Lebkuchen Apfel in Dose: Rezept, Herkunft und Lagerung
Lebkuchen gelten heute als das klassische Weihnachtsgebäck und sind in vielen Ländern bekannt. Gerade zur Vorweihnachtszeit ist die Lust auf Plätzchen und weihnachtliche Leckereien besonders groß, und viele Menschen möchten diese Köstlichkeiten für mehrere Wochen frisch und aromatisch aufbewahren.
Die Tradition und Herkunft des Lebkuchens
Schon in der Antike aßen die Menschen gerne mit Honig gesüßte Kuchen. In Deutschland wurden sie seit etwa dem 12. Jahrhundert von Lebküchnern oder Lebzeltern genannten Bäckern hergestellt.
Das Gebäck war vor allem in Klöstern beliebt, weil es als Heil- und Arzneimittel galt und deshalb auch in der Fastenzeit vor Weihnachten verzehrt werden durfte. In den Klöstern kam man auch auf die Idee, die Teigmasse auf Oblaten zu streichen. Das älteste, schriftlich überlieferte Rezept stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Ein weit bekanntes Zentrum für die Herstellung von Oblaten-Lebkuchen ist seit dem Mittelalter Nürnberg. Das Umland war ideal für die Bienenzucht und der Rohstoff Honig leicht zu bekommen.
Im engeren Sinn gibt es den Lebkuchen in unzähligen regionalen Varianten: Braune Lebkuchen, Honigkuchen, Pfefferkuchen, Pfeffernüsse, Printen, Gewürzkuchen und vieles mehr. Wie bei vielen Küchenbegriffen gibt es auch beim Lebkuchen im Deutschen verschiedene regionale Bezeichnungen. Im Süden, Westen und Norden Deutschlands dominiert der Begriff Lebkuchen. In süd- und westdeutschen Regionen finden sich aber auch die Bezeichnungen Labekuchen, Leckkuchen oder Lebenskuchen.
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Der Ausdruck Pfefferkuchen verweist, wie auch das englische gingerbread oder das französische pain d’épices, auf die kräftige Würzung. Charakteristisch für alle Lebkuchen ist, dass sie viel Süßungsmittel enthalten (traditionell Honig), aber Wasser, Milch und Fett wenig bis überhaupt nicht zugegeben werden. Durch die trockene, zuckerreiche Beschaffenheit ergibt sich eine recht lange Haltbarkeit. Dass Lebkuchen kräftig und süß schmecken, haben sie neben Honig auch kräftigen Gewürzen wie Anis, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskat, Nelken, Piment und Zimt zu verdanken.
Lebkuchen als Kulturgut
Im Mittelalter wurde der Lebkuchen nicht nur zur Weihnachtszeit verschenkt und verzehrt, sondern auch zu Ostern oder anderen Anlässen. Die Lebkuchen waren ein Bestandteil der Fastenküche und wurden z. B. in Männerklöstern gebacken.
Lebkuchen war wegen seiner langen Haltbarkeit beliebt, denn er konnte gelagert werden und wurde in schlechten Zeiten von den Mönchen verteilt. Da für die Herstellung seltene Gewürze aus fernen Ländern benötigt wurden, haben vor allem Städte an bedeutenden Handelsknotenpunkten eine lange Lebkuchentradition aufgebaut.
Das perfekte Aufbewahren: Der Apfeltrick in der Dose
Damit alles frisch und lecker bleibt, sollte man Lebkuchen nicht einfach auf einem Teller ins Wohnzimmer legen, sondern gut verschlossen in Plastikdosen aufbewahren. Die Initiative Zu gut für die Tonne empfiehlt, bei Zimtsternen und Lebkuchen ein Stück Apfel mit in die Dose zu legen. So bleibt das Gebäck länger saftig, da der Apfel Feuchtigkeit abgibt.
Ich gebe immer ein Stück Äpfel zu den Lebkuchen. Mein Lebkuchen ist nach dem Backen und Verzieren eigentlich immer steinhart. Gebe ihn dann in eine große Dose und ein Stück Apfel dazu. Ich hatte früher auch ein Lebkuchenrezept, da musste ich immer ein Stück Apfel mit in die Blechdose legen, damit der Lebkuchen auch weich wurde. Seit einigen Jahren hab ich ein Rezept, da ist der Lebkuchen von Anfang an weich.
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Wer einen Stollen aufbewahren möchte, wickelt ihn in ein Leintuch und legt ihn so in eine Dose. Auch dieser Trick hilft, dass er länger weich und saftig bleibt. Denn der Lebkuchen gibt bei trockener Luft schnell Feuchtigkeit ab und wird dadurch fester. Bei richtiger Lagerung und 65-70 % relativer Luftfeuchte und 18-22 °C Raumtemperatur werden sie wieder weich.
Rezept: Fruchtiger Apfel-Lebkuchen in der Dose
Unser Rezept für Apfel-Lebkuchen erfordert ein klein wenig Vorbereitung, die Mühe lohnt sich wirklich!
Zutaten für Apfel-Lebkuchen
- 400 g säuerliche Äpfel (z. B. Cox Orange)
- 200 g getrocknete Cranberries
- 50 g Haselnusskerne
- 50 g Walnusskerne
- 50 g Mandelkerne
- 50 g Rosinen
- 2 EL Zitronensaft
- 100 g Marzipanrohmasse
- 100 g gemahlene Mandeln
- 3 TL Lebkuchengewürz
- 2 TL Backpulver
- 1 Eigelb
- 125 g Zucker
- 150 g Honig
- 400 g Weizenmehl Typ 405
- Salz
Zubereitungsschritte
- Die grob geraspelten Äpfel mit der fein geriebenen Zitronenschale und dem Zitronensaft vermengen.
- Das Zitronat, das Orangeat und das Trockenobst grob würfeln und mit dem Zucker vermengen. Die Mischung anschließend nach und nach im Blitzhacker kurz durchhacken, bis das Trockenobst klein gemixt ist. Die Trockenobst-Mischung mit den Äpfeln vermengen.
- Die geriebenen Mandeln mit den Gewürzen vermischen und mit dem Rum unter die Früchtemischung mischen. Anschließend zugedeckt im Kühlschrank etwa 24 Stunden durchziehen lassen.
- Das Mehl und das Backpulver vermischen und gut mit der Früchtemischung vermengen. Mit nassen Händen kleine Bällchen (25 g) formen, auf Oblaten setzen und leicht flach drücken.
- Die Lebkuchen im vorgeheizten Backofen bei 180°C (Ober-/Unterhitze) 23-25 Minuten backen. Nach dem Abkühlen mit dunkler Kuvertüre überziehen und mit getrockneten Apfelchips garnieren. Vor dem Servieren mit einem Hauch Puderzucker übersieben.
Tipp: Die Apfel-Lebkuchen schmecken auch gut mit Bio MICRO-feinem Dinkelvollkornmehl.
Tipps für den perfekten Lebkuchen-Genuss und weitere Ideen
- Wenn Lebkuchen oder Magenbrot etc. hart wird, ist das kein Grund zum Wegwerfen. Man kann sie im Kaffee oder heißer Schokolade „einditschen“ oder mit dem Rollholz zerbröseln und ins Müsli geben - das schmeckt auch sehr lecker.
- Wer Lebkuchen besonders weich mag, formt diese Masse für Oblatenlebkuchen und lagert sie nach dem Backen mit dem Apfeltrick.
- Je geringer der Mehlanteil im Lebkuchen, desto hochwertiger ist er. Für feinste Oblatenlebkuchen, sogenannte "Elisenlebkuchen", fordert das Lebensmittelbuch mindestens 25 % Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse sowie einen Maximalgehalt an Mehl und Stärke.
Überblick: Sortenvielfalt und Backmethoden
| Sortenname | Besonderheit | Verbreitung |
|---|---|---|
| Brauner Lebkuchen | Knetbarer Teig, viel Mehl und Honig | Ganz Deutschland |
| Oblatenlebkuchen | Hauptsächlich Nussmasse, wenig Mehl | Nürnberg, Sachsen |
| Printen | Rechteckig, mit Kandis | Aachen |
| Elisenlebkuchen | Feinste Oblatenlebkuchen, mindestens 25% Nüsse | Nürnberg |
| Magenbrot | weich, würzig | Bayern, Baden-Württemberg |
Backzutaten und Auswahl des passenden Mehls
Weichweizenmehle und Dinkelmehle sind ideale Allrounder für fast alle Gebäcke wie Brot, Brötchen, Pizza, Kuchen, Torten und Kekse. Das Mehl Typ 405 ist das hellste Mehl und besonders für feine Gebäcke, wie Lebkuchen, geeignet. Je höher die Typenzahl des Mehls, desto dunkler und gehaltvoller ist das Mehl.
Auf hochwertige Inhaltsstoffe und Bio-Qualität bei den Backzutaten zu achten, ist bereits die halbe Miete für ein gelungenes Gebäck.
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Möglichkeiten für Variation und Verfeinerung
- Getrocknete Früchte vor dem Backen einweichen oder mit Rum aromatisieren.
- Durch Zugabe verschiedener Nüsse und Gewürze kann das Rezept individuell abgewandelt werden.
- Die Lebkuchen lassen sich auch glutenfrei mit Mehlen wie Teff, Buchweizen oder Reismehl backen.
Lebkuchen und Apfel: Eine Kombination mit langer Tradition
Die Zubereitung von Apfel-Lebkuchen hat sich als eine moderne, fruchtige Variante dieses traditionellen Gebäcks etabliert. Lebkuchen gehören inzwischen fest zur Advents- und Weihnachtszeit, und die Zubereitung mit Apfelmus oder Apfelstückchen sorgt für Saftigkeit und ein besonders feines Aroma.
Vor dem Servieren mit einem Hauch Puderzucker bestäuben - das sorgt für einen winterlichen Touch.
Lebkuchen weltweit
Einige der deutschen Lebkuchenspezialitäten sind mittlerweile weltweit bekannt, insbesondere die Nürnberger Lebkuchen und die Aachener Printen. Auch andere europäische Länder haben eigene Lebkuchenspezialitäten mit langer Tradition - dazu zählen etwa der Lebkuchen aus dem französischen Dijon, aus dem dänischen Christiansfeld oder Thorner Kathrinchen aus Toruń. In der Schweiz wird ein Papiernikolaus mit Gummi arabicum auf einen Lebkuchen geklebt, in Österreich sind „Lebzelten“ weit verbreitet.
Lebkuchen in Zahlen
Der Absatz von Lebkuchen in Deutschland ist im Zeitraum 2009 bis 2012 stetig zurückgegangen. Wurden 2009 noch 102.500 Tonnen hergestellt, so waren es im Jahr 2012 nur noch 80.200 Tonnen. Die Gesamtproduktion von Lebkuchen lag im Jahr 2020 mit 86.500 Tonnen leicht über der des Vorjahres. Ungefähr 20.000 Tonnen exportierte Deutschland im Jahr 2020 ins europäische Ausland, überwiegend nach Österreich, Polen, Frankreich und Großbritannien.
Antworten auf häufige Fragen rund um Zutaten und Lagerung
- Rohrzucker ist nicht immer brauner Zucker - er kann auch weiß sein.
- Der Unterschied bei Weizenmehlen liegt in der Typenzahl: Mehl Typ 405 für Feingebäck, Typ 1050 für rustikalere Brote.
- Backpulver ist ein chemisches Triebmittel und nicht identisch mit Speisestärke, welche als Bindemittel dient.
- Trockenfrüchte für Lebkuchenmischungen sollten möglichst ungeschwefelt und von hoher Qualität sein.
- Durch Essig im Teig bleibt das Gebäck länger haltbar.
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