Gesundheitliche Auswirkungen des täglichen Konsums von Nuss‑Nougat‑Creme
Nutella gehört zu den beliebtesten Brotaufstrichen und ist für viele ein Muss am Frühstückstisch. Cremig, süß und schokoladig-nussig! Genau das lieben viele an Nuss‑Nougat‑Creme. Und deshalb wird die zuverlässig morgens und abends aufs Brot geschmiert.
Woraus bestehen Nuss‑Nougat‑Cremes?
Was steckt drin in Nutella, Nusspli, Crème Noisette und Co.? „Viel Energie auf wenig Volumen“, fasst Dr. Manz die Inhaltsstoffe der schokoladigen Brotaufstriche zusammen. Die meisten dieser Cremes bestehen hauptsächlich aus: Zucker - er macht knapp die Hälfte des Inhalts aus, Magermilchpulver, Palmöl sorgt für die cremige Konsistenz, Haselnüsse, Fettarmer Kakao sorgt für Farbe und Geschmack. Hinzu kommen Aroma und Emulgatoren - die sorgen dafür, dass die Creme ihre Konsistenz behält und nicht bröckelig wird.
Zucker: das offensichtliche Problem
Die Basis von Nuss‑Nougat‑Cremes ist Zucker mit einem Anteil von etwa 50 % (Vorgabe: max. 67 %). Die Hauptzutat ist also der Zucker. Die meisten Nuss‑Nougat‑Cremes werden aus sechs bis neun Zutaten hergestellt. 20 Produkte enthalten Emulgatoren, bei sieben Produkten wird auf den Einsatz von Emulgatoren verzichtet. Bei 15 Produkten stuft ÖKO‑TEST den Zuckergehalt als stark erhöht ein: eine Portion einer solchen Creme (30 Gramm - ca. …) Mit vier Nuss‑Nougat‑Cremes überschreiten Kinder dieses Limit bereits, wenn sie gerade einmal 30 Gramm davon essen.
Eine zuckerreiche Ernährung fördert aber Übergewicht und Karies. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, täglich nicht mehr als fünf Prozent der Energie in Form von freien Zuckern aufzunehmen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, täglich nicht mehr als zehn Prozent der Energiezufuhr in Form von freien Zuckern aufzunehmen. Für einen durchschnittlichen Erwachsenen sind das maximal 50 Gramm (ca. 10 Teelöffel) Zucker pro Tag. Darüber hinaus befürwortet die WHO eine weitere Reduktion der Aufnahme freien Zuckers auf unter fünf Prozent der Energiezufuhr (für Erwachsene maximal 25 Gramm Zucker pro Tag - ca.
Fett, Palmöl und verarbeitungsbedingte Schadstoffe
Die süße Nuss‑Nougat‑Creme, die in jedem Supermarkt zu finden ist, ist ein Fertigprodukt. Sie setzt sich aus fast 50 Prozent Zucker und etwa 35 Prozent Fett zusammen. Rund 50 Prozent Zucker, dazu kommen oft mehr als 35 Prozent Fett. Der deklarierte Fettgehalt lag in den Proben zwischen 32 und 46 %.
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Palmöl sorgt für die streichzarte Textur, doch in der Haselnusscreme gibt es einen weiteren Stoff, welcher noch viel dramatischere Auswirkungen auf den Körper haben kann - und zwar Palmöl. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Palmöl der Gesundheit schaden und sogar Krebs auslösen kann. Schuld sind Giftstoffe, die bei der industriellen Verarbeitung des Öls entstehen. Die Gifte entstehen, wenn ein Pflanzenöl bei der Verarbeitung extrem erhitzt wird, über 200 Grad. Bei keinem Pflanzenöl ist die Menge der einzelnen Schadstoffe so hoch wie bei Palmöl. Die Glycidol‑Fettsäureester, die ebenfalls bei der Palmöl‑Verarbeitung entstehen, wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich karzinogen (krebserregend) beim Menschen“ eingestuft.
Die Schadstoffe „sind toxisch für Niere, Leber und Hoden“, sagt Alfonso Lampen, Lebensmittelexperte vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR), in der ZDF‑Sendung. Durch Palmfett erhöht sich Ihr Diabetes‑Risiko. Palmfett kann außerdem für die Verschlechterung der Blutfette verantwortlich sein - damit steigt das Diabetesrisiko deutlich. Auch Gefäßverkalkungen werden begünstigt - das könne zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.
Weitere problematische Fremdstoffe: Glycidol, 3‑MCPD, MOSH und Mineralölbestandteile
Die Aufnahme von Glycidyl‑Fettsäureester sollte aufgrund des wahrscheinlich krebserregenden und erbgutschädigenden Potentials so gering wie möglich sein. Für diesen Stoff kann keine täglich duldbare Aufnahmemenge festgelegt werden, bei dem negative Folgen für die menschliche Gesundheit auszuschließen sind.
In allen untersuchten Nuss‑Nougat‑Cremes wurde mindestens eine dieser Prozesskontaminanten nachgewiesen (Nachweisgrenze 0,1 mg/kg Fett). Zum Vergleich: Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI‑Wert) für 3‑MCPD wurde 2016 von der EFSA auf 0,8 μg/kg Körpergewicht festgelegt. 35 Prozent dieser „erlaubten“ Tagesdosis erreicht ein 30 kg schweres Kind mit dem Verzehr von nur einem Nuss‑Nougat‑Creme‑Brot (entspricht einer Portion von 15 g) der Marke S‑Budget, jenem Aufstrich mit den höchsten 3‑MCPD‑Werten.
Fast alle Produkte enthalten erhöhte Mengen an Mineralölrückständen. Bei 15 Produkten stuft ÖKO‑TEST den Zuckergehalt als stark erhöht ein: eine Portion einer solchen Creme (30 g …). Die Mineralölbestandteile MOSH, die sich im Körper anreichern, hat das von uns beauftragte Labor in insgesamt 17 Nuss‑Nougat‑Cremes nachgewiesen. Die Verunreinigungen können immer dann entstehen, wenn das Produkt oder schon die Rohwaren in Kontakt mit Schmierölen kommen. So werden zum Beispiel Kakaobohnen häufig in mit Mineralöl behandelten Jute‑ oder Sisalsäcken auf ihre weite Reise nach Europa geschickt.
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Zusatzstoffe und Aromen: Vanillin und mehr
Nicht nur Zucker oder Palmöl sind gesundheitsschädigend - auch hergestelltes Vanillin ist in Nutella vorhanden und wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. als gefährlich und krebserregend eingestuft. Es können geringe Mengen geschmackgebender Stoffe wie z.B. Vanillin zur Abrundung des Geschmacks und geringe Mengen Lecithin (E 322) zugesetzt werden.
Langfristige gesundheitliche Folgen des täglichen Konsums
Das ist eine hochkalorische Mischung, fasst der Ernährungsexperte zusammen. Wer jeden Tag mit einer solchen Zuckerbombe startet, schafft für den eigenen Körper eine ungute Routine. „Da Zucker ein Suchtmittel ist, gewöhnt sich unser Gehirn schnell an den täglichen Konsum und verlangt mehr“, sagt Dr. Manz. Wer sein Gewicht halten oder sogar reduzieren möchte, macht es sich unnötig schwer.
Die vielen Kalorien kann unser Körper in der Menge kaum verbrauchen und lagert sie ein. Die Folge: Wir nehmen zu. Ist das Nuss‑Nougat‑Brot zudem unser Frühstück, besteht schon unsere erste Mahlzeit hauptsächlich aus Zucker. „Dadurch steigt der Insulinspiegel schnell an und fällt auch schnell wieder ab“, sagt Manz. Wir haben schnell wieder Hunger und essen über den Tag verteilt mehr als wir müssten.
Der regelmäßige Genuss zerstört zudem das empfindliche Mikrobiom im Darm. Denn die Vielzahl der verdauungsrelevanten Bakterien braucht eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung. Durch den vielen Zucker nähren wir aber genau die falschen Bakterien. „Das Mikrobiom im Darm ist der Spamfilter unseres Körpers. Zerstöre ich die guten Bakterien, funktioniert dieser Filter nicht mehr und Schadstoffe gelangen in unseren Körper und das Immunsystem wird alarmiert. Für unseren Körper bedeutet das Stress pur“, erklärt Manz. „Dann fördert Zucker nachweislich auch Entzündungen im Körper“, so Manz. Zu sehen sei das beispielsweise an unreiner Haut. Die Folgen in unserem Körper spüren wir oft erst nach Jahren, etwa durch Arteriosklerose, Typ‑2‑Diabetes und Gicht.
Umwelt‑ und Sozialaspekte
In den Hauptanbauländern wie der Türkei ist etwa Kinderarbeit ein massives Problem. Riesige Monokulturen erstrecken sich etwa in den Hauptanbauländern Malaysia und Indonesien, für die Regenwald gerodet wird, was auch die Artenvielfalt bedroht. Bei der Frage nach fairen Arbeitsbedingungen und Herkunft spielen Zertifikate wie Fairtrade, Rainforest Alliance/UTZ und RSPO eine Rolle. Fairtrade: Fairtrade‑zertifizierte Produkte unterliegen strengen Kriterien in Sachen soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit. RSPO: Der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ist zwar ein Mindeststandard, aus unserer Sicht aber der bisher beste verfügbare Ansatz in Sachen Palmöl.
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Die meisten Bio‑Anbieter scheinen das Thema Haselnüsse offenbar überhaupt nicht auf dem Schirm zu haben. Nur ein Bio‑Anbieter legte ein unabhängiges Zertifikat für die Nüsse vor, während Eigenmarken der konventionellen Discounter und Supermärkte ihre Haselnüsse aus Rainforest‑Alliance‑zertifizierten Quellen beziehen. Unter den untersuchten Produkten sind 15 Bio‑Produkte. Zutaten aus dem Fairen Handel (Zucker, Kakaopulver, Kakaobutter, Vanille, Palmöl) finden sich laut den Angaben auf der Verpackung bzw.
Tests und Messwerte aus Verbraucher‑Untersuchungen
ÖKO‑TEST hat für die März‑Ausgabe 20 verschiedene Nuss‑Nougat‑Cremes unter die Lupe genommen und ins Labor geschickt. Das Ergebnis ist ernüchternd: von 20 Produkten erhalten gerade einmal zwei ein „Befriedigend“. Die Verbraucherzentrale Südtirol hat 27 Nuss‑Nougat‑Cremes von 7 verschiedenen Händlern unter die Lupe genommen und dabei jeweils den Verkaufspreis, die verwendeten Zutaten sowie den Energie‑, Fett‑ und Zuckergehalt erhoben.
Die Zusammensetzung der "Nuss‑Nougat‑Cremes" könnte ungesünder kaum sein. Rund 50 Prozent Zucker, dazu kommen oft mehr als 35 Prozent Fett. Die deklarierte Nussanteil reicht von gerade einmal 5 bis zu 36 Prozent, die Kakaopulvergehalte liegen zwischen 3,7 und 12 Prozent. Der deklarierte Haselnussanteil liegt in den meisten Produkten bei etwa 13 % (Vorgabe: mind. 10 %). Eine Ausnahme bilden die untersuchten Bioprodukte mit einem deklarierten Haselnussanteil von 15 bzw. 33 %.
Produktwahl und Kennzeichnung
Für Fertigprodukte sollte generell ein bewusster Konsum angestrebt werden. „Ich empfehle einen sinnvollen, genussvollen und lebendigen Umgang mit allen Lebensmitteln. Wie so oft kommt es auf das richtige Maß an“, betont Peggy Schöne. Wer sich über die Zusammensetzung eines Produkts informieren möchte, wirft am besten einen Blick auf die Zutatenliste sowie auf die Nährwerttabelle auf der Verpackung.
Unter den untersuchten Produkten sind 15 Bio‑Produkte. Ohne Palmöl werden 15 der untersuchten Produkte hergestellt. Neun Produkte enthalten Palmöl in Kombination mit anderen Ölen. Die Kennzeichnung von einigen Proben entsprach nicht den Vorgaben der VO (EU) 1169/2011. Wegen der Kennzeichnungsmängel und geringen Mengen an Schadstoffen muss nicht auf Nuss‑Nougat‑Cremes verzichtet werden.
Gesündere Alternativen und Rezepte
Herzpatienten müssen jedoch nicht auf diesen köstlichen Brotaufstrich verzichten, da es wesentlich gesündere Alternativen gibt. So lässt sie sich einfach selber machen. Eine ähnliche Creme kann beispielsweise ganz einfach zu Hause zubereitet werden. Das „einfachste“ Produkt wird aus nur drei Zutaten hergestellt, nämlich aus Haselnüssen, Rohrzucker und Kakao.
Folgende Zutaten sind für den selbstgemachten Nuss‑Nougat‑Aufstrich erforderlich: 400 g Haselnüsse, Sechs Esslöffel Haselnuss‑ oder Kokosöl, Vier Esslöffel Kakao, Eine Messerspitze einer Vanilleschote, Eine Prise Salze. Zum Süßen: 6 Esslöffel Agavendicksaft oder Datteln. So wird’s gemacht: Haselnüsse werden bei 150 Grad Umluft im Ofen geröstet. Nachdem sie abgekühlt sind, werden die Nüsse zusammen mit den restlichen Zutaten in einem Mixer zu einer cremigen Konsistenz verarbeitet. Danach kann der Aufstrich einfach in ein Marmeladenglas gefüllt werden.
Ernährungsexperte Dr. Volker Manz empfiehlt dieses Rezept als gesündere Alternative: 12 entkernte Datteln, 200 Gramm Haselnüsse, 1 1/2 Löffel Rohkakao, 30 ml Milch, etwas reines Vanille‑Pulver und etwas Meersalz. Diese Mischung einfach in einem Küchenmixer zu einer feinen Masse pürieren und fertig ist die gesündere Variante der Nuss‑Nougat‑Creme. Der Vorteil: Durch die Selbstherstellung wissen wir, was drin steckt. Versteckte Inhaltsstoffe gibt es also keine. Zudem sind Datteln um einiges gesünder als industriell hergestellter Zucker.
Praktische Empfehlungen
- Nuss‑Nougat‑Cremes in Maßen genießen: Angesichts des hohen Zuckergehalts empfehle ich Nuss‑Nougat‑Creme eher für besondere Anlässe und nicht für das tägliche Frühstücks‑ oder Pausenbrot.
- Alternativen wählen: Nuss‑Nougat‑Creme ohne Palmöl kaufen oder selbst herstellen.
- Auf Kennzeichnungen achten: Zutatenliste, Nährwerttabelle und Zertifikate (Fairtrade, RSPO, Rainforest Alliance) prüfen.
- Frühstück bewusst gestalten: Wer morgens eine süße Note bevorzugt, kann zum Wohl seines Herzens auch zu einem Stück Obst greifen.
| Problem | Folge |
|---|---|
| Hoher Zuckeranteil (~50 %) | Übergewicht, Karies, Blutzuckerschwankungen |
| Hoher Fettanteil, Palmöl | Verschlechterung der Blutfette, erhöhtes Diabetes‑ und Herzrisiko |
| Prozesskontaminanten (Glycidol, 3‑MCPD) | Wahrscheinlich krebserregend, erbgutschädigend, möglichst niedrig halten |
| Mineralölbestandteile (MOSH) | Anreicherung im Körper, unbekannte Langzeitfolgen |
| Geringer Haselnussanteil | Wenig Nährstoffvorteile trotz hohem Kaloriengehalt |
Für Fertigprodukte sollte generell ein bewusster Konsum angestrebt werden. „Ich empfehle einen sinnvollen, genussvollen und lebendigen Umgang mit allen Lebensmitteln. Wie so oft kommt es auf das richtige Maß an“, betont Peggy Schöne.
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