Traditionelle mallorquinische Desserts und Spezialitäten
Einer der Vorteile von Süßspeisen ist, dass sie immer verlockend sind. Mallorca besticht nicht nur durch kristallklare Strände, charmante Dörfer und malerische Landschaften. Auch der Gaumen wird von Mallorca verwöhnt, insbesondere durch sein traditionelles Gebäck. Wenn Sie zu den Liebhabern süßer Leckereien gehören, werden Sie die süße Seite der Insel entdecken.
Die Ensaimada - Königin der mallorquinischen Süßspeisen
Wenn man über Mallorca spricht, spricht man auch über Ensaimada, die bekannteste Süßspeise der Insel und eine der meistexportierten. Die Ensaimada, mit geografisch geschütztem Namen, ist die bekannteste Nachspeise der Insel. Ihr Name leitet sich von „saïm“ (Mallorquinisch: Schweinefett) ab, einer wichtigen Zutat für den lockeren und knusprigen Spiralteig. Es handelt sich um ein süßes Hefegebäck, das oft in Spiralform gebacken wird und typischerweise mit Puderzucker bestreut ist.
Die Ensaimada de Mallorca hat eine leicht, luftige und zarte Struktur, der Boden ist etwas schmalzig und nach dem Verzehr ist Finger abschlecken angesagt. Niemand weiß mit Sicherheit, vor wie vielen hundert Jahren das Rezept entstanden ist. Einer Legende nach soll der aragonesische König Jaume I. es bereits im Jahr 1229, als er die unter muslimischer Herrschaft stehende Insel zurückeroberte, von einem jüdischen Gesandten angeboten bekommen haben. Dass das fettig-süße Gebäckstück schon im 18. Jahrhundert gerne als Snack oder Dessert gegessen wurde, belegen Reisebeschreibungen und Rezeptsammlungen aus dieser Zeit.
Die Ensaimada ist in verschiedenen Größen erhältlich und kann mit verschiedenen Füllungen wie Creme, Schokolade etc. gefüllt sein. Ensaimadas gibt es auf Mallorca gefüllt und ungefüllt. Die einfache ungefüllte Version wird auch auf Mallorca "llisa" genannt. Die ganz traditionellen ensaimadas sind einfach und ohne Füllung oder mit einer Füllung aus "cabello de ángel", dem Engelshaar, das aus kandierten Kürbisfäden besteht. Man kann mittlerweile auch andere Füllungen wie zum Beispiel Schokolade, Vanillecreme, Aprikosen oder kandierte Früchte finden. Auch mit "sobrasada" (streichfähige Rohwurst aus Schweinefleisch, Speck und mildem Paprikapulver) gibt es Ensaimadas, die besonders typisch für die Karnevalszeit sind.
Ohne Schweineschmalz ist sie dementsprechend auch nicht original Mallorquinisch. Schweineschmalz ist nicht so ungesund, wie du vielleicht denkst! Das ausgeschmolzene Fett aus Schweinespeck hat sogar mehr ungesättigte Fettsäuren (wie Omega 3) als Kokosöl und Butter. Je nach Qualität des Schweineschmalzes, hat sie einen ganz besonderen Eigengeschmack. Ich habe Bio Schweineschmalz verwendet. Der Hefeteig wird aus griffigem Weizenmehl, Wasser oder Milch, Zucker, Ei, sehr wenig Hefe und Schweineschmalz zubereitet. Bevor sie gebacken wird, ist eine lange Teiggare von mindestens 12 Stunden bis sogar 24 Stunden erforderlich.
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Typische Ensaimada-Sorten
- Klassisch: Einfach mit Puderzucker bestreut.
- Mit Engelshaar gefüllt: Neben dem Klassiker die beliebteste Variante.
- Mit Sahne, Schlagsahne oder Schokolade: Ideal für Naschkatzen.
- Mit Sobrasada oder Aprikose: Sie vereinen Süßes und Herzhaftes.
- Mit Vanillepudding: eine beliebte Café-Variante, oft in Bäckereien angeboten.
Wie man Ensaimada zu Hause backt (Kurzüberblick aus den Rezeptvarianten)
Der Hefeteig wird aus Mehl, Zucker, Hefe, lauwarmer Milch, Eiern, Salz und Fett (Butterschmalz, Schweineschmalz oder Butter) zubereitet. Hefe in das lauwarme Wasser geben samt nur eines Teelöffels vom abgewogenen Zucker. Einmal umrühren und stehen lassen, bis die Hefe etwas schaumig aussieht. Mehl, den restlichen Zucker, Ei, Olivenöl, Salz und die Hefemixtur in die Rührschüssel geben. Den Teig nun kneten, bis er elastisch und soft ist.
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel geben, gut abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort ca. 1,5 Stunden lang gehen lassen. Diesen sich in etwa voluminös verdoppelten Teig dann einmal mit der Faust einboxen und in Portionen teilen. Jeden Teigling sehr dünn ausrollen, so dünn, dass man fast hindurchschauen könnte, jedoch ohne dass er reißt. Sehr weiche Butter oder Schmalz auf dem Teig verteilen und von der langen Seite her ganz eng aufrollen, damit eine sehr lange, dünne Teigschlange entsteht.
Diese nun lose spiralförmig zur Schnecke formen und auf dem Backblech platzieren. Sind alle Ensaimada-Schnecken auf dem Blech, deckt man alles noch mal ab und lässt den Teig erneut gehen, dieses Mal 1-12-24 Stunden je nach Rezept und gewünschtem Aroma. Unterdessen den Backofen auf ca. 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Ensaimadas ca. 15-25 Minuten lang mittig im Ofen backen. Danach sofort mit einer ordentlichen Fuhre Puderzucker bedecken und genießen.
Weitere typische mallorquinische Süßigkeiten
Die typischen Süßigkeiten Mallorcas spiegeln die Geschichte, die Feste und die Liebe zu hausgemachten Rezepten wider. Raffiniert sind sie nicht, mallorquinische Nachtische. Bodenständig trifft es eher. Gemacht aus den Zutaten, die die Erde oder die Tiere früher so hergaben. Eier, Milch, Mehl sind die Grundzutaten. Zitrus- und andere Früchte wie Feigen und Mandeln verfeinern sie.
Coca de patata
Auf Mallorca gibt es zahlreiche Varianten dieses Biskuitkuchens, sowohl süß als auch herzhaft, aber wenn wir eine empfehlen müssten, würden wir uns für die “coca de patata” entscheiden, eine Spezialität aus Valldemossa, die man in vielen Bäckereien der Insel findet. Dieser kleine, bauschige Kuchen mit weicher Konsistenz wird aus Kartoffeln, Schmalz, Zucker, Hefe, Mehl, Eiern, Milch und Sonnenblumenöl hergestellt. Unsere Empfehlung? Begleiten Sie ihn an kalten Tagen mit einer Tasse Schokolade oder an warmen Tagen mit einem Mandeleis.
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Crespells und Rubiols - Osterspezialitäten
Es handelt sich um süße Kekse mit lustigen Formen (Sterne, Herzen, Blumen…), die hauptsächlich zu Ostern gebacken werden. Sie bestehen aus Mehl, Zucker, Schmalz und Eigelb. Dank ihrer einfachen Zubereitung sind sie auf Mallorca ein sehr beliebtes Rezept für Kinder. Die Rubiols sind süße Empanadas, typisch für die Karwoche, oft gefüllt mit Engelshaar, Hüttenkäse, Marmelade oder Schokolade, nach dem Backen mit Puderzucker bestreut.
Gató de almendra (Mandel-Gató)
Der "Gató de almendra", eine Mandeltorte, ist ein mallorquinischer Klassiker. Er ist ein Biskuitkuchen, der ausschließlich aus gemahlenen Mandeln, Eiern, Zucker und Zitronenschale hergestellt wird. Er ist mehlfrei (glutenfrei), saftig und dicht, und wird üblicherweise mit Puderzucker bestäubt oder mit einer Kugel Mandel- oder Vanilleeis serviert.
Panades, Cocarrois und Coca
Zwar werden heutzutage die Panades das ganze Jahr über verkauft, wurden sie früher jedoch nur zu Ostern gebacken. Die Panades sind Teigtaschen, die mit Fleisch, Fisch oder Erbsen gefüllt werden. Die Cocarrois enthalten eine Mischung aus Gemüse der Saison sowie Rosinen und Pinienkernen. Die Cocas sind Blechkuchen, die in vielen Varianten belegt werden - ein wahres Coca-Paradies pflegen manche Bäcker:innen der Insel mit teils sehr alten Rezepten.
Saisonale Produkte und ihre Rolle in Desserts
Während der Erntezeit, die von November bis März dauert, ist ganz Sóller noch mehr als sonst im Orangenfieber. Restaurants und Cafés bieten Spezialitäten und Menüs rund um die Frucht an. Die älteste landwirtschaftliche Genossenschaft Spaniens hat ihre Wurzeln in Sóller und Umgebung, wo Zitrusbäume seit Jahrhunderten kultiviert werden.
Wer Mitte Januar bis Mitte März nach Mallorca kommt, erlebt ein Naturschauspiel in Rosa und Weiß: dann blühen die mehr als sieben Millionen Mandelbäume der Insel. Die Samen werden zu Kuchen, Eis oder Likör verarbeitet; als Ganzes kommen sie pur, gesalzen, schokoliert oder mit Gewürzen versetzt in Tüten oder Gläsern daher. Für Mallorca typisch ist der Verkauf des Turrón durch Nonnen und Mönche zur Weihnachtszeit.
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Wo findet man die besten Desserts?
Bei einem Spaziergang durch jede Ortschaft sollte man unbedingt eine Bäckerei oder Konditorei besuchen, um die lokalen Spezialitäten kennenzulernen und zu probieren. Einige der besten Konditoreien für Ensaimadas auf Mallorca sind: Forn des Teatre (Palma), Ca’n Joan de S’Aigo (Palma) und Forn Fondo (Palma). Während eines Besuchs in einer Backstube oder Konditorei kann man eine ganz neue Geschmackswelt entdecken: Traditioneller Geschmack wie der von frischem Brot oder von den süßen Leckereien der traditionellen Konditorei.
Feste, Märkte und kulinarische Erlebnisse
Veranstaltungen wie die Fira Dolça de Esporles (die Süßigkeitenmesse) oder die Osterfeierlichkeiten in den Dörfern sind ideale Gelegenheiten, neue Aromen und Rezepte zu entdecken. Viele Bäckereien bereiten für diese Feiertage besondere Süßigkeiten zu, die man sonst nicht findet. Eine tolle Möglichkeit, traditionelle Süßigkeiten zu probieren, sind die Märkte in mallorquinischen Städten; viele von ihnen bieten Stände mit hausgemachten Produkten an.
Praktische Tipps für Besucher und Nachbäcker
- Eine gute Ensaimada zu backen gleicht einem Masterdegree: Man braucht Erfahrung, Zeit und Muße - der Teig muss mehrfach gehen.
- Wer nicht auf der Insel ist, kann mit traditionellen Rezepten ein Stück Mallorca nach Hause holen. Viele Rezepte verlangen lange Garezeiten (bis zu 24 Stunden).
- Ensaimadas schmecken am besten am Tag des Backens; am nächsten Tag eignen sie sich noch für French Toast oder Bread and Butter Pudding.
- Beim Verzehr: Mallorquiner brechen ein Stück ab und tunken es vornehm in ihren Kaffee, statt direkt hinein zu beißen.
Kurze Rezepthinweise (essentielle Schritte)
- Hefe in lauwarmer Milch mit etwas Zucker ansetzen, bis sie schäumt.
- Mehl, Zucker, Eier, Öl/Schmalz, Salz und Hefemixtur zu einem elastischen Teig verkneten.
- Teig 1-2 Stunden gehen lassen, dann portionsweise sehr dünn ausrollen.
- Mit weicher Butter oder Schmalz bestreichen, eng aufrollen und zu Schnecken formen.
- Erneut gehen lassen (je nach Rezept 1-24 Stunden), bei 180°C 15-25 Minuten backen.
- Sofort mit Puderzucker bestäuben und frisch servieren.
Eine süße Einladung
Das Gebäck der Insel ist viel mehr als nur die Ensaimada - obwohl diese der Star bleibt. Ob Sie eine Ensaimada in einer Bäckerei in Palma kaufen, in der Karwoche einen Rubiol probieren oder zu Hause mit den Kleinen Crespells zubereiten - jeder Bissen ist eine Möglichkeit, die Kultur der Insel kennenzulernen. Möchten Sie Ihre Reise (oder Ihre Küche) mit diesen mallorquinischen Aromen versüßen? Guten Appetit!
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