Lebkuchen Hexenhaus Rezept Anleitung

Jede Familie hat zu Weihnachten ihre festen Traditionen, ohne die das Weihnachtsfest nicht perfekt wäre. Bei uns ist es das Hexenhaus, aus Lebkuchen. Schon mein Opa hat es mir, als ich noch ein kleines Kind war zu Weihnachten gebacken. Da mein Opa Konditor war hatte er sämtliche Rezepte im Kopf.

Ein Hexenhaus bäckt man nicht an einem Tag, zwei lange Abende sollte man sich dafür reservieren. Ein bisschen Zeit muss man schon für ein Lebkuchenhaus einplanen, aber es lohnt sich. Ob Sie alleine backen oder mit Ihren Kindern oder Enkeln, Adventsstimmung kommt in jedem Fall auf. Und wenn das Häuschen fertig ist, ist es nicht nur schön anzuschauen, es verströmt auch einen tollen Lebkuchenduft.

Zutatenübersicht für klassischen Honigteig

Die folgenden Zutaten benötigst du für die Zubereitung der Lebkuchen: 250 g Honig, 175 g Butter, 200 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 40 ml Wasser, 1 Ei, 1 TL Zitronenschale, 4 EL Kakaopulver, 650 g Weizenmehl, 2 EL Lebkuchengewürz. Optional: Rotbäckchen Immunstark zum Färben.

Für den Zuckerguss und die Dekoration benötigst du: 3 Eiweiß, 600 g Puderzucker, Leckereien zum Verzieren, z.B. Schokolinsen, Mandeln, silberne Zuckerperlen, Butterkekse und andere Süßigkeiten. Als Alternative und detaillierte Variante: 250 g Honig, 150 g Butter, 250 g brauner Zucker, 200 g gemahlene Mandeln, 400 g Mehl, 1 TL Zimtpulver, 2 TL Lebkuchengewürz, abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone, 1 EL Kakao, 1 Ei.

Vorbereitung und Ruhezeit

Honig, Zucker und Butter mit 2 EL Wasser unter Rühren aufkochen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Anschließend Kakaopulver und Lebkuchengewürz untermischen, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Mehl, Eier und Natron mit der Honigmischung zu einem festen Teig verkneten. Der Teig in Folie wickeln oder in einen Plastikbeutel geben. Mindestens 16 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig am besten in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht in den Kühlschrank stellen (er ist zu Beginn recht weich, wird im Kühlschrank aber sehr hart).

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Schablonen, Planung und Ausrollen

Überlegen Sie sich, wie Ihr Lebkuchenhaus aussehen soll. Zeichnen Sie die einzelnen Bauteile - also zum Beispiel Wände und Dach - auf einen dünnen Karton in der Größe eines Backblechs und schneiden Sie die Schablonen aus. Setzen Sie die Teile zur Probe zusammen. So sehen Sie, ob alles passt. Rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 5 mm dick aus. Dann schneiden Sie mit einem spitzen Messer oder einem Pizzaroller die einzelnen Bauteile aus dem Teig aus. Formen Sie ein quadratisches oder rundes Fundament, auf dem das Häuschen später steht. Wenn noch Teig übrig ist, können Sie noch Tannenbäume ausstechen oder Hänsel, Gretel und die Hexe aus dem Teig ausschneiden.

Schablonen und ausgeschnittener Lebkuchenteig

Schablonen gemäss Massangaben zeichnen und ausschneiden. Etwa 2/3 des Teigs 3 mm dick auswallen. Schablonen möglichst platzsparend auf dem Teig anordnen, ausschneiden. Für die Fensterläden Quadrate aus Fensteröffnungen halbieren. Aus den Fensterläden und dem Rechteck aus der Türöffnung nach Belieben kleine Herze ausstechen. Den restlichen Teig für die Bodenplatte 5 mm dick auswallen, Bodenplatte ausschneiden. Nach Belieben aus Teigresten Dekorationen ausstechen (z.B. Tannen, Tiere).

Backen

Die Teigteile auf ein bis zwei mit Backpapier belegte Bleche geben und circa 20 Minuten backen. Die Backzeit hängt vom Backofen ab, die Teile sollten durchgebacken sein. Vor dem Zusammensetzen komplett auskühlen lassen. Ofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen. Teigstücke aus dem Kühlschrank nehmen und im Ofen 15-20 Minuten backen. Die Mitte des Teigs sollte fest sein, aber die Ecken nicht zu dunkel. Hausteile: 6-8 Minuten, Bodenplatte: ca. 10 Minuten. Die fertigen Lebkuchen abkühle lassen. Evtl. die Kanten etwas nachschneiden wenn diese sich zu stark gerundet haben.

Zubereitung der Spritzglasur (Royal Icing)

Das Eiweiß und die Prise Salz in eine Schüssel geben und steif schlagen. Den Puderzucker hinzugeben und am besten durchsieben, das verhindert Klümpchen. Das Eiklar mit dem Handmixer (Rührstäbe) zu einem steifen Schnee schlagen, so viel von dem Staubzucker nach und nach unterrühren bis ein sehr fester Guss entsteht. Als Test kann mit einem Messer ein Strich gezogen werden, dieser muss deutlich sichtbar bleiben! Wenn der Guss zu fest ist, tröpfchenweise Wasser zugeben. Den Guss in einen Einweg-Spritzbeutel füllen. Die Zuckerglasur darf nicht fließen, evtl. etwas Wasser zugeben, damit die Konsistenz passt.

Schüssel mit steif geschlagenem Eischnee und Puderzucker

Wiberle und Biskuit-Zierlinge (optionale Dachverzierung)

Wibele sind eine schwäbische Spezialität und werden aus Biskuitteig hergestellt. Eier trennen. Eigelb mit 2/3 des Zuckers und dem Vanillemark sehr gut schaumig schlagen. Das Eiweiß in einer sauberen Schüssel zu steifen Schnee schlagen. Den restlichen Zucker langsam einrieseln lassen und weiter schlagen, bis eine sehr steife glänzende Masse entsteht. Der Eischnee ist erst fertig, wenn er in der Schüssel hängen bleibt, wenn man diese umdreht. Wenn man den Eischnee mit einem Messer einschneidet darf sich der Schnitt nicht sofort wieder schließen. Die Eigelbmasse auf den Eischnee geben, Mehl, Stärkemehl und Backpulver vermischen und darüber sieben (das Mehl muss wirklich sehr fein sein). Dann alles zusammen vorsichtig unterheben. (nicht rühren!!) Es muss ein lockerer leichter Teig entstehen, der sofort mit einem Spritzbeutel (mit einer feinen Tülle) auf ein Backblech gespritzt wird. Damit die Wiberle die richtige Form erhalten spritzt man zwei erbsengroße Tropfen nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Die Tropfen laufen ineinander und ergeben nach dem Backen die Form einer Acht, oder Schuhsohle. Ein Wiberle sollte nicht länger als 1.5 - 2 cm lang sein. Die Wieberle werden bei ca. 160°C (Ober Unterhitze) gebacken. Den Teig bekommt man am Besten in den Spritzbeutel, wenn man diesen in ein Weißbierglas stellt und zur Hälfte umstülpt.

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Zusammenbauen des Lebkuchenhauses

Legt den Untergrund für euer Haus in die Mitte der Arbeitsfläche. Jetzt baut ihr aus den einzelnen Teilen mithilfe des Zuckergusses euer Haus. Beginnt mit den Grundmauern. Mit der Spritztüte spritzt ihr dazu auf die Grundplatte Zuckerguss und stellt die Mauern hinein. Auch die Seiten der Mauerteile werden mit Zuckerguss aneinandergeklebt. Haltet die geklebten Teile immer für einige Minuten zusammen, bis der Zuckerguss gut hält. Mit Zahnstochern kann man die Wände gut abstützen bis der Zuckerguss fest ist. Am besten baut man das Hexenhaus zu zweit zusammen. Ist gerade keine helfende Hand zur Verfügung, kann man die Lebkuchen-Wände beispielsweise mit Tassen stützen. Oder man verwendet Zahnstocher, um die Bauteile zu fixieren. Die müssen dann aber wieder entfernt werden.

Zusammenbau des Hauses mit Zuckerguss und Tassen als Stütze

Wände auf dem Lebkuchenboden zusammenkleben, mit Gläsern oder Tassen stützen. Gut trocknen lassen. Zum Schluss Dach aufkleben. Von unten z.B. mit Eierkartons stützen. Giebel mit Silberperlen dekorieren. Trocknen lassen.

Tipps zum Stabilisieren und Nacharbeiten

Bevor die Lebkuchen gebacken werden die Oberfläche mit einer Gabel einstechen, damit sie sich nicht zu sehr aufbläht. Sind die Kanten nicht glatt und lassen sich deshalb nicht zu zusammenfügen, einfach mit einem Messer gerade schneiden. Falls doch einige Lücken beim Zusammenbauen entstehen, keine Sorge! Die Kanten mit Zuckerguss auffüllen und antrocknen lassen. Die richtige Konsistenz für dein Lebkuchenhaus ist enorm wichtig. Ist der Zuckerguss zu weich, härtet er nicht schnell genug aus und die Wände des Lebkuchenhauses fallen auseinander. Lieber den Zuckerguss etwas zu fest anrühren.

Verzieren und Detaillierung

Wenn das Haus in seiner Grundform steht, könnt ihr mit dem übrigen Zuckerguss euer Haus verzieren. Dieser kann als Schnee auf den Fenstern oder dem Weg verteilt werden. Klebt mit dem Zuckerguss dann die Nüsse, Mandeln, getrockneten Aprikosen und sonstigen Leckereien ganz nach eurem Geschmack an. Kleine Plätzchen oder Mandelsplitter können mit etwas Fingerspitzengefühl als Dachziegel verwendet werden. Mit dem Zuckerguss kleine Tropfen in 1cm-Abständen auf das Dach geben. Kleine Mini-Butterkekse darauf anbringen und kurz festdrücken. An der unteren Reihe beginnen und die darüberliegenden Reihen immer ein wenig überlappen lassen. Wer es bunt mag, der kann den Zuckerguss für die Dekoration auch mit Lebensmittelfarbe färben.

Verziertes Lebkuchenhaus mit Zuckerperlen und Keksen als Dachziegel

Zum Dekorieren kannst du zum Beispiel verwenden: Bunte Zuckerperlen, Schokolinsen, Fruchtgummis, Fondant-Ringe, Nonpareilles, kleine Plätzchen. Zum Schluss den restlichen Zuckerguss mit 1 EL Wasser flüssiger machen, in einen Spritzbeutel ohne Tülle füllen und über Dach und Ränder laufen lassen, sodass "Schnee" entsteht. Ist alles angetrocknet, kann das Haus noch mit Puderzucker bestreut werden.

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Haltbarkeit, Aufbewahrung und Geschenkidee

Selbstgemachte Lebkuchen sind mindestens vier Wochen haltbar. Wer das Lebkuchenhaus in der Adventszeit backt, der kann es auch nach Weihnachten noch bedenkenlos anknabbern. Wenn du das Haus nicht nur ansehen sondern auch essen willst, kannst du dies innerhalb der ersten Woche noch gut machen. Dann härtet die Deko und der Lebkuchen allerdings aus. Wenn du es dennoch später essen möchtest, kannst du es in eine große Dose stellen und einige Apfelstücken hinzugeben. Nach zwei Tagen sind die Lebkuchen wieder weich und essbar. Möchtest du die Lebkuchen länger aufbewahren, dann kannst du die Apfelstücke alle zwei Tage auswechseln.

Lässt sich ein Lebkuchenhaus verschenken? Ja! Ein Lebkuchenhaus ist ein wunderbares Geschenk für alle Freunde und Verwandte. Fast jeder liebt den Anblick des süßen Häuschens. Hat man sich als Beschenkter dann daran satt gesehen, darf man sich schließlich auch noch satt essen. Ein Lebkuchenhaus ist auch eine tolle Geschenkidee denn es ist nicht nur sehr dekorativ, es duftet auch herrlich weihnachtlich.

FAQ - Häufige Fragen

  1. Kann man das Lebkuchenhaus essen? Grundsätzlich kann man das Lebkuchenhaus nach unserem Rezept natürlich essen.
  2. Wie lange vorher vorbereiten? Du musst das Lebkuchenhaus nicht an einem Tag fertig machen; Teig am ersten Tag, Backen am nächsten und Verzieren am dritten Tag ist eine gute Aufteilung.
  3. Was tun, wenn Teile brechen? Sind die Kanten nicht glatt, einfach mit einem Messer gerade schneiden und mit Guss ausbessern.

Varianten und kreative Ideen

Aus dem übrigen Teig können Sie kleine Dekorationen ausstechen (z. B. Tannen, Tiere, Herzen). Umgedrehte Eiswaffeln sehen wie Tannenbäume aus. Richtig bewohnt sieht das Lebkuchenhaus aus, wenn es von innen beleuchtet ist. Wenn du mit kleineren Kindern ein Lebkuchenhaus backen willst, empfehlen wir, die Hausteile schon vorzubereiten und dann gemeinsam das Lebkuchenhaus zusammenzubauen und zu verzieren.

Lebkuchenhaus mit beleuchtetem Innenraum und Teigornamente

Gewürzmischung selbst machen

Du möchtest keine fertige Lebkuchenmischung verwenden? Dann kannst du deine Gewürzmischung ganz einfach selbstmachen! Alles was du dafür brauchst sind 8 TL Zimt, 7 TL Piment, 3 TL Ingwerpulver, 2 TL Anis, 2 TL Koriander, 1 TL Kardamom, 1 TL Muskat, 1 TL Nelken und 1 TL getrockneter Fenchel. Einfach vermischen und fertig ist das leckere Lebkuchengewürz.

Praktische Back-Tabelle (Kurzüberblick)

ArbeitsschrittDauer / Temperatur
Honigmischung erhitzenbis Zucker gelöst
Teig ruhenmind. 16 Std. im Kühlschrank
Ausrollen3-5 mm / 0,8-10 mm je Rezeptangabe
Backen180 °C Ober-/Unterhitze, 15-20 min (Teile) / 20-30 min (dicker Boden)
Zuckerguss anrührenEiweiß + Puderzucker, steif schlagen
Zusammenbau & Trockneneinige Minuten pro Schritt, Gesamttrocknung 1-2 Std.
Schritt-für-Schritt Montage und Verzierung eines Lebkuchenhauses

Letzte Hinweise

Die Fenster und Türen des Lebkuchenhauses unbedingt vor dem Backen ausschneiden. Der Teig sollte vor dem Backen unbedingt nochmal gekühlt werden. So vermeidest du, dass sich der Teig verzieht und seine Form verliert. Etwas Zeit solltest du allerdings dafür einplanen, da der Teig über Nacht ruhen und das Haus vor dem Dekorieren aushärten muss. Knusper, knusper, Knäuschen ... So ein märchenhaftes Lebkuchenhaus selber zu machen, ist kein Hexenwerk und macht Erwachsenen genauso großen Spaß wie Kindern.

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