Essbare Luftballons aus Zucker herstellen — ausführliches Rezept und Dekorationsideen
Das Auge isst ja bekanntlich mit. Bei Desserts ist das Optische zwar oft eher zweitrangig, aber es schadet nicht, auch visuell einen bleibenden Eindruck bei den Gästen zu hinterlassen. In der Vergangenheit haben wir dir bereits gezeigt, wie toll man Desserts mit Schokolade oder einfachem Karamell dekorieren kann. Heute präsentieren wir dir 4 geniale Ideen, wie man mit flüssigem Zucker und Lebensmittelfarbe Leckereien wie Cupcakes oder Kuchen ganz besonders aufhübscht.
Sicherheit zuerst
ACHTUNG! Bei folgenden Rezepten besteht Verbrennungsgefahr. Achte bitte auf Schutzkleidung und lasse größte Vorsicht walten.
Flüssiger Zucker - Basis für viele Dekorationen
Für einige der 4 Ideen brauchst du flüssigen Zucker - wir zeigen dir, wie man ihn herstellt. Dafür brauchst du: 300 g Zucker, 200 g Traubenzucker, 75 ml Wasser, Zuckerthermometer.
So geht es: Gib alle Zutaten in einen Topf und erwärme sie bei größerer Hitze. Kontrolliere dabei die Temperatur mit einem Zuckerthermometer. Wenn der Zucker die Temperatur von 150 °C erreicht hat, nimm den Topf von der Platte und stelle den Topfboden am besten in eiskaltes Wasser, bis es aufhört zu zischen. Wenn der Zucker bei etwa 130 °C ist, kannst du ihn weiterverarbeiten.
1. Zucker-Qualle (essbare Zucker-Luftballon-Form)
Dafür brauchst du: flüssigen Zucker, blaue Lebensmittelfarbe, Luftballon, Dose/Glas.
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So geht es: Färbe als Erstes den flüssigen Zucker mit blauer Lebensmittelfarbe ein. Fülle dann einen Luftballon mit Wasser und verknote ihn. Setze den Ballon mit Verschluss nach unten auf ein Glas oder eine Dose (fette vorher aber Ballon und Glas gut ein).
Gieße nun den blauen Zucker auf den Ballon, sodass feine Zuckerärmchen herunterlaufen. Sobald der Zucker fest ist, kannst du den Ballon von dem Glas lösen. Nun kannst du die Zucker-Qualle vom Ballon abnehmen und als Dekoration für einen Kuchen nutzen.
2. Bubble-Zucker (bunte, glasartige Blasen)
Dafür brauchst du: Reissirup, Lebensmittelfarbe.
So geht es: Lege ein Backblech mit Backpapier aus. Gib dann ein paar Kleckse von Reissirup auf das Papier. Färbe diese mit verschiedenen Farben von Lebensmittelfarbe ein (ein paar Tropfen reichen). Schiebe das Blech bei 150 °C Umluft für etwa 1 Stunde in den Ofen. Es ist wichtig, dass der Ofen nicht zu früh geöffnet wird. Die Deko ist fertig, wenn die Blasen im Sirup nicht mehr blubbern.
Nun kannst du den hübschen bunten Bubble-Zucker als Deko für verschiedene Desserts oder Kuchen nutzen.
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TIPP: Du kannst die Zuckerdeko auch aufheben. Am besten abgedeckt mit Trockenperlen, da der Zucker sonst die Feuchtigkeit aus der Luft zieht und klebrig wird.
3. Ausstechform-Deko aus flüssigem Zucker
Dafür brauchst du: flüssigen Zucker, Lebensmittelfarbe nach Belieben, Ausstechformen, etwas Öl.
So geht es: Fette die Ausstechformen ein und lege sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Färbe den flüssigen Zucker nach Belieben und gieße jeweils eine kleine Menge davon in die Ausstechformen. Lasse den Zucker aushärten und verwende ihn als Deko für Cupcakes oder Kuchen.
4. Zucker-Kuppel für Küchlein
Dafür brauchst du: flüssigen Zucker, mikrowellengeeignete Klarsichtfolie, große Schüssel, Springform (16 cm), Eiswasser, Föhn.
So geht es: Decke eine Schüssel mit mikrowellengeeigneter Klarsichtfolie ab (wickle am besten die ganze Schüssel mit Folie ein, so hält alles besser). Fette die Springform ein und friere sie ein (das ist wichtig, da die Springform so nicht zu warm wird und sich der Zuckert später besser lösen lässt). Wenn der flüssige Zucker etwa die Temperatur von 139 °C erreicht hat, gieße ihn auf die gespannte Folie. Drücke die gefrorene Springform auf die Folie und mit leichter Kraft nach unten, sodass eine Kuppel entsteht. Halte die Springform so lange auf die Folie gedrückt, bis der Zucker abgekühlt und fest geworden ist (hierbei kannst du mit der Kaltluftfunktion eines Föhns nachhelfen). Löse die Zucker-Kuppel von der Folie und dekoriere das gewünschte Dessert damit.
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Essbare Gelatine-Bubbles - alternative, formstabile Kugeln
Ich muss zugeben ich bin eine Motiv und Ideen-googlerin. Und da bin ich auf etwas tolles gestoßen.
Die Ballons in der gewünschten Größe aufpusten und verknoten. 50 g Gelatinepulver mit 100 ml Wasser (Wasser erstmal mit Lebensmittelfarbe einfärben), dann Gelatine mit Wasser 10 min ziehen lassen. In der Zeit die Wasserluftballons aufblasen und verknoten. Mit dem Zahnstocher unten befestigen. Die Gelatine dann kurz in die Microwelle zum Auflösen (ich nehme das Auftauprogramm). Die Zahnstocher als Griff verwenden und den Ballon in der Gelatine schwenken/tauchen, rausholen, einen Moment warten und das 4x. Den Luftballon mit dem Zahnstocher zum Trocknen auf das Styropor stecken und 24 Stunden trocknen lassen. Nach 24 std leicht drauf rumgedrücken, mit der Schere unten den Knoten abschneiden damit die Luft weichen kann und der Luftballon löst sich selbst von der Kugel, mit der Schere den Luftballon rausholen.
Man kann auch Kugeln aus Zucker blasen, das sieht dann so ähnlich aus. Aber das Zuckerblasen gehört wirklich zu einer Arbeit, die man den Profis überlassen sollte, es sei denn man hat gaaaaanz viel Zeit zum Üben. Deshalb habe ich mich für eine Gelatinevariante entschieden.
Schritt-für-Schritt-Variante mit Blattgelatine (klassisch)
- Am Vortag Gelatine-Blätter nach Packungsanweisung auflösen. Heißt: Blattgelatine in kaltem Wasser einweichen, dann mit 2-3 Löffeln Wasser in einem Topf erwärmen und unter Rühren auflösen.
- Einige Mini-Luftballons (am besten eignen sich Wasserbomben) ungefähr faustgroß aufblasen und zuknoten. Die Ballons auf Schaschlikspießen mit Klebestreifen befestigen. Die Spieße mit den Luftballons in hohe Gläser oder kleine Flaschen stellen, sodass sie aufrecht stehenbleiben.
- Mit einem Backpinsel die flüssige Gelatine auf die Luftballons streichen und 24 Stunden trocknen lassen. Wenn die Gelatine ausgehärtet ist, mit einer Schere die Luftballons zerschneiden und vorsichtig aus der Gelatinehülle nehmen.
Tipps, Tricks und Varianten
- Die Prachtstücke sollten mindestens 24 Stunden trocknen. Ansonsten kann es passieren, dass die Kugeln einfach wieder in sich zusammenfallen oder nicht stabil genug sind.
- Wenn oben schon ein trockener Bläschenfilm auf der Gelatine ist, diesen einfach abziehen, dann werden die Bläschen klarer. Den Ballon kurz abtropfen und leicht antrocknen lassen ohne etwas anderes zu berühren.
- Wer die Kugeln vegetarisch oder vegan machen möchte, der kann zu Gelatinealternativen wie Agar-Agar greifen. Hier entspricht 1 TL etwa 8 Blatt Gelatine.
- Die Kugeln sind vielseitig: Im Winter könnt ihr daraus auch Schneekugeln machen und z. B. Figuren aus Zucker oder welche aus dem Modellbahnladen hineinstellen. Besonders hübsch sieht es aus, wenn ihr alles auf einen Cupcake mit weißer Creme und Kokosflocken setzt, dann wirkt es realistisch wie dicker Schnee.
- Manche Nutzer berichten von Problemen beim Trocknen, weil die Ballons abknicken. Lösung: Die Zahnstocher unterhalb des Knotens schieben und soweit hoch, dass die Ballons nicht mehr aufliegen können, anschließend ins Gelatinebad und auf Styropor gesteckt.
- Verwende Lebensmittelfarbe und optional Glitzerpulver, um den Bubbles zusätzlichen Schimmer zu geben.
Geschmack und Verzehrbarkeit
Leider sind die Kugeln nicht immer lecker, denn Gelatine schmeckt kaum. Die Gelatinekugeln sind theoretisch essbar, allerdings würde ich vom Verzehr definitiv abraten, schmeckt nicht. Also einfach die Dekoration beim Essen beiseite legen und ggf. sogar wiederverwenden.
Wenn man etwas Geschmack integrieren möchte, kann man das Flüssiggelatine-Gemisch farbig einfärben oder mit aromatisierten Sirups arbeiten, jedoch verändert das die Trocknung und Festigkeit; daher immer zuerst testen.
Praktische Hinweise zur Auswahl der Ballons und Gelatine
Wasserluftballons unterscheiden sich dadurch, dass sie kleiner sind. Vor allem, dass sie rund sind, machen sie interessant. Bei der Gelatine gibt es Pulver (Granulat) oder Blätter. Beide müssen immer erst in kaltem Wasser 5-10 Minuten quellen. Viele fragen sich wie man Blattgelatine aufweicht. Auch die kommt ins Wasser, die Blätter werden aber danach ausgedrückt und rausgenommen. Egal, was ihr verwendet habt, das Gelatinewasser muss danach langsam erhitzt werden, um die Gelatine aufzulösen.
Achtung! Gelatine ist nicht vegetarisch (wie auch die meisten Gummibärchen), denn sie besteht aus dem Bindegewebe von Schweinen und Rindern. Wer vegetarische oder vegane Alternativen braucht, greift zu Agar-Agar.
Praxisbeispiel: Bubble Cake und weitere Dekorideen
Die Blasen aus Gelatine sind vielseitig. Wir haben daraus zum Beispiel Bubblegum Cupcakes gemacht. Die Torte sah aus, als wäre sie mit lauter großen Schaumblasen übersät worden. Ein Teil der Kugeln besteht aus Fondant, die übrigen aus Gelatine. Man kann auch Zuckerblasen herstellen, das ist aber eine fingerfertige Arbeit, die eher Profis vorbehalten bleibt.
Kurzanleitung: Checkliste vor dem Start
- Schutzkleidung bereitlegen (Topflappen, Handschuhe, ggf. Schutzbrille).
- Alle Zutaten und Werkzeuge bereitlegen (Zuckerthermometer, Backpapier, Ausstechformen, Gefrierschale für Springform, Zahnstocher/Schaschlikspieße, Styropor zum Trocknen).
- Genügend Zeit einplanen: Trocknen mind. 24 Stunden.
- Testlauf machen: Vor dem großen Projekt eine Probe-Kugel herstellen, um Technik und Trocknungszeiten zu prüfen.
Rezepttabellen-Übersicht (Basiszutaten)
| Zutat | Menge (Zucker-Variante) | Menge (Gelatine-Variante) |
|---|---|---|
| Zucker | 300 g | - |
| Traubenzucker | 200 g | - |
| Wasser | 75 ml | 100 ml (für Gelatinepulver) |
| Gelatine (Pulver) | - | 50 g (als Beispiel) |
| Lebensmittelfarbe | nach Bedarf | nach Bedarf |
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