Hildegard-von-Bingen-Nervenkekse: Veganes Rezept, Gewürzwissen und sichere Dosierung

Nervenkekse sind kleine, würzig-süße Gebäcke aus der Klostertradition. Schon beim ersten Bissen entfalten sie ihren besonderen Charakter - dank einer fein abgestimmten Mischung aus aromatischen Gewürzen und natürlichen Zutaten. Typischerweise gehören Muskat, Zimt und Nelken dazu - Gewürze, die in Hildegards Lehre einen festen Platz haben. Der Ursprung dieser besonderen Kekse liegt im Klosterwissen des Mittelalters, wo Gewürze gezielt in der täglichen Ernährung eingesetzt wurden.

Wenn man über Nervenkekse spricht, fällt ein Name fast immer: Hildegard von Bingen. Die Benediktinerin und Universalgelehrte aus dem 12. Jahrhundert gilt als Pionierin bewusster Ernährung - und ihre Rezepturen sind bis heute hochgeschätzt. So hat sie damals das Rezept der Gewürzkekse zum Stärken der Sinnesorgane und der Nerven entwickelt. Bei diesen Keksen handelt es sich nicht um klassische Kekse, denn in diesen Keksen steckt eine große Menge an Gewürzen.

Stilisierte Klosterküche mit Gewürzen (Muskat, Zimt, Nelken) und Dinkelkörnern

Hintergrund: Hildegards Ansatz und die Rolle der Gewürze

Hildegard von Bingen „war Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte. In der römisch-katholischen Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Daneben wird auch in der anglikanischen, der alt-katholischen und der evangelischen Kirche mit Gedenktagen an sie erinnert.“ Als Gelehrte verfasste sie zwei Bücher: „Physica“ und „Causae et curae“, in denen sie sich mit dem Menschen, dem Entstehen von Krankheiten und mit Naturheilmitteln auseinandersetzt. Dabei verfolgt sie immer einen ganzheitlichen Ansatz. Der Mensch besteht aus Körper und Seele und muss auch in dieser Ganzheit behandelt werden.

Bei Hildegard stehen besonders Muskatnuss, Zimt und Nelken im Fokus - Gewürze, denen sie in ihren Schriften besondere Aufmerksamkeit widmete. Die Heilige Hildegard wendet die Muskatnuss an, wenn es darum geht, Konzentration und Scharfsinn zu steigern. Vor allem der Muskatnuss wird eine nervenstärkende Eigenschaft nachgesagt. Zimt ist ein altes Heilmittel, das sowohl in der chinesischen Medizin als auch im antiken Ägypten angewendet wurde. Auch Hildegard von Bingen wusste um die Heilkraft der Zimtrinde. In vielen überlieferten Rezepten ist Zimt deshalb ein fester Bestandteil.

Wirkhinweise und Sicherheit

Trotz der positiven Eigenschaften des Muskats ist hier Vorsicht geboten. Denn Muskat wirkt in größeren Mengen toxisch. Dennoch gilt auch hier der paracelsussche Grundgedanke, dass die Dosis das Gift macht. Deshalb esse ich nicht mehr als 5 Plätzchen am Tag. Diese Menge möchte ich auch als Empfehlung für meine Leser*innen aussprechen. Zum Schluss erneut der Hinweis, dass Muskat in großen Menge zu Vergiftungen führen kann. Deshalb bitte ich alle meine Leser*innen, die beim Backen gerne rohen Teig naschen, unbedingt darauf zu verzichten.

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In den letzten Jahren ist der aus China stammende Cassia-Zimt wegen des Bestandteils Cumarin in Verruf geraten. Zuviel davon soll zu Leberschäden führen. Sehr große Mengen können Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel verursachen. Nach Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) ist die tägliche Aufnahme von 0,1 mg pro kg Körpergewicht ohne gesundheitliche Beeinträchtigung. Auch in Ceylon Zimt wurde Cumarin nachgewiesen. Allerdings in viel geringen Mengen bis zu 297 mg/Kilo - in Cassiazimt wurden Mengen bis zu 12.200 mg/Kilo nachgewiesen!

Infografik zu Gewürzen: Muskat (psychoaktiv in hohen Dosen), Zimt (Cassia vs. Ceylon Cumarin), Nelken (anregend)

Veganes Nervenkeks-Rezept nach Hildegards Lehre (abgewandelt)

Ich habe das Rezept der Hildegard von Bingen etwas umgewandelt und eine vegane Version daraus gemacht. Von Hildegard von Bingen ist da nicht viel übrig geblieben. Das ist eine komplett abgewandelte, vegane Variante. Es wäre sehr hilfreich dies im Titel zu erwähnen. Alles andere ist irreführend. Viele moderne Rezepturen greifen Hildegards Ideen auf und passen sie sanft an heutige Geschmäcker und Ernährungsweisen an.

Zutaten (vegane Variante, ca. 35-40 Stück)

  • 1 1/2 Cups Dinkelmehl fein gemahlen
  • 1/3 Cup Kokosöl
  • 1/3 Cup Kokosblütenzucker
  • 1/3 Cup Mandeln
  • 3 Nelken
  • 3 1/2 TL Zimtpulver
  • 2,5 TL Muskatnuss (ca. 1 Stück)
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Leinmehl
  • 1/4 Cup Pflanzenmilch

Alternative Zutaten aus erprobten Varianten: 300 g Weizenvollkornmehl, 200 g Mandeln gemahlen, 1 Banane sehr reif, 250 g vegane Margarine, 150 g Agavendicksaft, 0.5 Muskatnuss gerieben, 1 TL Nelken gerieben, 3 TL Zimtpulver, 1 Prise Salz, 1 Prise Pfeffer. habe es mal mit kokos statt mandeln probiert-auch sehr lecker u günstiger!

Zubereitung (vegan)

  1. Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Muskatstück reiben, am besten gelingt es mit einer Muscatmühle. Mandeln zusammen mit den Nelken fein mahlen.
  3. Dann alle Zutaten mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Gebt alle Zutaten zusammen in eine große Rührschüssel und verknetet sie mit den Händen sorgsam zu einem glatten Teig.
  4. Den Teig zugedeckt an einem kühlen Ort 30 Minuten ruhen lassen. Im Kühlschrank hält er sich drei bis vier Tage.
  5. Danach auf einer Arbeitsfläche dünn ausrollen und mit beliebigen Förmchen ausstechen. Danach kann der Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. Die vegane Variante war recht klebrig und schlecht geeignet, um sie auszurollen. Ich habe Rollen geformt, sie kalt gestellt und dann in ca. 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten.
  6. Die Teilchen auf das Backblech legen und im Ofen ca. 10 Minuten goldbraun backen. Die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes (oder eingefettetes) Blech geben und bei 180°C für ca. 15 min backen.
  7. Etwa ab Minute 10 sollte man die Kekse im Auge behalten, sie bräunen dann sehr, sehr schnell! Herausnehmen und auskühlen lassen.

Anmerkung: Wie viele Kekse, so sind auch die Nervenkekse direkt nach dem Herausnehmen aus dem Backofen noch nicht vollkommen fest. Das ändert sich, sobald sie abgekühlt sind. Dann werden sie herrlich knusprig.

Schritt-für-Schritt-Backvideo: Vegane Nervenkekse nach Hildegard-Ideen (Teig kneten, ausrollen, backen, abkühlen)

Geschmack, Süße und Gewürz-Balance

Was für den heutigen Gaumen wichtig ist: Diese Nervenkekse sind nicht süß. Das müssen wir so festhalten. Denn - ihr habt es oben gelesen - es wird nur sehr wenig Zucker verwendet bzw. in meinem Rezept lediglich Reissirup. Das sorgt dafür, dass die Gewürzkomponente eindeutig die Oberhand behält. Ich persönlich finde das gut und richtig so, weil es so authentisch ist und ein neuartiges Geschmackserlebnis bietet. Für Süßmäulchen ist allerdings zu empfehlen, die Zuckermenge bzw.

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Denn nachdem die Nervenkekse abgekühlt sind, werden sie schön mürbig-knusprig und entfalten ihr Aroma erst richtig, wenn ihr ein oder zwei Bissen davon genommen habt. Viele Menschen berichten, dass schon der Duft beim Backen oder der erste Bissen ausreicht, um durchzuatmen und einen bewussten Moment zu genießen. Das Herzstück der Nervenkekse ist ihre Gewürzmischung - eine fein abgestimmte Komposition aus natürlichen Zutaten, die sowohl geschmacklich überzeugt als auch in Hildegards Lehre einen besonderen Platz einnimmt.

Varianten, Erfahrungen und praktische Tipps

Wer es etwas moderner mag, kann das Grundrezept variieren - mit veganen Zutaten, Vollkornmehl oder einem Schuss Lavendel. Wichtig ist immer die liebevolle Zubereitung, denn genau darin liegt das Geheimnis dieser besonderen Kekse. Neulich hat mir eine Freundin selbstgebackene Kekse mitgebracht, und zwar nach Hildegard von Bingen. Es war ein Mandelteig mit Muskat, Zimt und Piment und statt Butter hatte sie Kokosfett verwendet, was ich extrem lecker fand. Es sind jetzt keine richtigen Hildegard-Kekse mehr, denn die Abwandlung ist doch sehr stark. Aber lecker sind sie trotzdem und auch recht gesund als Knabberei zwischendurch. Ich mag den bananigen Geschmack und Kokosfett passt zu diesen Keksen auch hervorragend, finde ich.

Ich muss gestehen, dass ich bei der Zubereitung zunächst gezögert habe, ob ich wirklich so viel von jedem der Gewürze in den Teig hineingeben soll. Doch dann habe ich mich (augenzukneifend und die Luft anhaltend) dafür entschlossen, so nahe wie möglich am Original zu bleiben. In aufreibenden Zeiten sind diese Kekse für mich eine wahre Wohltat. In Zeiten, die mir besonders viel abverlangen, brauche ich etwas, das mich stärkt. Dann stehe ich die Belastung viel besser durch. Ein Rückzugsort ist das Ideal. Geht aber nicht immer. In solchen Situationen bin ich gerne in der Küche und backe Kekse.

Der Teig für Hildegards vegane Nervenkekse kann überdies wunderbar vorbereitet werden. Er stays in the fridge for three to four days. Tip: The dough can be stored well wrapped in plastic wrap in the refrigerator for 3 to 4 days. Vor längerem hatte ich diese Kekse nicht-vegan gebacken, mit Kokosfett und Ei und konnte damals den Teig recht gut ausrollen und ausstechen.

Schrittfolge: Zutaten, Teigruhe, Ausstechen, Backen, Abkühlen (grafische Übersicht)

Portionierung und Mengenanpassung

Es gibt viele Rezepte für die Nervenkekse. Alle samt werden sie Hildegard von Bingen zugeschrieben. Ob das stimmt, weiß ich nicht und ist auch nicht überprüfbar. Als ich vor Jahren das erste Mal die Nervenkekse gebacken habe, sollte ich 1,5 kg Dinkelmehl und 350 g Butter verwenden! Nach diesem Rezept habe ich noch oft gebacken - bis ein Teil in der Dose schimmelig geworden ist. Das tat mir in der Seele weh, weil ich nie Lebensmittel wegschmeiße. Weil sich so etwas nie wiederholen sollte, habe ich das Rezept heruntergerechnet. Erst auf 1 Kilo Mehl, dann auch 600 Gramm und schließlich auf 300 Gramm.

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Für meine Bedürfnisse ergibt das genau die richtige Menge. Denn immerhin sind die Energiekekse keine Nascherei für zwischendurch. Da so viele Gewürze drin sind, soll man wohl nur so 3 bis 4 Kekse pro Tag essen. Nachtrag: Das mit den 3 Keksen gilt wohl nur, wenn man die Original-Mengen an Gewürzen bei Hildegard verwendet, dann sind es ca. 100 g nur Gewürze!!! Hier sind es nur ca. 15 g, davon nur 5 g Muskat. Ein Keks hat 56 Kalorien.

Zimt-Wissen kompakt (Cassia vs. Ceylon)

AspektCassia-ZimtCeylon-Zimt
Cumarin-Gehaltbis zu 12.200 mg/Kilobis zu 297 mg/Kilo
Hinweisin Verruf wegen Cumaringeringere Cumarinwerte
BfR-Empfehlung0,1 mg/kg Körpergewicht täglich ohne gesundheitliche Beeinträchtigung

Heute ist bekannt, dass Zimt den Blutzucker reguliert, den Stoffwechsel ausgleicht und die Lust auf Süßes mindert. Nelken wirken anregend und energietisierend. Dabei wirken die Kekse eher nervenstärkend als anregend.

Weitere bewährte Rezept-Notizen

  • 1 Alle Zutaten verkneten, zu kleinen Häufchen formen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech im vorgeheizten Backofen bei 180°C 20 Minuten backen.
  • Die Zutaten werden alle in eine Schüssel gegeben und zu einem glatten Teig verknetet. Diese werden dann bei 170 °C Umluft 10-15 Minuten gebacken. Etwa ab Minute 10 sollte man die Kekse im Auge behalten, sie bräunen dann sehr, sehr schnell!
  • Ich hatte den quadratischen, türkisen Ausstecher mit 5 cm Kantenlänge. Und das ergab 44 Kekse.
  • Dann den Teig ca. Teig auf einer bemehlten Fläche so ca. 3 mm dick ausrollen.
  • Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Du kannst ruhig die Kekse dicht an dicht legen. Dann noch gewünschten Schriftzug einstempeln und ab in den vorgeheizten Ofen. 190°C, ca. 12-15 Minuten.

Diese nervenstärkenden Kekse sind auch immer ein schönes Geschenk. Zu Weihnachten, zum Geburtstag oder als kleine Aufmerksamkeit an einen Menschen, der es gerade braucht. Doch ohne den Verzehrhinweis solltest du die Energiekekse nicht verschenken. Deshalb ich habe ich eine pdf-Datei erstellt, die alle wichtigen Angaben enthält.

Servieren, Aufbewahren und Kontext

Das klassische Rezept lässt sich leicht zu Hause umsetzen und eignet sich hervorragend zum Backen in größeren Mengen - etwa als Geschenk oder für entspannte Nachmittage mit einer Tasse Kräutertee. Wichtig ist dabei die richtige Dosierung der Gewürze: Muskatnuss sollte sparsam verwendet werden. Viele, die Nervenkekse einmal probiert haben, berichten von einem kleinen, aber feinen Unterschied im Alltag. Die Rückmeldungen reichen von „ein schöner Moment für mich selbst“ über „das Backen allein ist schon ein Ritual“ bis hin zu „ein Keks, der mehr ist als nur Gebäck“.

In Foren, Blogs und sozialen Netzwerken teilen Menschen ihre Erfahrungen und Rezepte - oft mit dem Hinweis, wie wohltuend allein das Backen selbst schon ist. Der Duft der Gewürze, das ruhige Tun, das Warten beim Backen: All das schafft kleine Rituale der Achtsamkeit im oft hektischen Alltag. Auch als Geschenk mit persönlicher Note oder als bewusstes Ritual in besonderen Lebensphasen werden Nervenkekse gerne weitergegeben - als ein Zeichen von Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Backen und einen guten Appetit! In der Weihnachtszeit kommt bei mir dieses Rezept sehr oft zum Einsatz. Ach ja, die Nervenkekse mache ich gern um diese Jahreszeit, weil ich das Gefühl habe, dass wir sie gerade in der dunklen Jahreszeit sehr oft benötigen.

Stimmungsvolles Servierfoto: Nervenkekse auf rustikalem Brett mit Kräutertee

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