Leonidas Pralinen Herstellung: Eine Geschichte von Geschmack, Tradition und Innovation

Leonidas Pralinen sind weltweit bekannt für ihr umfassendes Markenerlebnis, das in der königsblauen Tüte mit dem cremefarbenen Logo seinen Ausdruck findet. Darin verbirgt sich das mit Liebe verpackte, mit Pralinen gefüllte goldene Ballotin. Jede Leonidas-Boutique trägt zudem zu diesem Markenerlebnis bei, vermittelt sie doch überall den gleichen einladenden Eindruck. Doch hinter diesem globalen Erfolg verbirgt sich eine über 100-jährige Geschichte voller Leidenschaft, Hartnäckigkeit und Einfallsreichtum.

Die Anfänge: Von Griechenland nach Belgien

Die Geschichte von Leonidas beginnt mit Leonidas Kestekides, einem talentierten Griechen mit einem unbändigen Willen. Gemeinsam mit seinem Bruder Avraam zog er durch die Straßen, um Granitas und andere Süßigkeiten zu verkaufen. Ein Schicksalsschlag in Form eines Unfalls, bei dem viele seiner Weinfässer zerstört wurden, ruinierte ihn jedoch. Unbeirrt folgte er seinem "American Dream", um in den USA sein Glück zu suchen.

Doch wie gelangte dieser Grieche schließlich nach Belgien? Auf der Weltausstellung in Brüssel präsentierte er seine Confiserie- und Konditoreikreationen und erregte damit die Aufmerksamkeit von etwa 13 Millionen Besuchern. Seine Mühe wurde mit der von Godefroid Devreese entworfenen Bronzemedaille belohnt. Sein Erfolg blieb nicht unbemerkt, und alle Augen waren auf Leonidas Kestekides gerichtet, insbesondere die der Brüsseler Schönheit Joanna Emelia Teerlinck.

1913 war ein entscheidendes Jahr für Leonidas. Er erhielt die Goldmedaille und eine Gedenkurkunde und eröffnete in der Veldstraat 34 in Gent seinen ersten Teesalon. Nach dem Einmarsch der Deutschen musste er seine Pforten 1918 vorübergehend schließen, erkannte aber schnell, dass das Bürgertum weiterhin kleine Vergnügungen suchte. Sein Comeback machte ihn größer als zuvor, und er eröffnete neben seinem Teesalon in Gent auch einen Verkostungssaal mit kaltem Büffet in Blankenberge.

Familiäre Unterstützung und Expansion

Die Gerüchte über Leonidas' Erfolg drangen bis in die griechische Heimat vor, und die Familie Kestekides beschloss, nach Gent zu ziehen. Die Angehörigen trugen ihren Teil zur Marke bei, vor allem sein Neffe Basilio, der von Leonidas den Beruf Konditor-Confiseur erlernte. Die beiden ergänzten sich perfekt: Leonidas war der geborene Verkäufer, Basilio ein kreativer Geist.

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Gemeinsam eröffneten sie einen neuen Teesalon in der Delvauxstraat in Brüssel, die Patisserie Centrale Leonidas. Doch eines Tages erhielt Basilio eine Verwarnung wegen ambulanten Handels und wurde von der Polizei verpflichtet, seine Produkte in einem Geschäft zu verkaufen. Kurzerhand mietete er einen kleinen Raum am Boulevard Anspach 58 und verkaufte täglich bis zu 35 kg Konfiserie direkt von seinem Schokoladenatelier durchs Schaufenster.

Es war Basilio, dem Leonidas den Markennamen und das Logo schenkte. Er übernahm Schritt für Schritt die harte Arbeit und die Geschäftsführung und wählte zu Ehren seines Onkels den spartanischen König Leonidas als Logo. Auch den Zweiten Weltkrieg überstand Leonidas. Basilio kaufte Kakao und stellte seine eigene Schokolade her.

Der Schlüssel zum Erfolg: Qualität und Erschwinglichkeit

Von Anfang an war es der Wunsch von Leonidas Kestekides und seinem Neffen Basilio, dass die Pralinen von Leonidas für alle erschwinglich sind. Diese Vision, einen Luxusartikel für jedermann zugänglich zu machen, zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte des Unternehmens.

Basilio setzte sich nach dem Tod seines Onkels im Jahr 1948 weiterhin entschlossen dafür ein, diesen Traum zu verwirklichen. Bereits 1950 stellte er seinen jüngeren Bruder Alexandros Kestekides ein, den Vater der heutigen Vorstandsvorsitzenden Vasiliki. Auch der ältere Bruder Jean-Yani Kestekoglou half gelegentlich mit beim Aufbau des Rufs der Marke Leonidas.

Zunächst stand ein Ausbau des Ateliers und die Erhöhung der Pralinenproduktion an, um den Preis niedrig zu halten. Alexandros Kestekides entwickelte Utensilien zur Herstellung von Marzipanfrüchten und kleine neue Maschinen zur Pralinenherstellung von Hand, mit denen sich auch neue Sorten herstellen ließen. Die Pralinen von Leonidas waren trotz ihrer außergewöhnlich hohen Qualität wirklich preisgünstig.

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Innovationen und Expansion über die Grenzen Belgiens hinaus

Nach Basilios Tod im Jahr 1970 gründeten seine Brüder Alexandros und Jean-Yani die „Confiserie Leonidas Sprl“. Jean-Yanis Hauptziel war die Expansion der Boutiquen von Leonidas über Belgien hinaus, also zum Beispiel in Luxemburg, den Niederlande oder auch in Frankreich.

Ein Meilenstein in der Geschichte von Leonidas war die Entwicklung der Manon-Praline. Ursprünglich bestand sie aus Krokant und einer Walnuss und war mit einer Zuckerschicht umhüllt. Yanni hatte die Idee, den geschmolzenen Zucker durch weiße Schokolade zu ersetzen, was eine Weltpremiere darstellte. Anschließend wurde die Walnuss durch eine Haselnuss ersetzt und das Krokant durch die allseits bekannte Buttercreme.

In den 1980er Jahren erlebte Leonidas eine so große Nachfrage, dass das Unternehmen Anzeigen schaltete, in denen Interessenten gebeten wurden, von weiteren Anfragen auf Eröffnung einer Boutique Abstand zu nehmen, da die Produktion einfach nicht mehr hinterherkam.

Die dritte Generation und die Professionalisierung des Unternehmens

1985 zog sich Jean-Yani Kestekoglou aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft zurück und machte damit Platz für die dritte Generation. Seine Tochter Maria Kesdekoglu-Kestekides übernahm die Leitung des Unternehmens zusammen mit ihrem Cousin Yanni. 1992 erhielt sie Unterstützung von Ihrer Cousine Vasiliki Kestekidou und gemeinsam lenkten sie die Geschicke des Unternehmens.

Marias Bruder Dimitrios Kestekoglou beschloss 2004, in die Unternehmensleitung einzusteigen, und übernahm als geschäftsführender Direktor die Leitung von Leonidas mit dem Ziel, den Übergang von einem inhabergeführten Familienunternehmen hin zu einer professionellen Geschäftsleitung vorzubereiten.

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Leonidas heute: Tradition und Nachhaltigkeit

Heute ist Leonidas ein Marktführer auf dem belgischen Schokoladenmarkt mit über 1.200 Verkaufsstellen in 40 Ländern. Das Unternehmen hat seine Fabrik erweitert und ein neues Outfit für alle Leonidas-Läden eingeführt. Im Jahr 2005 wurde in Brüssel das erste Leonidas Chocolates & Café eröffnet.

Ein besonderer Meilenstein war die Ernennung zum offiziellen Lieferanten des belgischen Königshauses im Jahr 2013. Seit 1. Oktober 2021 verwendet Leonidas nachhaltigen Kakao für die Herstellung seiner Pralinen. Die Programme der Rainforest Alliance und von Cocoa Horizons bieten ausgezeichnete Garantien für nachhaltigen Kakao.

Leonidas ist stolz darauf, zu den weltweit bekanntesten belgischen Pralinenherstellern zu gehören, und entwickelt im Laufe der Zeit unzählige Rezepturen. Das Unternehmen legt Wert auf Tradition, Qualität, Frische, Auswahl und Bezahlbarkeit.

Das Geheimnis der belgischen Schokolade

Das Geheimnis der belgischen Schokolade liegt in ihrer Zusammensetzung und im Know-how der Maîtres Chocolatiers. Die Schokolade „Made in Belgium“ zeichnet sich durch einen höheren Kakaoanteil als in anderen Ländern aus. Der Kakaoanteil liegt bei mindestens 43 %. Außerdem muss die Schokolade 100 % reine Kakaobutter enthalten, ohne Zusatz von pflanzlichen Fetten. Die Kakaobohnen, aus denen belgische Schokolade hergestellt wird, sind von höchster Qualität und werden mit größter Sorgfalt geröstet. Und belgische Pralinen werden natürlich in Belgien hergestellt!

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