Sind Quetschies wirklich so süß, wie sie scheinen? Eine zahnärztliche und ernährungswissenschaftliche Betrachtung

Quetschies, die praktischen Fruchtpürees im Beutel, erfreuen sich großer Beliebtheit bei Kindern und Sportlern gleichermaßen. Sie sind schnell verfügbar, leicht zu konsumieren und in zahlreichen Variationen erhältlich. Doch was steckt wirklich in diesen bunten Beuteln? Und sind sie tatsächlich so gesund, wie ihr Ruf vermuten lässt? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von Quetschies und gibt wichtige Hinweise für einen bewussten Konsum.

Quetschies im Visier: Was steckt drin?

Quetschies sind in jedem Supermarkt erhältlich und bestehen hauptsächlich aus Fruchtpüree, oft gemischt mit Joghurt, Getreide oder Gemüse. Einige Varianten enthalten zusätzlich Saftkonzentrate oder sogar Kekse. Die Beliebtheit der Quetschies rührt von ihrer einfachen Handhabung und dem süßen Geschmack her, der vor allem Kinder anspricht. Viele Hersteller werben mit Attributen wie "ohne Zuckerzusatz" oder "aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft", was den Eindruck eines gesunden Lebensmittels verstärkt.

Zuckergehalt und Kariesrisiko

Ein kritischer Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt jedoch, dass Quetschies nicht so unbedenklich sind, wie sie scheinen. Auch wenn auf der Verpackung "ohne Zuckerzusatz" steht, enthalten sie von Natur aus Fruchtzucker. Dieser kann in größeren Mengen durchaus problematisch sein. Im Schnitt enthalten Quetschies etwa 11 Gramm Zucker pro 100 Gramm Mus. Zum Vergleich: 100 Gramm Erdbeeren enthalten etwa 5 Gramm Zucker, während Äpfel etwa 10 Gramm Zucker aufweisen.

Der hohe Zuckergehalt, oft in Kombination mit zugesetzter Säure (z.B. durch Zitronensaftkonzentrat), birgt ein erhöhtes Kariesrisiko. Wer an Quetschies saugt, umspült die Zähne anhaltend mit einem zuckerhaltigen Püree, das gut an den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen haften bleibt. Die im Mund vorhandenen Bakterien verstoffwechseln den Zucker und produzieren Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen können. Zahnärzte raten daher zur Vorsicht und empfehlen, den Konsum von Quetschies bei Kindern einzuschränken.

Nährwerte und Verarbeitung

Ein weiterer Aspekt ist der Nährwert von Quetschies im Vergleich zu frischem Obst. Durch die industrielle Verarbeitung und Pasteurisierung der Früchte gehen viele Vitamine verloren. Auch der Ballaststoffgehalt ist geringer als bei frischem Obst. So liefert ein 100-Gramm-Quetschie-Beutel im Schnitt 11 bis 18 Gramm Kohlenhydrate, aber nur etwa 1 Gramm Ballaststoffe. Im Gegensatz dazu enthalten 100 Gramm frische Erdbeeren 6 Gramm Kohlenhydrate und 2 Gramm Ballaststoffe.

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Zudem wird das Kauen, das beim Verzehr von frischem Obst erforderlich ist, durch die pürierte Konsistenz der Quetschies umgangen. Das Kauen ist jedoch wichtig für die Stärkung der Kaumuskulatur und die Förderung der Sprachentwicklung bei Kindern.

Quetschies im Sport: Eine sinnvolle Energiequelle?

Nicht nur Kinder, sondern auch Sportler greifen gerne zu Quetschies, um schnell Energie zu tanken. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts sind sie eine leicht verfügbare Energiequelle, die sich gut für Freizeitsportler auf Wanderungen, leichten Radtouren oder lockeren Läufen eignet. Allerdings sollte auch hier der hohe Zuckergehalt berücksichtigt werden.

Tipps für einen bewussten Konsum

Wer nicht vollständig auf Quetschies verzichten möchte, kann folgende Tipps beherzigen:

  • Nur gelegentlich: Quetschies sollten nur gelegentlich als Zwischenmahlzeit oder Dessert konsumiert werden, nicht als Ersatz für frisches Obst und Gemüse.
  • Geringer Zuckeranteil: Achten Sie beim Kauf auf einen möglichst geringen Zuckeranteil und bevorzugen Sie Sorten mit einem hohen Gemüseanteil.
  • Kleine Beutel: Wählen Sie kleinere Beutel, um die aufgenommene Zuckermenge zu reduzieren.
  • Nach dem Verzehr Wasser trinken: Trinken Sie nach dem Genuss von Quetschies Wasser, um den Speichelfluss anzuregen und Speisereste und Säuren wegzuspülen.
  • Selber befüllen: Verwenden Sie Quetschbeutel und Quetschflaschen zum Selberbefüllen, um die Kontrolle über die Zutaten zu behalten und Müll zu vermeiden.
  • Zahnpflege: Achten Sie auf eine gründliche Zahnpflege, insbesondere nach dem Verzehr von Quetschies.

Alternativen zu Quetschies

Es gibt zahlreiche gesunde Alternativen zu Quetschies, die eine ausgewogene Ernährung fördern und die Zahngesundheit schonen:

  • Frisches Obst und Gemüse: Geschnittenes Obst und Gemüse sind ideal als Snack für zwischendurch. Sie enthalten weniger Zucker, mehr Vitamine und Ballaststoffe und fördern das Kauen. Besonders Beerenfrüchte sind aufgrund ihres niedrigen Zuckergehalts eine gute Wahl.
  • Selbstgemachte Smoothies: Smoothies aus frischem Obst und Gemüse sind eine gesunde und leckere Alternative zu Quetschies. Sie können individuell zusammengestellt und an die Vorlieben des Kindes angepasst werden.
  • Joghurt mit frischen Früchten: Naturjoghurt mit frischen Früchten ist ein gesunder und sättigender Snack, der weniger Zucker enthält als Quetschies.

Quetschies selbstgemacht

Eine weitere Möglichkeit ist es, Quetschies selbst herzustellen. So behalten Sie die volle Kontrolle über die Zutaten und können den Zuckergehalt reduzieren. Für die Zubereitung eignen sich verschiedene Obst- und Gemüsesorten, die püriert und in wiederverwendbare Quetschbeutel gefüllt werden können. Selbstgemachte Quetschies können auch im Kühlfach aufbewahrt werden, um einen Vorrat anzulegen.

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