Leckstein fürs Pferd ohne Zucker selber machen – Detailliertes Rezept und umfassender Ratgeber
Lecksteine sind aus modernen Pferdeställen nicht mehr wegzudenken. Sie dienen sowohl als Mineralstoffquelle als auch als Beschäftigung und Freizeitspaß für das Pferd. Doch besonders Pferde mit Stoffwechselproblemen oder Übergewicht benötigen Lecksteine ohne Zucker. Viele fertige Produkte enthalten jedoch Melasse, Zuckeraustauschstoffe oder gar Getreide und sind somit nicht für jedes Pferd geeignet. Wie kannst du also einen zuckerfreien, gesunden Leckstein oder alternative Leckerlis selbst herstellen? Hier erfährst du alles - von den Zutaten, über die Zubereitung bis zu Tipps für Lagerung und Anwendung.
Wofür braucht das Pferd einen Leckstein?
Lecksteine für Pferde gibt es mittlerweile in vielen Varianten: Salzlecksteine, Minerallecksteine, Kräuterlecksteine und Spezialzusammensetzungen für spezielle Bedürfnisse. Die Auswahl ist groß, die Fragen zu den Sorten und Anwendungsgebieten häufen sich. Doch brauchen Pferde Lecksteine wirklich?
- Lecksteine decken den Mineralbedarf, besonders Natrium und Chlorid - vor allem bei starkem Schwitzen.
- Salzlecksteine, etwa Himalaya-Lecksteine, bestehen meist nur aus Salz und dienen der Natriumversorgung.
- Minerallecksteine enthalten Zusatzstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink oder Selen.
- Lecksteine fördern stundenweise die Beschäftigung und beugen so Langeweile und damit verbundene Verhaltensauffälligkeiten vor.
Risiken einer falschen Anwendung
Nicht alle Pferde können ihren Bedarf selbst gut regulieren. Übermäßiges Lecken, oft aus Langeweile oder Stress („Lecksucht“), kann zu Salzüberdosierung und Gesundheitsproblemen führen: Azidose, Koliken, Herzprobleme oder Hufrehe sind mögliche Folgen. Deshalb ist es wichtig, auf den individuellen Bedarf zu achten und den Zugang ggf. einzuschränken.
Warum auf Zucker im Leckstein verzichten?
Manche Pferde sollten prinzipiell keinen Zucker zu sich nehmen, doch einige Lecksteine bestehen zu großen Teilen aus Melasse. Ein hoher Zuckergehalt ist auf Dauer schädlich, vor allem für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie EMS oder Übergewicht. Alternativ kannst du auch von Beginn an auf Lecksteine ohne Zucker zurückgreifen.
- Industrieller Zucker, Melasse oder künstliche Aromastoffe kommen nicht hinein.
- Auch Honig und Zuckerrübensirup solltest du weglassen, falls dein Pferd empfindlich ist.
- Natürlicher Fruchtzucker kommt mit Ballaststoffen und Mineralien aus Möhren, Äpfeln oder Roter Bete und wird langsamer aufgenommen.
Auch Getreide kann problematisch sein, denn es liefert bei manchen Pferden zu viel Stärke. Getreidefreie Varianten oder traditionelles Raufutter, ergänzt mit Gemüse und Kräutern, sind daher beliebte Alternativen.
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Zuckerfreier Leckstein: Rezepte und Do-it-yourself-Anleitung
Grundrezept für einen zuckerfreien Leckstein mit Gemüse und Kräutern
Die Herstellung ist unkompliziert - du brauchst nur wenige Zutaten und etwas Geduld. Nachfolgend findest du ein detailliertes Rezept und wichtige Hinweise.
| Zutat | Funktion | Alternativen |
|---|---|---|
| Haferflocken (Basis) | Bindet Feuchtigkeit und gibt Struktur | Kleie, getreidefreies Müsli |
| Geriebene Möhren und/oder Äpfel | Feuchte Komponente, natürlicher Geschmack | Rote Bete, Pastinake, Sellerie |
| Kräuter (z.B. Brennnessel, Fenchel, Thymian) | Natürliches Aroma, unterstützt Gesundheit | Hagebutten, Löwenzahn, Spitzwegerich |
| Heißes Wasser oder Kräutertee | Formt die Masse, gibt Bindung | Fencheltee, Kamillentee, Melissentee |
Zubereitung:
- Möhren und/oder Äpfel grob raspeln, den Saft auffangen.
- Mit Haferflocken und gewünschten Kräutern in einer Schüssel vermengen. Nach Bedarf heißes Wasser oder Tee zugeben, bis eine formbare Masse entsteht.
- Aus der Masse Kugeln, Taler oder kleine Stangen formen - oder zu einem flachen Block drücken.
- Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bei 100 °C für 1-2 Stunden im Backofen trocknen lassen. Je nach Dicke ggf. wenden und nach Bedarf nachbacken.
- Nach dem Backen mindestens 24 Stunden an der Luft durchtrocknen lassen, damit die Leckerlis schön hart werden.
Die fertigen Leckerlis halten sich luftdicht verschlossen und vor Licht geschützt maximal 2-3 Tage.
Mineral-Leckstein ohne Zucker: Kräuterbonbon-Variante
Für einen festen, härteren Leckstein ohne Zucker (und ohne Eukalyptus!) kannst du zuckerfreie Kräuterbonbons (am besten in Apfel-, Karotten- oder Kräutergeschmack) verwenden.
- 600-700 g zuckerfreie Kräuterbonbons in einem Topf langsam erhitzen und schmelzen lassen.
- Optional Aststückchen oder geraspeltes Gemüse für Struktur untermischen.
- Die Kräutermasse in eine lebensmittelechte Form gießen (eventuell mit zentralem Loch für die spätere Aufhängung).
- Die Form mehrere Stunden auskühlen und aushärten lassen.
So hast du einen festen, frei hängenden Leckstein ohne Zucker, den du ins Paddock oder die Box hängen kannst.
Leckerlis ohne Zucker: Gesunde Alternativen für zwischendurch
- Apfelringe: Äpfel in dünne Scheiben schneiden, bei 80 Grad Umluft 2 Stunden im Ofen trocknen, dann auskühlen lassen.
- Getrocknetes Gemüse: Pastinake, Rote Beete, Sellerie in dünne Scheiben schneiden und im Dörrautomaten oder Backofen bei 50 Grad mehrere Stunden trocknen.
- Kräuterkekse: Haferflocken, fein gehackte Kräuter und etwas heißes Wasser zu einem Teig mischen, kleine Kugeln formen, 1-2 h bei 100 Grad backen und 24 h nachtrocknen.
Beachte:
- Leckerlis sind keine Futtermittelersatz, sondern eine kleine Freude für zwischendurch.
- Die Tagesration sollte bei 3-5 Stück liegen, bei Übergewicht noch weniger.
- Achte auf vollständiges Durchtrocknen, sonst besteht die Gefahr von Schimmel oder Schlundverstopfungen.
Worauf solltest du bei Zusätzen und Aufbewahrung achten?
- Nie industrielle Zucker oder Melasse verwenden.
- Nur natürliche, pferdegerechte Zutaten verwenden.
- Auf getreidearme, rohfaserreiche Bestandteile setzen.
- Getrocknete Leckerlis stets gut auskühlen lassen und in einem luftdicht schließenden Glas oder einer Dose kühl, trocken und dunkel lagern.
Passende Kräuter für den Leckstein
- Brennnessel: liefert viele Mineralien und Spurenelemente.
- Fenchel, Thymian: unterstützen die Atemwege.
- Löwenzahn, Spitzwegerich: kurbeln die Entgiftung an.
- Hagebutte: sehr vitaminreich, besonders Vitamin C (im Ganzen getrocknet oder gemahlen unter die Masse geben).
Weitere Tipps und Hinweise
- Bei empfindlichen oder kranken Pferden konsultiere vor Änderungen in der Fütterung immer den Tierarzt.
- Leckerlis und Lecksteine sind ein Ausdruck von Zuneigung, stellen aber keinen Ersatz für relevantes Mineralfutter oder eine ausgewogene Rationierung dar.
- Individuelle Verträglichkeit prüfen - auch natürliche Stoffe können Allergien auslösen.
- Bei neuen Rezepten oder Zusätzen zuerst mit geringer Menge testen und Pferd beobachten.
Fazit: Gesunde Leckfreude für dein Pferd ohne Zucker
Ob als selbstgemachter Leckstein ohne Zucker, getrocknete Gemüsechips oder individuelle kleine Kräuterkekse - du hast viele Möglichkeiten, Leckerli, Beschäftigung und wertvolle Zusatzstoffe ohne ungünstige Zutaten selbst herzustellen. Kreativität kennt keine Grenzen, solange du dem natürlichen Ernährungsbedarf deines Pferdes gerecht wirst.
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