Lambertz: Sortenvielfalt und Geschichte eines traditionsreichen Gebäckhauses
Die Geschichte von Lambertz beginnt als kleine Aachener Bäckerei und entwickelt sich über Jahrhunderte zu einem der größten und berühmtesten Hersteller von Lebkuchen, Printen und Saisongebäck weltweit. Gegründet im 17. Jahrhundert, verbindet das Unternehmen Tradition und Innovation, pflegt historische Rezepturen und baut gleichzeitig sein internationales Produktions- und Vertriebsnetz kontinuierlich aus.
Ursprünge und frühe Entwicklung (17.-19. Jahrhundert)
Die Geschichte der Firma Lambertz datiert zurück ins 17. Jahrhundert als der Rat des königlichen Stuhles und des römischen Reiches Henry Lambertz die Konzession erteilt, in Aachen am Markt ein Backhaus zu errichten. Im Jahre 1688 wurde Heinrich Lambertz vom Rat des königlichen Stuhles und des Heiligen Römischen Reiches die Genehmigung erteilt, in Aachen ein Backhaus zu errichten. Die Ursprünge der Firma gehen auf den „Urgründer“ Zacharias Kreinsz zurück, der im Jahre 1688 die Konzession erhielt, im Haus Markt 7 in Aachen eine Bäckerei einzurichten. Dieses Haus war zu jener Zeit als Haus zum Grünen Schild bekannt und wurde später in Haus zur Sonne umbenannt.
Der Feinbäcker und Konditormeister Henry Lambertz übernimmt die Backstube im „Haus zur Sonne” am Markt 7 in Aachen. Der Feinbäcker und Konditormeister Henry Lambertz übernimmt die Backstube im „Haus zur Sonne” am Markt 7 in Aachen. Im Jahr 1831 ließ sich der aus Erkelenz stammende Zuckerbäcker Johann Werner Lambertz in Aachen nieder, dessen Sohn Henry Lambertz nach Ausbildung im väterlichen Betrieb und Fortbildung im belgischen Huy schließlich im Jahr 1860 das Haus zur Sonne am Markt 7 übernahm.
Erfindungen und Produktinnovation
Seinen Erfindergeist stellt Lambertz bereits im 19. Jahrhundert unter Beweis. Im folgenden Jahr wurde eine mit Schokolade überzogene Printe erfunden - das erste Gebäck in Deutschland, das mit Schokolade überzogen war. Im Jahr 1872 beginnt das Unternehmen mit der Herstellung der Schokoladenprinte, dem ersten deutschen Gebäck mit Schokoladenüberzug. Im Jahr 1831-um 1820 gelang Henry Lambertz IV. eine Neuerung, die noch heute nachwirkt: Er süßte den Printenteig mit Zuckersirup und Farinzucker, rollte ihn glatt aus und schnitt ihn in Rechtecke. Die Kräuterprinte war geboren.
Die Bezeichnung „Printe“ entwickelt sich aus dem englischen „print“ und dem niederländischen „prent“ und erinnert an die Verwendung von kunstvoll geschnitzten sowie bedruckten Holzmodeln. Das knusprige Gebäck, das durch edle Gewürze wie Nelken, Kardamom und Koriander sein unvergleichliches Aroma gewinnt, hat seine Namensgebung aus dem 19. Jahrhundert. Die „Lambertz’sche Printe“: Damals wie heute ein Kassenschlager.
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Aufstieg zum Hoflieferanten und Ausbau
Spätestens ab 1872 wurde das Unternehmen von drei Adelshäusern mit dem Titel Hoflieferant ausgezeichnet, nachdem er unter anderem das belgische, niederländische und preußische Königshaus regelmäßig mit seinen Produkten beliefert hatte. Lambertz wurde Hoflieferant der Könige von Preußen und Belgien. Das Sonnen-Emblem des Hauses wurde nun auch zum Firmenlogo.
Lambertz erweiterte sein Sortiment um englische Biscuits, in- und ausländische Liqueure sowie weitere Süßwaren. Hier produzierte Lambertz nun Süßwaren aller Art sowie Pralinen, Dragées, Gelée, Desserts und eingemachte Früchte, sowie Sirupe, Liqueure und Punsch-Essenzen und vor allem Aachener Printen. Dieses ehemalige Gebildbrot aus dem Raum Dinant in Belgien, „Couques de Dinant“ genannt, wurde ursprünglich durch Wanderarbeiter verbreitet.
20. Jahrhundert: Modernisierung, Krisen und Neuausrichtung
Im Jahr 1900 entstand unter anderem am Bergdriesch 6/12 in Aachen eine neue Fabrik. Nach den erheblichen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gesamtunternehmen am Bergdriesch wieder neu aufgebaut. Anfang der 1960er Jahre verlegte Kittelberger das Unternehmen erneut; es hat seitdem im Aachener Ortsteil Laurensberg in der Borchersstraße seinen Stammsitz. 1963 wurde eine neue Produktionsstätte am Aachener Stadtrand errichtet.
Das saftige Pendant zur knusprigen Printe: Mit der Herstellung der Saftprinte im Jahr 1938 erweitert Lambertz seine Produktpalette und steht am Puls der Zeit. Ein Großbrand im Jahr 1977 verursachte einen massiven wirtschaftlichen Einbruch. Nichts desto trotz steht das Unternehmen Mitte der 70er Jahre mit 300 Angestellten und einem Umsatz von acht Millionen Euro kurz vor dem Ruin.
Hermann Bühlbecker und die internationale Expansion
1976 übernahm Hermann Bühlbecker das Unternehmen. 1978 tritt dann der 28-jährige Hermann Bühlbecker ins Unternehmen ein. Er übernahm 1978 in der Nachfolge seines Onkels die Gesamtleitung. Bühlbecker brachte bald die Dominosteine als Ganzjahressortiment auf den Markt, womit die Spezialisierung auf Printen durchbrochen wurde. Nach kurzer Zeit krempelt er alles um: Er entwickelt ein Corporate Design für die Verpackungen, erschließt die großen Lebensmittelketten das Weihnachtsgebäck und erweiterte das Sortiment.
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Nationaler Durchbruch: 1994 schaffte das Traditionsunternehmen Henry Lambertz den Durchbruch vom eher regionalen Anbieter klassischer Aachener Lebkuchen zum nationalen Gebäckkonzern. Mit der Übernahme der süddeutschen Lebkuchengruppe Max Weiss GmbH & Co. konnte das Aachener Familienunternehmen zu den führenden deutschen Gebäckherstellern aufrücken. Im Zuge der Sicherung des Unternehmens auf dem Süßwarenmarkt entschloss sich Lambertz ab den 1990er-Jahren zu expandieren und übernahm teilweise ehemalige Konkurrenzfirmen sowie deren Produktionsanlagen und Produktpaletten als eigenständige Tochterunternehmen.
1998 richtete die Lambertz-Gruppe eine neue Produktionsstätte im polnischen Kattowitz ein, wodurch anschließend auch der Durchbruch auf dem osteuropäischen Markt gelang. Damit verfügt die Lambertz-Gruppe derzeit über zahlreiche Backstraßen an mehreren Produktionsorten. Im Jahr 2000 übernahm Lambertz Kinkartz, Haeberlein-Metzger und weitere Traditionsmarken und wurde damit Marktführer für Lebkuchen in Deutschland.
Sortenvielfalt: Sortiment und Spezialitäten
Das Sortiment des Unternehmens ist breit gefächert und umfasst unter anderem Schokoladenerzeugnisse, Florentiner, Gebäckmischungen, Dauerbackwaren, gefüllte Waffelerzeugnisse, Fertigkuchen, Pralinen und Marzipan sowie Nougat-Produkte. Hinzu kommen Saisonartikel, die etwa die Hälfte der Gesamtproduktion ausmachen, beispielsweise diverses Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen, Dominosteine, Zimtsterne, Spekulatius, Stollen und Baumkuchen.
Lambertz Gebäck ist bekannt für seine hervorragende Qualität und die Vielfalt an Geschmäckern. Die Verwendung traditioneller Rezepturen und hochwertiger Zutaten sorgt dafür, dass Lambertz Produkte nicht nur besser schmecken, sondern auch eine geringere Menge an künstlichen Zusatzstoffen enthalten. Die Lambertz-Gruppe vertreibt ihre Produkte sowohl über den Fach- und Lebensmittelhandel als auch überwiegend über Discounter, und hierbei jeweils etwa zur Hälfte als Handelsmarke und als Markenartikel.
Marken, Klassiker und Innovationen
- Lambertz’sche Kräuterprinte - klassische Printen mit Gewürzmischungen wie Nelken, Kardamom und Koriander.
- Schokoladenprinte - 1872 das erste deutsche Gebäck mit Schokoladenüberzug.
- Saftprinte - 1938 eingeführt als weiches Pendant zur knusprigen Printe.
- Saisonartikel - Lebkuchenherzen, Dominosteine, Zimtsterne, Spekulatius, Stollen und Weihnachtsgebäck.
- Geschenk- und Premiumartikel - Lambertz FineArt Kalender und streng limitierte Präsentationen für Partner und Freunde.
Unternehmensstruktur, Marktstellung und Kennzahlen
Lambertz zählt zu den drei größten deutschen Gebäckherstellern und ist Weltmarktführer bei Herbst- und Weihnachtsgebäck. Die Weltleitmesse ISM in Köln ist seit ihrer Gründung ein fester Bestandteil der Unternehmenspräsentation; im Jahr 2019 wurde Lambertz-Alleininhaber Dr. Hermann Bühlbecker mit dem ISM Award gekürt.
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Seit 2004 zählt Lambertz zu den erfolgreichsten Familienunternehmen Deutschlands. Heute ist das Unternehmen weltweit einer der führenden Anbieter für Lebkuchen-, Printen- und Saisongebäck. Mit rund 3450 Mitarbeitern werden in mehreren Fabriken hunderte Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Die Firma ist aktiv und setzte im Jahr 2018 666 Millionen Euro um. Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. Ihr Name geht auf den Bäcker- und Konditormeister Henry Lambertz zurück, der den Betrieb Mitte des 19. Jahrhunderts durch seine neuen Kreationen zum Hoflieferanten führte.
Akquisitionen, Markenpflege und Produktionsnetz
Durch die Übernahmen und Beteiligungen an anderen deutschen Traditionsbäckereien setzt Lambertz seine eigene Erfolgsgeschichte fort und wird im Laufe der Jahre zum Weltmarktführer bei Herbst- und Weihnachtsgebäck. Eine Übernahme, auf die Prof. Hermann Bühlbecker besonders stolz ist, ist die der Lebkuchenfabrik Max Weiss GmbH aus Neu-Ulm im Jahr 1994. Nachdem Lambertz über viele Jahre gerade saniert hatte, investierte Bühlbecker erneut und baute die Gruppe durch Akquisitionen wie Kinkartz, Haeberlein-Metzger und weitere traditionelle Marken aus.
Die Lambertz-Gruppe ist in die Organisation Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) eingetreten. Daraufhin sind alle Werke für den Einsatz von nachhaltigem Palmöl zertifiziert und die Produkte mit einem Nachhaltigkeitssiegel versehen worden. Die Organisation und deren Siegel sind allerdings umstritten und werden von Kritikern als Greenwashing bezeichnet.
Marketing, Kultur und soziales Engagement
Die Lambertz „Monday Night” - ein Fest, das geladene Gäste nicht so schnell vergessen. Was einst als Kundenveranstaltung für Geschäfts- und Handelspartner der Internationalen Süßwarenmesse angedacht war, etabliert sich rasch zur „süßesten Party des Jahres” in Köln. Dr. Hermann Bühlbecker machte seine Firma durch glamouröse Partys und prominente Kontakte bekannter.
Das Unternehmen fördert unter anderem die American Foundation for AIDS Research, die Elton John AIDS Foundation, die Clinton Global Initiative sowie mehrere nationale Projekte. Lambertz sponsert im Bereich des Leistungssports unter anderem CHIO Aachen, Alemannia Aachen und die 1. Tennis-Bundesliga-Mannschaft des TK Kurhaus Aachen.
Tradition bewahren, Innovation leben
„Tradition pflegen, Innovation leben” - Eine Devise, die das Traditions- und Familienunternehmen Lambertz seit seiner Gründung im Jahr 1688 stets lebt und vorantreibt. Gegründet als kleine Bäckerei im Haus zur Sonne in Aachen beweist Lambertz stets Kampfgeist und entwickelt sich vom regionalen Anbieter verschiedener Süßwaren zum internationalen Gebäckkonzern und Weltmarktführer diverser Ganzjahresgebäcke. Die Historie von Lambertz ist beeindruckend, spannend und reich - Lambertz schafft den Sprung von einer kleinen Bäckerei in Aachen zu einem der ältesten Süßwarenhersteller Deutschlands.
| Meilenstein | Jahr |
|---|---|
| Erteilung Konzession / Gründung Backhaus | 1688 |
| Übernahme Haus zur Sonne durch Henry Lambertz | 1860 |
| Erfindung der Schokoladenprinte (erstes Schokoladengebäck DE) | 1872 |
| Einführung Saftprinte | 1938 |
| Neue Produktionsstätte Laurensberg / Aachener Stadtrand | 1963 (Verlagerung: 1960er) |
| Übernahme und internationale Expansion (u. a. Polen) | 1990er-2000er |
| Lambertz als erfolgreiches Familienunternehmen | Seit 2004 |
| Umsatz (Berichtsjahr 2018) | 666 Mio. Euro |
Lambertz verbindet historische Wurzeln mit moderner Unternehmensführung und einem breit gefächerten Produktportfolio. Die Kombination aus traditionellen Rezepturen, kontinuierlicher Produktentwicklung und gezielten Übernahmen machte das Unternehmen zu dem, was es heute ist: ein international anerkannter Hersteller feiner Gebäckspezialitäten und traditionsreicher Marken.
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