Himbeermarmelade selber machen: Ein einfaches Rezept mit vielen Variationen

Unsere Omas haben es alle gemacht, aber in den jüngeren Generationen ist das Marmelade einkochen etwas aus der Mode gekommen. Dabei ist es einfacher als man denkt und Himbeermarmelade ist schneller zubereitet als viele Hauptmahlzeiten.

Warum selber machen?

Vielleicht liegt es daran, dass wir es verlernt haben, oder es gibt den Aberglauben, Marmelade einkochen sei kompliziert, aufwendig und langwierig. Oder liegt es an der überwältigenden Auswahl an Himbeermarmelade im Supermarkt?

Für viele ist das Marmelade einkochen eine echte Herzensangelegenheit. Es weckt Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage, an das Beerensammeln im Garten mit der Oma und das sofortige Vernaschen der Beeren.

Marmelade selber zu kochen hat aber nicht nur nostalgische Gründe. Man weiß, woher die Beeren kommen, kann seine persönliche Geschmacksnote einbringen und den Zuckergehalt selbst bestimmen. Außerdem ist es ein wunderbares Mitbringsel.

Einfacher als gedacht: Das Grundrezept

Selbstgemachte Himbeermarmelade schmeckt einfach am besten. Für ca. 1200 ml Marmelade oder 6 Marmeladengläser à 200 ml benötigt man:

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  • 1000 g Himbeeren (oder andere Beeren wie Erdbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren)
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 1 EL Zitronensaft, frisch gepresst

Zusätzlich benötigt man Schraubdeckelgläser, die vorher in der Spülmaschine oder im warmen Spülwasser gereinigt wurden.

Zubereitung

  1. Die gespülten Marmeladengläser bereitstellen.
  2. Die Himbeeren verlesen und/oder waschen und danach abtropfen lassen.
  3. Die Beeren in einen großen Kochtopf geben und mit einem Kartoffelstampfer zu einer musigen Masse zerkleinern.
  4. Zitronensaft und Gelierzucker dazugeben.
  5. Alles unter Rühren bei starker Hitze zum Kochen bringen.
  6. Unter ständigem Rühren die Masse für mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei einen sehr langen Kochlöffel verwenden, da die Marmelade beim Sprudeln spritzen kann.
  7. Den Topf vom Herd nehmen und, falls gewünscht, die schaumige Masse auf der Oberfläche mit einem kleinen Sieb abschöpfen.
  8. Die Marmelade randvoll in die vorbereiteten, sauberen Schraubdeckelgläser füllen, ca. 4 mm vom oberen Glasrand.
  9. Die gefüllten Marmeladengläser mit dem passenden Deckel verschließen und für ca. 5-10 Minuten auf den Kopf stellen, damit sich ein Vakuum bildet. Vorsicht, die Gläser sind sehr heiß!
  10. Die Gläser auskühlen lassen und später kühl und dunkel lagern.

Tipps und Tricks für die perfekte Himbeermarmelade

  • Gefrorene Himbeeren: Auch mit tiefgekühlten Himbeeren lässt sich hervorragende Marmelade zubereiten. Diese einfach mit dem Gelierzucker in einem Topf zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten köcheln lassen.
  • Verfeinerung: Für etwas Vanillearoma kann man das Mark einer Vanilleschote auskratzen und dazugeben. Eine leichte Säure und extra Frische erhält man mit einem Spritzer Zitronensaft. Für eine Marmelade mit Schuss kann man noch etwa 50 ml Himbeergeist einrühren.
  • Konsistenz: Sollte die Marmelade zu flüssig sein, wird sie beim Abkühlen automatisch fester. Wenn sie Stunden nach der Zubereitung noch immer zu flüssig ist, kann man sie z.B. für Desserts verwenden. Ist die Marmelade zu fest, kann man etwas mehr Säure hinzufügen.
  • Sterilisation der Gläser: Um Marmeladengläser zu sterilisieren, kann man die Gläser und Deckel in einem Topf mit Wasser bedecken und ca. 10 Minuten lang kochen lassen. Dann die Gläser auf einem Blatt Küchenrolle abtropfen lassen und nicht mit einem Geschirrtuch abtrocknen.
  • Haltbarkeit: Kühl und dunkel gelagert ist die Himbeermarmelade bis zu 1 Jahr haltbar, insofern die Gläser fest verschlossen und steril sind. Nach dem Öffnen sollte man sie innerhalb weniger Tage aufbrauchen und immer mit sauberem Besteck entnehmen.

Himbeermarmelade ohne Kerne? So geht's!

Viele stören sich an den kleinen Kernen in der Himbeermarmelade. Um diese zu entfernen, gibt es verschiedene Methoden:

  • Passieren: Die gekochte Marmelade durch ein feines Sieb streichen. Dafür einen zweiten Kochtopf verwenden, ein feines Sieb aufsetzen und einen Teil der heißen Marmelade in das Sieb geben. Durch kreisende Bewegungen mit der Schöpfkelle die gekochte Frucht-Zuckermischung durch das Sieb streifen. Die Kerne bleiben dabei hängen. Den Topf mit dem kernfreien Gelee erhitzen und noch einmal 2 Minuten aufkochen lassen.
  • Flotte Lotte: Eine "Flotte Lotte" ist ein Küchengerät, das speziell zum Passieren von Obst und Gemüse entwickelt wurde. Sie ist besonders effektiv bei größeren Mengen.
  • Haarsieb: Bei kleineren Mengen kann man die Masse notfalls noch mal durch ein Haarsieb streichen.

Unterschiede zwischen Marmelade, Konfitüre und Gelee

  • Konfitüre: Beinhaltet die Verarbeitung der ganzen Früchte, d.h. alles kommt ins Glas. Dabei sind Fruchtstücke meist noch erkennbar. Laut EU-Richtlinie gilt das sogar nur für Zitrusfrüchte.
  • Marmelade: Enthält mit Zucker verkocht ebenso alle Teile der verarbeiteten Frucht.
  • Fruchtaufstrich: Enthält wesentlich mehr Frucht als Zucker.
  • Gelee: Ist aus dem Saft der Frucht hergestellt.

Variationen für noch mehr Geschmack

  • Himbeer-Apfel-Marmelade: Die Kombination von Himbeeren mit Äpfeln ergibt eine besonders leckere Marmelade. Die Beeren bringen einen feinen süßen Geschmack und die Äpfel eine leichte Säure. Für einen extra Frischekick kann man noch Limette hinzufügen.
  • Beerenmarmelade mit Alkohol: Für etwa 6 Gläser je 200 ml benötigt man etwa 1 kg Beerenobst (frisch oder tiefgekühlt), 100 - 125 ml Baileys® oder Himbeergeist und 1 Pck. Dr. Oetker Gelierzucker für Beerenkonfitüre. Den Baileys® oder Himbeergeist unterrühren und nochmal kurz aufkochen.
  • Himbeergelee mit Minze: 1 Bund Minze waschen, trocken tupfen, in feine Streifen schneiden und vor dem Abfüllen unter das Himbeergelee rühren.

Himbeermarmelade im Thermomix®

Mit dem Thermomix® lässt sich Himbeermarmelade besonders schnell und einfach zubereiten:

  1. Himbeeren in den Mixtopf geben und 8 Sek. pürieren.
  2. Gelierzucker und Zitronensaft zugeben und 15 Min. kochen.
  3. Noch einmal pürieren: 8 Sek.

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