Honig und Zimt: Können sie den Blutdruck senken?

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist eine weit verbreitete Zivilisationskrankheit, die oft als Langzeitfolge von Fehlernährung und Bewegungsmangel auftritt. Falsche Ernährung ist eine Hauptursache für gefährlichen Bluthochdruck. In Deutschland leidet etwa jeder dritte Erwachsene darunter, was einer Zahl von circa 20 bis 30 Millionen Menschen entspricht. Wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist, kann dies zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen, darunter Herzkrankheiten, Nierenprobleme und Schlaganfall.

Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensmittel, insbesondere solche aus der Mittelmeerküche, den Blutdruck auf natürliche Weise senken können. Auch weihnachtliche Gewürze, wie Zimt, können sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Studien deuten darauf hin, dass eine gewürzreiche Ernährung den Blutdruck senken und somit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern kann.

Ursachen und Folgen von Bluthochdruck

Häufig ist Bluthochdruck eine Langzeitfolge von zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Die überschüssige Energie aus der Nahrung wird in die Fettpolster eingespeichert, was zu Übergewicht führt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme erhöht. Abnehmen kann hier Abhilfe schaffen: Pro 10 Kilogramm Gewichtsabnahme sinkt der Blutdruck um etwa 12 : 8 mmHg. Insbesondere das Bauchfett sollte reduziert werden.

Ernährungsempfehlungen bei Bluthochdruck

Die sogenannte Mittelmeerküche ist ideal bei Bluthochdruck. Damit sind nicht Pizza und Pasta gemeint, sondern ausreichend Gemüse, Obst und Fisch, außerdem gute Öle. Denn Obst und vor allem Gemüse sind kaliumreich, was den Blutdruck regulieren hilft. Da fast die Hälfte der Bluthochdruck-Betroffenen salzsensitiv ist, gilt es, die tägliche Kochsalzzufuhr gut im Blick zu haben. Oft wird unterschätzt, wie viel Salz in Brot, Brötchen und Knäckebrot steckt. Neben herzhaften Backwaren liefern hierzulande Fleischgerichte, Wurst und Käse den größten Beitrag zur Speisesalzzufuhr.

Der Handel vertreibt seit einiger Zeit "Blutdrucksalz", dieses nicht ganz billige Produkt für die Küche ist eine Mischung aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid. Studien lieferten Hinweise, dass die Verwendung von diesem kaliumhaltigem Salzersatz anstelle von normalem Kochsalz zur Blutdrucksenkung beiträgt. Fertiggerichte sollte man generell meiden, denn sie enthalten meist deutlich zu viel Salz. Lieber selbst kochen und kräftig mit Kräutern würzen, sie bringen viel Aroma ins Essen. Wenn es schnell gehen soll, ist vorgeschnittene Tiefkühlware durchaus zu empfehlen. Auch auf die Getränkezufuhr ist zu achten: Der Körper braucht genügend Flüssigkeit, und zwar die richtige.

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Die Wirkung von Zimt auf den Blutdruck

Zimt ist nicht nur ein beliebtes Weihnachtsgewürz, sondern wird auch wegen seiner vielfältigen Heilwirkung geschätzt. Dank seiner unterschiedlichen gesundheitsfördernden Eigenschaften findet er in der Volksheilkunde schon seit jeher bei unterschiedlichsten körperlichen und psychischen Leiden Anwendung. Studien legen nahe, dass Zimt helfen könnte, das Herz zu schützen, indem er die Triglyceride (eine bestimmte Fettart in unserem Blut) und den Cholesterinspiegel senkt. Zusätzlich soll das Gewürz den Blutdruck senken können, was ebenfalls der Herzgesundheit zugutekommt. Darüber hinaus haben die enthaltenen Antioxidantien einen schützenden Effekt auf die Zellwände der Blutgefäße.

Eine Meta-Analyse von Forschern aus den USA und dem Iran fand heraus, dass Zimt den Blutdruck positiv beeinflusst. Nach 12 Wochen war der systolische Blutdruck um 3 mmHg gesunken, der diastolische um 5 mmHg.

Zimt und Diabetes

Für einige Aufregung sorgten Studien, die zeigten, dass Zimt durch seinen Inhaltsstoff Methylhydroxy-Chalcone-Polymer (MHCP) eine insulinähnliche Wirkung hat und so den Blutzuckerspiegel senken kann. Eine weitere Theorie besagt, dass Zimt die Übertragung von Phosphat auf bestimmte Insulinrezeptoren erhöht, was wiederum die Insulinempfindlichkeit positiv beeinflusst. Das heißt, das körpereigene Insulin kann effektiver seine Wirkung entfalten.

Eine umfassendere Analyse bisheriger Studien kam jedoch zu dem Ergebnis, dass sich Zimt wahrscheinlich nicht positiv auf den Blutzuckerspiegel und damit auf Diabetes mellitus auswirkt. Ein Teil der Studienteilnehmenden hatte für einen bestimmten Zeitraum Zimtpräparate eingenommen, eine Vergleichsgruppe ein Placebo. Nach Abschluss der Studien konnte zwischen den beiden Gruppen kein Unterschied des Nüchternblutzuckers beziehungsweise des HbA1c-Wertes (ein Blutwert zur langfristigen Kontrolle des Blutzuckerspiegels) festgestellt werden.

Aufgrund der leberschädigenden Wirkung, die der längerfristige erhöhte Konsum von cumarinhaltigem Cassia-Zimt auslösen kann, rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft von der Einnahme von (teilweise hochdosierten) Zimtpräparaten ab.

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Zimt: Sorten und Cumaringehalt

Zimt wird aus der Rinde von Zimtbäumen gewonnen. Zwei Arten sind dabei besonders beliebt: der Ceylon-Zimtbaum (auch "Echter Zimtbaum" genannt) und die Zimtkassie (auch "Chinesischer Zimtbaum“). Der Ceylon-Zimtbaum liefert Ceylon-Zimt, also den echten. Seine Heimat ist Sri Lanka (früher "Ceylon"). Von der Zimtkassie stammt der nicht ganz so hochwertige Cassia-Zimt. Die Pflanze wächst in China, wird aber zum Beispiel auch in Indonesien oder Vietnam angebaut.

Bei Zimt entscheidet die Sorte darüber, wie gesund er ist. Cassia-Zimt aus China ist zwar billiger, enthält aber auch etwa hundertmal mehr Cumarin. Dieser von Natur aus enthaltene Aromastoff wirkt in hohen Dosen leberschädigend. In Tierversuchen löste Cumarin zudem Krebs aus. Deshalb sollte man Cassia-Zimt immer nur in Maßen verwenden. Vor allem Schwangere sollten vorsichtig sein. Ceylon-Zimt aus Sri Lanka enthält weniger Cumarin als Cassia-Zimt.

Kleinkinder mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm sollten sogar nur ein halbes Gramm Cassia-Zimt am Tag konsumieren. Das bedeutet: sechs Zimtsterne oder hundert Gramm Lebkuchen. Weil Ceylon-Zimt viel weniger Cumarin enthält, gibt es für ihn keine Verzehrempfehlung.

Weitere gesundheitliche Vorteile von Zimt

Zimt hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile, von der Blutzuckerregulierung bis zur Entzündungshemmung und Verbesserung der Herzgesundheit. Er ist reich an Antioxidantien, die den Körper vor oxidativem Stress schützen können. Chronische Entzündungen im Körper können zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen führen, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis und neuro-degenerativen Erkrankungen. Zimt enthält Verbindungen wie Zimtaldehyd, das entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Er hat natürliche antibakterielle, antivirale und antimykotische Eigenschaften. Besonders das enthaltene Zimtaldehyd kann das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen.

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Die Wirkung von Honig auf den Blutdruck

Es gibt weniger direkte Forschungsergebnisse, die die Wirkung von Honig auf den Blutdruck untersuchen, im Vergleich zu Zimt. Honig ist jedoch bekannt für seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften, die potenziell zur Herzgesundheit beitragen könnten.

Weitere Maßnahmen zur Senkung des Blutdrucks

Neben einer gesunden Ernährung und dem Konsum von blutdrucksenkenden Lebensmitteln gibt es weitere Maßnahmen, die helfen können, den Blutdruck natürlich zu senken:

  1. Regelmäßige Bewegung: Mit Hilfe von Sport und Alltagsbewegung können Sie Ihre Werte um etwa 5 bis 9 mmHg senken (diastolisch um 3-5 mmHg). Seien Sie mindestens fünf Mal pro Woche für 30 Minuten aktiv.
  2. Gewichtsabnahme: Übergewicht ist ein bedeutender Bluthochdruck-Risikofaktor. Eine Gewichtsabnahme von im Durchschnitt vier Kilogramm kann den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 2 mmHg senken.
  3. Salzreduktion: Rund 50 Prozent der Bluthochdruck-Patienten sind salzempfindlich. Sparen Sie täglich einen gestrichenen Teelöffel Salz ein - das entspricht etwa fünf Gramm -, dann können Sie den systolischen Blutdruck um etwa 6-8 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken, wie in Studien nachgewiesen wurde.
  4. Alkohol in Maßen: Männer sollten pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol trinken, Frauen nicht mehr als zehn Gramm.
  5. Stressmanagement: Beruflicher oder privater Stress treibt die Blutdruckwerte in die Höhe. Achten Sie auf ausreichend Pausen, Entspannung und Schlaf.
  6. Rauchstopp: Schon eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck.

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