Kokosöl ohne Zucker: Vorteile und Verwendung

Ob in der Küche oder im Badezimmer - Kokosöl ist ein echtes Allround-Talent. Du kannst es zum Kochen und Backen ebenso benutzen, wie für deine Körperpflege. Kokosöl - auch als Kokosnussöl oder Kokosfett bezeichnet - wird aus dem weißen Fruchtfleisch reifer Kokosnüsse gewonnen.

Was ist Kokosöl und welche Qualität ist wichtig?

Natives Kokosöl wird durch schonende Kaltpressung oder Zentrifugierung aus frischem Kokosfleisch gewonnen. Natives Kokosöl bleibt hingegen naturbelassen und behält sein typisches Kokosaroma, den milden Geschmack und den Großteil seiner natürlichen Inhaltsstoffe. Raffiniertes Kokosfett ist dagegen gebleicht und desodoriert - es ist geschmacks- und geruchsneutral, dafür aber nährstoffärmer. Entscheidend beim Kauf von Kokosöl ist, dass ausschließlich hochqualitative Produkte gekauft werden, die aus kontrolliertem biologischem und unbehandeltem Anbau stammen, es sich also um ein vollkommen natives und naturbelassenes Produkt handelt.

Achte beim Kauf auf Bioqualität und ein Fairtrade-Siegel, um von einem hochwertigen Produkt ausgehen zu können und die Arbeiter der Kokosplantagen mit fairen Löhnen zu unterstützen. Außerdem sollte auf der Verpackung der Hinweis kaltgepresst, nativ (extra), (extra) virgin oder vierge (extra) stehen. Glas ist ideal, da es geschmacksneutral ist und keine Weichmacher abgibt.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Kokosöl besteht zu über 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren, davon überwiegend kurz- und mittelkettig. Was Kokosöl besonders macht, ist sein hoher Anteil an mittelkettigen Fettsäuren (MCT -- Medium Chain Triglycerides). Der Star unter den Fettsäuren im Kokosöl ist die Laurinsäure; sie macht rund 45 bis 53 Prozent des gesamten Fettsäureprofils aus. Daneben enthält Kokosöl Caprinsäure, Caprylsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure sowie geringe Anteile an Ölsäure und Linolsäure.

Inhaltsstoff ca. Anteil
Laurinsäure (C12:0) ~48-53 %
Myristinsäure (C14:0) ~19 %
Caprinsäure (C10:0) ~6-10 %
Caprylsäure (C8:0) ~5-9 %
Ölsäure (C18:1) ~5-8 %
Vitamin E / Polyphenole Vorhanden, besonders in extra-nativem Öl

Lagerung und physikalische Eigenschaften

Bei unter 24 Grad Celsius ist Kokosöl fest und wenn es wärmer gelagert oder erhitzt wird, ist es flüssig und klar. Im festen Zustand ist natives Kokosöl weiß und wird im flüssigen Zustand glasklar. Kokosöl verändert seine Konsistenz, je nach Temperatur. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum man Kokosöl nicht zu kalt - also beispielsweise im Kühlschrank - lagern sollte. Es würde dabei sehr hart und man könnte es mit dem Löffel nur schwer aus dem Glas bekommen. Am besten wird Kokosöl bei Zimmertemperatur gelagert.

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Der Schmelzpunkt liegt bei etwa 23-26 °C. Der Rauchpunkt liegt je nach Qualität bei etwa 175-205 °C, weshalb es ohne Probleme höher erhitzt werden kann und seine unvergleichbare Hitzebeständigkeit zum Braten und Frittieren prädestiniert.

Glas mit Kokosöl bei Raumtemperatur (fest und flüssig)

Vorteile und wissenschaftliche Hinweise

Was Kokosöl besonders macht, sind die mittelkettigen Fettsäuren, die besonders leicht verdaulich und wasserlöslich sind und auf direktem Weg über die Blutbahn in die Leber gelangen, wo sie zur Energiegewinnung genutzt werden können. Capryl- und Caprinsäure können ohne Transporter in die Mitochondrien gelangen und dort zu Energie verbrannt werden.

  • Mittelkettige Fettsäuren liefern schnell verfügbare Energie und können ein optimales Nahrungsergänzungsmittel für Sportler darstellen.
  • Laurinsäure wird im Körper zu Monolaurin umgewandelt - eine Substanz, die in Laborstudien antimikrobielle, antivirale und antifungale Eigenschaften zeigt.
  • Mehrere Tierstudien und kleinere Humanstudien deuten darauf hin, dass natives Kokosöl entzündungshemmende Eigenschaften besitzen kann.
  • Kokosöl erhöht in Studien sowohl LDL- als auch HDL-Cholesterin; der Gesamteffekt auf das kardiovaskuläre Risiko bleibt nach aktuellem Forschungsstand nicht eindeutig.

Die meisten positiven antimikrobiellen Ergebnisse stammen aus Laborversuchen; das bedeutet nicht automatisch, dass dieselben Effekte im menschlichen Körper exakt so eintreten. Wichtig ist: Kokosöl in normalen Mengen (1-2 Esslöffel am Tag) als Teil einer ausgewogenen Ernährung ist für gesunde Menschen unbedenklich. Aufpassen: Kokosöl enthält viele Kalorien (ca. 862 kcal pro 100 g) und sollte deshalb in Maßen verzehrt werden.

Kulinarische Verwendung

Kokosöl eignet sich zum Kochen, Braten und Backen von süßen und herzhaften Gerichten und verleiht diesen ein dezentes exotisches Aroma. Natives Kokosöl bringt einen leichten Kokosgeschmack mit - perfekt für asiatische Gerichte, Currys, Pfannkuchen oder Smoothies. In Rührteigen kann man Butter, Margarine oder Öl durch Kokosöl ersetzen. Auch für die Glasur von Kuchen ist Kokosöl, etwa gemischt mit geschmolzener Blockschokolade, geeignet.

Auch für Kühlschrankkuchen und roh-vegane Kuchen ist Kokosöl (das im Kühlschrank schnittfest wird) geeignet. Außerdem hat Kokosöl weniger Kalorien als andere Fette (bezogen auf bestimmte Ersatzprodukte) und wird deshalb, genauso wie Kokosmus, gerne als Ersatz für Butter und Margarine eingesetzt.

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Haut-, Haar- und Körperpflege

Kokosöl ist nicht nur aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung und seines angenehmen Duftes beliebt für die Anwendung auf Haut und Haaren. Seine wertvollen Inhaltsstoffe pflegen und versorgen trockenes und sprödes Haar mit Feuchtigkeit und haben rückfettende und glättende Effekte. Außerdem unterstützen sie die Haut dabei, ihr natürliches Gleichgewicht wiederherzustellen.

  • Zum Abschminken nimmt man eine in etwa haselnussgroße Menge Kokosöl, lässt diese zwischen den Fingern zerschmelzen und verreibt sie wie ein herkömmliches Waschgel auf dem gesamten Gesicht.
  • Wird eine dünne Schicht Kokosöl in die Gesichtshaut einmassiert, unterstützt das Öl die Haut dabei, ihr natürliches Gleichgewicht wiederherzustellen.
  • Mit Kokosöl kann man rauen und ausgetrockneten Lippen effektiv entgegenwirken - füllt man es in einem kleinen Tiegel ab, kann man es jederzeit als Lipbutter verwenden.
  • Als Badezusatz im Fußbad oder als entspannende Fußmassage vor dem Schlafengehen verleiht das Kokosöl den Füßen ein samtweiches Gefühl.
  • Mit dem Kokosöl sanft die unlackierten Nägel und Nagelhaut massieren.

Haare und Kopfhaut kann man ebenfalls mit Kokosfett pflegen. Es soll sogar gegen Schuppen und bei Babys gegen Milchschorf helfen. Hierfür einfach die Fingerspitzen in Kokosfett tauchen und dieses mehrere Minuten lang in die Kopfhaut einmassieren. Diese Anwendung mehrmals pro Woche wiederholen. Um Spliss vorzubeugen oder trockenen Spitzen Feuchtigkeit zurückzugeben, kann Kokosfett auch (einmal pro Woche) als Haarkur oder -spülung verwendet werden.

Gut zu wissen: Kokosöl hat auf der Komedogenitätsskala einen Wert von 4 (auf einer Skala von 0 bis 5). Das bedeutet, es kann die Poren verstopfen und bei unreiner oder zu Akne neigender Haut Mitesser oder Pickel fördern. Für die Gesichtspflege bei öliger oder unreiner Haut ist es daher weniger geeignet.

Haarmaske mit Kokosöl

Mund- und Zahnhygiene

Kokosöl soll gegen Mundgeruch helfen und als Mundspülung verwendet außerdem Bakterien abtöten. Die im Kokosöl enthaltenen Säuren wirken durch ihre keimtötenden und entzündungshemmenden Eigenschaften gegen Mundgeruch, Kariesbildung und Zahnfleischentzündungen. Besonders effektiv ist das „Ölziehen“, für das eine ca. 1 Esslöffel große Menge Kokosnussöl in den Mund genommen wird und einige Minuten durch die Zähne gezogen wird. Anschließend wird der Mund gründlich ausgespült.

Haustiere, Garten und Haushalt

Kokosöl kann auch für Haustiere, wie Hunde, Katzen und Pferde verwendet werden: etwa zur Fellpflege, zur Behandlung von Ekzemen oder zur Vorbeugung von Ungeziefern wie Zecken und Flöhen. Auch die innere Anwendung ist bei Haustieren möglich und kann die Verdauung regulieren. Der Geruch von Kokosöl wirkt abstoßend auf Zecken.

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Abseits von Körper und Küche hat Kokosöl noch ein paar überraschende Talente: Mithilfe von Kokosöl wird Leder wieder glänzend und geschmeidig. Dazu einen Klecks Öl auf ein weiches Tuch geben und mit diesem gleichmäßig das Leder einreiben. Mit Kokosöl kann man Vogelfutter-Donuts ganz einfach selbst herstellen: Kokosfett im Wasserbad erhitzen, Vogelfutter hinzufügen, in Formen füllen, aushärten lassen und draußen aufhängen.

Sonnenschutz, Dosierung und Nebenhinweise

Kokosöl enthält einen natürlichen Lichtschutzfaktor von etwa 4 und kann somit vor allem in der Übergangszeit als leichter Sonnenschutz oder auf vorgebräunter Haut als Sonnenöl angewendet werden. Da der Lichtschutzfaktor sehr niedrig ist, ist Kokosöl als alleiniger Sonnenschutz jedoch nur für unempfindlichere Typen und vorgebräunte Haut geeignet.

Wie viel Kokosöl pro Tag ist gesund? Laut Empfehlung der Verbraucherzentrale sollte Kokosöl nicht als Hauptfettquelle eingesetzt werden: Es kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein - aber in Maßen. Besser ist es, verschiedene Öle zu verwenden. Raps-, Walnuss- und Olivenöl enthalten deutlich mehr ungesättigte Fettsäuren und sind für die regelmäßige Verwendung in der kalten Küche oft die bessere Wahl.

Bei der innerlichen Anwendung gilt: Kokosöl kann pur gegessen werden; manche Menschen nehmen täglich einen Esslöffel pur zu sich, um von den mittelkettigen Fettsäuren zu profitieren. Grundsätzlich gilt: Auf eine ausgewogene Ernährung achten und Kokosöl in Maßen konsumieren, da es sehr kalorienreich ist.

Wissenschaftliche Bewertung: Zwischen Hype und belegten Effekten

Rund um Kokosöl kursieren viele Behauptungen. Manche davon sind gut belegt, andere stark übertrieben. Die Laurinsäure im Kokosöl und ihr Stoffwechselprodukt Monolaurin zeigen in Laborstudien tatsächlich antimikrobielle Wirkungen. Wichtig dabei: Die meisten dieser Ergebnisse stammen aus Laborversuchen, nicht aus klinischen Studien am Menschen. Das bedeutet nicht, dass die Wirkung nicht existiert - aber sie lässt sich nicht 1:1 übertragen.

Studien zeigen, dass Kokosöl zwar das LDL-Cholesterin erhöhen kann, gleichzeitig aber auch HDL-Cholesterin erhöht. Der Gesamteffekt auf das kardio­vaskuläre Risiko ist nach aktuellem Forschungsstand nicht eindeutig negativ - aber auch nicht eindeutig positiv. Mehrere Tierstudien und kleinere Humanstudien deuten darauf hin, dass natives Kokosöl entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und positive Effekte auf Blutzucker und Triglyceride haben kann, insbesondere bei extra-nativem Kokosöl.

Fazit: Kokosöl ist kein Wundermittel, aber ein bemerkenswert vielseitiges Naturprodukt mit echten Stärken. Die wissenschaftliche Basis für viele Anwendungen ist solide, insbesondere bei Haut- und Haarpflege, in der Küche und bei der Mundhygiene. Ob Kokosöl „gesund“ ist, hängt von Qualität, Menge und Gesamternährung ab - hochwertiges, extra-natives Bio-Kokosöl hat die besten Chancen, positive Effekte zu liefern.

Kurzanleitung: Kokosöl als Haarmaske und Ölziehen

Wer Kokosöl nutzen möchte, sollte auf extra-natives, biozertifiziertes Produkt achten, eine angemessene Dosierung wählen und es als Teil einer insgesamt ausgewogenen Ernährung und Pflegeroutine sehen.

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