Löwenzahn- und Gänseblümchen-Honig: Rezept, Herstellung und Tipps für veganen Blütensirup

Die Bienen summen wieder fleißig durch die Wiesen und schweben dabei grazil von Blume zu Blume, um neuen Honig zu produzieren. Ein wirklich sehr schöner Anblick, oder? Doch man kann Honig auch selbst machen, ganz ohne Bienen. Wie das geht? Ganz einfach aus Gänseblümchen! In diesem ausführlichen Beitrag erfährst du, wie du aus Löwenzahn- und Gänseblümchenblüten einen aromatischen, goldgelben Blütensirup - oft als veganer Honig bezeichnet - herstellst, wie du richtig sammelst, worauf du beim Kochen achten musst und wie du die Haltbarkeit sicherstellst.

Warum Blütenhonig - und was ist das eigentlich?

Kein Honig im herkömmlichen Sinn, denn der Honig aus Blüten wird ganz ohne die Beihilfe von Bienen hergestellt. Natürlich nicht komplett ohne - was würde schon draußen blühen ohne unsere Bienen - doch die ganze Arbeit, den goldigen Sirup herzustellen, wird bei diesem Honig von uns selbst erledigt. Also lehnt euch zurück und macht’s euch mit einer Tasse Tee gemütlich. Diese vegane Honig-Alternative ist wunderbar aromatisch und dem Bienenhonig in Aussehen und Geschmack täuschend ähnlich. So ist es wirklich. Beziehungsweise genauso schmeckt der Blütenhonig. Geschmack, Aussehen und Eigenschaften sind dem von echtem Honig täuschend ähnlich - und das ganz ohne tierisches Zutun.

Welche Blumen eignen sich?

Löwenzahnblüten sind die perfekte Grundlage für pflanzlichen Honig. Als Grundlage für die Honig-Zubereitung ist Löwenzahn perfekt - auch für Bienen ist er eine wichtige Nahrungsquelle im Frühling. Man kann ihn an Wegesrändern, auf Wiesen, Äckern oder im eigenen Garten finden. Darüber hinaus lässt sich die Honigalternative aber auch mit Gänseblümchen, Ringelblumen und anderen essbaren Blumen und Kräutern zubereiten. Bereitet man Honig mit Gänseblümchen zu, schmeckt man durchaus einen Unterschied zum Löwenzahn. Honig aus Gänseblümchen hat einen etwas spezielleres Geschmack.

Was ist essbar und sicher?

Alle Teile der Gänseblümchen kann man roh essen - sowohl die Blätter als auch der Stiel und die Blüten. Für den Gänseblümchen-Honig werden jedoch nur die Blüten verwendet. Übrigens besteht bei Gänseblümchen keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen. Gänseblümchen können höchstens mit den ungiftigen Blüten der Kamille oder der Margerite verwechselt werden. Nicht nur hübsch anzuschauen, sondern gesund und lecker dazu! Gänseblümchen sind nicht nur essbar, sondern sogar auch noch sehr gesund! Sie enthalten viele Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

Sammeln: Zeitpunkt, Menge und Vorsicht

  • Gepflückt werden können Gänseblümchen den ganzen Frühling bis spät in den Herbst, also ca. von März bis Oktober.
  • Sammelt die Blüten an einem trockenen, sonnigen Tag (am besten um die Mittagszeit), denn die Blüten öffnen sich nur richtig bei Sonnenschein.
  • Beim Pflücken solltest du darauf achten, dass die Blumen von einer möglichst unberührten Wiese stammen. Also möglichst weit weg von der Straße und irgendwo, wo wenig Hunde unterwegs sind und die Fläche nicht gedüngt oder gespritzt wurde.
  • Pflücke nur die Blütenköpfe ab und niemals eine ganze Wiese leer, denn die Blüten sind auch wichtig für Biene, Hummel und andere Insekten.
  • Gib die Blüten anschließend in eine Schüssel und lasse sie einige Minuten stehen, damit sich kleinere Käfer oder Fliegen entfernen können.

Vorbereitung der Blüten

Die frisch gesammelten Blüten auf einem Backblech ausbreiten und kleine Insekten, die sich in den Blüten verstecken, entfernen. Nun werden alle Stiele abgezupft. Für einen sehr feinen Honig können die gelben Blütenblätter des Löwenzahns aus den Blütenkörbchen gezupft und die grünen Kelchblätter entfernt werden. Wer einen sehr feinen Honig haben möchte, kann beim Löwenzahn die gelben Blütenblätter von den grünen Kelchblättern entfernen - das ist kein Muss, doch es verfeinert den Geschmack.

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Gänseblümchen und Löwenzahn auf einer Wiese

Grundprinzip: Blütenwasser herstellen

Um dem Blütenhonig sein Aroma zu verleihen, benötigt man vor allem eines: viele Blumen von der Wiese oder aus dem Garten. Diese werden kurz mit Wasser gekocht und anschließend 12-24 Stunden ziehen gelassen, damit sie all ihr gutes Aroma an das Wasser abgeben können. Nun werden die vorbereiteten Blüten in einen großen Topf gegeben, mit frischem Wasser aufgegossen und einige Minuten abgekocht. Nach dem kurzen Kochen lässt man den Sud abkühlen und an einem kühlen Ort über Nacht, im Idealfall 12-24 Stunden ziehen. Je länger man die Blüten in der Flüssigkeit ziehen lässt, desto intensiver wird der Honig, da sie so viel besser ihren vollen Geschmack des Nektars entfalten können.

Rezept-Grundlage: Zutaten und Mengen

Der Gänseblümchen-Honig besteht aus nur vier Zutaten: Frisch gepflückten Gänseblümchen, Zitronensaft und zum gleichen Teil Wasser, wie Zucker. An den 250 g Blüten pro Liter Wasser & Kilo Zucker kann man sich für einen aromatischen Honig sehr gut orientieren. Ich habe für diesen Blütenhonig 200 g Löwenzahnköpfe und 50 g Gänseblümchen verwendet. Du benötigst außerdem Zitronensaft (oder Limettensaft) zur Aromatisierung und Haltbarkeitsverbesserung.

Beispielzutaten (orientierend)

  • 250 g Blüten (z. B. Löwenzahn/Gänseblümchen-Mischung)
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker
  • Saft von 1 Bio-Zitrone oder Limette

Schritt-für-Schritt-Zubereitung

  1. Wasche die frisch gesammelten Gänseblümchen kurz unter kaltem Wasser ab und entferne die Reste der grünen Stiele.
  2. Gib die gewaschenen Gänseblümchen zusammen mit dem Wasser in einen großen Topf und bringe die Flüssigkeit auf höchster Stufe kurz zum Kochen. Schalte den Herd anschließend wieder aus und lass den Gänseblümchentee, samt der Blüten, für mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, bei geschlossenem Deckel an einem kalten Ort ziehen.
  3. Gieße den durchgezogenen Tee aus den Gänseblümchenblüten durch ein feines Sieb (ggf. Mulltuch) und fange die Flüssigkeit in einem großen Topf wieder auf. Drücke die im Sieb aufgefangenen Blüten gründlich mit einem Löffel aus, sodass möglichst wenig Flüssigkeit in ihnen zurückbleibt. Die ausgedrückten Gänseblümchen werden nun nicht mehr benötigt und können entsorgt werden.
  4. Presse den Zitronensaft aus und gib ihn zusammen mit dem Zucker zum Gänseblümchentee in den Topf.
  5. Koche die Flüssigkeit unter stetigem Rühren einmal kurz auf. Achte dabei darauf, dass die Flüssigkeit nicht überkocht und nimm den Topf bei Bedarf kurz vom Herd. Reduziere anschließend die Temperatur auf niedrige Stufe und lass die Flüssigkeit für etwa 1,5 - 2 Stunden (ohne Deckel) köcheln. Rühre den veganen Honig dabei zwischenzeitlich immer wieder um.
  6. Bevor du den Honig in die Gläser abfüllst, solltest du eine Gelierprobe machen: Tropfe dafür etwas Honig auf einen Teller und lass ihn vollständig auskühlen. Denn erst nach dem Erkalten kann man die endgültige Konsistenz feststellen. Sollte der Blütenhonig noch zu flüssig sein, muss er noch etwas länger vor sich hin köcheln.
  7. Fülle den fertigen Gänseblümchen-Honig noch heiß in die sterilisierten Einmachgläser ab und schließe direkt die Deckel. Achtung: Der Blütenhonig wird sehr heiß! Am besten verwendest du zum Schließen der Gläser ein Geschirrhandtuch, damit du dir nicht die Finger verbrennst.
Topf mit köchelndem Blütensirup

Tipps zur Variation und Aromatisierung

  • Die wenigen Zutaten des Gänseblümchen-Honigs lassen sich auch ganz einfach durch Alternativen abwandeln. Statt dem Zitronensaft könntest du auch Limettensaft oder Zitronensäure verwenden.
  • Der raffinierte Zucker lässt sich auch problemlos durch braunen oder Rohrzucker austauschen; Kokosblütenzucker verleiht eine karamellige Note und dunkelt den Sirup.
  • Auch bei den Blüten bist du nicht unbedingt an die Gänseblümchen gebunden, sondern du kannst auch einen Teil durch Löwenzahnblüten ersetzen oder weitere Kräuter/ Gewürze wie Vanille, Zimt, Ingwer, Zitronenmelisse, Thymian oder Lavendel ergänzen.
  • Wer den Geschmack von Tannen- oder Waldhonig mag, kann sich mit Tannenspitzen einen Hauch von Wald in den Honig zaubern.

Konsistenz, Kochdauer und Gelierprobe

Die Konsistenz der veganen Honigalternative variiert je nach Kochzeit und Temperatur. Je länger du den Gänseblümchen-Honig kochst, desto fester wird er. Um zu prüfen, ob dein Gänseblümchen-Honig schon die für dich perfekte Honigkonsistenz hat, kannst du ein paar Tropfen der heißen Flüssigkeit auf einen kalten Teller träufeln. Nach kurzer Zeit ist der vegane Honig auf dem Teller abgekühlt und die derzeitige Konsistenz des Honigs erkennbar. Denn wichtig zu beachten ist, dass der Sirup beim Erkalten auch nochmal etwas andickt. Also nicht erst aufhören zu kochen, wenn er bereits sehr zähflüssig ist.

Sterilisieren, Abfüllen und Haltbarkeit

Die Schraubgläser, samt der Deckel, lassen sich am einfachsten sterilisieren, indem man sie in einem großen Topf für mehrere Minuten kocht oder bei 120 Grad im Backofen für etwa 10-15 Minuten erhitzt. Den fertigen Blütenhonig noch heiß in sterilisierten Gläser füllen, sofort verschließen und auskühlen lassen. Wenn sauber gearbeitet wird und die Gläser vor dem Abfüllen sterilisiert werden, ist der Honig aufgrund des hohen Zuckergehalts sehr lange haltbar. Kühl und dunkel aufbewahrt hält er sich Jahre. In Internetberichten findet man oft die Angabe, eingekochter Löwenzahnhonig könne bis zu einem Jahr haltbar sein; das ist ein guter Anhaltspunkt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sauber gearbeitet wird.

Wie schmeckt der Blütenhonig?

Der Blütenhonig hat eine einzigartige, ganz leichte, nicht zu aufdringliche Note, durch den Nektar der frischen Blüten. Diese Note macht ihn zu etwas ganz Besonderem. Je nach Jahreszeit und Herkunft kann der Geschmack der Blüten, sowie bei den meisten Naturprodukten, immer leicht variieren. Ansonsten kommt der Geschmack des Gänseblümchen-Honigs einem „normalen“ Bienenhonig sehr nahe. Da ich es immer sehr schwer finde einen Geschmack zu beschreiben würde ich dir empfehlen, dass du das Rezept für den Gänseblümchen-Honig ganz einfach einmal selbst ausprobierst.

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Glas mit goldgelbem Blütensirup auf dem Frühstückstisch

Serviervorschläge und Verwendung

Der Blütenhonig schmeckt hervorragend in Honig-Senf-Dressings, als Süßungsmittel für Heißgetränke oder Süßspeisen, im Müsli oder natürlich auch direkt auf dem Brot als süßer Aufstrich. Auch zum Backen ist der vegane Honig perfekt geeignet. Mit Eurem Blütensirup könnt Ihr eine leckere Vinaigrette für Salat zaubern oder Joghurt und Süßspeisen verfeinern. Ein goldiger Sirup, der die Frühlingswiese aufs Frühstücksbrot bringt!

Sicherheit und Nachhaltigkeit

Beim Sammeln Blüten an unbelasteten Orten auswählen und respektvoll mit den Pflanzen umgehen. Blumen und Kräuter nützen dem Ökosystem und sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, gerade auch der Löwenzahn für Bienen. Also keinen Raubbau betreiben, sondern nur so viel sammeln, wie man selbst gerade benötigt.

Praxis-Tipps und häufige Fragen

  • Die Herstellung des selbstgemachten Honigs eignet sich perfekt, um auch Kinder am Prozess teilhaben zu lassen. Lass sie bitte nur nicht am heißen Herd alleine und übernimm bitte das Abfüllen in die Gläser, bevor Verbrennungen entstehen!
  • Beim Kochen kann der Sud schäumen - ein großer Topf ist von Vorteil.
  • Die Menge der Blüten kann variieren, je nachdem, wie intensiv der Geschmack sein soll.
  • Wenn du Löwenzahnblüten abpflückst, werden deine Finger schnell kleben - plane das ein.
  • Beim Waschen der Blüten kann man kleine Käfer entdecken; überprüfe die Blüten sorgfältig.
Kurzes Anleitungsvideo: Herstellung von Löwenzahn- und Gänseblümchen-Honig

Kurze Rezept-Checkliste

ZutatMenge (Beispiel)
Blüten (Löwenzahn/Gänseblümchen)ca. 250 g
Wasser1 Liter
Zucker1 kg
Zitrone / LimetteSaft bzw. 1 Frucht in Scheiben

Probiere unterschiedliche Mischungsverhältnisse und Aromatisierungen aus, bis du deinen perfekten Blütenhonig gefunden hast. Viel Freude beim Sammeln, Kochen und Genießen dieses kleinen Frühlingsglücks im Glas!

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