässt sich Manuka Honig ebenfalls einsetzen, um die Wundheilung zu fördern und Keime zu reduzieren.
  • Manuka Honig wird vor allem als Salbe oder Creme bei Hautproblemen eingesetzt.
  • Manuka Honig wird auch als Mundspüllösung angeboten und soll aufgrund des keimhemmenden Effekts vor Karies und Paradontose schützen.

Für die äußerliche Behandlung ist in Europa der „medizinische Honig“ MediHoney als Medizinprodukt zugelassen. Das ist sterilisierter Honig, durch den z.B. Wunden schneller heilen und das Infektions-Risiko gesenkt werden soll. Auf keinen Fall darf man Speise-Honig auf Wunden auftragen. Der enthält meist Pestizide und Schadstoffe - selbst biologisch angebauter (Öko-Test 11/2014).

Manuka-Honig und Psoriasis: Was sagen Forschung und Fälle?

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Haut, von der weltweit Millionen von Menschen betroffen sind. Sie zeichnet sich durch eine schnelle Ansammlung von Hautzellen aus und führt zur Bildung von roten, schuppigen und oft juckenden Flecken auf der Hautoberfläche. Um die Schuppenflechte effektiv behandeln zu können, ist es wichtig, die Krankheit selbst gut zu verstehen.

Die generelle Behauptung, Manuka-Honig habe bei Psoriasis schon „sehr gute Erfolge“ erzielt, ist nach unseren ausführlichen Recherchen nicht haltbar. Psoriasis mit Manuka-Honig erfolgreich behandelt werden kann, hat sich - trotz intensiver Recherche - in keiner einzigen publizierten wissenschaftlichen Arbeit finden lassen. Ein Beweis dafür, dass es Manuka-Honig sein muss, ist diese Untersuchung jedenfalls nicht.

Es gibt aber eine kleine Studie aus Dubai, die immer wieder zitiert wird: In 2003 hat Noori S. Al-Waili u.a. acht Psoriasis-Patienten mit unbehandeltem Honig, Bienenwachs und kalt gepresstem Olivenöl behandelt. Die Patienten hatten eine leichte Psoriasis und wurden links mit der Honig-Mischung, rechts mit reinem Paraffin behandelt. Bei der Honig-Gruppe verbesserte sich die Psoriasis bei 5 von 8 deutlich. Der dabei verwendete Honig kam aus der arabischen Region und enthielt kein Methyl-Glyoxal.

Außerhalb medizinischer Publikationen kommt die Aussage, Manuk-Honig könne bei Psoriasis helfen von Heilpraktikern und Api-Therapeuten (Heilen mit Bienenprodukten), ohne dass es belegt wird. Detlef Mix, ein Heilpraktiker und Buchautor, berichtete in einem YouTube-Video, eine Behandlung mit Manuka-Honig habe bei „schwerwiegenden Hautproblemen wie Neurodermitis oder Psoriasis sehr gute Erfolge erzielt“. Schriftlich darauf angesprochen konnte Detlef Mix, der das behauptet hat, nicht auf eigene Erfahrungen oder Quellen hinweisen.

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Im Psoriasis-Netz berichtet in 2012 eine Patientin, sie habe einen Wickel mit Manuka-Honig und Heilerde ausprobiert. Sie fand es wohltuend und wirksam. Die Stellen wären merklich blasser geworden, die Haut entspannter und der Juckreiz weniger. Diese Wirkung hätte sogar mehrere Tage angehalten. Wir wissen nicht, wie stark die Psoriasis (PASI) bei ihr war und in welchem Stadium sie sich gerade befand.

Kritische Stimmen und Leitlinien

In der Deutschen Apotheker Zeitung 25/2011 berichtet ein Autorenteam, dass in allen größeren veröffentlichten Studien nicht nachgewiesen werden konnte, dass Honigprodukte auch chronische Wunden heilen. Sie sollten nur bei akuten Wunden wie zum Beispiel nach einer Operation oder einer Brandverletzung eingesetzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung äußert sich zum medizinischen Honig in ihrer S3-Leitlinie. Darin heißt es: „Anhand der vorliegenden Studien zeigt sich für medizinischen Honig keine Überlegenheit gegenüber Hydrogel.

Das kritische Magazin zweifelt ... daran, die "die Ergebnisse nur einer Forschungsgruppe" zur Wundbehandlung verlässlich sind. Die günstigen Effekte von Honig bei Psoriasis und Neurodermitis in der Studie aus Dubai beruhten "wesentlich auf Placebowirkungen. Denn gerade bei diesen Hauterkrankungen wirke sich ein Wechsel der Therapie relativ häufig - aber meist zeitlich begrenzt - günstig aus".

Risiken und Vorsichtsmaßnahmen

Wie bei nahezu jeder Therapieform gibt es Situationen, in denen eine bestimmte Behandlungsform für eine Person ungünstig ist: Es gibt Risiken. Ein Haupt­risiko stellen Allergien dar. Wenn Sie auf Bienen oder Pollen allergisch sind, ist es möglich, dass Sie auf Honig allergisch reagieren: Das würde nur zu einer Verschlimmerung der Symptome führen. Außerdem wird die Anwendung von Honig nicht für Säuglinge empfohlen. Kleine Kinder sollten bis zu einem Alter von etwa einem Jahr generell keinen Manuka Honig zu sich nehmen. Das Bakterium Clostridium botulinum kann sich in geringen Mengen im Honig befinden.

Am Ende des Tages ist die Wirksamkeit von Manuka-Honig bei der Behandlung von Ekzemen nicht ausreichend erforscht. Bevor Sie sich dazu entschließen, Honig auf Ihr Ekzem oder Psoriasis aufzutragen, erklären wir wie genau dieser eigentlich wirkt. Manuka-Honig hat antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Diese Eigenschaften allein reichen aus, um die Bildung von entzündlichen Hautreaktionen zu verhindern oder bereits vorhandene Entzündungen zu reduzieren. Aber Manuka-Honig kann mehr: Eines der Hauptprobleme, das bei Ekzemen auftritt, ist stark ausgetrocknete Haut. Das Auftragen von Honig auf die Flecken hilft, die Feuchtigkeit einzuschließen und Symptome wie Juckreiz und Rötungen zu reduzieren.

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Korrekterweise hätten die beiden Experten in TV-Beiträgen auf mögliche Schmerzen, allergische Reaktionen und Blutzucker-Anstieg durch Manuka-Honig hinweisen müssen, eventuell auch auf Wechselwirkungen zu Chemo-Therapeutika. Statt allgemein von „direkten wundheilungs-fördernden Wirkungen“ zu sprechen, hätten sie darauf aufmerksam machen müssen, dass das bei chronischen Wunden von Schulmedizinern völlig anders gesehen wird.

Qualitätssicherung beim Kauf

Wer Manuka-Honig kaufen will, muss wissen, dass 80 bis 85 Prozent der Angebote auf dem Markt gefälscht sind. In diesen Honigen ist kein Methyl-Glyoxal. Darauf wies 2013 die britische Agentur für Lebensmittelstandards hin. Da die Käufer bereit seien, bis zu 50 Euro für ein Glas zu zahlen, locke das Betrüger an. Selbst Prädikatssiegel mit MGO- oder UMF- Angaben kann man nachmachen. Um sicherzugehen, dass es sich um echten Manuka-Honig handelt, können Sie das Produkt auf Zertifizierungen prüfen: es trägt das wabenförmige Gütesiegel „UMF 13+“ oder die Angabe „MGO 400+“.

Im Allgemeinen hat sich die Angabe des MGO-Wertes eingebürgert. Der Wert gibt an, wie hoch die Menge an Methylglyoxal im Honig ist. Es gibt aber auch noch den UMF-Wert. Der „Unique Manuka Factor“ bezieht sich bei seiner Angabe der antibakteriellen Wirkung auf den Referenzwert einer phenolischen Lösung. Nur Mitglieder im Verband der Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) dürfen diese Kennzeichnung nutzen. Guter Manuka Honig zeichnet sich durch MGO-Werte von 400 oder höher aus - erst dann wirkt er effektiv.

Manuka-Blüten und Honigglas

Anwendungstipps bei Psoriasis (praktisch)

Manuka Honig kann innerlich angewendet werden, zum Beispiel bei Erkrankung wie Erkältung, Bronchitis, Infektionskrankheiten oder auch Magen-Darmbeschwerden. Manuka Honig wird aber eigentlich eher als Heilmittel eingesetzt. Manuka Honig wird vor allem als Salbe oder Creme bei Hautproblemen eingesetzt. Viele Phytotherapeuten sowie auch Ärzte und Tierärzte haben immer wieder gute Erfahrungen mit Manuka-Produkten zur Hautpflege gemacht.

  1. Reinige vor der Anwendung die von Psoriasis betroffene Hautstellen.
  2. Trage danach großzügig den Manuka auf die betreffenden Partien auf.
  3. Für eine optimale Wirkung solltest du die Stellen mit einem Pflaster oder Verbänden abdecken.
  4. Damit es nicht zu unerwünschten Infektionen kommt, reinige die Stellen mehrmals täglich und erneuere danach immer das Pflaster bzw. den Verband.

Der Honig kann auch für Schuppenflechte auf der Kopfhaut genutzt werden. Hierfür Manuka Honig mit Wasser verdünnen und auf der Kopfhaut auftragen. Darüber hinaus gibt es Gels und Cremes mit Manuka Honig. Du kannst Manuka Honig auch verzehren. Beispielsweise kannst du täglich ein bis zwei Löffel in deinen Tee rühren und trinken.

Was Dermatologen raten

Auf jeden Fall zum Dermatologen gehen, rät Dr. Merkel. Klar, wir verschreiben auch Cortison-Cremes, aber die helfen immer noch am besten. Bei der Pflege von Schuppenflechte ist die Hydratation der Haut von entscheidender Bedeutung. Eine der einfachsten und wirksamsten Methoden zur Behandlung von Psoriasis ist die regelmäßige Feuchtigkeitspflege. Basistherapie: Hier steht die Basispflege mit rückfettender, feuchtigkeitsspendender Creme im Vordergrund.

Ein wichtiger Aspekt ist bei der Schuppenflechte auch das Kaschieren. Wer sich unwohl fühlt, will natürlich nicht, dass gleich jeder die Schuppen und Flecken und befallenen Nägel sieht. Auch wenn in Internet-Ratgebern des Öfteren von Hausmitteln gegen Schuppenflechte die Rede ist, rät Dr. Merkel eindeutig davon ab. Eine Psiorasis gehört vom Dermatologen behandelt, es handelt sich um eine echte Erkrankung der Haut.

Erfahrungsbericht: Manuka-Honig und Hautpflege

Praktische Hinweise zur Lagerung und Nutzung

Manuka Honig wird auf die gleiche Weise geerntet wie andere Honigsorten. Ein guter Honig zeichnet sich dadurch aus, dass er nach dem Herausschleudern aus den Waben keiner weiteren Behandlung unterzogen wird. Eine Wärmebehandlung würde die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs zerstören. Wie die meisten lagerfähigen Naturprodukte sollte Manuka-Honig kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden, jedoch nicht im Kühlschrank, da er Wasser anzieht. Am besten geschützt ist der Honig in einem braunen Glas mit einem dichten Verschluss. Beachten Sie das Haltbarkeitsdatum.

Warnhinweise

  • Auf keinen Fall Speise-Honig auf Wunden auftragen.
  • Bei Allergien gegen Bienenprodukte oder Pollen nicht anwenden.
  • Kleine Kinder bis etwa ein Jahr keinen Honig geben.
  • Diabetiker sollten den innerlichen Gebrauch mit Vorsicht betrachten wegen Zucker- und Methylglyoxal-Belastung.

Fazit für Betroffene

Die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung von Manuka-Honig ist wissenschaftlich belegt, insbesondere durch seinen MGO-Gehalt. Für die Wundbehandlung gibt es medizinisch zugelassene Produkte wie MediHoney. Für die gezielte Behandlung von Psoriasis existieren bislang jedoch keine belastbaren, groß angelegten Studien, die eine klare Wirksamkeit von Manuka-Honig bei Schuppenflechte belegen. Einzelne Fallberichte und eine sehr kleine Studie zeigen teils Verbesserungen, doch sind diese Daten nicht ausreichend, um eine allgemeine Empfehlung abzugeben.

Wer Manuka-Honig bei Psoriasis ausprobieren möchte, sollte dies immer mit der behandelnden Hautärztin oder dem Hautarzt besprechen, auf geprüfte Qualitätskennzeichnungen (MGO/UMF) achten und mögliche Allergien sowie Risiken berücksichtigen. Als ergänzende Pflegemaßnahme zur Hydratation und zur Linderung von Juckreiz kann Manuka-Honig für einige Betroffene eine Option sein, jedoch nicht als Ersatz für etablierte dermatologische Therapien.

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