Linzer Torte und Linzer Plätzchen Rezept – zwei Klassiker, ein Teig
Hohohöchen, wir haben da einen unschlagbaren Deal für euch: 2 Rezepte zum Aufwand von 1! Es gibt Linzer Torte und Linzer Plätzchen mit zweierlei Füllung - alles aus ein und dem selben Rezept gemacht - as easy as Weihnachtsbäckerei gets. Sternstunden am Sonntag, seid ihr dabei?
Warum Linzer Torte und Linzer Plätzchen aus demselben Teig?
Beim Backen waren wir so sehr im Flow, dass wir neben der normalen runden Linzer Torte auch gleich noch Linzer Plätzchen gebacken haben. Selbes Rezept, genauso lecker. Unser Tipp: von vornherein die doppelte Menge Teig zubereiten und beides backen. Linzer gehört zu dem Typ Gebäck, das mit der Zeit noch besser wird. Quasi der Wein oder Käse unter den Kuchen. Also ruhig schon am Vortag zubereiten und ein, zwei Tage durchziehen lassen. Dann kann das ganze schön durchziehen und die Gewürze können ihr volles Aroma entfalten.
Zutaten (Basisrezept, ergibt Kuchen 26 cm oder viele Plätzchen)
- 235 g Mehl (oder Varianten: 250 g Mehl + etwas für die Arbeitsfläche)
- 150 g gemahlene Haselnüsse (oder gemahlene Mandeln 150 g)
- 150 g gemahlene Mandeln (Alternative aus Rezepthülle)
- 100-150 g Zucker / Puderzucker (je nach Variante)
- 1 TL Zimt
- 1/2 TL Kardamom
- 1 Msp. Nelke (je nach Rezeptvariante)
- 1 Ei (Gr. M)
- 200 g kalte Butter oder 75-200 g je nach Rezeptvariante
- Orangenabrieb (optional)
- 1 Pck. Vanillezucker (optional)
- ca. 150-200 g Johannisbeergelee oder andere Gelees (Himbeer, Erdbeer, Pflaume, Zwetschge)
- Puderzucker zum Bestäuben
Grundtechnik: Teig herstellen und kühlen
Für den Teig das Mehl mit den Nüssen, den Gewürzen, dem Orangenabrieb, Zucker und Vanillezucker mischen. Die Butter in Stücken hinzufügen und mit den Händen kurz einarbeiten. Dann das Ei zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Alle Zutaten für den Teig mischen und einen Teig herstellen und 1-2 Stunden ruhen lassen. Den Teig in Folie eingewickelt für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Sollte der Teig kleben, einfach eine Weile in den Kühlschrank stellen. Forme den Teig zu einer Kugel oder drücke ihn flach auf einen Teller und decke ihn ab. Stelle den Teig für mindestens 1-2 Stunden oder auch über Nacht in den Kühlschrank.
Linzer Torte - Schritt für Schritt
Fertigstellung Backform einfetten und mehlieren. Eine Spring-/Tarteform (Rund 26 cm Durchmesser oder rechteckig ca. 20 x 30 cm) gründlich einfetten und mit Mehl ausstäuben. Den Backofen auf 175-180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Den übrigen Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als die vorbereitete Backform ausrollen, die Dicke sollte etwa 1 cm betragen. Die Backform damit auslegen. Das geht ganz gut indem man den Teig auf einem Bogen Backpapier ausrollt und dann in die Form stürzt.
- Eventuelle Löcher mit ein wenig Teig flicken und einen etwa 0,5-1 cm hohen Rand entstehen lassen. Knapp die Hälfte des Teiges auf Formgröße ausrollen und in Streifen schneiden. Rest des Teiges ohne Rand auf Bodengröße ausrollen.
- Die Marmelade in einer kleinen Schüssel geschmeidig rühren und auf dem Boden verteilen. Dabei ca. 1 cm Rand lassen. Sollen die Linzer Plätzchen mit 2 Sorten Konfitüre gefüllt werden einen zusätzlichen Teigstrang als „Absperrung“ in der Mitte platzieren.
- Aus dem restlichen Teig nun Streifen für das Rautenmuster schneiden - alternativ mit einem Plätzchen-Ausstecher verschiedene Motive ausstechen und die Marmelade damit belegen. Das halbe Eigelb mit 1 TL Milch verrühren und das Gitter damit bestreichen. Aber nur den Teig: auf der Marmelade hinterlässt das Ei unschöne Flecken.
- Den Kuchen auf mittlerer Schiene ca. 25-30 Minuten bei 175 °C backen (manche Rezepte geben 40-45 min bei 180 °C an, bei längerer Backzeit gegen Ende eventuell mit Backpapier abdecken, damit die Ränder nicht zu dunkel werden). In der Backform auskühlen lassen.
Linzer Plätzchen - zwei Varianten (klassisch & zweierlei Füllung)
Ca. 1/3 des Teiges aus dem Kühlschrank nehmen und auf der gut bemehlten Arbeitsfläche etwa 0,5-1 cm dick ausrollen. Der Teig sollte etwas dicker sein, als man ihn beim Plätzchen backen auswellen würde. Der Teig ist recht weich und lässt sich daher gekühlt am besten verarbeiten. Beim Ausrollen sollte die Arbeitsfläche gut bemehlt sein, damit nicht kleben bleibt. Verwende nicht zu viel Mehl beim Ausrollen, sonst wird der Teig zu trocken und bröselig.
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- Teig dünn (ca. 3-5 mm je nach Rezeptvariante) ausrollen und mit einem großen Ausstecher (Ø 4-5,5 cm) Plätzchen ausstechen. Aus der Hälfte dieser Plätzchen in der Mitte eine kleinere Form (Kreis, Stern, Herz) ausstechen - das wird die Öffnung.
- Teigreste wieder zusammenkneten, ggf. nochmals kurz kalt stellen. Lege die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes Blech und kühle sie für weitere 30 Minuten im Kühlschrank oder 15 Minuten im Gefrierfach.
- Backofen vorheizen: Heißluft 175-180 °C oder Ober-/Unterhitze 200 °C. Plätzchen nacheinander 8-12 (bzw. 10-15) Minuten backen. Die Kekse mit Loch brauchen etwa 1-2 Minuten weniger Backzeit. Auf einem Kuchenrost erkalten lassen.
- Gelee gut verrühren, einmal kurz aufkochen und lauwarm abkühlen lassen. Die Kekse ohne Motiv damit bestreichen. Die ausgestochenen Plätzchen (mit Loch) auflegen und vorsichtig andrücken. Mit Puderzucker bestäuben.
- Restliches Gelee in einen Spritzbeutel füllen und die Aussparung in der Mitte mit Gelee füllen. Ca. 2 Stunden trocknen und fest werden lassen. Linzer Plätzchen vorsichtig in Dosen verpacken.
Tipps zur Füllung und Variationen
- Für die Füllung wird traditionellerweise Johannisbeer-Konfitüre verwendet. Himbeere oder jede andere leicht säuerliche Marmelade funktioniert aber ebenso gut.
- Als kleine Special-Variante haben wir die Hälfte unserer Linzer Plätzchen mit Orangenmarmelade bestrichen. Wir können uns gar nicht entscheiden, welche unsere Lieblingssorte ist!
- Wichtig: Bitte nur Fruchtaufstriche ohne Stückchen verwenden. Aufgrund der vielen Kerne sollte Himbeermarmelade zusätzlich durch ein feines Sieb gestrichen werden.
- Alternativen: Pflaumenmus, Aprikose, Kirsch oder sogar Nuss-Nougat-Creme (letztere macht die Plätzchen schwerer zu verschicken).
Aufbewahrung und Durchziehen
Unbedingt durchziehen lassen! Linzer Plätzchen schmecken am allerbesten, wenn man ihnen mindestens 24 Stunden Zeit zum Durchziehen gibt. Am besten lagerst du sie in einer gut schließenden Keksdose. Luftdicht verpackt halten Linzer Plätzchen gut 3-4 Wochen und länger - in einer Plätzchenbox in einem kühlen Keller sind sie besonders gut aufgehoben. Ein doppelt gelegtes Backpapier im Deckel kann die Dose zusätzlich luftdicht machen.
Praktische Hinweise & Backzeiten auf einen Blick
| Gebäck | Dicke Teig | Backzeit | Temp. |
|---|---|---|---|
| Linzer Torte (26 cm) | ca. 1 cm | 25-45 Min. (je nach Rezept) | 175-180 °C O/U |
| Linzer Plätzchen (Loch + Deckel) | 3-5 mm bzw. 0,5-1 cm je nach Variante | 8-12 bzw. 10-15 Min. | 175 °C Heißluft / 200 °C O/U |
Häufige Fragen (Kurzantworten)
- Welche Ausstecher? Es gibt spezielle Linzer-Ausstecher mit zwei Teilen (Unter- und Oberteil mit Aussparung). Alternativ normale runde, Blumen- oder Sternausstecher verwenden.
- Warum Teig kühlen? Der Teig ist recht weich und lässt sich daher im gekühlten Zustand am besten verarbeiten. Wenn er beim Ausstechen leicht bricht, länger kühlen.
- Was tun, wenn das Gelee zu flüssig ist? Kurz aufkochen, lauwarm abkühlen lassen und dickflüssig auftragen; in kleinen Mengen ins Loch spritzen, damit es nicht ausläuft.
- Kann man den Teig vorbereiten? Ja, ruhig schon am Vortag zubereiten und ein bis zwei Tage durchziehen lassen - der Geschmack wird intensiver.
Nährwerte (Beispielangabe pro Plätzchen)
Als Orientierung: Pro Stück ca. 108 kcal, 2 g Eiweiß, 6 g Fett, 11 g Kohlenhydrate. Die genaue Angabe variiert je nach Größe und Füllmenge.
Noch ein paar persönliche Worte
Ich finde, die Linzer Torte wird zu oft in die Winterzeit gedrängt. Vielleicht liegt das an Gewürzen wie Nelke und Zimt. Denn auch bei uns gibt es den Kuchen meist zur Weihnachtszeit und steht bei Treffen mit alten Freunden oft auf der Kuchentafel. Doch dieses Jahr hab ich es mal gewagt und hab den Kuchen auch im Mai gebacken. Dafür ist die Linzer Torte quasi prädestiniert: sie muss nicht unbedingt gekühlt werden und transportiert sich gut - ideal für Reisen und Feiern.
Viel Spaß beim Nachbacken - backt gleich die doppelte Portion und habt Torte für jetzt und Plätzchen für später. Eure Sally!
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