Inge Brunett Käsekuchen Rezept
Heute möchten wir euch den “letzten” Kuchen vorstellen, den wir zu Oma Lores 94. Geburtstag gebacken haben. Einen Käsekuchen. Und zwar einen ganz klassischen. Mit Quark und nicht mit Frischkäse. Mit anderen Worten, die deutsche Version eines Käsekuchens.
Auf unserem Blog gibt es ja schon so einige Rezepte, die mittlerweile in der Familie und auch im Freundeskreis immer wieder zubereitet werden. Und auch in diesem Fall mussten wir unser eigenes Rezept entwickeln. Die Grundzutaten waren uns ohnehin klar. Dafür brauchten wir keine Rezeptideen. Aber auf das Mischungsverhältnis kommt es an. Wir haben uns super viele Rezepte angeschaut und immer wieder gezweifelt, ob das wirklich so klappen kann. Aus diesem Grund haben wir unseren Käsekuchen auch tatsächlich dreimal gebacken, bevor wir ein Rezept auf dem Papier hatten, das auch wirklich so funktioniert hat, dass wir es euch zeigen wollten.
Warum Quark?
Da das Heimisch, wie der Name schon sagt, nur heimische, also regionale Produkte verarbeitet, ist auch der Käse und somit auch der Quark heimisch. Und das kann man schmecken.
Das alles bezeichnet einen Nachtisch bzw. ein Backwerk, das zum Hauptteil aus Quark (auch weißer Käse genannt) oder Frischkäse besteht. Laut Irene Krauß „Chronik bildschöner Backwerke“ Stuttgart 1999 wurde bereits in der römischen Antike eine Art Käse-Kuchen aus Quark oder Sauerrahm als Nachtisch gereicht. Rezepte sind aus der Sammlung von Marcus Porcius Cato (234 - 149 v.Chr.), besser bekannt als “Cato der Ältere”, überliefert.
Zutaten
Für den Mürbteig:
Lesen Sie auch: Himbeer-Baiser-Traum: Die Rote Inge
- 300 g Weizenmehl
- 75 g Puderzucker
- 150 g kalte Butter
- 1 Eigelb (Größe M oder L)
- 1 TL Vanilleextrakt, selbstgemacht oder gekauft
- 1 Prise Salz
- 2-3 EL kaltes Wasser
Für die Käsemasse:
- 500 g Magerquark
- 500 g Quark (20% Fett)
- 250 g Zucker
- 250 g Butter
- 6 Eier
- 115 g Mehl
- 15 g Speisestärke
- 1 TL Backpulver
- 1 Bio Zitrone (Schale und Saft davon)
- 1 TL Vanilleextrakt, selbstgemacht oder gekauft
- 1 Prise Salz
Zubereitung - Der Boden
Heizt euren Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor. Gebt alle Zutaten für den Boden in die Schüssel eurer Küchenmaschine und verknetet alles zu einem mürbigen Teig. Fettet und bemehlt eure Springform. Gebt nun den größten Teil des Teiges in die Form und verteilt ihn gleichmäßig auf dem Boden. Form aus dem Rest eine Rolle, die in die Form hinein passt und formt daraus den Rand. Stecht mit einer Gabel einige Male in den Teig oder gebt Blindbackerbsen auf den Boden. Backt den Boden nun für 10 Minuten und nehmt die Form aus dem Ofen. Reduziert die Temperatur auf 160°C.
Zubereitung - Die Käsemasse (Variante 1)
Schlagt Butter, Salz, Zucker und Vanillezucker so lange auf, bis die Butter richtig schaumig und weiss ist. Gebt dann nach und nach je ein Ei unter weiterem Schlagen dazu. Rührt nun das Puddingpulver, den Quark und den Zitronensaft unter die Masse und füllt sie in die Springform. Schiebt die Form in den Ofen und backt bei 160°C für ca. 1,5 Stunden. Eventuell solltet ihr den Kuchen mit Backpapier abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird. Wenn die Zeit rum ist, stellt den Ofen aus, öffnet die Türe und lasst den Kuchen noch für eine halbe Stunde darin langsam runterkühlen.
Zubereitung - Die Käsemasse (Variante 2 mit Eischnee)
Für die Käsemasse die Butter zerlassen und abkühlen lassen. Die Eier trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz in einer fettfreien Schüssel zu Schnee aufschlagen und beiseite stellen. Die Eigelbe mit der zerlassenen Butter in einer Schüssel gut verrühren (Handrührgerät oder Küchenmaschine) und anschließend den Zucker, das Mark der Vanilleschote, den Abrieb und den Saft einer Biozitrone dazugeben und alles gut verrühren. Nun das Mehl, die Stärke und das Backpulver dazugeben und untermischen. Den Quark unter die Eigelb-Zucker-Mehlmischung rühren, bis es eine glatte Masse ist. Nun vorsichtig den Eischnee unterheben. Die komplette Käsemasse nun auf den vorbereiteten Mürbteigboden geben und die Springform 5-6 mal kräftig auf die Arbeitsplatte klopfen damit die Luftblasen nach oben steigen können. Nun auf mittlerer Schiene ca. 65-75 Minuten backen.
Nach 20-25 Minuten Backzeit den Kuchen kurz aus dem Ofen nehmen und mit einem scharfen Messer rundherum ca. 1 cm tief zwischen Mürbteigrand und Käsemasse einschneiden. So verhindert ihr das Reißen der Oberfläche. Der Kuchen wird während dem Backen hoch gehen wie ein Atompilz, nach dem Backen aber wieder absinken. Den Kuchen nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen. Vor dem Servieren noch ca. 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen damit er sich besser schneiden lässt (mit einem feuchten Messer schneiden!).
Lesen Sie auch: Klassische Rote Grütze selber machen
Tipps und Tricks
- Wir finden, das ein Käsekuchen richtig kalt auf den Tisch gehört. Daher backen wir einen Käsekuchen auch immer am Tag zuvor.
- Auch wenn Eischnee aufschlagen nervt, es lohnt sich!
- Den Kuchen bestenfalls über Nacht auskühlen lassen und dann noch für 2 Stunden in den Kühlschrank! Dann setzt er sich schön, lässt sich toll schneiden und wird besonders lecker!
- Eventuell solltet ihr den Kuchen mit Backpapier abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird.
- Nach 20-25 Minuten Backzeit den Kuchen kurz aus dem Ofen nehmen und rundherum ca. 1 cm tief einschneiden, so verhindert ihr das Reißen der Oberfläche.
- Wenn ihr euch dieses alte Rezept anschaut, dann seid bitte nachsichtig mit uns. Diesen Käsekuchen haben wir vor so langer Zeit gebacken und fotografiert, dass wir ihn euch eigentlich nicht noch einmal zeigen sollten. Aber warum eigentlich nicht?!
Varianten und kleine Geschichte
Meine Oma Frieda hat früher immer einen Käsekuchen ohne Boden gebacken. Wir haben ihn einmal Upside-Down-Käsekuchen genannt und nach ihrem Familienrezept gebacken. Der allerdings wurde mit Schichtkäse zubereitet. Und ich persönlich war nie so ein großer Fan davon. Ganz im Gegensatz zu meinem Vater. Der könnte gleich einen ganzen Kuchen davon essen. Eigentlich jeden Kuchen, der “Käse” oder “Cheese” im Namen hat. Ich hatte einfach ein Problem mit der Konsistenz des Schichtkäses.
Das Typische daran: Der Boden besteht aus Kekskrümeln, yummi! Diese Variante wird klassisch gebacken, jedoch etwa 8 Minuten vor Ende der Backzeit aus dem Ofen genommen und mit einer Baiserschicht überzogen und dann zu Ende gebacken. Beim Abkühlen schlägt sich die Feuchtigkeit der Käsemasse im Baiser nieder und bildet kleine Perlen, die aussehen wie Tränchen. Mehr Infos zur Käse-Torte mit Mandelbaiser: “Die besten Käsekuchen” von Oda Tietz.
Seinen Weg über den großen Teich fand das deutschsprachige Rezept in den 1840er Jahren in den Händen der Siedler, Amish People, die sich in der Gegend um Pennsylvania niederließen. In genau dieser Gegend nahm die amerikanisierten Cheesecake-Variante, seine ersten Geh- und Stehversuche, die im Vergleich zu seinen deutschen Nachtisch-Vorfahren mit dem hohen Einsink-Risiko außergewöhnlich gut gelangen. Mit Füllung aus lockerer Käsecreme, verfeinert durch einen Hauch Zitrone und natürlicher Vanille.
Noch ein paar Hinweise
Und eins hatten sie stets gemeinsam: Es wurde immer Puddingpulver zum Abbinden verwendet. Ich bin ja eine absolute Gegnerin dieser “Convenient” Dinge. Puddingpulver besteht lediglich aus Stärke, Farbstoff und Aroma. Mein Mann und ich lieben Käsekuchen! Aber das richtige Rezept zu finden war kompliziert. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass auch der ein oder andere Versuch im Mülleimer gelandet ist - für mich einfach ungenießbar. Aus vielen einzelnen Rezepten habe ich jetzt mein absolut perfektes Käsekuchenrezept ausgetüftelt: cremig, locker aber trotzdem irgendwie kompakt in der Textur.
Wenn ihr also noch auf der Suche nach eurem perfekten Rezept seid, dann geb diesem hier eine Chance! Ich verrate euch übrigens im Rezept, wie ihr es schafft, dass die Oberfläche des Kuchens nicht reißt. Hierzu bedarf es nämlich keinem Wasserbad, keinem Abkühlen im Ofen oder anderen aufwändigen Dingen. Es ist kinderleicht. Viel Spaß beim Nachmachen und vor allem beim Genießen!
Lesen Sie auch: Schnelles Blaubeerkäsekuchen Rezept
| Phase | Temperatur | Zeit |
|---|---|---|
| Vorbacken Boden | 180°C Ober-/Unterhitze | 10 Minuten |
| Backen Käsemasse | 160°C (Heißluft / reduziert) | ca. 65-90 Minuten (je nach Rezeptvariante) |
| Abkühlen im Ofen | Ofen aus, Tür offen | ca. 30 Minuten |
| Kühlzeit | Kühlschrank | mind. 2 Stunden, besser über Nacht |
Das ist unser Aufruf an euch. Schaut euch unser Rezept an, bekommt Appetit und kauft euch die Zutaten. Und dann erzählt uns, wie euch unser Käsekuchen geschmeckt hat.
tags: #Inge #Brunett #Kasekuchen #Rezept


