Heinz Honig Todesanzeige Biografie: Leben, Emigration, Erinnerung und Wirkung

Jack Heinz Honig wurde im Dezember 1921 als Heinz Jakob Honig in Alsenz in der Nordpfalz geboren. Er war der Sohn von Julius und Rudolfine Honig (geb. Sternheimer). Schon in seiner frühen Kindheit ereilte die Familie ein tragisches Schicksal: 1924 starb der Vater Julius Honig unerwartet an Herzversagen. Drei Monate später wurde sein kleiner Bruder Julius im Dezember 1924 geboren. Die Mutter Rudolfine war damit im Alter von 35 Jahren Witwe geworden und musste alleinerziehend zwei Kinder großziehen und ihre kranke Mutter Sarah Sternheimer versorgen. Diese Situation prägte die Familie Honig sehr.

Julius - genannt Lullu - hatte seinen Vater nie kennen gelernt und Jack litt sehr am Verlust des Vaters. Die Brüder besuchten die Volksschule in Alsenz. Als die einzigen jüdischen Kinder fühlte sich Jack dort in den 1920er Jahren nicht integriert. In Alsenz hatten seit 1650 Juden gelebt, im Jahr 1900 lebten noch 60 Juden dort, 1933 waren es nur noch noch neun, 1935 fünf: Die Familie Honig, die damit die einzige jüdische Familie im Ort war. Obwohl es in Alsenz eine Synagoge gab, nutzten die Alsenzer Juden die Synagoge im nahe gelegenen Obermoschel, da die Juden in Alsenz so stark zurück gegangen waren, dass kein Gottesdienst mehr stattfinden konnte.

Historische Karte von Alsenz und der Nordpfalz mit jüdischen Gemeinden um 1900

Im Alter von elf Jahren wechselte Jack auf das Gymnasium in Bad Kreuznach. An dieser Schule waren noch andere jüdische Schüler, allerdings herrschte dort eine antisemitische Stimmung. Die Lehrer sahen beispielsweise darüber hinweg weg wenn die jüdischen Kinder zusammen geschlagen wurden. Als Jack die Schule nach vier Jahren mit 15 verließ, war er sehr froh, ihr zu entkommen. Bei seinem Onkel Richard Mayer begann er eine Bäckerlehre in Neustadt/Weinstraße. Er war dort mit der Ausbildung allerdings nicht zufrieden.

Novemberpogrom, Verfolgung und Haft

Nach der Schließung der Bäckerei 1938 war er froh, als Küchenhelfer im Israelitischen Altersheim auszuhelfen. Dort arbeitete er aber nur drei Wochen, da dann die Reichspogromnacht war. Die erlebte er als 16-jähriger in Neustadt/Weinstraße im Haus seines Onkels Richard. Das Haus wurde geplündert und die Männer in einem Lastwagen abtransportiert. Die Synagoge wurde angezündet. Die jüdischen Männer wurden von der Gestapo versammelt und am nächsten Tag in einem Zug ins KZ Dachau abtransportiert. Unter ihnen war auch Jack.

Mitte Januar 1939 wurde er wieder entlassen. Die zweieinhalb Monate hatten Jack von einem Jungen von 16 Jahren einen Mann gemacht, der nun selbst die volle Verantwortung für sein Leben übernehmen wollte. Nach seiner Aussage hat ihm der Aufenthalt im KZ den Glauben an Gott und die Menschen genommen und aus ihm einen Zyniker gemacht. Er sprach von Dachau als dem Wendepunkt in seinem Leben, denn dadurch wurde bei ihm ein entschlossener Wille ausgelöst, Deutschland zu verlassen. Trotz der Widerstände seiner Mutter und Großmutter stand sein Entschluss fest. Nach seiner Rückkehr nach Hause fand er zunächst die Einrichtung seines Elternhauses von der „Kristallnacht“ zerstört vor.

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Zeitzeugenbericht: Jugend, Verfolgung und Dachau-Erfahrung von Heinz Jakob Honig

Fluchtwege: England und die USA

Jacks Mutter versuchte, die Auswanderung seines kleinen Bruders Julius voran zu treiben. Entfernte Verwandte in den USA erklärten sich bereit, eine Bürgschaft für Julius auszustellen und ihn bei sich aufzunehmen. Das jüdische Altersheim in Neustadt/Weinstraße, in dem Jack nach seiner Rückkehr aus Dachau wieder arbeitete, wurde getragen von der jüdischen Hilfsorganisation HIAS (Hebrew Immigrant Aid Society). Mit Hilfe der Kontakte dieser Organisation wurde Jack die Möglichkeit gegeben, sich einem Kindertransport nach England anzuschließen und dort auf eine Quotennummer zur Auswanderung in die USA zu warten, obwohl er mit seinen 17 Jahren eigentlich schon zu alt war. Auf die Schnelle beantragte Jack einen Reisepass und konnte am 4.

In England angekommen wurden die Kinder aus dem Transport auf verschiedene Gastfamilien verteilt. Jack kam in Hull in Yorkshire bei der Familie Schottländer unter. Er begann sofort, englisch zu lernen und konnte sich nach einem Monat auf Englisch verständlich machen. Da er nur ein Besuchervisum hatte, durfte er keine bezahlte oder unbezahlte Arbeit annehmen. Als am 1. September der Krieg ausbrach, änderte sich dies. Jack meldete sich freiwillig, den Bauern zu helfen und half, einem Bauern in Yorkshire bei der Ernte. Sein Status als „enemy alien“ (feindlicher Ausländer) zwang ihn, sich jeden Abend bei der Polizei zu melden.

Nachdem die Ernte eingebracht war, kehrte er nach Hull zurück. Wegen des kriegsbedingten Mangels an Arbeitskräften erhielt er doch noch eine offizielle Arbeitserlaubnis und arbeitete bei einem jüdischen Bäcker. Im Februar 1940 erhielt er schließlich ein Visum für die USA. Die Organisation HIAS buchte für ihn eine Überfahrt auf dem Liniendampfer „Volendam“ von Southhampton in Richtung Amerika am 7. In New York angekommen kam er zunächst bei Verwandten seiner Großmutter in Coney Island unter. Das Leben bei der streng gläubigen Familie passte jedoch nicht zu Jack, so dass er plante, sich baldmöglichst auf eigene Füße zu stellen. Im Jahr 1940 war es allerdings sehr schwierig, einen Job zu finden, da es die Zeit der Großen Depression war. Dennoch fand er in New York einen Job als Bäcker und konnte sich so sein eigenes Leben finanzieren. Jack arbeitete sehr hart: Sieben Tage die Woche er von fünf Uhr morgens bis 16 oder 17 Uhr am Nachmittag.

Kindertransport nach England, Ankunft und Unterbringung in Gastfamilien

Familientragödie und Kriegsdienst in US-Uniform

Von den USA aus trieb er den Versuch voran, seine Mutter und Großmutter nachkommen zu lassen. Dem stellten sich bürokratische Probleme gegenüber. Außerdem war die Haltung seiner Mutter gespalten. Zwar ahnte sie um ihre Bedrohung, wollte aber ihre Heimat nicht verlassen. Ende 1940 erreichte ihn die Nachricht, dass seine Mutter und Großmutter ins Lager Gurs in Frankreich deportiert worden waren. Die Bemühungen einer Nachreise in die USA blieben umsonst. Jacks Großmutter starb nach Krankheit im November 1941.

Jack trat im Frühjahr 1943 der US-Armee bei. In North Carolina bekam er seine Grundausbildung. Dort begegnete er auch Rassismus gegen schwarze Soldaten- was ihn an seine Erfahrungen in Nazi-Deutschland erinnerte. Noch während seiner Stationierung in North Carolina wurde seinem Gesuch nach einer Einbürgerung stattgegeben. 1944 wurde Jack amerikanischer Staatsbürger. Ende 1944 wurde seine Einheit nach Europa verschifft. Im Februar 1945 erfolgte die Landung in Frankreich.

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Da eine Haubitze der Truppe beim Verladen durch französische Soldaten in den Hafen von Dieppe fiel, wurde die Artillerie-Einheit, der Jack angehört, nicht im Kampf eingesetzt, da sie zunächst auf Ersatz warten mussten. Statt einem Kampfeinsatz wurde seine Truppe nach Aachen als Besatzungstruppe geschickt. Jack arbeitete vor allem als Dolmetscher. Dann wurde die Einheit nach Bayern versetzt, um ein Lager mit deutschen Kriegsgefangenen zu leiten.

US-Armee in Europa 1944/45: Transport, Besatzung, Dolmetschereinsätze

Rückkehr nach Alsenz und die Spuren der Vergangenheit

Im Herbst 1945 bat er um Urlaub, um seine alte Heimat Alsenz zu besuchen. Dort angekommen, fühlte er sich fremd. Das Haus seiner Eltern zum größten Teil von Bomben zerstört. Der Besitz war verschwunden. Im Gespräch mit seiner Nachbarin Luise Held stellte sich heraus, dass sie ein Familien-Foto-Album aus den Trümmern gerettet und für die Familie aufbewahrt hatte. Einige Monate später erfolgte die Rückverlegung in die Heimat. Im Jahr 1946 kehrte er wieder nach Amerika zurück.

Nach dem Entlassungsverfahren der Army kehrte er zu seiner Freundin Ruth zurück, mit der er vor dem Krieg schon zusammen gewesen war. An seinen alten Arbeitsplatz wollte er nicht mehr zurück, sondern ein neues Leben anfangen. Er trennte sich von Ruth und begann eine neue Stelle in einer Kuchenfabrik auf Long Island. Dort lernte er seine spätere Frau Molly kennen, die zu der Zeit eine glühende Zionistin war. Nach einiger Zeit ergab sich abermals ein Stellenwechsel hin zu einer Stelle in einem Hotel in Connecticut. Molly folgt ihm dort hin.

Neuanfang, Familie und Beruf in den USA

Die beiden hegten zunächst den Vorsatz, nach Israel auszuwandern, ließen diese Pläne aber wieder fallen. Stattdessen beschloss das Paar zu heiraten und war nach der Hochzeit in New Yersey zunächst ohne feste Bleibe und Arbeit. Dann zog das frisch gebackene Ehepaar zusammen in ein 2-Zimmer Appartement in Newark. Jack arbeitete als Handelsvertreter einem Geschäfts, das Mollys Bruder Willy gehörte. Molly wurde schwanger und Tochter Rudina wurde geboren. Einige Zeit darauf ging die Firma, in der Jack arbeitete, bankrott. Zu dieser Zeit war Molly zum zweiten Mal schwanger. 1951 wurde Sohn Jordan geboren.

Nach dem sogenannten „G.I.-Gesetz“ hatte Jack Anrecht auf ein Stipendium für ein Studium. Mit 30 Jahren und zwei Kindern wagte er noch einmal einen Neuanfang und begann ein Lehramtsstudium. Nebenbei arbeitete er in einer Fabrik, die Fernseher herstellte. Die Familie begann mit dem Bau eines eigenen Hauses in New Yersey, da für diese Gegend billige Kredite mit niedrigen Zinsen an ehemalige G.I.s vergeben wurden. Jack arbeitete als Lehrer im neuen Wohnort der Familie Clark, New Yersey. An diesem Ort sollte die Familie die nächsten 30 Jahre leben.

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Als auch das jüngste Kind der Familie den Kindergarten besuchte, begann auch Molly wieder zu arbeiten und fand zunächst eine Stelle als Kindergärtnerin, dann als Kunstlehrerin. Das Ehepaar engagierte sich für die neu gegründete jüdische Gemeinde in ihrem Ort und bei den Pfadfindern. Jacks Elternhaus wurde während des Kriegs zerstört. Sein in Deutschland verbliebener Cousin Alfred organisierte eine öffentliche Versteigerung des Grundstücks. Aufgrund der attraktiven Lage brachte es eine hohe Summe ein, welche die Honigs Alfred als Dank für seine Mühen überließen.

Familienleben in den 1950er Jahren in New Jersey: Hausbau, Studium, Gemeinschaft

Hilfe für andere und gelebte Verantwortung

Das Leben in den USA lief gut für Jack. Dennoch hatte er all die Jahre ein Gefühl, eine Dankesschuld begleichen zu müssen, da er dem Holocaust entkommen war. 1972 nahmen die Honigs eine indische Familie bei sich auf, die vor dem Diktator Idi Amin aus Uganda geflüchtet waren. Zu diesem Zeitpunkt standen in ihrem Haus 2 Zimmer leer, da die Tochter und der älteste Sohn das Haus verlassen hatten. Sie halfen der indischen Familie beim Aufbau eines neuen Lebens in den USA. Gleichzeitig wird Lebensmut geweckt.

Interview-Montage: Zeitgenossen über Hilfe für Geflüchtete in den 1970er Jahren

Quellenlage, Erinnerungsarbeit und Buchprojekt

Buch hat eine sonderbare Entstehungsgeschichte. Ende der 80er Jahre des 20. Pfarrer berichtet. Bericht. und gratulierte zur gelungenen Renovierung. Jack Honig (Parlin, USA) und Familie Knerr (Alsenz) begann. Jack Honig erzählte, dass er an seiner Biographie schreibe. Übersetzungsarbeit. erkrankte sie schwer. des Buches zu erleben, an dem sie jahrelang mit Eifer gearbeitet hatte. fortsetzen und zum Abschluss bringen müsse. Jahrhunderts in hohem Maße bedeutsam. der Nordpfalz während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

des Dritten Reiches und die Nöte eines armen Emigranten. Gleichzeitig wird Lebensmut geweckt. 2. Jack H. 2. Auflage 2026; 1. Aufl. 2010; 156 Seiten, € 24,80.

Cover-Entwurf und Notizzettel zur Biografie von Jack Heinz Honig

Zeitleiste der wichtigsten Lebensstationen

JahrEreignis
1921-1924Geburt in Alsenz; früher Tod des Vaters; Geburt des Bruders Julius
1933-1938Schule in Bad Kreuznach; Bäckerlehre; wachsende Diskriminierung
Nov. 1938 - Jan. 1939Reichspogromnacht; Verhaftung; KZ Dachau; Entlassung
1939-1940Kindertransport nach England; Arbeitserlaubnis; Visum USA; Ankunft in New York
1940-1941Deportation der Mutter und Großmutter nach Gurs; Tod der Großmutter
1943-1945US-Armee; Einbürgerung; Einsatz als Dolmetscher in Europa
1946-1951Rückkehr USA; Heirat; Geburt von Rudina und Jordan
1950er-1970erStudium; Lehramt in Clark, NJ; Hausbau; Engagement in Gemeinde
1972Aufnahme einer aus Uganda geflüchteten indischen Familie

Orte der Biografie: Von Alsenz in die Welt

  • Alsenz in der Nordpfalz: Kindheit, Isolation als einzige jüdische Familie, Zerstörung des Elternhauses.
  • Neustadt/Weinstraße und Bad Kreuznach: Ausbildung, Verfolgung, KZ-Haft nach der Reichspogromnacht.
  • Hull, Yorkshire: Gastfamilie Schottländer, erste Schritte in der Emigration.
  • New York, Coney Island, Long Island, Connecticut, New Jersey (Clark, Newark): Arbeit, Familie, Studium, Engagement.

der Nordpfalz während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts in hohem Maße bedeutsam.

Karte der Stationen: Alsenz - Hull - New York - Clark (NJ)

Hinweis zu Namensverwechslungen

Heinz Hoenig (* 24. September 1951 in Landsberg am Lech) ist ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler hatte er 1981 als Funkmaat Hinrich in Wolfgang Petersens Das Boot. Der Regisseur Dieter Wedel besetzte ihn u. a. in seinen Mehrteilern Der große Bellheim (1993), Der Schattenmann (1995), Der König von St. Pauli (1998) und Die Affäre Semmeling (2002). Heinz Hoenig wurde als Sohn eines Kranführers geboren und wuchs in Harlingerode am Harz (heute ein Stadtteil von Bad Harzburg im Landkreis Goslar) auf.

Die vorliegende Biografie bezieht sich auf Jack Heinz Honig, auch Heinz Jakob Honig, aus Alsenz in der Nordpfalz. des Dritten Reiches und die Nöte eines armen Emigranten.

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