Manuka-Honig: Unterschiede zwischen MGO 250 und MGO 400
Manuka-Honig ist ein außergewöhnliches Naturprodukt aus Neuseeland, das sich durch seine besonderen Eigenschaften und hohe Qualität auszeichnet. Seine Beliebtheit und der damit verbundene hohe Wert haben jedoch auch zu Fälschungen geführt. Um die Echtheit und Qualität von Manuka-Honig zu gewährleisten, wurden verschiedene Kennzeichnungssysteme entwickelt, darunter die MGO- und UMF-Zertifizierungen. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Manuka-Honig mit einem MGO-Gehalt von 250 und 400 und gibt Einblicke in die Bedeutung dieser Werte für die Anwendung und Wirkung.
Was ist Manuka-Honig?
Echter Manuka-Honig ist ein 100%iges Naturprodukt, das aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium) gewonnen wird, die ausschließlich in Neuseeland vorkommt. Die Manuka-Pflanze, auch Südseemyrte genannt, wächst vor allem in den bergigen Regionen Neuseelands und blüht nur für wenige Wochen im Jahr. Dies macht die Honigernte zu einer anspruchsvollen Aufgabe, da die Imker ihre Bienenstöcke oft nur per Hubschrauber zu den abgelegenen Manuka-Sträuchern bringen können.
MGO und UMF: Qualitätsmerkmale für Manuka-Honig
Um die Qualität und Echtheit von Manuka-Honig zu gewährleisten, wurden zwei wichtige Kennzeichnungssysteme entwickelt: MGO (Methylglyoxal) und UMF (Unique Manuka Factor). Beide Werte dienen als Qualitätsmerkmale und geben Auskunft über die besonderen Eigenschaften des Honigs.
MGO (Methylglyoxal)
Im Jahr 2005 wurde während Forschungsarbeiten am Institut für Lebensmittelchemie an der TU Dresden der Inhaltsstoff Methylglyoxal (MGO) in Manuka-Honig nachgewiesen. MGO ist ein natürliches Zuckerabbauprodukt, das während der Reifung des Honigs aus dem Manuka-Nektar und Enzymen der Bienen im Bienenstock entsteht. Der MGO-Wert auf dem Etikett gibt den Gehalt an Methylglyoxal in Milligramm pro Kilogramm Manuka-Honig (mg/kg) an. Je höher der MGO-Wert, desto höher ist die Qualität und die antibakterielle Wirkung des Honigs.
UMF (Unique Manuka Factor)
Der "Unique Manuka Factor" (UMF) ist ein weiteres Bewertungssystem, das die Wirkung des Manuka-Honigs mit dem Referenzwert einer phenolischen Lösung beschreibt. Nur Mitglieder im Verband der Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) dürfen diese Bewertung nutzen. Die registrierte Warenmarke UMF® beruht auf einem Bewertungssystem, das strenge Regeln und Richtlinien befolgt. Sowohl die Kennzeichnung UMF® als auch MGO sind gültige Qualitätsmerkmale für den Preis und die Echtheit von Manuka-Honig.
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MGO 250 vs. MGO 400: Was ist der Unterschied?
Der Hauptunterschied zwischen Manuka-Honig mit einem MGO-Gehalt von 250 und 400 liegt in der Konzentration des Wirkstoffs Methylglyoxal und der damit verbundenen antibakteriellen Wirkung.
- MGO 250: Manuka-Honig mit einem MGO-Wert von 250 enthält mindestens 250 mg Methylglyoxal pro Kilogramm Honig. Dieser Wert ist ausreichend für die Vorbeugung von Erkältungen und Entzündungen. Er eignet sich gut für den täglichen Genuss, als natürlicher Süßstoff oder zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens.
- MGO 400: Manuka-Honig mit einem MGO-Wert von 400 enthält mindestens 400 mg Methylglyoxal pro Kilogramm Honig. Dieser Wert wird empfohlen, wenn ein akuter Infekt bekämpft werden soll. Aufgrund seiner stärkeren antibakteriellen Wirkung ist er besonders geeignet für die Behandlung von Entzündungen, kleinen Wunden und anderen Beschwerden.
Anwendungsbereiche von Manuka-Honig
Manuka-Honig wird aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften in verschiedenen Bereichen eingesetzt:
- Medizinische Anwendungen: Fachärzte für Naturheilverfahren empfehlen Manuka-Honig vor allem bei Entzündungen und Infektionen, wie z.B. Magenschleimhautentzündungen, Zahnfleisch- und Halsentzündungen. Besonders geeignet ist die Behandlung mit Manuka-Honig für antibiotikaempfindliche oder antibiotikaresistente Menschen. Bei Patienten mit Magenschleimhautentzündungen legt sich der Manuka-Honig wie eine schützende Decke über die Magenschleimhaut und verhindert, dass sich die magensäureunempfindlichen Helicobacter pylori Bakterien dort einnisten.
- Wundheilung: Manuka-Honig kann als Salbe bei kleinen Verletzungen eingesetzt werden. Dafür wird der Honig auf eine sterile Wundauflage messerrückendick aufgetragen und dann auf die Wunde gelegt. Der Honig sorgt dafür, dass die Wunde feucht bleibt und seine antibakteriellen Eigenschaften sollen die Heilung fördern.
- Ernährung: Manuka-Honig kann als natürlicher Süßstoff in Tee, Joghurt oder Müsli verwendet werden. Er eignet sich auch als Brotaufstrich oder zur Verfeinerung von Speisen und Getränken.
- Hautpflege: Manuka-Honig kann zur Pflege der Haut verwendet werden. Er wird oft in Hautpflegeprodukten und für die Wundheilung eingesetzt.
Worauf sollte man beim Kauf von Manuka-Honig achten?
Beim Kauf von Manuka-Honig sollte man auf folgende Punkte achten, um sicherzustellen, dass man ein hochwertiges und authentisches Produkt erhält:
- MGO- oder UMF-Zertifizierung: Achten Sie auf eine deutliche Kennzeichnung mit dem MGO- oder UMF-Wert. Diese Zertifizierungen garantieren die Echtheit und Qualität des Honigs.
- Herkunft aus Neuseeland: Echter Manuka-Honig stammt ausschließlich aus Neuseeland. Achten Sie auf den Hinweis "Hergestellt in Neuseeland" oder ähnliche Angaben.
- Transparente Herkunft: Seriöse Anbieter geben die Herkunft des Honigs transparent an und ermöglichen eine Rückverfolgbarkeit bis zur Quelle. Einige Anbieter stellen sogar Analysezertifikate zur Verfügung, die die Reinheit und den MGO-Gehalt des Honigs bestätigen.
- Verpackung: Manuka-Honig sollte in dunklen, lichtgeschützten Gläsern verpackt sein, um die wertvollen Eigenschaften des Honigs zu bewahren.
- Preis: Echter Manuka-Honig ist aufgrund seiner aufwendigen Herstellung und der begrenzten Verfügbarkeit teurer als herkömmliche Honigsorten. Seien Sie skeptisch bei sehr günstigen Angeboten, da es sich möglicherweise um Fälschungen oder minderwertige Produkte handeln könnte.
Lagerung von Manuka-Honig
Damit Manuka-Honig seine wertvollen Eigenschaften behält, sollte er kühl und dunkel gelagert werden. Die dunklen, lichtgeschützten Gläser schützen den Honig vor Sonneneinstrahlung und bewahren seine Qualität. Achten Sie darauf, den Honig stets gut zu verschließen, aber vermeiden Sie die Lagerung im Kühlschrank, um Kondensation und damit eine Qualitätseinbuße zu verhindern.
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