Hachez Katzenzungen Schokolade: Geschichte und Herstellung einer Schokoladenlegende
Die Hachez Katzenzungen Schokolade steht nicht nur für zartschmelzenden Genuss und zeitlose Eleganz, sondern auch für eine reiche Unternehmensgeschichte, die tief mit Bremen und den internationalen Handelsbeziehungen verwoben ist. Wer das feine Aroma und die traditionelle Form der Katzenzungen genießt, kostet dabei ein Stück schokoladeneuropäischer Geschichte, die von Innovation, Migration, Krieg und Wandel geprägt ist.
Die Ursprünge: Von Kolonialwaren zum schokoladigen Kunstwerk
Die Geschichte von Hachez ist eng mit der Kolonialgeschichte des Kakaos verbunden. Kakao ist ein klassisches „Kolonialwaren“-Produkt, dessen Rohstoff aus den alten Kolonien Südamerikas und Afrikas stammt. Bereits im 16. Jahrhundert war Venezuela Bestandteil des kolumbianischen Handels, Kamerun wurde 1894 zu „Deutsch-Kamerun“. Die Mayas und Olmeken Südamerikas kannten und verehrten das Produkt schon als "Kakawa" oder „Xocolati“ - als Speise der Götter, assoziiert mit Fruchtbarkeit und heilenden Kräften.
Christoph Kolumbus jedoch schätzte die bitteren Bohnen anfangs nicht und warf sie über Bord. Erst später begriffen spanische Eroberer, dass Kakaobohnen sogar als Zahlungsmittel galten. Im Zuge der berüchtigten Dreiecksgeschäfte gelangte Kakao nach Europa, schließlich über Umwege und holländische Schiffe bis nach Bremen, was bereits auf die enge Verbindung der Hansestadt mit internationalen Handelswegen verweist.
Die Gründung von Hachez und Bremer Schokoladengeschichte
1890 gründete die Bremer Kaufmannsfamilie Hachez ihre „Chocoladen-Fabrik“. Zu jener Zeit war Schokolade dabei, vom Luxus- zum Alltagsprodukt für breitere Bevölkerungsschichten zu werden. Besonderen Auftrieb erhielt das Produkt durch die Erfindung der Conche durch den Schweizer Rodolphe Lindt im Jahre 1879: Dank dieser Rührmaschine wurde der Zucker homogen verteilt und die Schokolade erhielt ihre unvergleichlich cremig-zarte Textur, die von Hachez zur Perfektion weiterentwickelt wurde.
Das Familienunternehmen produzierte zunächst in der engen Altstadt, genauer in der Hutfilterstraße. Aufgrund der raschen Expansion zog Hachez bald darauf in die südlich gelegene Neustadt mit einem damals hochmodernen Fabrikgebäude, Kontor und Wohnhaus. Firmengründer Joseph Emile Hachez investierte enorm in Qualität, Infrastruktur und Marketing, die ersten Jahre waren von wirtschaftlichem Aufstieg geprägt.
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Schon 1894 benötigte das Unternehmen mehr Raum und baute in der Westerstraße eine neue Fabrik - mit der stolzen Investition von 200.000 Mark und einer eigenen Telefonnummer („590“). Joseph Emile Hachez spendete großzügig für Kirchen und Kunsthallen und knüpfte so enge Bindungen zu Bremen.
Der Hachez-Stammbaum: Einwanderung, Innovation und Integration
Der Stammbaum der Familie Hachez reicht bis 1696, als ein spanischer Edelmann nach Belgien auswanderte. 1771 kam der Enkel Joseph Johann Hachez nach Bremen. Anfangs als Katholik in der protestantischen Stadt nicht willkommen, erhielt die Familie erst später das Bürgerrecht und verband sich im Laufe der Jahre durch Heiratspolitik mit weiteren Bremer Kaufmannsfamilien. Früh spezialisierte sich das Unternehmen auf die Einfuhr exotischer Gewürze wie Tabak und, mit dem Boom der Schokolade, auf Kakao.
Vom Handwerksprodukt zur Industriemarke: Technische und handwerkliche Finesse
Ein Produktionsgang in der Bremer Neustadt dauerte an die 100 Stunden. Besonders bei Hachez wurde auf die Auswahl exklusiver Kakaobohnen aus Südamerika und deren Bearbeitung nach alten Rezepten Wert gelegt. Die braunen Blätter aus Vollmilchschokolade wurden ebenso zu einem Markenzeichen wie die charakteristische Form und feine Zusammensetzung der Katzenzungen.
Die Schokolade von Hachez überzeugt bis heute durch eine feine Note von Karamell, Honig, Vanille und Pfeffernoten, oft verfeinert mit cremiger Sahne. Keine synthetische Vanille, sondern reine Natur und Zeit sorgen für den einzigartigen Geschmack.
Die Geheimnisse des Genusses: Aroma, Gesundheit und Upper-Class-Image
Bis heute sind mehr als 500 Aromastoffe in der Schokolade chemisch nicht vollständig analysiert - hier liegt der spezielle Glanz und das Geheimnis des Hachez-Genusses. Die Kakaobutter senkt den Cholesterinspiegel, Serotin entspannt und die Substanz „PEA“ kann aphrodisische Wirkungen entfalten. Viele Allergiker schätzen zudem den Verzicht auf synthetische Zusatzstoffe. Hachez pflegt nach wie vor ein Upper-Class-Image: Die handverlesenen Produkte kamen auf Tabletts in der Business Class zum Einsatz, dienten als besondere Geschenke oder feine Aufmerksamkeit.
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Katzenzungen: Ein schokoladiges Symbol
Die berühmten Hachez Katzenzungen sind nicht nur eine der beliebtesten Spezialitäten der Marke, sondern auch Symbol für Detailverliebtheit und Handwerkskunst. Ihr zartschmelzender Biss und die zeitlose Eleganz in Geschmack und Form begeistern seit Generationen Naschkatzen und Genießer.
Das perfekte Chocoladen Trio zum Teilen: Sowohl Edel Vollmilch- (33%, 44%, 55%) als auch Edel Bitter Täfelchen (66%, 77%, 88%) finden sich vereint in attraktiven Boxen und laden zum Verschenken und gemeinsamen Genießen ein - doppelter Genuss für Kenner.
| Produkt | Kakaogehalt (%) | Sorten |
|---|---|---|
| Edel Vollmilch Trio | 33, 44, 55 | Vollmilch, Karamell, Honig |
| Edel Bitter Trio | 66, 77, 88 | Zartbitter, Pfeffernoten, Vanille |
Umbrüche, Kriege und Wandel: Die bewegte Unternehmensgeschichte
Der Zweite Weltkrieg brachte große Zerstörungen: 1944 wurde die Hachez Fabrik durch Bomben beschädigt, die Wiederaufnahme der Produktion erfolgte erst 1949. 1950 arbeiteten erneut 228 Menschen, ab 1953 wurde die Marke Feodora mitproduziert. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Eigentümerschaft, unter anderem zur Raffinerie Tangermünde, Mondolez und schließlich zur dänischen Toms-Gruppe.
Mit der zunehmenden Industrialisierung und den Herausforderungen der Globalisierung kam es zu Rationalisierungsmaßnahmen und Personalabbau. So verloren beispielsweise etwa 300 ArbeiterInnen - oft Migranten und Frauen, die nie im Verkauf zu sehen waren - fast über Nacht und ohne Vorwarnung ihre Anstellung, als die Produktion nach Polen verlagerte.
Ein Film von Orhan Calisir gibt diesen Frauen und Gastarbeiter:innen eine Stimme - ein bislang kaum erzähltes Kapitel der Schokoladengeschichte in Bremen.
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Künstlerisches Engagement, Kooperationsbereitschaft und nachhaltiges Handeln
Abseits von Schokolade stand Hachez auch für gesellschaftliche Verantwortung. Das Unternehmen fördert Frauen in Führungspositionen, Familienfreundlichkeit und Diversität im Team und arbeitet zunehmend mit lokalen, nachhaltigen Manufakturen. Mehr als 15% des Sortiments sind mittlerweile nachhaltigen Ursprungs.
Im Rahmen des European Tourism Sustainability Monitoring 2030 (ETSM2030) engagiert sich das Unternehmen für die Nachhaltigkeitszertifizierung in kleinen und mittleren Betrieben. Auch Weiterbildungs- und Gesundheitsmaßnahmen für Mitarbeitende sind Teil des modernen Hachez-Anspruchs.
Blick in die Zukunft: Innovation und Tradition
Hachez war stets bestrebt, eine besondere „Chocolade“ herzustellen, deren alte Rezepte möglichst unverfälscht bleiben und deren handwerkliche Verarbeitung das Markenzeichen ist. Trotz Globalisierung, Produktionsverlagerung und Wandel bleibt die Marke mit dem Bremer Schlüssel im Logo eine Ikone für feine Schokolade, für die Kenner bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen.
Die Verbindung von Innovation und Mut zur Erneuerung soll die Zukunft der Marke prägen, wobei das Upper-Class-Image fortgeführt und das Angebot weiterentwickelt wird.
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