Honig aus Schleswig-Holstein: Besonderheiten und Imkerei in der norddeutschen Region
Schleswig-Holstein liegt zwischen Nordsee und Ostsee, umgeben von tiefen Wäldern, dunklem Moor und weiten Wiesen. Diese einzigartige Landschaft bietet den Bienen sowohl im Binnenland als auch auf den beliebten Inseln wie Helgoland, Sylt und Amrum vielfältige Lebensräume. Bereits im 19. Jahrhundert wurden die Bienenhaltung und Imkerei auf Amrum dokumentiert, wie der mit einem traditionellen Bienenkorb verzierte Grabstein eines dort lebenden Landwirtes belegt. Das nördlichste Bundesland Deutschlands zeichnet sich durch regionale Besonderheiten und facettenreiche Honigsorten aus.
Die Landschaft und ihre Bedeutung für die Imkerei
Die Küsten Schleswig-Holsteins zeichnen sich durch ein mildes Klima, mäßigen Wind und sanfte Wellen aus. Gleichzeitig prägen ausgedehnte Rapsfelder, die zwischen Ende April und Anfang Mai in voller Blüte stehen, die Region. Die Bienen profitieren von den gelben Feldern, welche ihnen reichlich Nahrung bieten. Im Binnenland müssen sich die Tiere an den typisch norddeutschen Wind gewöhnen, finden aber auch dort auf Wiesen und in Wäldern ein reiches Nahrungsangebot.
Typisch für die Region sind die sogenannten Knicks, Wallhecken aus Schlehen, Haselsträuchern und Weißdorn, die gerade im Frühjahr viel Nektar und Pollen liefern. Im Sommer gewinnen die Blüten von Brombeeren und Heckenrosen an Bedeutung, während sich die Bienen im Herbst an den Blüten der weit verbreiteten Heidepflanzen tummeln.
Honigvielfalt: Rapshonig und weitere Spezialitäten
Rapshonig ist eine besonders typische Spezialität aus Schleswig-Holstein. Fast weiß, herrlich mild und nicht zu süß - so schmeckt Rapshonig. Aus diesem Grund ist Rapshonig von der Ostseeküste keine Seltenheit, auch wenn Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Ertrag liefert. Imker Rüdiger Feldt erzählt: „Die typisch norddeutsche Spezialität ist bei unseren Kunden sehr beliebt.“ Die Nähe zu den Meeren verleiht dem Honig einen einzigartigen Geschmack, so schwärmt Feldt: „Durch die Meeresnähe kann man Nord- und Ostsee im Honig schmecken.“
Neben Rapshonig zählen auch Thymian- und Sanddornhonig sowie viele weitere Sorten zu den Spezialitäten der Region. Die Lieblingssorte des Imkers ist übrigens der Orangenblütenhonig aus Andalusien. Mit der Rapsblüte starten die Tiere nach der Winterruhe in die neue Saison. Die horizontweiten gelben Felder halten für sie ein großes Angebot an Nektar bereit. „Jetzt im Juli haben wir bereits einmal geschleudert und die Frühjahrstracht samt Raps im Glas“, berichtet Rüdiger Feldt.
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Handwerkliche Honiggewinnung: Qualität aus Schleswig-Holstein
Zwischen Hamburg und Lübeck betreibt Rüdiger Feldt seit 40 Jahren eine handwerkliche Imkerei. „Ich mag die Bezeichnung Familie lieber als den sonst üblichen Begriff des Bienenvolks“, erklärt er. „Für uns sind es Familien mit einer Stockmutter, der Königin, und den Arbeiterbienen, die zum Nektar ausschwärmen.“ Besonderes Augenmerk legt er bei den Honigen aus seiner Imkerei auf Reinheit und Verarbeitung. „Unsere Honige sind grundsätzlich nie gemischt und filtriert, sondern traditionell geseiht.“ Dabei werden kleine Wachskrümel aus dem Honig entfernt.
Dank eines sehr schonenden Abfüllverfahrens muss der Honig selten über 20 Grad erwärmt werden. Alle Honige sind Premiumhonige, unverschnitten, schonend abgefüllt, kühl und dunkel gelagert. Es ist selbstverständlich, dass alle Honige, insbesondere die aus außereuropäischen Regionen, mehrfach untersucht sind und dem Reinheitsgebot der europäischen Honigverordnung entsprechen. „Mich begeistert jeden Tag aufs Neue die Vielfalt, die uns die Bienen mit ihrer Arbeit liefern“, sagt Rüdiger Feldt.
Imkerei und Förderung in Schleswig-Holstein
Die Honigbiene leistet durch ihre Bestäubungstätigkeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Deshalb unterstützt die Landesregierung Schleswig-Holstein die Imkerei durch ein Imkereiprogramm auf Grundlage der GAP-Strategieplanverordnung (EU) 2021/2115. Das Förderprogramm erstreckt sich über einen Zeitraum bis einschließlich 2027. Das Land Schleswig-Holstein hat sich entschieden, sein Imkereiprogramm in Zusammenarbeit mit dem repräsentativen Imkereiverband, dem Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V., zu erstellen und durchzuführen.
Von einer Förderung einzelner Imkerinnen und Imker ist aufgrund des Fördervolumens und der Effektivität der Maßnahme Abstand genommen worden. Alle in Schleswig-Holstein ansässigen Imker können die Angebote des Landesimkerverbandes in Anspruch nehmen und somit von der Förderung profitieren.
Maßnahmen und Förderbereiche
- Aufbau, Verbesserung und Verbreitung imkerlichen Wissens
- Teilnahme an zentralen Schulungen beim Landesverband
- Teilnahme an dezentralen Schulungen auf Vereinsebene (nach Absprache mit dem Landesverband)
- Erstellung, Aktualisierung und Verbreitung von Schulungsmaterialien
- Aus- und Aufbau von Schulungskonzepten
- Beratung/Betreuung von Imker/Innen insbesondere mit Praxisbezug
- Investitionen zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung
- Qualitäts- und Reinheitsuntersuchungen
- Untersuchungen auf Rückstände im Honig, Wachsuntersuchungen
- Bienenvölkervermehrung und Bienenzucht
- Bekämpfung von Bienenstockfeinden und -krankheiten
- Kosten für Informationsvermittlung
Qualitätssicherung und das Warenzeichen "Echter Deutscher Honig"
Der Begriff „Echter Deutscher Honig“ steht sowohl für die Herkunft aus Deutschland als auch für die Unverfälschtheit des Honigs und die Sachkunde bei der Gewinnung. Das Qualitätsversprechen, das das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes seit fast 100 Jahren gibt, hat im regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerb bis heute Erfolg und ist Garant für die Einhaltung hoher Qualitätsanforderungen.
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Imker, die im DIB Glas vermarkten, haben sich durch anerkannte Schulungen Sachkunde sowohl im Umgang mit den Bienen als auch in Bezug auf die Honiggewinnung und Verarbeitung erworben.
| Honigsorte | Regionale Besonderheit | Geschmack |
|---|---|---|
| Rapshonig | Ostsee-Küste, Binnenland | Fast weiß, mild, nicht zu süß |
| Sanddornhonig | Küstenregionen | Fruchtig, einzigartig |
| Thymianhonig | Heidegebiete | Würzig, aromatisch |
Bienen und Biodiversität: Die Rolle der Honigbiene in Schleswig-Holstein
Die Honigbiene trägt entscheidend zur Bestäubung vieler Pflanzen und damit zum Erhalt der Biodiversität in Schleswig-Holstein bei. In der Region finden die Bienen ein breites Spektrum an Nahrungsangeboten, von den Knicks im Frühjahr bis zu den Heideblüten im Herbst. In verschiedenen Naturparks finden sie auf Wiesen und in Wäldern ein reiches Nahrungsangebot. Dieses vielfältige Ökosystem unterstützt nicht nur die Honigproduktion, sondern auch die ökologische Vielfalt der gesamten Region.
Schleswig-Holstein liegt gleich an zwei Meeren - das kann kein anderes deutsches Bundesland von sich behaupten. Das Zusammenspiel aus Meeresklima, Wind und vielfältigen blühenden Pflanzen macht diese Region so besonders für die Imkerei.
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