Kleine Tiere im Mehl und Zucker bekämpfen

Besonders im Sommer können Mehl, Nüsse und andere trockene Lebensmittel von Schädlingen wie Motten und Käfern befallen werden, was zu unnötigen Lebensmittelverlusten führt. Chemische Mittel sollten vermieden werden, da sie gesundheitliche Folgen haben können. Wenn es jedoch zu einem Befall gekommen ist, sind im Haushalt meist keine Schädlingsbekämpfungsmittel notwendig.

Ursachen und Häufigkeit von Vorratsschädlingen

Ein Befall mit Vorratsschädlingen kann bei fast allen Trockenvorräten auftreten, was bei vielen Menschen Entsetzen und Ekel hervorruft. Oft sind die Schädlinge schon beim Einkauf in den Trockenvorräten vorhanden und gelangen so in Form von kleinen Eiern, Larven oder erwachsenen Tieren in Schränke oder Vorratskammern. Häufige Vorratsschädlinge in Deutschland sind verschiedene Käferarten (Brot-, Korn- und Reismehlkäfer) und Mottenarten (Dörrobst- und Mehlmotten) sowie Schaben (Kakerlaken). Kaum ein Schädling ist nur auf ein Lebensmittel spezialisiert; Dörrobstmotten mögen auch Mehl, Nüsse und Schokolade, während Brotkäfer auch Kaffeepulver, Suppenwürfel, Hülsenfrüchte, Nudeln oder Kekse nicht verschmähen. Auch Kräuter und Gewürze bleiben nicht von Schädlingen verschont. Vielen Vorratsschädlingen kommt das warme und eher feuchte Klima in den Küchen entgegen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Vorratsschädlinge

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, um das Einschleppen von Vorratsschädlingen zu verhindern, sind:

  1. Kontrolle: Neu gekaufte Trockenvorräte auf einen möglichen Befall kontrollieren.
  2. Umfüllen: Lebensmittel zu Hause gleich in fest verschlossene, geeignete Gefäße umfüllen, um die Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern. Geeignet sind Behälter mit Gummidichtung.
  3. Lagerung: Trockene Vorräte kühl und trocken lagern.
  4. Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit beim Kochen möglichst gering halten, beispielsweise durch Stoßlüften und Nutzung der Dunstabzugshaube.
  5. Vorratsmenge: Keine allzu großen Vorräte anlegen. Bedarfsgerecht einkaufen, da die Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit steigender Lagerungszeit steigt.
  6. Fliegengitter: Gaze/Fliegengitter vor allen Fenstern verhindern das Einfliegen von Vorrats- und anderen Schädlingen, wie zum Beispiel Kleidermotten.
  7. Regelmäßige Kontrolle: Vorräte und Schränke häufig kontrollieren, möglichst alle zwei bis drei Tage.
  8. Einfrieren: Ein Einfrieren für einige Tage tötet eventuell mitgekaufte Insektenstadien ab, bevor sie sich weiter entwickeln können.

Tipps zur Bekämpfung im Haushalt

Sollte es trotz aller Vorbeugung zu einem Schädlingsbefall gekommen sein, ist in den meisten Fällen eine Bekämpfung ohne gesundheitsbelastende Maßnahmen möglich. Es ist wichtig zu wissen, um welchen Schädling es sich handelt. Grundsätzlich sollten Sie folgende Maßnahmen bei einem Schädlingsbefall ergreifen:

  1. Befallene Lebensmittel vernichten: Die betroffenen Lebensmittel müssen vernichtet werden. Dazu werden sie am besten vorher eingefroren, damit sich die Insekten nicht vom Müll aus verbreiten können. Auch wenn die Tiere an sich ungiftig sind, könnte sich bereits ein gesundheitsschädlicher Schimmelpilz in dem Lebensmittel gebildet haben. Ob dabei gleich alle anderen weniger gut verpackten Lebensmittel vernichtet werden, bleibt Ihnen überlassen.
  2. Schränke reinigen: Alle Vorratsschränke müssen gründlich gereinigt und wieder trockengerieben werden. Bohrlöcher für flexible Einlegeböden sind beliebte Mottenlarvenverstecke und sollten gründlich kontrolliert werden. Auch die Ecken der Küchenschränke eigenen sich ideal für Nester der Tiere. Um diese Stellen zu befreien, benutzt du heißes Wasser oder Essig. Schränke oder Schubladen mit befallenen Lebensmitteln sollten zudem gründlich gereinigt und anschließend mit einem Essig-Wasser-Gemisch ausgewischt werden. Das Hausmittel Essig tötet noch vorhandene Motteneier ab. Bei einem schweren Befall ist es allerdings auch mit Essig nicht mehr getan, denn die Motteneier sind mit dem bloßen Auge kaum erkennbar und daher nur schwer restlos zu beseitigen.
  3. Nicht befallene Vorräte umfüllen: Falls noch nicht geschehen, füllen Sie nicht befallene Vorräte in fest verschließbare Behälter um.
  4. Pheromonfallen einsetzen: Pheromonfallen eignen sich vorwiegend zur Eindämmung des Schädlingsbefalls. Pheromone sind synthetische Lockstoffe, die männliche Tiere anziehen, die dann auf der Falle kleben bleiben. Dadurch wird der Fortpflanzungszyklus unterbrochen und die Schädlinge können sich nicht weiter vermehren. Allerdings werden nicht alle Männchen angelockt und die verbliebenen Männchen können sich mit mehreren Weibchen paaren, so dass sich der Befall weiter entwickeln kann. Zusätzlich können diese Fallen durch den Geruch auch neue Schädlinge anlocken.
  5. Ätherische Öle verwenden: Zum Vertreiben von Kleider- und Lebensmittelmotten können ätherische Öle hilfreich sein, zum Beispiel Lavendel, Zedernholz und Pfefferminz. Sie haben jedoch einen intensiven Geruch, der in der Küche unangenehm sein und auch auf Lebensmittel übergehen kann.
  6. Biologische Schädlingsbekämpfung: Die natürlichste und effektivste Methode zur Mehlmotten-Bekämpfung führt über die biologische Schädlingskontrolle mithilfe von Fraßfeinden. Bestimmte Schlupfwespen der Gattung Trichogramma haben sich im Laufe ihrer Entwicklung auf die Parasitierung von Motteneiern spezialisiert. Aufgrund dieser speziellen Anpassung sind sie eine hocheffektive Bekämpfungsmethode gegen Mottenschädlinge und werden schon seit dem 19. Jahrhundert eingesetzt. Auch Brackwespen (Habrobracon hebetor) sind natürlicher Feinde der Lebensmittelmotten. Unsere Plantura Brackwespen gegen Lebensmittelmotten zum Beispiel parasitieren die Mottenlarven und können so in Kombination mit dem Schlupfwespen, die Schädlinge schnell und effektiv bekämpfen.
  7. Wärme- oder Kältebehandlung: Du glaubst dein Mehl wurde von kleinen Tierchen befallen, bist dir aber nicht sicher? Dann gibt es eine Methode, wie du auf Nummer sicher gehen kannst. Dafür nimmst du die verdächtige Packung Mehl und stellst sie entweder für 10 Tage ins Gefrierfach oder etwa 2 Stunden in den Ofen bei ca. 70 °C.

Spezifische Schädlinge und ihre Bekämpfung

Mehlmotten

Mehlmotten (Ephestia kuehniella) befallen neben trockenen Getreideprodukten wie Mehl, Nudeln, Reis oder Backwaren auch getrocknetes Obst oder Pilze. Die Larven werden oft über kontaminierte Lebensmittel eingeschleppt oder die gräulichen Motten flattern unbemerkt beim Lüften ins Haus. Ein einfaches Hilfsmittel, um früh und zuverlässig festzustellen, ob Mehlmotten irgendwie ins Haus gelangt sind, stellen Mottenfallen dar. Der eigentliche Schaden an Lebensmitteln entsteht durch die Mehlmottenlarve. Während ihrer Entwicklung häuten sich die Motten mehrere Male und spinnen Fäden entlang ihrer Fortbewegungsstrecke, wodurch Mehl und andere Lebensmittel verklumpen. Bei trockenen, feingemahlenen Lebensmitteln sollte man deswegen immer stutzig werden, wenn sich plötzlich kleinere oder größere Klumpen in diesen befinden. Die Gespinste sind sehr problematisch, weil sie die Eigenschaft haben, Kondenswasser anzuziehen. Durch die Feuchtigkeit können sich dann Schimmelpilze bilden oder es werden Mehlmilben angelockt.

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Mehlmilben

Zu den sogenannten Vorrats- oder Futtermilben werden neben der Mehlmilbe (Acarus siro) auch die Backobstmilbe (Carpoglyphus lactis), die Käsemilbe (Tyroglyphus casei) und die Hausmilbe (Glycyphagus domesticus) gezählt. Stark befallene Ware verströmt einen sehr unangenehmen, beißenden, süßlichen Geruch. Auch optisch ist ein Befall zu erkennen: Tote Milben, Kot und Häutungsreste können einen bräunlich gefärbten Belag auf befallenen Lebensmitteln bilden. Die aus dem Ei geschlüpften Larven verursachen im Vergleich zu den anderen Entwicklungsstadien relativ große Fraßschäden. Neben Mehl und Getreide befallen Mehlmilben auch andere gelagerte Trockenwaren wie Graupen, Grieß oder Haferflocken. Befallene Lebensmittel werden für den Verzehr unbrauchbar. Neben dem Verderben von Lebensmitteln können Ausscheidungen und Häutungsreste beziehungsweise bestimmte Stoffwechselprodukte Allergien auslösen: nach Verzehr befallener Lebensmittel Magen-Darmprobleme, Inhalationsallergien (asthmatische Erkrankungen) der Atemwege, ekzemartige Hautveränderungen (Akarodermatitis). Mehlmilben benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 Prozent und eine hohe Substratfeuchte, die über 14 Prozent liegen muss. Hinsichtlich der Temperatur kann sich die Mehlmilbe in einem Bereich zwischen 10°C und 35°C entwickeln.

Mehlwürmer

Als Mehlwürmer werden die Larven der Mehlkäfer bezeichnet. Die Larven können bis zu 30 mm lang werden, während die Käfer nur 10-18 mm groß werden. Im Larvenstadium sind sie gelblich bis braun. Die ersten Anzeichen sind eindeutig: Das Mehl ist von spinnwebartigen Fäden durchzogen und klumpt. Die Eier des Mehlkäfers befinden sich dann schon in den Mehlvorräten, sind vielleicht sogar geschlüpft. Weitere Hinweise auf Mehlkäferlarven sind Larvenhautreste, da Larven sich vor der Verpuppung mehrfach häuten.

Schwarze Punkte im Mehl

Schwarze Punkte im Mehl deuten auf einen Schädlingsbefall hin. Bei den dunklen Punkten, die des Öfteren in stärkehaltigen Trockenwaren wie Mehl, Zucker oder Reis auftreten, kann es sich entweder um die Schädlinge selbst oder um ihren Kot handeln.

Gesundheitliche Auswirkungen und Allergien

Der Verzehr von mit Schädlingen befallenen Lebensmitteln kann gesundheitliche Folgen haben. Bei Menschen kann der Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln Asthma, Darmerkrankungen oder Hautausschläge verursachen. Außerdem können Allergien ausgelöst werden, wobei in den meisten Fällen die Atemwege betroffen sind. Auch Tiere können gesundheitliche Schäden erleiden.

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