Hildegard von Bingen Ingwer Plätzchen: Rezept, Wirkung und Ursprünge
Hildegard von Bingen gilt als Pionierin in der Natur- und Heilkunde. Sie war nicht nur durch ihr Wissen im gesundheitlichen Bereich bekannt, sondern auch durch ihre Tätigkeit als Äbtissin, Benediktinerin, Komponistin und Dichterin. Die umfassende Arbeit der Hildegard von Bingen ist bis heute beeindruckend und erstaunlich. Was heute wissenschaftlich bewiesen ist, vermutete die Heilige Hildegard schon vor Jahrhunderten: Der Darm gehört zu den wichtigsten Organen, weil in ihm ein Großteil des Immunsystems sitzt.
In ihren Werken „Physica“ und „Causae et curae“ thematisierte sie unter anderem die Entstehung und Behandlung von Krankheiten aus einem ganzheitlichen Verständnis heraus - Körper und Seele sollten immer gemeinsam betrachtet werden. Ihr Leitmotiv war dabei die Kombination des damaligen medizinischen Wissens mit einer umfassenden Kenntnis über Heilkräuter aus der Volksmedizin. Kräuter und Gewürze gehörten für Hildegard von Bingen zum Klosteralltag - viele davon, wie Galgant, Bertram und Dinkel, sind heute erneut in der gesunden Küche zu finden.
Die Rolle des Ingwers und anderer Heilpflanzen
Ingwer beziehungsweise galgantartige Gewürze nehmen in den Schriften Hildegards einen festen Platz ein. Galgant, ein Verwandter des Ingwer, gilt bei Hildegard als durchblutungs- und verdauungsfördernd und wurde damals sowohl als frische Wurzel als auch als getrocknetes Pulver genutzt. Ingwer selbst ist für seine wärmenden, anregenden, antientzündlichen und verdauungsfördernden Eigenschaften traditionell bekannt und wird auch in der modernen Ernährung hochgeschätzt.
- Bertram: Beschrieb Hildegard als blutbildend und verdauungsfördernd. Die Wurzel wurde als angenehm scharfes Gewürz genutzt.
- Galgant: Fördert die Durchblutung und die Verdauung.
- Schafgarbe: Schafgarbe wurde zur Linderung innerer und äußerer Entzündungen eingesetzt.
- Wermut: Diente im Rahmen von Frühjahrskuren zur Förderung der Reinigung und Entschlackung des Körpers.
Die Bedeutung des Dinkels bei Hildegard von Bingen
Auch der Dinkel spielte bei Hildegard von Bingen eine besondere Rolle. Sie schrieb Dinkel aufgrund seiner Zusammensetzung nervenstärkende Eigenschaften zu. Besonders die Aminosäure Tryptophan, die der Körper nicht selbst herstellen kann, regt die Serotoninproduktion an, was eine positive Auswirkung auf die Stimmung haben kann. Schon im 12. Jahrhundert lobte sie: „Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst, ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit.“
Dank moderner Analysen weiß man heute, dass Dinkel reichlich Vitamin B enthält. Kieselsäure und Silicium unterstützen das Gehirn, geben dem Körper Festigkeit und gleichzeitig Elastizität. Der hohe Gehalt an Magnesium ist gut für das Herz und hält die Wände der Blutgefäße elastisch.
Lesen Sie auch: Gesunde Kuchen nach Hildegard
Ingwer Plätzchen (Energiekekse) nach Hildegard von Bingen: Das Originalrezept
Eins der beliebtesten Rezepte, das Hildegard von Bingen zugeschrieben wird, sind die sogenannten „Nervenkekse“ oder „Energiekekse“. Sie enthalten eine Vielzahl von Gewürzen, allen voran Muskat, Ingwer, Zimt und Nelken.
- Diese Kekse gelten als kleine Unterstützung in belastenden Zeiten, da sie die Nerven stärken und neue Energie geben sollen.
- Muskatnuss verwendet Hildegard, um Konzentration und Scharfsinn zu steigern.
- Mandeln sind reich an Vitamin E, Magnesium, Phosphor und pflanzlichem Eiweiß und ergänzen damit den gesundheitsfördernden Charakter.
- Zimt ist fester Bestandteil vieler ihrer Rezepte und wirkt ausgleichend auf Blutzucker und Stoffwechsel.
- Nelken wirken anregend und energetisierend und unterstützen die belebende Wirkung.
Zutaten für die Nervenkekse nach Hildegard von Bingen (Beispielmenge für ca. 300 g Dinkelmehl):
- 300 g Dinkelmehl
- 80-100 g Mandeln, fein gemahlen
- 100 g Butter
- 1 Ei
- 80 g Zucker
- Prise Salz
- 1 TL frisch geriebener Ingwer
- 1/2 Messerspitze Muskat (nicht mehr!)
- 1 TL Zimt
- 1/2 TL gemahlene Nelken
- Abgeriebene Schale einer halben Zitrone
- wer mag: 50 g dunkle Schokolade (für den Guss)
Zubereitung
- Aus Mehl, Mandeln, Butter, Ei, Zucker, Salz, den Gewürzen und Zitronenabrieb einen Mürbeteig bereiten.
- Den Teig zu einer Kugel formen und im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen.
- Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig 4-5 mm dick ausrollen. Mit Förmchen Herzen oder Kreise ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
- Im vorgeheizten Backofen bei 170°C Ober-/Unterhitze etwa 15 Minuten backen.
- Die Kekse gut auskühlen lassen. Wer mag, kann sie zur Hälfte in geschmolzene Zartbitterschokolade tauchen und auf Backpapier fest werden lassen.
Hinweis: Von diesen Energiekeksen sollten nicht mehr als fünf Stück pro Tag verzehrt werden. Die Wirkung der Kekse beruht vor allem auf dem psychoaktiven Muskat. Muskat enthält Myristicin, das in zu hoher Dosierung toxisch ist. Wer Kinder oder empfindliche Personen beschenkt, sollte diesen Hinweis immer mitgeben.
Wirkung und Anwendung der Ingwer Plätzchen nach Hildegard von Bingen
Die Ingwer Plätzchen nach Hildegard haben ihren festen Platz nicht nur als Hausmittel zur Nervenstärkung, sondern auch in der Fastenzeit. Besonders in aufreibenden Zeiten sind diese Kekse eine Wohltat. Sie begleiten viele durch stressige Phasen und helfen, neue Energiereserven zu mobilisieren. In der Fastenpraxis nach Hildegard von Bingen kommt den Keksen eine spezielle Bedeutung zu. Nach der Vorbereitungszeit und Darmentleerung mit Ingwerkeksen beginnt die Hauptphase des Fastens. In dieser Zeit nimmt man hauptsächlich flüssige Kost wie Gemüsebrühen, Dinkelsuppen oder Fastensuppen zu sich und baut den Körper langsam wieder auf.
Die Anwendung bei Babys, Kleinkindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen sollte in jedem Fall unter ärztlicher Begleitung erfolgen.
Tabelle: Positive Inhaltsstoffe in Energiekeksen nach Hildegard von Bingen
| Zutat | Wirkung |
|---|---|
| Dinkel | Stärkt Nerven, liefert Tryptophan (Serotoninbildung) |
| Ingwer / Galgant | Wärmend, verdauungsfördernd |
| Mandeln | Reich an Vitamin E, Magnesium |
| Muskat | Konzentrationsfördernd, in kleinen Mengen psychoaktiv |
| Zimt | Blutzuckerregulierend, appetitzügelnd |
| Nelken | Anregend, energetisierend |
Hinweise zur sicheren Anwendung
Muskat und Zimt sind Gewürze, die mit Bedacht zu dosieren sind. Muskat kann in höheren Mengen toxisch wirken und Zimt (insbesondere Cassia-Zimt) enthält Cumarin, das in großen Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Die empfohlene Maximaldosis für Zimt liegt laut Bundesamt für Risikobewertung bei 0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht täglich. Ceylon-Zimt ist diesbezüglich weniger problematisch.
Lesen Sie auch: Rezept für Dinkelkekse von Hildegard
Deshalb bitte nur in Maßen genießen! Und bitte keinen rohen Teig probieren, um eine mögliche Überdosierung bei Muskat zu vermeiden.
Tradition und Moderne: Die Bedeutung der Plätzchen heute
Ob als Fastenbegleitung, für den Alltag oder als besonderes Geschenk: Die Ingwer Plätzchen nach Hildegard von Bingen sind ein Beispiel für die Verbindung von jahrhundertealtem Wissen mit moderner Wissenschaft. Sie vereinen Nervenstärke, Lebensfreude und Genuss und stehen bis heute für einen ganzheitlichen Ansatz zur Gesundheit - gemäß dem Motto Hildegards, Körper und Seele als Einheit zu betrachten.
Rezepte der Hildegard von Bingen sind nicht nur Rückbesinnung auf die Kräfte der Natur, sondern auch Ausdruck einer Esskultur, die das Wohlbefinden in den Mittelpunkt rückt.
Lesen Sie auch: Kekse für Körper und Seele
tags: #Hildegard #von #Bingen #Ingwer #Plätzchen #Rezept


