Lübecker Marzipan Gin Herstellung und Besonderheiten
Die Stadt Lübeck ist nicht nur als „Königin der Hanse“ bekannt, sondern trägt auch stolz den Beinamen „Marzipanstadt“. Berühmt für das originale Lübecker Marzipan, ist die Hansestadt weltweit für diese süße Köstlichkeit bekannt. Besonders bemerkenswert ist der innovative „KöniGIN der Hanse“ - ein Gin, der die Tradition der Stadt mit moderner Spirituosenkunst verbindet. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Herstellung des Lübecker Marzipans, die Besonderheiten des Edelmarzipans und wie diese Kultur mit dem einzigartigen Marzipan-Gin verbunden wird.
Das originale Lübecker Marzipan: Eine regionale Delikatesse
Nur das Marzipan, das in Lübeck und den angrenzenden Gemeinden Bad Schwartau und Stockelsdorf produziert wird, darf sich „Lübecker Marzipan“ nennen - ein echtes regionales Produkt mit geschützter Herkunftsbezeichnung der EU. Die Lübecker Marzipanhersteller:innen haben sich verpflichtet, mindestens 70 Prozent Marzipanrohmasse und höchstens 30 Prozent Zucker zu verarbeiten. Diese strengen Vorgaben sichern den hohen Qualitätsstandard, der Lübecker Marzipan weltberühmt macht.
Marzipan wird in vielfältigen Formen angeboten: als roh zur Weiterverarbeitung in der Backkunst, als Marzipan-Brot oder kunstvolle Figuren, die vor allem zu festlichen Anlässen wie Weihnachten und Ostern beliebt sind. Die weiche Marzipanmasse mit ihrem charakteristischen Röstmandelgeruch und würzigem Bittermandelgeschmack eignet sich hervorragend zur Herstellung verschiedenster Figuren und Gebilde, die mit Lebensmittelfarben bemalt und so den Originalen verblüffend ähnlich gestaltet werden.
Die Herstellung von Lübecker Marzipan: Tradition und Technik
Die Produktion von Lübecker Marzipan erfolgt überwiegend in einem zweistufigen Verfahren. Im ersten Schritt werden die gereinigten Mandelkerne mit kochendem Wasser überbrüht, wodurch sich die Haut löst und mittels Gummiwalzen entfernt werden kann. Die enthäuteten Mandeln werden anschließend fein zerkleinert und zu einer Marzipanrohmasse verarbeitet, die zu maximal 35 % aus Zucker besteht. Dabei werden Puderzucker, Invertzucker und gegebenenfalls Sorbit hinzugefügt, um ein feines Aroma und die gewünschte Feuchthaltung zu erzielen. Die Masse wird bei Temperaturen um 105 °C „abgeröstet“, was ihr das typische Mandel-Aroma verleiht.
Im zweiten Arbeitsschritt wird die Rohmasse mit zusätzlichem Zucker angereichert, wobei je nach Qualität unterschiedlich viel Zucker zugesetzt wird: Je hochwertiger das Marzipan, desto weniger Zucker enthält es. Beim echten Lübecker Edelmarzipan liegt der Mandelanteil sogar bei mindestens 90 Prozent der Rohmasse.
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| Marzipan-Typ | Mindestanteil Marzipanrohmasse | Zuckergehalt |
|---|---|---|
| Konsum-Marzipan | mind. 50% | bis zu 50% |
| Lübecker Marzipan | mind. 70% | höchstens 30% |
| Lübecker Edelmarzipan | mind. 90% | geringer Anteil |
Ein preiswerter Ersatz für Marzipan ist Persipan, das statt Mandeln Aprikosen- oder Pfirsichkerne verwendet. Dieses Produkt schmeckt ähnlich, weist aber ein etwas kräftigeres Aroma auf.
Die Geschichte des Lübecker Marzipans und seine Meister
Marzipan hat seinen Ursprung im Orient und gelangte über die arabische Kultur und Spanien nach Europa. Für lange Zeit war Marzipan eine Delikatesse, die hauptsächlich Königen und Adligen vorbehalten war, da die Zutaten Mandeln und Zucker sehr kostbar waren. Auch in Lübeck wurde bereits im Mittelalter Marzipan hergestellt. Den Ruf als „Stadt des Marzipans“ erwarb sich Lübeck erst nach 1800, als mehrere Konditoreien mit der Produktion begannen.
Das bedeutendste Unternehmen ist die Firma Niederegger, die seit 1806 in Familienbesitz steht und das Rezept des Konditormeisters Johann Georg Niederegger verwendet - eine Rezeptur, die bis heute Bestand hat. Niederegger wurde nicht nur Hoflieferant für den russischen Zarenhof und den deutschen Kaiserhof, sondern hat auch weltweit zur Bekanntheit des Lübecker Marzipans beigetragen.
In den modernen Lübecker Marzipan-Speichern, nahe dem Holstentor, wird diese Tradition mit feiner Handwerkskunst lebendig gehalten. Besucher können zwischen kunstvollen Marzipan-Kreationen, himmlischen Aufstrichen, Marzipan-Feinkost und Spirituosen mit Marzipan-Note wählen. Das angrenzende Marzipan-Speicher Café lädt zudem zum Genießen von Marzipantorte oder Marzipaneis mit frisch geröstetem Kaffee ein.
KöniGIN der Hanse: Der einzigartige Marzipan-Gin aus Lübeck
Eine bemerkenswerte Innovation aus Lübeck ist der „KöniGIN der Hanse“ - ein Gin, der extra zum 875. Geburtstag der Stadt von Clemens Dietrich kreiert wurde. Der Gin verbindet die berühmte Marzipantradition Lübecks mit der faszinierenden Welt der Spirituosen. Seine Botanicals spiegeln den typischen Geschmack von Marzipan wider und enthalten gebrannte Mandeln, Rosen und Butterscotch.
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Schon der Duft des Gins erinnert an das süß-bittere Aroma frisch gebackener Marzipanleckereien. Im Geschmack entfalten sich Mandeln, Butter und Wacholder sowie weitere Kräuternoten, die zusammen ein einzigartiges Marzipanerlebnis ergeben. Besonders in Kombination mit einem Dry Tonic zeigt sich der Gin als flüssiges Marzipan, mild und mit einer sanften Kräuternote.
Qualitätsmerkmale und Lagerung des Lübecker Marzipans
Die Qualität des Marzipans erkennt man vor allem am Anteil der Marzipanrohmasse. Original Lübecker Marzipan zeichnet sich durch seinen hohen Mandelanteil und die sorgfältige Auswahl der Zutaten aus. Dabei spielen auch ein bestimmte Anteil an bitteren Mandeln sowie Rosenwasser zur Abrundung der Geschmacksnote eine Rolle.
Marzipan sollte möglichst kühl und dunkel gelagert werden, um eine Haltbarkeit von bis zu einem Jahr zu gewährleisten. Die Herstellung unterliegt strikten gesetzlichen Vorgaben, um stets ein Premiumprodukt zu gewährleisten. Die Kombination aus traditionellem Handwerk, hochwertigen Rohstoffen und moderner Produktionsweise macht Lübecker Marzipan einzigartig.
Marzipankultur in Lübeck: Tradition trifft Innovation
Lübeck hat sich als Zentrum des Marzipans etabliert, mit Unternehmen wie Lubeca, Martens, MEST und Marzipanland, die die Tradition pflegen und zugleich Innovationen hervorbringen. Das Marzipanmuseum im Stammhaus von Niederegger lädt Besucher ein, die Geschichte und Herstellung dieser süßen Kunst hautnah zu erleben.
Besucher der Hansestadt sollten sich einen Besuch in diesen besonderen Orten nicht entgehen lassen, wo die Kombination aus regionalem Handwerk, hochqualitativen Zutaten und kulturellem Erbe zur sinnenfreudigen Verführung wird.
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