Lindt Schokolade Cadmium Test: Eine umfassende Analyse
Schokolade ist nicht nur eine beliebte Süßigkeit, sondern wird auch oft als Stimmungsaufheller betrachtet. Allerdings können einige Schokoladensorten Inhaltsstoffe enthalten, die den Appetit verderben. Insbesondere der Cadmiumgehalt in dunkler Schokolade hat in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erregt. Dieser Artikel beleuchtet die Problematik von Cadmium in Schokolade, insbesondere in Produkten von Lindt, und gibt einen Überblick über aktuelle Tests und Ergebnisse.
Die Anziehungskraft der Schokolade
Schokolade ist aus verschiedenen Gründen so verführerisch. Sie enthält Tryptophan, eine Aminosäure, die im Körper zu Serotonin umgewandelt wird, dem sogenannten "Glückshormon". Wissenschaftler vermuten, dass die Kombination aus Geschmack, Geruch und Konsistenz Schokolade so unwiderstehlich macht.
Schadstoffe in Schokolade: Ein Überblick
Regelmäßige Tests von Konsumentenorganisationen wie ÖKO-TEST und Stiftung Warentest haben gezeigt, dass viele Schokoladen, insbesondere solche aus Supermärkten und Discountern, kritische Inhaltsstoffe enthalten können. Dazu gehören Mineralölbestandteile, Pestizide und Schwermetalle wie Cadmium.
Mineralölbestandteile
ÖKO-TEST fand in 24 von 25 getesteten Milchschokoladen Mineralölbestandteile. Diese Stoffe können sich im Körper anreichern und potenziell gesundheitsschädlich sein.
Anbaubedingungen und Transparenz
Die Anbaubedingungen von Kakao sind oft problematisch. ÖKO-TEST fragte bei den Schokoladenherstellern nach der Lieferkette, aber viele lehnten es ab, diese offenzulegen.
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Positive Beispiele
Einige Schokoladensorten wurden jedoch positiv bewertet. Im ÖKO-TEST 12/2019 erhielten "Rapunzel Dunkle Vollmilch" und "Ritter Sport Alpenmilch" gute Bewertungen. Stiftung Warentest bewertete "Die Gute Schokolade", "Marabou Mjölk Choklad King Size", "Merci Edel-Rahm Milk Chocolate" und "Milka Alpenmilch" positiv.
Cadmium in Schokolade: Eine detaillierte Betrachtung
Cadmium ist ein Schwermetall, das natürlich im Boden vorkommt und von Kakaopflanzen aufgenommen werden kann. Es reichert sich in den Kakaobohnen an und kann somit in die Schokolade gelangen. Zu viel Cadmium kann nierenschädlich wirken. Die EU hat 2019 Höchstgehalte für Cadmium in Schokolade eingeführt: Bitterschokolade darf höchstens 0,8 Milligramm Cadmium pro Kilogramm enthalten.
Testergebnisse und Cadmiumgehalt
Einige Tests haben erhöhte Cadmiumgehalte in bestimmten Schokoladensorten festgestellt. Im Test von ÖKO-TEST wurde der höchste Cadmiumgehalt in der Schokolade "Original Beans" gefunden (0,56 Milligramm pro Kilogramm). Laut EU-Grenzwert ist diese Menge jedoch unbedenklich. Ein 60 Kilogramm schwerer Erwachsener müsste wöchentlich etwa 270 Gramm dieser Schokolade essen, um die tolerierbare Aufnahmemenge auszuschöpfen.
Dunkle Schokolade und Schwermetalle
Dunkle Schokolade enthält tendenziell mehr Schwermetalle als Milchschokolade, da sie einen höheren Kakaogehalt hat. Die US-Verbraucherorganisation "Consumer Reports" fand in dunklen Schokoladensorten Blei und Cadmium. Sie orientierten sich an den in Kalifornien zulässigen Mengen an Blei (0,5 Mikrogramm) und Cadmium (4,1 Mikrogramm) pro Unze (knapp 30 Gramm).
Ursachen für die Kontamination
Die Aufnahme von Cadmium erfolgt durch die Kakaopflanzen aus dem Boden. Blei kann während des Ernteprozesses von außen auf die Bohne gelangen.
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Empfehlungen für Konsumenten
"Consumer Reports" empfiehlt, Produkte mit geringeren Werten an Schwermetallen zu wählen oder Schokoladen mit geringerem Kakaoanteil zu bevorzugen, da mit diesem vor allem der Cadmiumgehalt steige. Der gelegentliche Verzehr von bis zu 30 Gramm dunkler Schokolade pro Tag sei dennoch relativ unbedenklich.
Lindt Schokolade im Fokus
Lindt, eine bekannte Schweizer Schokoladenmarke, wurde in mehreren Tests auf Schadstoffe untersucht.
ÖKO-TEST Bewertung
Im ÖKO-TEST fiel die "Lindt Excellence Mild 70% Cacao Edelbitter Mild" mit der Note "ungenügend" durch. Die Tester bemängelten erhöhte Mineralölbestandteile und fehlende Transparenz des Herstellers bezüglich der Ursprungsländer der Kakaobohnen und der Arbeitsbedingungen.
Sammelklage in den USA
In den USA schlägt sich Lindt mit einer Sammelklage wegen erhöhter Blei- und Cadmiumwerte in seiner Bitterschokolade herum. Verbraucherschützer entdeckten 2022 in der "Lindt Excellence 70 % Kakao" einen Cadmiumgehalt über dem Grenzwert und in der "Excellence 85 % Kakao" einen zu hohen Bleigehalt.
Lindts Reaktion
Lindt wehrt sich gegen die Klagevorwürfe und argumentiert, dass die Qualitätsversprechen in der Werbung bloße Übertreibung seien. Das Unternehmen betont, dass dunkle Schokolade aufgrund des höheren Kakaoanteils häufiger belastet ist und weist die Vorwürfe zurück, dass die Schokolade gegen gesetzliche Vorschriften verstoße oder schädlich sei.
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Transparenz und Lieferkette
Ein Kritikpunkt an Lindt ist die mangelnde Transparenz bezüglich der Lieferkette. Im ÖKO-TEST war Lindt der einzige Hersteller, der keine Angaben zu den Ursprungsländern der Kakaobohnen machte. Dies erschwert die Bewertung der Nachhaltigkeit und der Arbeitsbedingungen beim Kakaoanbau.
Weitere Testergebnisse und Bewertungen
Neben Lindt wurden auch andere Schokoladenmarken in verschiedenen Tests untersucht.
Positive Beispiele
- Fairglobe Bio Schokolade Bitter, 70 % Kakao (Lidl): Gute Bewertung im ÖKO-TEST.
- Ener Bio Feine Bitter Schokolade mit 70 % Kakao (Rossmann): Gute Bewertung im ÖKO-TEST.
- Tony’s Chocolonely 70 % Zartbitter: Gute Bewertung im ÖKO-TEST.
Negative Beispiele
- Best Moments Edelbitter-Schokolade, 74 % Kakao (Penny): "Ungenügend" im ÖKO-TEST aufgrund erhöhter Mineralölbestandteile und Pestizidrückstände.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Die Testergebnisse zeigen, dass Schokolade Schadstoffe enthalten kann, insbesondere Mineralölbestandteile und Schwermetalle wie Cadmium. Verbraucher sollten daher beim Kauf auf folgende Punkte achten:
- Kakaoanteil: Dunkle Schokolade hat tendenziell einen höheren Schadstoffgehalt als Milchschokolade.
- Transparenz: Hersteller, die ihre Lieferketten offenlegen, sind zu bevorzugen.
- Bio- und Fairtrade-Siegel: Diese Siegel weisen auf die Einhaltung von ökologischen und sozialen Mindeststandards hin.
- Moderater Konsum: Der gelegentliche Verzehr von Schokolade in moderaten Mengen ist in der Regel unbedenklich.
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