Honig Baustoffe Hameln: Geschichte, Entwicklung und Unternehmensstruktur

Das Unternehmen August Honig kann auf eine beeindruckende, mehr als 150-jährige Firmengeschichte zurückblicken. 1865 wurde in Königsberg das Unternehmen August Honig als Baustoffgroßhandel gegründet. Leider gibt es über die Anfangszeit wenig Informationen, da der Krieg und die Vertreibung alle historischen Dokumente vernichtet haben. Auch in der Familienchronik der Familie Reimann finden sich nur wenige Hinweise und erst recht wenig Bilder oder Aufzeichnungen aus dieser Zeit, da die Familie Reimann erst im Jahre 1942 das Unternehmen vollständig übernommen hat.

Historische Entwicklung Honig Baustoffe Hameln

Gründungsjahre, Fusionen und Neuausrichtungen bis 1945

Aus der Reimannschen Familienchronik, erstellt durch Herrn Walter Reimann in den 1970er-Jahren, erfährt man, dass die Firma August Honig im Jahre 1922 durch einen Fusionskaufvertrag mit dem bis dahin im Wettbewerb stehenden Baustoffgroßhandel F. Haurwitz & Co. zusammengegangen ist. Der Grund lag in einer finanziellen Schwäche des Unternehmens und in dem Fehlen eines Nachfolgers. Diese Fusion hatte allerdings auch strategische Vorteile: Während das Haupttätigkeitsfeld der Fa. Haurwitz die Provinz Ostpreußen und zum Teil auch die Randstaaten waren, lagen die Interessen der Firma August Honig in der Hauptsache in dem riesigen Stadtgeschäft.

Aufgrund der Schwierigkeiten der einsetzenden Weltwirtschaftskrise wurde von dem damaligen Inhaber Herr Konsul Carl Deichgräber der Entschluss gefasst, die Rütgerwerke Berlin (später VEDAG), die in Ostpreußen eine Monopolstellung bei der Herstellung von Dachpappen hatten, an dem Unternehmen unmittelbar mit 50% zu beteiligen. Die 1927 aus den Rütgerswerken hervorgegangene VEDAG brachte zudem einen weiteren Baustoffgroßhandel, die Firma Göttner, in den Unternehmensverbund ein, sodass aus dieser Zusammenlegung eine Baustoffhandlung außerordentlicher Dimension entstand.

Karte der Standorte Königsberg und Hameln

Im April 1939 wurde dann aus den beiden Baustoffhandlungen wieder eigenständige Kommanditgesellschaften. Hier beginnt der Einstieg der jetzigen Inhaberfamilie Reimann in das Unternehmen. Im Jahre 1942 übernahm Herr Walter Reimann sen. und dessen Söhne alle Kommanditanteile des Unternehmens August Honig. Die Größe des Unternehmens in Königsberg wurde durch die Lagerplätze unterstrichen. Es verfügte über rund 27.000 m² genutzte Lagerfläche nebst den darauf befindlichen Lagerhallen und Schuppen.

Neugründung und Aufbau in Hameln nach 1945

Bereits im Jahre 1946 traf sich Herr Walter Reimann sen. mit seinen ehemaligen Mitarbeitern aus Königsberg und es wurde beschlossen, die Firma August Honig wieder auf die Beine zu stellen. Offen war noch, wo dies geschehen sollte. Am 8. August 1946 erteilte der Regierungspräsident von Hannover die Genehmigung zur Eröffnung eines Großhandels für Baustoffe und technische Artikel. Sitz: Hameln. Vorerst zog das neue alte Unternehmen nach Thüste, da in Hameln keine Lagerräume vorhanden waren.

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Durch einen Zufall wurde auf dem Bahnhof von Grießem ein alter Eisenbahn-Kesselwagen der Fa. August Honig entdeckt. Außerdem wurde über die Suchzentrale der Bundesbahn ein weiterer Kesselwagen gefunden. Beide Kesselwagen wurden in Thüste stationiert und für Transporte eingesetzt. Im Mai 1948 erfüllte sich dann der Wunsch von Walter Reimann sen. nach Hameln umzusiedeln. Die Örtlichkeiten in Hameln waren anfänglich mehr als bescheiden. Man bezog eine zugewiesene Garage auf dem Hinterhof Deisterstraße 44 zwischen dem Schuhgeschäft Maue und Christ.

Historische Baustoff-Logistik und Eisenbahnkesselwagen

Der Baustoffhandel entwickelte sich durch den enormen Einsatz aller Mitarbeiter gut. Der Kundenstamm wurde weiter ausgebaut und es konnte bald ein geräumiges Büro an der Kreuzstraße bezogen werden. Außerdem konnte ein nicht befestigter und mit Kriegsschrott übersäter Lagerplatz am Senator-Meyer-Weg am Hamelner Hafen übernommen werden. Auch der eigene Fuhrpark wuchs stetig an, man war bald nicht mehr auf nur fremde Spediteure angewiesen, sondern konnte selbst Streckengeschäfte mit dem eigenen Büsing-LKW abwickeln. Neben kaufmännischem Geschick war in diesen Jahren auch ein ausgesprochenes technisches Können und Improvisationstalent gefordert.

August Honig belieferte alsbald auch größere Bauvorhaben in Hameln. 1971 konnte das Grundstück an der Fluthamelstraße erworben werden. Nach 18 Monaten Bauzeit erfolgte der Umzug. Endlich gab es die erste Dusche für die Fahrer und Lagermitarbeiter. Es gab eine großzügige Ausstellungsfläche für Fliesen und modern eingerichtete Büroräume. Der Lagerplatz war komplett befestigt.

Investitionen, Wachstum und Spezialisierung ab den 1980er Jahren

Es ging am neuen Standort stetig bergauf und es wurde weiter investiert: In neue Kran-LKWs und in moderne Gabelstapler. Das Be- und Entladen der LKW per Hand gehörte der Vergangenheit an - die Gabelstapler haben diese schwere Arbeit übernommen. Aber es gab auch Rückschläge: Die in den 1980er-Jahren einsetzende Rezession am Bau und die daraus resultierenden Insolvenzen einiger Bauunternehmen in Hameln traf auch die Firma HONIG. Die Antwort lag in der Spezialisierung: Weiterhin das komplette Baustoffsortiment abdecken, aber auf einige Sortimente spezialisieren.

Für HONIG hieß das, dass wir uns auf den Bereich Dach und Fassade besonders konzentriert haben und hier unser Lagerbestand in die Tiefe und in die Breite ausgebaut haben. Eine Spezialisierung bedeutet auch, den Kundenkreis räumlich zu erweitern und so wuchs unser Liefergebiet für Dachbaustoffe an; die Kontakte reichten von Bückeburg bis nach Einbeck. Anfang der 1980er-Jahre haben wir in der Dewezet viele Anzeigen geschaltet, um auch für den privaten Selbermacher interessant zu werden. Es begann ja gerade die Entwicklung der Baumärkte in Deutschland - und so haben wir in Hameln den ersten Baumarkt auf dem Gelände der Fluthamelstraße eröffnet.

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Chronik und Entwicklung Honig Baustoffe

Insgesamt wurde in der Zeit der Nutzung der Fluthamelstraße der Standort immer wieder erweitert, umgebaut und modernisiert. Die letzte Modernisierung fand im Jahre 2004 statt: Die Fliesen- und Sanitärabteilung wurde modernisiert und erweitert. Der Clou waren damals schon die komplett eingerichteten Badezimmer und das Ausstellungskonzept "The House of Villeroy & Boch".

Baumarkt-Trend in den 1980ern und 1990ern: Innovation und Wandel

In den 1980er-Jahren startete in Deutschland der Siegeszug der Baumärkte. Konnte man bis dahin in Hameln beispielsweise Werkzeuge und Nägel ausschließlich beim Eisenwarenhändler, Farben und Tapeten im Farbenfachhandel, Holz beim Holzhändler und Baustoffe im Baustoffhandel bekommen, so kann man in einem Baumarkt fast alles an einem Ort erhalten. HONIG hat bereits an seinem Standort in der Fluthamelstraße seit Mitte der 1980er-Jahre den ersten Baumarkt in Hameln betrieben.

Die Entwicklung der Branche zu dieser Zeit war rasant. Immer mehr Standorte mit immer größeren Verkaufsflächen entstanden. Und so wurden in Hameln Anfang der 1990er-Jahre gleich zwei neue Baumärkte gebaut: Der eine durch die Fa. Praktiker am Hastebecker Weg und der andere durch die Firma Stinnes Baumarkt an der Werftstraße. Während Praktiker im Jahre 2013 in die Insolvenz rutschte - ereilte dieses Schicksal die Baumarktkette Stinnes bereits 1991.

Der hagebaumarkt an der Werftstraße lief trotz fehlendem weiteren Einzelhandel im unmittelbaren Umfeld sehr gut. Die Werbebeilagen haben nach jeder Verteilung zu einem großen Kundenandrang geführt. Die Kombination aus Baumarkt und Gartencenter an einem Standort hat sich als richtig erwiesen.

Baumarkt- und Gartencenterentwicklung

Das Gartencenter und gerade die Geschenkartikelabteilung war das Reich Margret Reimann. Mit sehr viel Freude und Liebe zum Detail hat sie den Gartencenter zu einer Oase des guten Geschmacks gemacht. Handel ist Wandel - der hagebaumarkt wurde dabei immer weiterentwickelt und so haben diverse größere und kleinere Umbaumaßnahmen das Gesicht des Marktes immer wieder verändert und dem Kunden stetig neue Eindrücke vermittelt. Der größte Umbau war dabei der Neubau des Gartencenters am Standort des hagebaumarkts.

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Neubau und Expansion: Der moderne Standort Georg-Wessel-Straße

Im Jahre 1999 wurde der neue und hochmoderne Baustofffachhandel auf einem 30.000 m² großem Grundstück an der Georg-Wessel-Straße 3 eröffnet. Wer stetig wächst und seinen Kunden mehr bieten will, braucht Platz. Und an der Georg-Wessel-Straße 3 wurde dieser Platz gefunden. In diesem Jahr hat unser Unternehmen bereits 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Der Baustoffhandel bietet seinen gewerblichen und privaten Kunden die gesamte Palette des Hochbaus an. Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Dach und Fassade und dem trockenen Innenausbau. Bereits zu dieser Zeit setzte man auf den Kollegen Computer. Ein für diese Zeit sehr modernes Warenwirtschaftssystem, bereitgestellt von der hagebau, hat die Auftragsabwicklung unterstützt und automatisiert.

Jahr Mitarbeiter Besondere Ereignisse
1999 100 Neubau des Hauptstandorts Georg-Wessel-Straße
2004 - Modernisierung Fliesen- und Sanitärabteilung
2012 - Eröffnung moderner Ausstellungshaus

Die Planungsabteilung der hagebau Kooperation war bei der Planung und Umsetzung des Neubaus maßgeblich beteiligt. Ein moderner Baustoffhandel braucht auch einen modernen Fuhrpark und ein modernes Lager. Deshalb wurden zum einen Hochregale angeschafft, um unseren Kunden eine hohe Lieferbereitschaft gewährleisten zu können. Zum anderen investieren wir laufend in unseren Fuhrpark. Mit unserem Kran mit Wendekopfgabel können wir auch Gipskartonplatten bis in die zweite Etage vorhalten.

Der Standort Fluthamelstraße blieb vorerst bestehen; an diesem Standort wurde bis 2012 die Fliesen- und Sanitärabteilung sowie ein kleiner hagebaumarkt betrieben. Auch hier wurde noch einmal investiert: Im Jahr 2004 wurde der Markt umgebaut.

2012 haben wir an unserem Standort in der Georg-Wessel-Straße 3 in Hameln ein modernes Ausstellungshaus eröffnet, in dem unsere Kunden sich umfassend über alle Bau- und Modernisierungsthemen informieren können. Auf 1.500 m² Innenfläche zeigen wir Fliesen und komplett eingerichtete Musterbadezimmer, Holzböden, Innen- und Außentüren, Fenster und Möglichkeiten der energetischen Sanierung. Auch die Außenausstellung wurde komplett neu gestaltet und wir zeigen hier auf 800 m² Fläche Terrassenplatten, Palisaden, Gartenmauern und auch Gestaltungsideen für das "Wohnzimmer im Grünen".

Ausstellungshaus und moderne Präsentationsräume Hameln

Im Zuge der Neueröffnung wurde der Standort in der Fluthamelstraße geschlossen. Somit mussten wir auch unsere Lagerfläche vergrößern. Auf eine bisher nur für den Ostanbau genutzten Wiese auf unserem Grundstück haben wir dann noch einmal 2.000 m² Außenlagerfläche und ca. 1.500 m² überdachte Lagerfläche geschaffen.

Eine kleine Anekdote: Unsere Ausstellungshalle wurde am 14. April 2012 zum Konzerthaus. Kurz bevor der Innenausbau begann, haben wir die leere Halle genutzt, um ein Charity-Konzert mit der Queen-Cover-Band Mercury und 88 Miles zu veranstalten. Der Erlös der Veranstaltung floss in ein regionales Projekt zur Unterstützung von Menschen mit HIV. Am 14. Juni 2012 haben wir unsere Ausstellung eröffnet.

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