Dubai-Schokolade im Test: Hype, Realität und rechtliche Konsequenzen

Die Dubai-Schokolade hat in Deutschland einen regelrechten Hype ausgelöst. Konsumenten standen Schlange, um die begehrten Tafeln zu ergattern. Doch was steckt hinter dem Trend, und wie schneiden die verschiedenen Angebote im Test ab? Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, die verschiedenen Varianten, die Kritik und die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um die Dubai-Schokolade.

Der Ursprung des Hypes

Der Ursprung der Dubai-Schokolade liegt in Dubai selbst. Sarah Hamouda, die Chefin der Manufaktur "Fix Dessert Chocolatier", gilt als Erfinderin. Während ihrer Schwangerschaft hatte sie Heißhunger und kam auf die Idee, Pistaziencreme mit Schokolade zu mischen. Diese Kreation verbreitete sich rasant über soziale Medien, wo Influencer Videos posteten, in denen sie die Schokolade probierten. Die Mischung aus knusprigen Teigfäden und cremiger Pistazienfüllung traf den Nerv der Zeit.

Der Run auf die Dubai-Schokolade in Deutschland

In Deutschland entwickelte sich schnell ein Hype um die Dubai-Schokolade. Vor allem die Lindt-Version sorgte für lange Schlangen vor den Geschäften. Teilweise wurden nur 100 Tafeln pro Tag und Shop verkauft, was die Exklusivität und den Hype weiter steigerte. Die Massenhysterie führte dazu, dass Konsumenten sogar Billig-Versionen der Schokolade im Dutzend beim Discounter kauften, Hauptsache, es stand "Dubai" drauf.

Lidl steigt in den Markt ein

Auch Lidl erkannte den Trend und brachte eine eigene Dubai-Schokolade der Eigenmarke "Premium-Deluxe" auf den Markt. Diese war in zwei Varianten erhältlich: Vollmilch und Zartbitter. Lidl versprach ein Produkt in hervorragender Qualität zum gewohnt günstigen Preis. Zunächst wurde die Schokolade im Rahmen einer limitierten Aktion mit 10.000 Tafeln in ausgewählten Filialen angeboten.

Marketing-Aktionen und Gewinnspiele

Um die Vorfreude auf die eigene Dubai-Schokolade zu steigern, veranstaltete Lidl ein Event in einer Berliner Filiale. Dort wurden 500 Schokoladentafeln der Eigenmarke Fin Carré, verpackt in limitiertem Lidl-Geschenkpapier, an die ersten Kunden verschenkt. Unter den 499 regulären Schokoladen verbarg sich eine exklusive Tafel der Dubai-Schokolade der Eigenmarke Deluxe. Der Gewinner dieser Schokolade erhielt zusätzlich einen Lidl-Einkaufsgutschein im Wert von 250 Euro. Hinter drei anderen verpackten Tafeln verbarg sich ein goldenes Ticket, das zu einer Traumreise nach Dubai im Wert von jeweils 3.000 Euro berechtigte.

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Preisgestaltung und Verfügbarkeit

Der Preis für die Dubai-Schokolade bei Lidl lag bei 3,29 Euro für 85 Gramm, allerdings nur für Nutzer der Lidl Plus App. Ohne App betrug der Preis 4,99 Euro. Ab dem 16. Dezember sollte die Schokolade dann in allen Filialen deutschlandweit erhältlich sein, allerdings vom Hersteller "MilanGo" und mit einer größeren Menge von 126 Gramm für 3,99 Euro.

Kundenreaktionen und Kritik

Die Reaktionen der Kunden auf die Dubai-Schokolade von Lidl waren gemischt. Einige waren begeistert und lobten den Geschmack, während andere enttäuscht waren. Ein Kunde auf Reddit postete ein Foto der "Dubai-Style"-Schokolade der Marke J.D. Gross und bewertete sie mit 7,5 von 10. Andere Nutzer äußerten sich weniger begeistert und bemängelten den Geschmack oder den Preis. Ein Nutzer schrieb: "Ich habe mehr Geschmack in einer Pappschachtel gefunden." Ein anderer beschrieb seine Erfahrung als "trockene Cerealien überzogen von Schokoladenersatz".

Rechtliche Auseinandersetzungen um die Bezeichnung "Dubai-Schokolade"

Der Hype um die Dubai-Schokolade zog auch rechtliche Konsequenzen nach sich. Der Süßwarenvertrieb Alina Wilmers Verwaltungs GmbH, der die echte Dubai-Schokolade der Marke "Fex Dessert" aus Dubai importiert, mahnte Lidl, Aldi und Lindt ab. Der Vorwurf: Die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" sei irreführend, da die Schokolade nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt werde.

Abmahnungen und Unterlassungsklagen

Wilmers forderte die Unternehmen auf, strafbewehrte Unterlassungserklärungen abzugeben. Lindt reagierte und benannte seine Schokolade in "Lindt Dubai Style Chocolade" um. Für Lidl, Aldi und die weiteren Anbieter stand eine Unterlassungsklage mit weitreichenden Folgen bevor: Im schlimmsten Fall drohte der sofortige Verkaufsstopp.

Begründung der Abmahnung

Wilmers argumentierte, dass die Verwendung des Namens "Dubai-Schokolade" irreführend und unzulässig sei, da die Schokolade nicht aus Dubai stamme. Zudem wurde bei der Aldi-Schokolade kritisiert, dass die Verpackung mit der Skyline von Dubai den Eindruck erwecke, dass die Schokolade aus Dubai stamme, obwohl die Herstellungsfirma in der Türkei sitzt.

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Verstöße gegen die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV)

Wilmers argumentierte, dass Aldi Süd gegen die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) verstoße. Die LMIV legt einheitliche Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln fest, um Verbraucher über Inhaltsstoffe, Allergene, Nährwerte und Herkunft besser zu informieren.

Kritik an Inhaltsstoffen und Qualität

Neben den rechtlichen Auseinandersetzungen gab es auch Kritik an den Inhaltsstoffen und der Qualität der Dubai-Schokolade. Der Verbraucherschutz Baden-Württemberg warnte vor dem Produkt, und auch Stiftung Warentest äußerte sich negativ. Vier von sechs getesteten Tafeln sollten ihrer Meinung nach gar nicht im Handel erhältlich sein.

Untersuchungsergebnisse des Verbraucherministeriums

Das Verbraucherministerium führte eine Stichprobe von acht Schokoladenprodukten durch, die als Dubai-Schokolade beworben wurden. Dabei fielen alle Proben durch. Es wurden Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl entdeckt. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht. Drei Proben stammten aus der Türkei und enthielten Sesam, ohne dass dies auf der Packung stand. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl. Diese Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und enthielten eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester - eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird.

Mängel bei der Kennzeichnung

Die Forschenden fanden bei der Untersuchung weitere Mängel. Zum Beispiel fanden sie Farbstoffe, die in der Zutatenliste nicht angegeben waren. Verbraucherminister Hauk betonte, dass wo Dubai-Schokolade draufstehe, auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein müsse.

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