Honig im Kopf — Drehbuchautor, Entstehung und Rezeption des Films
Honig im Kopf ist eine deutsche Tragikomödie von Til Schweiger, Schweiger spielte eine der Hauptrollen, führte Regie und schrieb zusammen mit Hilly Martinek das Drehbuch. Die Hauptrollen sind mit Emma Schweiger und Dieter Hallervorden besetzt; in Nebenrollen sind unter anderem Jan Josef Liefers, Fahri Yardım und Tilo Prückner zu sehen. Die Kinovorlage kam am 25. Dezember 2014 in die Kinos und wurde ein großer Erfolg: In Deutschland erreichte Honig im Kopf 7,19 Millionen Kinobesucher. Damit ist die Komödie der erfolgreichste im Jahr 2014 gestartete Kinofilm und belegt den 6. Platz der erfolgreichsten deutschen Filme in der Bundesrepublik seit 1968. Das internationale Einspielergebnis liegt bei über 60 Mio.
Drehbuch: Autoren, Ausgangsidee und Zusammenarbeit
Til Schweiger schrieb zusammen mit Hilly Martinek das Drehbuch. Das Theaterstück basiert auf dem gleichnamigen Film von Til Schweiger (Buch & Regie), der am 25. Dezember 2014 in die Kinos kam und ein großer Erfolg wurde. Die Bühnenfassung des Filmdrehbuchs stammt von Florian Battermann. Das Theaterstück basiert auf dem gleichnamigen Film von Til Schweiger (Buch & Regie), der am 25. Dezember 2014 in die Kinos kam und ein großer Erfolg wurde.
Die Geschichte erzählt vom ehemaligen Tierarzt Amandus Rosenbach, der zunehmend unter Alzheimer leidet. Nachdem er auf der Beerdigung seiner Frau erste Anzeichen von Alzheimer erkennen lässt, zieht er auf Drängen seines Sohnes Niko in dessen Haus nahe Hamburg. Die drei verstehen sich blendend, vor allem zu dem aufgeweckten Mädchen hat der humorvolle und liebenswerte Senior ein inniges Verhältnis. Als Amandus, der an Alzheimer erkrankt ist, nach dem Tod seiner Frau zusehends abbaut, nimmt ihn Tildas Familie bei sich auf. Bald wird Niko schmerzhaft klar, dass er sich um seinen Vater nicht mehr alleine kümmern kann - der Umzug in ein Pflegeheim scheint unumgänglich.
Handlung - Kernelemente des Drehbuchs
Die 11-jährige Tilda liebt ihren Großvater Armandus über alles, der mit ihnen zusammen im Haus ihres Vaters Niko lebt. Daran ändert sich für das Mädchen auch nichts, als ihr Opa immer vergesslicher und sonderlicher wird. Als Niko sich schweren Herzens zu der Erkenntnis durchringen muss, dass er seinem alten Herrn bei sich zuhause nicht die Pflege und Fürsorge bieten kann, deren das ehemalige Familienoberhaupt zunehmend bedarf, entführt Tilda den Senior kurzentschlossen, denn schließlich wollte Armandus immer schon einmal nach Venedig.
Der ehemalige Tierarzt Amandus Rosenbach leidet zunehmend unter Alzheimer. Auf Drängen seines Sohnes Niko zieht Amandus in dessen Haus nahe Hamburg. Nikos Ehe mit seiner Frau Sarah steht auf der Kippe, nachdem Niko erfahren hat, dass Sarah eine Affäre mit ihrem Chef Serge hatte. Schnell kommt es wegen Amandus’ geistigem Zustand zu mehreren kritischen Situationen; u. a. als Amandus’ geistiger und motorischer Verfall immer weiter voranschreitet und das Sommerfest von Niko und Sarah in einem Fiasko endet, sieht sich Niko gezwungen, ihn in eine betreuende Einrichtung zu geben, was Nikos elfjährige Tochter Tilda allerdings nicht hinnehmen will. Und so begibt sie sich mit ihrem Großvater auf eine Reise nach Venedig, wo Amandus seinerzeit mit seiner Frau die Flitterwochen verbracht hat.
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Der Reisebeginn per Auto endet nach wenigen Kilometern mit einem glimpflich verlaufenden Unfall, als Amandus eine rote Ampel ignoriert. Per Zug geht es bis Bozen, dort verlässt Amandus auf der Suche nach einer Toilette versehentlich den Zug. Seine Enkelin zieht die Notbremse und versteckt sich mit Amandus auf der Bahnhofstoilette, bis die sie verfolgenden Polizisten die Suche aufgegeben haben. Abends werden sie von der Reinigungskraft Erdal gefunden, er vermittelt den beiden eine Weiterfahrt nach Venedig per Schaftransporter. Als dieser von der Polizei angehalten wird, können Amandus und Tilda noch rechtzeitig vor ihrer Entdeckung von der Ladefläche fliehen. Sie finden Unterschlupf in einem Kloster. Die Oberin ist von der Geschichte der beiden so gerührt, dass sie Amandus und Tilda bis nach Venedig fährt.
Tilda findet ihn am nächsten Morgen auf der Bank wieder, auf der Amandus vor vielen Jahren mit seiner Frau Margarethe gesessen hat. Seine Krankheit ist nun so weit fortgeschritten, dass er Tilda nicht mehr als seine Enkelin und „kleine Prinzessin“ erkennt. In diesem Moment werden die beiden von Niko und Sarah gefunden. Sarah beschließt, ihren Job aufzugeben, um mehr Zeit für die Pflege von Amandus zu haben. Die Ehe von Niko und Sarah ist gerettet, Sarah wird neun Monate nach dem Venedigbesuch Mutter eines Jungen, der nach seinem kranken Großvater benannt wird. Amandus erfährt noch eine glückliche Zeit mit seiner Familie, bis er in Tildas Beisein an Herzversagen stirbt.
Dreharbeiten und Besetzung
Die Dreharbeiten fanden vom 27. April 2014 bis zum 4. (Datum in der Vorlage unvollständig). In den Hauptrollen sind Dieter Hallervorden als Amandus, Til Schweiger als Sohn Niko und Emma Schweiger als Enkelin Tilda zu sehen. In Nebenrollen traten Jeanette Hain, Katharina Thalbach, Claudia Michelsen, Tilo Prückner, Jan Josef Liefers und Fahri Yardim auf.
Ursprünglich wollte Til Schweiger, wie er in der TV-Talkshow Markus Lanz im März 2015 erzählte, die Hauptrolle des Amandus Rosenbach mit dem britischen Schauspieler Michael Caine besetzen. Zunächst war Michael Douglas für die Rolle des Amandus im US-Remake angekündigt worden, die schließlich jedoch nicht zustande kam; in der amerikanischen Neuverfilmung Head Full of Honey spielten Nick Nolte, Matt Dillon und Emily Mortimer die Hauptrollen. Die Dreharbeiten begannen im Mai 2018, gedreht wurde in Deutschland, Italien und Großbritannien.
Drehbuchaspekte: Ton, Themen und dramaturgische Entscheidungen
Das Drehbuch verbindet Tragik und Komik und erzählt eine Geschichte über ein sehr aktuelles Thema, mit viel Wärme und Sinn für Komik. Allein Tilda schafft es, ihrem Opa mit Verständnis zu begegnen. Die drei verstehen sich blendend, vor allem zu dem aufgeweckten Mädchen hat der humorvolle und liebenswerte Senior ein inniges Verhältnis. Die Geschichte handelt vom Verlust, von familiären Konflikten und von der Frage, wie Menschen mit Demenz in der Familie und Gesellschaft umgehen.
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Regisseur Schweiger und Hauptdarsteller Didi Hallervorden erhielten 2015 den Ehrenpreis der Jury bei der Bambi-Preisverleihung. Als erfolgreichster deutscher Film des Jahres 2014 erhielt die Kinovorlage das Prädikat „Wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung. 2015 wurde der Film mit dem Sonderpreis des Deutschen Filmpreises als besucherstärkster Film des Jahres sowie mit dem CIVIS Kinopreis für europäische Spielfilme ausgezeichnet.
Rezeption: Lob, Kritik und Kontroversen
Volker Bleeck, Kritiker der TV Spielfilm, befand den Film als „berührend“. Obwohl die Story „etwas überkonstruiert“ sei, „berührt, unterhält und transportiert“ der Film „das schwierige Thema Demenz auf beeindruckend leichtfüßige Art“. Die Frankfurter Neue Presse bezeichnete den Film als „sehenswert“; unterm Strich sei Til Schweiger „die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema bestens gelungen“. Rudolf Worschech von epd Film vergab 4 von 5 Sternen und bezeichnete Honig im Kopf als „warmherzigen Film über das Thema Alzheimer.“ Er lobte Schweigers feinfühlige Beschreibung der Krankheit, „auch wenn er wirklich extreme Begleitumstände des Leidens - wie Aggressivität -“ ausspare.
Die Darstellung eines an Alzheimer Erkrankten wurde teils auch heftig kritisiert. Joachim Kurz von der Kino-Zeit bewertet Honig im Kopf als ein „echtes Ärgernis“ und kritisiert insbesondere die Deutsche Alzheimer Gesellschaft dafür, dass sie Schweigers Film Authentizität und einen realistischen Blick bescheinigte. Vielmehr betreibe „Schweigers Alzheimer-Schmonzette“ eine systematische Ausblendung der sozialen Wirklichkeit in Deutschland, bis hin zur Negierung derselben. Kritisch sah den Film auch Die Zeit: „Über die Geschichte des Kranken erfährt man am Ende so gut wie nichts, aber das in maximaler Sentimentalität, die nur von sich selbst ergriffen sein will. Man kann das als große filmische Verdrängungsleistung betrachten.“ Die Frankfurter Rundschau betonte die „idealistische Note“ des Films: „[...] das ist eben Til Schweiger: Er macht bewusst wertekonservatives Mainstream-Kino für Deutschland und legt dabei besonderes Augenmerk darauf, dass sein Publikum mit einer gewissen Hoffnung aus dem Kino entlassen wird.“
Bei der Film-Community Moviepilot kam es zu systematischer Manipulation der Zuschauerwertungen. Kurz nach dem Kinostart des Films wurden zahlreiche neue Accounts von drei russischen IPs aus angelegt, um dem Film die Höchstnote zu geben. Nach Überprüfung und Löschung dieser Bewertungen durch Moviepilot sank der Wertungsschnitt von 7,8 auf 5,4.
Adaptionen und Nachwirkung des Drehbuchs
Bereits 2016 wurde eine englischsprachige Neuverfilmung angekündigt, bei der Schweiger die Produktion und Regie übernehmen werde. In den Hauptrollen sind Nick Nolte, Matt Dillon und Emily Mortimer zu sehen. Head Full of Honey lief in den USA Ende November 2018 stark eingeschränkt in wenigen Kinos an. Die Bühnenfassung des Filmdrehbuchs stammt von Florian Battermann. Die niederdeutsche Erstaufführung feierte in einer Inszenierung von Frank Grupe am 2. Oktober 2016 Premiere im Ohnsorg-Theater zu Hamburg. Die Hauptrollen spielten Joachim Bliese und Faria Violetta Giesmann. Die Erstaufführung von Honig im Kopf in Österreich fand im April 2017 statt; in der Schweiz wurde das Stück erstmals 2025 aufgeführt: ab 23. Mai in einer Produktion des Theater Altishofen in der Kulturhalle und ab 10. (Datum in der Vorlage unvollständig).
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Tabelle: Ausgewählte Eckdaten zur Filmproduktion und Adaptionen
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Drehbuchautoren | Til Schweiger, Hilly Martinek |
| Regie | Til Schweiger |
| Hauptdarsteller | Dieter Hallervorden, Til Schweiger, Emma Schweiger |
| Kinostart (Deutschland) | 25. Dezember 2014 |
| Kinobesucher Deutschland | 7,19 Millionen |
| Internationales Einspielergebnis | über 60 Mio. |
| Auszeichnungen (Auswahl) | „Wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung, Bambi Ehrenpreis, Sonderpreis Deutscher Filmpreis |
Wirkung des Drehbuchs auf Publikum und Diskussion
Eine Geschichte über ein sehr aktuelles Thema, mit viel Wärme und Sinn für Komik erzählt, die auf der Leinwand schon Millionen bewegte. Die Darstellung des Krankheitsbildes und die dramaturgischen Vereinfachungen führten zu einer breiten Debatte: Lob für die emotionale Wirkung und Kritik wegen möglicher Verharmlosung oder fehlender sozialer Realität der Demenzversorgung. Dennoch blieb der kommerzielle Erfolg unbestritten und das Drehbuch stellte eine populäre filmische Auseinandersetzung mit Alzheimer und familiären Belastungen dar.
Das Drehbuch von Til Schweiger und Hilly Martinek verband Unterhaltung und ein ernstes gesellschaftliches Thema und brachte so Demenz in ein großes Kinopublikum. Die anschließenden Bühnenumsetzungen, das US-Remake und die Diskussionen zeigen, dass die erzählerische Grundidee und ihre filmische Umsetzung nachhaltige Aufmerksamkeit erzeugten.
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