Honig im Kopf englischer Titel und Bedeutung: Ein Blick auf das US-Remake Head Full of Honey und seine Wirkung
Es war ein aufwändiges Millionenprojekt: Mit Nick Nolte hatte Regisseur Til Schweiger eine US-Version von "Honig im Kopf" verfilmt - das Drama war in Deutschland ein Erfolg an der Kinokasse gewesen. Doch "Head Full of Honey" konnte das amerikanische Publikum nicht begeistern, der Streifen floppte. In einem Interview hat Schweiger nun die Gründe dafür erläutert.
Ursprung und Erfolg des Originalfilms
„Honig im Kopf“: US-Version wurde in Los Angeles aus dem Kino genommen. Die deutsche Erstversion, unter anderem mit Dieter Hallervorden, erreichte dagegen über sieben Millionen Zuschauer. Mit der Tragikomödie, die die Alzheimer-Erkrankung eines Großvaters thematisiert, gelang Til Schweiger 2014 ein Kino-Hit. Zusammen mit seiner Filmcrew hatte er die Hoffnung, mit dem internationalen Remake „Head Full of Honey“ einen noch besseren Film als das Original zu produzieren. Doch die Kritiken in den englischsprachigen Medien fielen verheerend aus - Schweiger konnte beim US-Publikum nicht punkten.
Rezeption der US-Kritik
Amerikanische Remakes deutscher Filme sind rar. Zunächst muss betont werden, dass kaum einem deutschen Film die Auszeichnung zuteil wird, in Amerika ein zweites Mal gedreht zu werden. Head Full of Honey lief in den USA Ende November 2018 stark eingeschränkt in wenigen Kinos an. Die Kritiken waren durchweg negativ: Gary Goldstein in der Los Angeles Times beschrieb das Produkt als „lärmendes, völlig unglaubwürdiges, überlanges Wirrwarr“ und erwähnte, dass es „unter jeder Menge fehlgeleiteter kreativer Entscheidungen“ leide. Bilge Ebiri in der New York Times nannte das Thema Alzheimer in der Behandlung uneinheitlich und anstößig. Rex Reed in der Chicago- oder Brooklyn-Umgebung zog ähnliche Schlüsse über das Remake und bemängelte die Laufzeit von 139 Minuten. Die Reaktionen zeigten deutlich, dass das US-Publikum mit dem Stil Schweigers wenig anfangen konnte.
Argumente des Filmemachers
Schweiger selbst bedauert im Gespräch mit dem Magazin Bunte den Misserfolg und führt an, dass die Zahlen nicht gut genug gewesen seien, um Warner Brothers zu einer Ausweitung des Plattform-Starts zu bewegen. Die vernichtenden Kritiken hätten ebenfalls geholfen, die Pläne zu torpedieren. „Die Reaktionen waren mit denen in Deutschland identisch“, so der 54-Jährige. Die Frage, wie es in den USA weitergehe, werde kommende Woche besprochen; möglicherweise werde der Film an einen Streaming-Dienst verkauft.
Hintergrundwissen zum Original und zur Produktion
Der Originalfilm aus dem Jahr 2014 erzählt die Geschichte des ehemaligen Tierarztes Amandus Rosenbach, der zunehmend unter Alzheimer leidet. Auf Drängen seines Sohnes zieht Amandus in dessen Haus nahe Hamburg; die Beziehungskrise der Familie verschärft sich, und eine Reise mit der Enkelin Tilda nach Venedig wird zur erzählerischen Kernhandlung. Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2014 statt; am 15. Dezember 2014 feierte der Film Weltpremiere und lief ab dem 25. Dezember 2014 in den deutschen Kinos. In Deutschland erreichte Honig im Kopf 7,19 Millionen Kinobesucher und war damit der erfolgreichste deutsche Kinostart des Jahres 2014 sowie einer der top-ten Filme der Bundesrepublik seit 1968.
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Die internationale Produktion war mit Nick Nolte als Amandus und Matt Dillon als Til Schweiger-Adaption besetzt; Emily Mortimer kam als weitere Hauptdarstellerin hinzu. Die Idee hinter Head Full of Honey war es, eine universelle Geschichte über Demenz zu erzählen, die auch kulturelle Unterschiede überbrückt. Die Produktionsseite kooperierte eng mit Warner Brothers, dem Hausfinanzierer in Deutschland, und setzte das Remake in Nordamerika um.
Rezeption der Kritik an beiden Fassungen
In der deutschsprachigen Kritik gab es unterschiedliche Bewertungen: Die Frankfurter Neue Presse bezeichnete Honig im Kopf als sehenswert, während epd Film es als warmherzig lobte. Die Kino-Zeit-Kolumne Joachim Kurz nannte den Film ein „echtes Ärgernis“ und beschuldigte die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, dem Film Authentizität und Realismus zuzusprechen. Die Zeit bemängelte eine maximal sentimentale Erzählweise, während die Frankfurter Rundschau den Film als gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema bezeichnete. Im Ausland stießen die US-Kritiken auf ähnliche, teils scharfe Gegenreaktionen, was die schwierige Erwartungshaltung an Remakes von erfolgreichen europäischen Filmen widerspiegelt.
Ausblick und Kontext
Bereits 2016 wurde eine englischsprachige Neuverfilmung angekündigt, bei der Schweiger erneut Regie führen sollte. Die Dreharbeiten begannen 2018 mit Nolte, Dillon und weiteren europäischen Schauspielern; Michael Douglas war zunächst im Gespräch, wurde aber letztlich nicht besetzt. Head Full of Honey lief in den USA in wenigen Kinos, begleitet von intensiven Kritiken, die das Remake hart attackierten. Der politische und kulturelle Diskurs um Remakes deutscher Filme in den Vereinigten Staaten bleibt ambivalent: Während manche Remakes als kultureller Austausch gesehen werden, gelten andere als überflüssig oder misslungen. Die Debatte verweist darauf, wie Differentien in Humor, Emotion und Erzählrhythmus die Wahrnehmung in verschiedenen Märkten beeinflussen können.
Zusammenfassend zeigen beide Fassungen, wie eine starke Thematik - Demenz und familiäre Bindung - sowohl im deutschen als auch im internationalen Kontext Vertrauen gewinnen kann, aber gleichzeitig die kulturelle Adaption, Regie- Entscheidungen und Marktmechanismen entscheidend den Erfolg oder Misserfolg beeinflussen.
Insgesamt verdeutlicht der Fall, dass eine erfolgreiche Umsetzung in Deutschland nicht automatisch eine ähnliche Wirkung im englischsprachigen Raum erzielt. Die Kritiken, das Publikum und die Verleihstrategien spielen eine zentrale Rolle, wie eine Geschichte über Demenz international aufgenommen wird.
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