Honig aus Thailand: Eigenschaften, Sorten und gesundheitliche Aspekte

Die Frage, ob Honig gesund ist, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten, da die Antwort von verschiedenen Faktoren abhängt. Daher ist es wichtig, die vielfältigen Eigenschaften von Honig zu betrachten, um sich ein genaueres Bild davon zu machen, wie gesund oder ungesund Honig sein kann.

Zusammensetzung von Honig

Die Inhaltsstoffe von Honig sind nicht immer gleich, sondern hängen von den Pflanzen ab, von denen der Honig stammt. Einfachzucker (Monosaccharide) sind mit etwa 70 % immer die größten Bestandteile von Honig. Davon sind bis zu 40 % Fruchtzucker (Fructose) und etwa 30 % Traubenzucker (Glucose). Dazu kommen Wasser und in geringerem Maße Zweifachzucker (Disaccharide) wie Saccharose (Haushaltszucker) und Oligosaccharide (Mehrfachzucker). Ebenfalls in einem sehr kleinen Anteil befinden sich Nähr- und Mineralstoffe, organische Säuren, Spurenelemente (z. B. Eisen, Zink und Jod), Vitamine, Enzyme und andere Proteine, sekundäre Pflanzenstoffe und Wasserstoffperoxid im Honig.

Honigsorten

Honigsorten lassen sich grob in Blütenhonig und Honigtauhonig einteilen.

Blütenhonig

Für Blütenhonig sammeln Bienen den Nektar von Pflanzen und verarbeiten ihn im Bienenstock zu Honig. Es gibt unter anderem folgende Blütenhonig-Sorten:

  • Akazienhonig
  • Lindenblütenhonig
  • Rapshonig
  • Kleehonig
  • Ahornhonig
  • Lavendelhonig
  • Eukalyptushonig
  • Edelkastanienhonig
  • Thymianhonig
  • Heidehonig
  • Fenchelhonig
  • Löwenzahnhonig
  • Sonnenblumenhonig
  • Buchweizenhonig
  • Rosmarinhonig
  • Manuka-Honig
  • Kanuka-Honig
  • Jujube-Honig
  • Frühtracht
  • Sommertracht
  • Wiesenblüte
  • Obstblütenhonig

Honigtauhonig

Für Honigtauhonig macht der Pflanzennektar einen Umweg: Blattläuse und andere Insekten fressen diesen und scheiden ihn als Honigtau wieder aus. Bienen sammeln alternativ zum Nektar den Honigtau ein und verarbeiten auch diesen im Bienenstock zu Honig. Es gibt aber auch Honigtau, der nicht von Insekten produziert wird. Dieser Honigtau wird von den Früchten von Eichen ausgeschieden. Folgende Honigtauhonig-Sorten gibt es:

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  • Blatthonig
  • Waldhonig
  • Tannenhonig
  • Lindenhonig
  • Fichtenhonig
  • Eichenhonig

Besonders beliebt unter den Honigtauhonig-Sorten ist der Tannenhonig. Er gilt als Delikatesse mit besonderem Geschmack. Wie der Name bereits erahnen lässt, stammt der Honigtau für den Tannenhonig von Blattläusen, die sich auf Tannen im Wald angesiedelt haben.

Weitere Bienenprodukte

Neben Honig gibt es noch weitere Naturprodukte der Bienen, die für den menschlichen Verzehr genutzt werden.

  • Gelée Royale: Ein Nahrungsergänzungsmittel, dem eine leistungssteigernde und wohltuende Wirkung nachgesagt wird. Es handelt sich dabei um den Futtersaft, mit dem Bienen ihre Bienenkönigin ernähren. Das Gelée Royale soll unter anderem das Immunsystem stärken, antiallergisch und antibakteriell wirken, den Blutdruck senken und sogar einen Anti-Aging-Effekt haben. Allerdings kann der Verzehr - wie bei allen Bienenprodukten - zu unangenehmen bis lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen führen.
  • Propolis: Eine harzige Masse, die aus einem Gemisch aus Wachsen, Blütenpollen, Honig, Baumharzen, Pollenbalsam und körpereigenen Stoffen der Biene besteht. Den Bienen dient die Propolis als Dichtungsmaterial für ihren Bienenstock. Sie hat aber auch antibakterielle und antivirale Eigenschaften und schützt die Bienen im Bienenstock vor Pilzen und anderen Mikroorganismen. Für den Menschen hat es eine immunstärkende Wirkung und beugt Infektionen vor. Es wird auch in vielen Produkten für die Anwendung auf der Haut verwendet - sowohl wegen der entzündungshemmenden Wirkung als auch zu kosmetischen Zwecken.
  • Manuka-Honig: Stammt von Manuka-Bäumen in Neuseeland. Ihm wird ebenfalls eine gesundheitsfördernde und antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Methylglyoxal (MGO) ist der Stoff, der für die antibakterielle Wirkung verantwortlich ist. Im Manuka-Honig ist Methylglyoxal in besonders großer Menge vorhanden. Dass Manuka-Honig Antioxidantien enthält, wurde sogar chemisch nachgewiesen. Die Antioxidantien schützen menschliche Blutzellen vor freien Radikalen, die z. B. durch Stress entstehen. Einer der vielen potenziell gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe des Manuka-Honigs ist das Enzym Glucose-Oxidase, welches Wasserstoffperoxid bildet. Wasserstoffperoxid hat eine desinfizierende Wirkung. Manuka-Honig eignet sich daher zum Verzehr, zur Hautpflege, zur Unterstützung des Immunsystems und zur Desinfektion.

Honig als Heilmittel

Neben dem Manuka-Honig sollen auch andere Honigsorten wegen des Inhaltsstoffes Methylglyoxal antibakteriell wirken. Schwedischen Wissenschaftler:innen zufolge eignet sich Honig gut als natürliches Antibiotikum. Spezieller medizinischer Honig wird dafür zur Wundheilung auf der Haut aufgetragen. Die antivirale Wirkung von Honig ist aber umstritten. Als Hausmittel zur Hustenlinderung oder auch zum Einschlafen wird Honig vielfach eingesetzt, auch hier fehlen aber eindeutige Studienergebnisse zur Wirkweise. Zudem soll Honig ein Präbiotikum sein und sich positiv auf die Darmflora auswirken.

Risiken und Nachteile von Honig

Honig ist aber leider nicht nur ein potenzielles Heilmittel, sondern kann unter Umständen sogar der Gesundheit schaden. Oft sind Honige mit Rückständen von Pestiziden belastet. Diese Pestizide können Krebs erregen oder der Fortpflanzung schaden. Honig kann auch die Gesundheit von Säuglingen gefährden, deswegen sollten Kinder unter 12 Monaten gar keinen Honig zu sich nehmen. Zucker hat etwas mehr Kalorien als Honig, dafür süßt Honig etwas stärker als normaler Haushaltszucker. Dies liegt am höheren Anteil der Fructose. Man kann also Kalorien sparen, wenn man eine kleinere Menge Honig zum Süßen einer Speise oder eines Getränkes verwendet, als man vom normalen Zucker verwenden würde.

Obwohl Honig ein Naturprodukt ist, Nährstoffe enthält und als Süßungsmittel etwas gesünder als raffinierter Zucker ist, sollte man nur kleine Mengen davon zu sich nehmen. Da Honig zu ca. 80 % aus Zucker besteht, gehen mit dem Verzehr alle Risiken mit einher, die der Konsum von Zucker generell mit sich bringt: allen voran Karies, Übergewicht und Diabetes. Dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zufolge ist Honig "ein kalorienreicher Energielieferant“ und sollte in erster Linie als Süßungsmittel verwendet werden.

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Jeden Morgen ein Honigbrot zum Frühstück wäre also zu viel Zucker für den Körper und ungesund.

Säuglinge und Kleinkinder sollten Honig gar nicht verzehren. Honig kann ein Bakterium enthalten, welches bei Kindern unter 12 Monaten die Krankheit Säuglingsbotulismus auslösen kann. Diese kann zu lebensbedrohlichen Lähmungen führen. Auch Pollenallergiker sollten vorsichtshalber auf den Konsum von Honig verzichten, da sich in diesem Pollenrückstände befinden können.

Menschen mit Fructoseintoleranz bzw. Fructosemalabsorption sollten ebenfalls lieber die Finger von Honig lassen, da bereits kleine Mengen aufgrund des hohen Fruchtzuckergehaltes (und des niedrigeren Anteils von Glukose) zu Verdauungsbeschwerden führen können.

Worauf sollte man beim Kauf von Honig achten?

Die Qualität von Honigen variiert leider stark und oft sind sie mit Rückständen von Pestiziden, gentechnisch veränderten Pflanzenbestandteilen und weiteren schädlichen Gift- und Inhaltsstoffen verunreinigt. Zur Verschmutzung durch Pestizide kommt es, wenn in der Nähe von Bienenstöcken chemische Pflanzenschutzmittel versprüht werden. Bei einer Untersuchung verschiedener Honig-Produkte der Stiftung Warentest aus dem Jahre 2019 wurde in jedem dritten Honig das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachgewiesen.

Auch Bio-Honig kann Pestizide enthalten. Er ist aber konventionellem Honig zu bevorzugen, da bei diesem das Risiko höher ist, mit Pestiziden verschmutzt zu sein. Bio-Imker müssen außerdem bei den Haltungsbedingungen der Bienen deutlich strengere Auflagen erfüllen.

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Die Herkunft des Honigs ist ebenfalls ein Faktor, den es bei der Auswahl zu beachten gilt. Da etwa 80 % allen Honigs in Deutschland importiert wird, lohnt sich auch ein Blick auf die Herkunft des Honigs. Stammt der Honig aus Nicht-EU-Ländern oder ist eine Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern, besteht die Gefahr, dass es sich gar nicht (oder zumindest größtenteils) um Honig handelt, sondern um einen süßen Brotaufstrich, der Honig lediglich ähnelt. Solch „gefälschter Honig“ besteht z. B. oft aus Reis-Sirup. Die größtmögliche Honigqualität hat man beim Honig vom Imker um die Ecke. Zusätzlich vermeidet man mit dem Kauf von regionalen Produkten lange Transportwege und schont dadurch die Umwelt. In Deutschland gibt es eine Honigverordnung, welche die Qualitätsmindestanforderungen bestimmt. Zudem gibt es die Marke „Echter Deutscher Honig“ (EDH) des Deutschen Imkerbundes, welche für hervorragende Qualität stehen soll. Darüber hinaus setzt sich der Deutsche Imkerbund politisch für die Interessen der Imker ein und führt Produktkontrollen nach festgeschriebenen Qualitätsstandards durch.

Honig aus Thailand

Der Teeanbau in Thailand hat eine lange Geschichte und erfreut sich zunehmend an Popularität, sowohl im In- als auch im Ausland. Das Land ist vor allem für seine hochwertigen Oolong- und grünen Tees bekannt, die in den bergigen Regionen des Nordens, wie Chiang Mai und Chiang Rai, angebaut werden. Das Klima in diesen Regionen ist ideal für den Teeanbau, da die heißen Tage und kühlen Nächte zu einer langsamen Reifung der Teeblätter führen, was den Geschmack intensiviert. Die thailändischen Teebauern setzen verstärkt auf biologischen Anbau und traditionelle Erntemethoden, um die Qualität zu verbessern und die Umwelt zu schonen. In den letzten Jahren hat der Teeanbau in Thailand auch an internationaler Aufmerksamkeit gewonnen, was zu einem Anstieg des Exportes geführt hat. Rezepte, in denen thailändischer Tee verwendet wird, finden sich zunehmend in Cafés und Restaurants weltweit, und der heimische Markt profitiert von einem wachsenden Interesse an Teekultur.

Thailand bietet eine vielfältige Palette an Teesorten, die von den unterschiedlichen klimatischen und geografischen Bedingungen des Landes profitieren.

  • Oolong-Tee: Diese halbfermentierte Teesorte wird hauptsächlich im Nordthailand, insbesondere in den Regionen Chiang Mai und Chiang Rai, angebaut. Oolong-Tee zeichnet sich durch seinen komplexen Geschmack aus, der von blumigen bis zu fruchtigen Noten reicht.
  • Grüner Tee: Thailand produziert auch hochwertigen grünen Tee, der in verschiedenen Regionen, einschließlich der Provinz Nan, angebaut wird. Thailändischer grüner Tee hat oft ein leicht süßliches Aroma und eine frische, grasige Note.
  • Schwarzer Tee: Obwohl weniger bekannt als die anderen Sorten, wird auch schwarzer Tee in Thailand produziert.
  • Weißer Tee: In den kühleren Regionen Thailands gibt es auch Anbauflächen für weißen Tee, der als besonders hochwertig gilt.
  • Kräutertee: Neben den traditionellen Teesorten sind auch verschiedene Kräutertees in Thailand sehr beliebt.
  • Thai-Eistee: Dieser gefärbte, süße und aromatische Tee ist in Thailand äußerst populär.

Die zunehmende Aufmerksamkeit für die Qualität und Vielfalt von thailändischem Tee führt dazu, dass mehr Produzenten sich für biologischen Anbau und nachhaltige Praktiken entscheiden, um die Aromen und die Reinheit ihrer Produkte zu bewahren. Die Teepflanze „Jing Shuan“, auch bekannt als „Jinxuan“ oder „Golden Lily“, ist eine spezielle Teesorte, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften und Geschmacksprofile in der Teewelt geschätzt wird. Die Jinxuan-Teepflanze zeichnet sich durch große, saftige Blätter und eine attraktive, glänzende grüne Farbe aus. Die Blätter sind robust und besitzen eine hohe Toleranz gegenüber verschiedenen klimatischen Bedingungen, was sie zu einer beliebten Wahl für Teebauern macht. Jinxuan-Tee ist vor allem für sein einzigartiges Geschmacksprofil bekannt. Der Tee bietet eine exquisite Balance zwischen süßen, blumigen und cremigen Aromen. Viele Teetrinker beschreiben den Geschmack als weich und samtig, oft mit einer subtilen Note von Vanille oder einer leichten Fruchtigkeit. Die Verarbeitung von Jinxuan-Teeblättern erfolgt ähnlich wie bei anderen Oolong-Tees, umfasst jedoch spezifische Schritte, um die besonderen Aromen hervorzuheben. Nach der Ernte werden die Blätter welken gelassen und leicht oxidiert, bevor sie gerollt und schließlich getrocknet werden. Die Jinxuan-Teepflanze ist ein bemerkenswerter Bestandteil der Teewelt, die sowohl durch ihre geschmacklichen Eigenschaften als auch durch ihre gesundheitlichen Vorteile bestechen kann.

Himalaya-Riesenhonigbiene in Thailand entdeckt

Im Doi-Pha-Hom-Pok-Nationalpark in der nordthailändischen Provinz Chiang Mai wurde ein bemerkenswerter Fund gemacht. Die Himalaya-Riesenhonigbiene (Apis laboriosa), bekannt als die größte Honigbiene der Welt, wurde hier zum ersten Mal offiziell bestätigt. Dies gab das thailändische Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP) in einer Pressekonferenz am Freitag (19. April 2024) bekannt.

Die Entdeckung dieser seltenen Biene ist das Ergebnis intensiver Forschungen und Datensammlungen, die seit 2023 durchgeführt wurden. Zunächst mussten Experten sicherstellen, dass es sich bei den gesichteten Exemplaren nicht um die weit verbreitete Art Apis dorsata handelte.

Die Himalaya-Riesenhonigbiene unterscheidet sich von ihren Verwandten durch ihr auffälliges Aussehen - einen schwarzen Hinterleib mit goldgelbem Fell am Brustkorb - sowie durch ihr einzigartiges Verhalten. Sie baut ihre Nester in großen Höhen bis zu 4,5 Kilometern über dem Meeresspiegel unter den Überhängen senkrechter Felsen und kann in kalten Temperaturen unter 25 Grad Celsius überleben.

Diese Bienenart ist in den Bergregionen mehrerer asiatischer Länder heimisch, darunter Bhutan, das chinesische Yunnan, Indien, Nepal, Myanmar, Laos und Vietnam. Ihre Nester sind beeindruckend groß und können bis zu 60 Kilogramm Honig enthalten. Die Himalaya-Riesenhonigbiene trägt wesentlich zur Biodiversität und zur Erhaltung der Pflanzengesellschaften in ihrem Habitat bei. Sie ist zudem bekannt für die Produktion von rotem Honig im Frühjahr, der aufgrund seiner berauschenden und entspannenden Eigenschaften hochgeschätzt wird. Dieser Honig ist ein begehrtes Produkt, das oft zu hohen Preisen verkauft wird und für seine medizinischen Eigenschaften bekannt ist.

Mit der Bestätigung von Apis laboriosa erhöht sich die Zahl der in Thailand heimischen Honigbienenarten auf fünf, was die biologische Vielfalt des Landes weiter unterstreicht. Diese Entdeckung ist ein wichtiger Meilenstein für die thailändische Biodiversitätsforschung und könnte zukünftig auch den Naturschutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen im Königreich beeinflussen.

Halluzinogener Honig ("Mad Honey")

Ob am Schwarzen Meer, unter den Gipfeln des Himalayas oder im fernen Mexiko: Die berauschenden und heilsamen Effekte verschiedener Honigarten sind rund um den Globus fester Bestandteil der traditionellen Medizin. Heute weiß man, dass dafür Grayanatoxine und LSD-ähnliche Substanzen verantwortlich sind. Seit der Antike kennt aber auch deren mitunter tödliche Auswirkungen, mit denen unbedachte Drogennutzer bei falscher Anwendung Bekanntschaft machen.

Pontischer Honig (Türkischer Wildhonig)

Für Letzteren ist „Türkischer Wildhonig“ eine vergleichsweise harmlos klingende Bezeichnung. Häufiger begegnet man dem Namen Pontischer Honig. Pontien bezeichnete in der Antike die kleinasiatische Südküste des Schwarzen Meeres, die heute im Nordosten Anatoliens liegt. Wie die ganze Pflanze enthalten ihr Pollen und Nektar Grayanatoxine wie Grayanatoxin I (bisweilen als Andromedotoxin, Rhodotoxin oder Asebotoxin bezeichnet). Die ebenso von verschiedenen anderen Heidekrautgewächsen gebildeten sekundären Pflanzenstoffe gehören zu den Tetracyclophytanen und dienen zum Schutz vor hungrigen Tieren. Sie haben schon so manchem unvorsichtigen Rind und Schaf den Garaus gemacht. In der Schwarzmeerregion heißen die Büsche im Volksmund Lämmerkiller und Kälbermörder. Umso besser kennt man die Effekte der Grayanatoxine auf den Menschen. Die potenten Neurotoxine halten die Natriumkanäle der Membranen von Nervenzellen geöffnet und führen zur Vagotonie. Was sich anfangs wie ein Vollrausch mit Halluzinationen, Schwindelgefühl und Benommenheit äußert, führt mit fortschreitender Vergiftung zu Blutdruckabfall und Pulsverlangsamung, häufig mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Mit den Auswirkungen von Schwarzmeerhonig war man schon in der Antike vertraut. König Mithridates von Pontus besiegte die Armee des Feldherren Pompeius, indem er den marodierenden Römern Waben mit ebenso schmackhaftem wie brisantem Inhalt in die Hände fallen ließ. Ebenso wusste man damals bereits um die heilsamen Wirkungen. Dioskurides kannte Rhododendon als Ursprung und beschreibt in seiner Materia medica verschiedene Nutzungen Pontischen Honigs. Die Historia Naturalis Plinius des Älteren bescheinigt ihm schädliche Eigenschaften bei Einnahme, aber auch Unbedenklichkeit bei äußerlicher Anwendung etwa zur Heilung von Augenkrankheiten. Marcellus empfiehlt ihn bei Geschwüren an den Genitalorganen.

Deli Bal (Tollhonig) in der Türkei

In der Türkei heißt der Tollhonig deli bal. An der Schwarzmeerküste sorgt er als fester Bestandteil der Volksmedizin für mehr als Halluzinationen und euphorisierende Gefühle. Man verwendet ihn zur Steigerung der Potenz, bei Magenverstimmungen und um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu verbessern.

Rhododendron-Honig in Nepal

Einen anderen Rhododendron-Honig kennt man in Nepal. Hier geht das Volk der Gurung seit Generationen zweimal jährlich auf die Jagd nach den Nestern der Kliffhonigbiene Apis dorsata laboriosa. Ein tollkühnes Unterfangen, denn eigentlich sollte man sich mit der besser nicht anlegen. Die schwarz-weiß geringelte Riesenhonigbiene trägt ihren Namen zu Recht und gilt mit bis zu drei Zentimetern Länge als größte Honigbiene der Welt. Ähnlich gigantisch sind die Nester dieser magic bees - die in Felsspalten versteckten Waben werden bis zu einem Meter lang und fast ebenso breit. Die Tiere verbringen den Winter in tiefergelegenen Regionen mit gemäßigtem Klima und steigen in der warmen Jahreszeit auf bis zu 3000 Meter auf.

Die Honigjagd der Nepalesen ist nicht nur wegen der erbosten Gegenwehr riskant: Für ihre Nistplätze sucht sich die Riesenhonigbiene wohlweislich die steilsten und unzugänglichsten Felswände aus. Daher müssen die Männer an Bambusleitern hochsteigen oder sich mit Seilen herablassen, um die Waben mit Stangen und anderem Gerät aus den steinigen Ritzen herausholen zu können. Bei den Gurung nutzt man den psychedelischen Honig zu medizinischen Zwecken. Traditionell nehmen viele jeden Morgen ein Löffelchen, um das Immunsystem zu stärken, Gelenkschmerzen zu lindern und ein langes und fruchtbares Leben zu ermöglichen. Und werden dabei ein bisschen high wie nach einem Joint.

Honig in präkolumbianischen Kulturen Mittelamerikas

Es muss nicht immer Rhododendron sein: Die präkolumbianischen Völker Mittelamerikas verwendeten diverse Mischungen von Honig mit anderen psychoaktiven Substanzen. Für rituelle Handlungen zu Ehren des Gottes Acan verwendeten die Mayas das berauschende Getränk balché. Dazu verrührten sie die zerkleinerte Rinde des immergrünen Hülsenfrüchtlers Lonchocarpus violaceus mit Wasser und Honig und ließen die Mischung einige Tage gären. Hinzu kamen weitere Drogen wie teonanacatl - halluzinogene Pilze der Gattung Psilocybe, mescalinhaltige Kakteen wie peyōtl (Lophophora spec.) sowie pulque, pox und andere alkoholische Getränke. Die spanischen Eroberer versuchten dieses Treiben zu unterbinden, aber bei den Nachfahren der Maya auf der Halbinsel Yucatán kennt man balché noch heute.

Ähnlichen Zwecken diente das Gebräu xtabentún. Heutzutage bezeichnet man damit einen mit Rum und Honig aus ololiuqui hergestellten Likör, der sich in Mexiko großer Beliebtheit erfreut. Das Getränk mit Anisaroma führt zu euphorischen Zuständen mit nachfolgender Müdigkeit. Für die Herstellung von balché und xtabentún war und ist der Honig von den Blüten der „Morgenlatte“ besonders beliebt. Das kletternde Windengewächs nannten die Azteken bildhaft coatl xoxouqui (grüne Schlange), ololiuqui (rundes Korn) bezeichnete die Samen. Genau wie diese enthält der Honig eine ganze Reihe von Alkaloiden (Artikel über Alkaloide in Honig), darunter LSA - D Lysergsäureamid, Isolysergsäureamid und Lysergol.

Wie bei vielen sekundären Pflanzenstoffen sind bei Grayanatoxinen und Mutterkornalkaloiden die Grenzen zwischen medizinisch wirksam und todbringend fließend. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihr natürlicher Gehalt im Honig extrem schwankt. Entsprechend groß ist die Gefahr bei dubiosen Produkten, die man immer häufiger im Internet findet.

Erhebliche Gesundheitsprobleme nach Genuss von 20 bis 200 Gramm psychedelischem Honig gaben Anlass zu medizinischen Studien. Die Vergiftungserscheinungen bezeichnet man in der Fachliteratur als mad honey disease. Nicht jeder Nutzer geht mit halluzinogenem Honig so maßvoll um wie die Gurung. In China, Japan und Korea gibt Mann selbst in Zeiten von Viagra immer noch eine Unmenge Geld für das traditionelle Heilmittel aus, das ebenso wie Nashornhorn und Tigerpenis als Aphrodisiakum gilt. Das Problem: Viel hilft viel kann sich als tödlicher Irrtum erweisen.

Kaffee-Honig

Kaffee-Honig ist ein überraschend effektives Mittel aus der arabischen Medizin und wirkt enorm gut gegen Reizhusten nach einer Infektion der oberen Atemwege. Sogar die Deutsche Lungenstiftung stellte fest, dass das Naturheilmittel Bienenhonig gemischt mit Kaffeepulver sogar deutlich besser gegen chronischen Reizhusten hilft als die gängigen Hustenlöser aus der Apotheke.

Fazit

Dem Honig werden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Er wird etwa in spezieller medizinischer Form als Antibiotikum zur Wundheilung auf der Haut aufgetragen. Beim Verzehr sollen Antioxidantien dem Körper helfen, Krankheiten vorzubeugen. Zudem soll er einen positiven Effekt auf die Darmflora haben. Die meisten Heileigenschaften des Honigs wurden aber noch nicht wissenschaftlich belegt, weshalb man dem Honig leider keine eindeutige Gesundheitsförderung attestieren kann.

Honig ist aber etwas gesünder als raffinierter Zucker - also verarbeiteter und isolierter Zucker wie Fructose (Fruchtzucker), Glukose (Traubenzucker) oder Saccharose (Haushaltszucker, Kristallzucker). Das liegt unter anderem daran, dass Honig mehr Nährstoffe als raffinierter Zucker enthält. Da aber Honig zu rund 80 % aus Zucker (hauptsächlich Einfachzucker) besteht und dieser in vielerlei Hinsicht ungesund ist, schlagen die Nährstoffe bedauerlicherweise kaum zu Buche, was die Gesundheit betrifft. Für die Zähne ist Honig zudem in etwa genauso ungesund wie normaler Zucker. Trotzdem ist Honig, wenn man ihn sparsam als Süßungsmittel einsetzt, die bessere Alternative zu raffiniertem Zucker und man kann damit Kalorien sparen.

Häufig gestellte Fragen zu Honig

Kann jeder Honig essen?

Kinder im Alter bis zu 12 Monaten sollten gar keinen Honig essen, da sich im Honig ein Bakterium befinden kann, das eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit auslösen kann. Allergiker sollten lieber keinen Honig essen, da sich in ihm Pollenrückstände befinden können. Menschen mit Fructosemalabsorption (Fructoseintoleranz) sollten aufgrund des hohen Fruchtzuckergehaltes ebenfalls lieber auf Honig verzichten.

Welche positiven Eigenschaften hat Honig?

Honig soll viele positive Eigenschaften für den menschlichen Körper haben, viele davon sind aber nicht eindeutig wissenschaftlich belegt. Honig soll unter anderem antibakterielle und antibiotische Eigenschaften haben, viele Antioxidantien beinhalten und eine positive Auswirkung auf die Darmflora haben.

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