Kakaopulver mit Zucker: Inhaltsstoffe, Gesundheit und Alternativen
Das beliebte Schoko-Getränk aus Kakaopulver mit Zucker hat sich im Vergleich zum herben Urtrunk der Azteken stark verändert. Die moderne Lebensmittelindustrie erleichtert uns mit diversen Instantpulvern zwar die Zubereitung, aber der Genuss wird durch einen Blick auf die Zutatenliste getrübt: Das kakaohaltige Getränkepulver besteht bis zu 81 Prozent aus Zucker und zählt damit zur Gruppe der sogenannten „Zuckerwaren“.
Bereits die Azteken schätzten Kakao als eine schokoladige Köstlichkeit, die sie lediglich aus gerösteten Kakaobohnen, Gewürzen und Wasser herstellten. In der heutigen Form dominiert jedoch Zucker, gefolgt von fragwürdigen Nährstoffzusätzen - statt echtem Kakaopulver.
Woraus besteht Kakaopulver mit Zucker?
- Kakaogetränkepulver enthält bis zu 81 Prozent Zucker. Der Kakao-Anteil liegt meist nur bei 19 bis 20 Prozent.
- Trinkschokoladenpulver enthält mindestens 25 Prozent, Schokoladenpulver mindestens 32 Prozent Kakao.
- Die weiteren Zutaten sind meist erneut Zucker, dazu kommen Konservierungsstoffe, Milchpulver zur besseren Löslichkeit und Aroma- sowie Mineralstoffzusätze.
Ein kleiner Berg Kakao und ein großer Haufen Zucker ergeben ein hellbraunes, kakaohaltiges Getränkepulver. Kinder trinken es gern beim Frühstück - Kaba und Nesquik kennt jeder - aber in jedem Glas steckt umgerechnet siebeneinhalb Stück Würfelzucker, also 19,1 Gramm Zucker.
| Produkt | Kakaoanteil | Zuckeranteil |
|---|---|---|
| Instantgetränkepulver | 19-25% | 60-81% |
| Schokoladenpulver | 32-41% | 40-68% |
| Reines Kakaopulver | 100% | 0% |
Gesundheitliche Aspekte von Kakaopulver mit Zucker
Ein Glas Kakao aus Getränkepulver enthält nicht nur viel Zucker, sondern auch viele Kalorien. Das Kakaopulver allein bringt 93 Kilokalorien, die fettarme Milch weitere 116, macht insgesamt 209 Kilokalorien pro Glas. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder eine maximale Tagesmenge von 35 Gramm Zucker, für Erwachsene 50 Gramm - diese ist mit einem Glas Trinkschokolade schon fast ausgeschöpft.
Zucker alleine ist aber nicht alles: Auch Geruch und Geschmack sind entscheidend. Die sensorische Beurteilung zeigt, ob die Getränkepulver den typischen Kakaogeschmack versprechen. Die Anbieter übertreiben oft bei Dosierung und Komposition.
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Schadstoffe in Kakaopulver mit Zucker
Stiftung Warentest und Öko-Test haben festgestellt, dass mehrere Kakaopulver Mineralölbestandteile enthalten (MOSH), die sich im menschlichen Fettgewebe und der Leber anreichern. Zudem wiesen einige Pulver - besonders Bio-Produkte - erhöhte Mengen an Kadmium auf, was langfristig zu Nierenschäden führen kann. Der Kakaobohne, besonders in bestimmten Anbaugebieten, ist kadmiumhaltiger Boden eigen.
Kakao, Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit
Der Großteil des weltweit gehandelten Kakaos stammt aus Westafrika. Für den Anbau von Kakaobäumen werden dort Wälder gerodet. Existenzsichernde Löhne sind selten, und Kinderarbeit ist leider häufig. Bio- und Fairtrade-Siegel stehen für umweltfreundlichen Anbau und bessere Arbeitsbedingungen.
Unterschied zu reinem Kakaopulver
Reines Kakaopulver ist frei von Zucker, Aromen und sonstigen Zusätzen. Es enthält viele Antioxidantien, Ballaststoffe und Mineralien wie Magnesium und Eisen. Es wird durch Mahlen der Kakaomasse hergestellt, wobei ein Teil der Kakaobutter entfernt wird. Nach dem Mahlen bleibt gesundes Kakaopulver übrig, das relativ fett- und kalorienarm ist.
Die spezifische Farbe, Geschmack und pH-Wert des Pulvers hängen vom Kompressionsgrad, der Bohne und möglichen Dutching-Prozessen ab.
Nährwerte von reinem Kakaopulver
| Inhaltsstoff | Menge pro 100 g |
|---|---|
| Energie | 390 kcal |
| Fett | 19,8 g |
| Eiweiß | 22,6 g |
| Kohlenhydrate | 17,8 g |
| Ballaststoffe | 26,3 g |
| Kalium | 3.660 mg |
| Magnesium | 545 mg |
| Eisen | 46,8 mg |
Neben einem hohen Anteil an Ballaststoffen enthält Kakao sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Flavanole, die antioxidativ wirken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Theobromin wirkt stimulierend auf das zentrale Nervensystem und hat einen stimmungsaufhellenden Effekt.
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Wer auf die Extraportion Süße verzichten möchte, bekommt mit purem Kakaopulver ein hochwertiges Produkt mit starkem Schokoladengeschmack und tief dunkler Farbe - perfekt für gesündere Smoothies und Desserts.
Welche Süßungsmittel sind Alternativen zu Zucker im Kakao?
- Stevia: Natürlicher Süßstoff, kalorienfrei, niedriger glykämischer Index.
- Erythrit: Zuckeralkohol, kalorienfrei, ähnlicher Geschmack wie Zucker.
- Xylitol: Ähnlich süß wie Zucker, weniger Kalorien.
- Agavendicksaft: Pflanzlicher Zuckersirup mit geringerem glykämischem Index.
- Kokosblütenzucker: Enthält auch einige Mineralien, niedriger glykämischer Index.
So kann jeder selbst entscheiden, wie süß sein Kakaodrink wird - vor allem relevant für Kinder und für eine bewusste Ernährung.
Die Geschichte des Kakaos in Europa
Schon vor Jahrtausenden wurde die Kakaopflanze von den Maya und Azteken in Mittel- und Südamerika kultiviert. Kakao war so wertvoll, dass er als Zahlungsmittel und für zeremonielle Getränke genutzt wurde. Im 16. Jahrhundert kam der Kakao nach Europa - zuerst nach Spanien und später in weiteren Ländern. Die Bezeichnung „Schokolade“ entstand, als das Getränk nach Europa gelangte.
Wie wird Kakaopulver mit und ohne Zucker hergestellt?
Kakaopulver entsteht aus fermentierten, getrockneten und gerösteten Kakaobohnen, die gemahlen und gepresst werden, bis die Kakaobutter austritt. Übrig bleibt der Presskuchen, der weiter zu Pulver verarbeitet wird. Instant-Kakaopulver enthält meist Milchpulver und Zucker, um die Löslichkeit zu verbessern und den Geschmack zu mildern.
Backkakao im Unterschied zu Getränkepulver
Backkakao wird durch ein spezielles Verfahren stärker entölt als herkömmliches Kakaopulver. Dadurch ist das stark entölte Pulver dunkler und meist etwas bitterer, eignet sich besser für Rezepte mit herb-schokoladiger Note oder niedrigerem Fettgehalt.
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Bewertung von Kakaopulvern im Test
25 Kakaogetränkepulver wurden getestet, nur neun sind gut - darunter Goody Cao von Lidl, Rewe ja!, Gepa Bio Cacoba und Milka Schokodrink. Das beste Schokoladenpulver im Test heißt Caotina Surfin.
Zuckerreduzierte Pulver wie Nesquik zuckerreduziert enthalten weniger Haushaltszucker, dafür aber das Kohlenhydratgemisch Maltodextrin, das genauso viele Kalorien liefert.
Tipps für gesündere Kakao-Alternativen
Wer lieber selbst süßen möchte, wechselt zu Kakaopulver ohne Zucker - perfekt für das Dekorieren von Desserts, Smoothies oder als Zutat beim Backen. Zubereitungen aus purem Kakao sind gesünder, da sie weniger Zucker enthalten und den intensiven Geschmack bieten. Eltern und Großeltern können Kindern helfen, sich an den Geschmack von dunklem Kakao langsam zu gewöhnen, indem sie Kakao mit schon beliebten Lebensmitteln kombinieren oder Schritt für Schritt die Süße reduzieren.
Nachhaltigkeit und Fairness beim Kakao
Achten Sie beim Kauf auf Fairtrade- und Bio-Siegel, um nachhaltige Landwirtschaft und bessere Arbeitsbedingungen auf den Plantagen zu unterstützen.
Kakaopulver ohne Zucker - etwa von Sevenhills Wholefoods, Naturata oder Koawach Pur mit Guarana - überzeugt durch einen hohen Kakaoanteil, schonende Verarbeitung und einen kräftigen Geschmack.
Kakaopulver als vielseitige Zutat
- Kakao kann auf Haferflocken, Eiergerichte oder im Smoothie verwendet werden.
- Als Gewürz passt Kakao auch zu Fleisch und Fisch.
- Bitterschokolade und Kakaonibs sind gesunde Alternativen zu industriellem Schoko-Pulver.
Kakao, egal ob als Getränk, zum Backen oder als Zutat für Süßspeisen, bereichert unsere Ernährung auf vielfältige Weise und liefert zahlreiche Nährstoffe - sofern der Zuckergehalt bewusst gewählt wird.
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