Hachez Chocolade Hersteller: Eine Bremer Tradition im Wandel

Die Geschichte des Bremer Schokoladenherstellers Hachez ist eine Geschichte von Tradition, Wandel und schließlich der Verlagerung eines bedeutenden Teils der Produktion ins Ausland. Gegründet im Jahr 1890, hat sich Hachez zu einer festen Größe in der Bremer Wirtschaft und im deutschen Schokoladenmarkt entwickelt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Phasen der Unternehmensgeschichte, die Gründe für die Veränderungen und die Auswirkungen auf Bremen und seine Bevölkerung.

Gründung und frühe Jahre

Die Bremer Chocolade-Fabrik Hachez & Co. wurde am 1. Juli 1890 von Joseph Emile Hachez, einem in Antwerpen ausgebildeten Chocolatier, und seinem Partner Gustav Linde gegründet. Hachez verband das französische "Chocolat" mit dem deutschen Wort "Schokolade" und schuf so eine Neuinterpretation des Wortes. In einer Zeit, in der es nur wenige Schokoladenproduzenten in Bremen gab, etablierte sich Hachez schnell als Qualitätsmarke. Lange Zeit waren Hachez-Produkte ausschließlich im Fachhandel erhältlich.

Veränderungen und Übernahmen

Das Unternehmen blieb lange Zeit in Familienhand, bis es 2012 von der dänischen Toms-Gruppe übernommen wurde. Zuvor war das im Zweiten Weltkrieg nahezu völlig zerstörte Unternehmen 1952/1953 verkauft worden. Im Jahr 1990 stieg der Bremer Kaufmann Hasso G. Nauck als Geschäftsführer in das Unternehmen ein, zwei Jahre später gefolgt von seinem Freund Wolf Kropp-Büttner.

Die Übernahme durch Toms markierte einen Wendepunkt. Zunächst wurde versichert, dass alles wie gehabt weiterlaufen und die rund 400 Arbeitsplätze in Bremen erhalten bleiben würden. Doch bereits 2014 begann der Abbau von 20 Prozent der Arbeitsplätze.

Produktionsverlagerung nach Polen

Im Jahr 2018 begann die schrittweise Verlagerung der Schokoladenproduktion nach Polen, die 2020 mit der vollständigen Einstellung der Produktion in Bremen abgeschlossen wurde. Als Grund wurden die anhaltend hohen Verluste des Hanseatischen Chocoladen Kontors genannt, die sich seit der Übernahme durch Toms auf einen zweistelligen Millionenbereich beliefen.

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Die Verlagerung der Produktion nach Polen war ein schmerzhafter Einschnitt für Bremen, da damit ein bedeutendes Stück Bremer Industriegeschichte verloren ging. Die Entscheidung stieß auf Kritik und Unverständnis in der Bevölkerung und bei den Beschäftigten.

Aktuelle Situation und Zukunftspläne

Heute verbleibt lediglich der Vertrieb in Bremen, der sich um den Verkauf der Hachez- und Feodora-Schokoladen sowie der dänischen Marke Anthon Berg kümmert. Allerdings soll auch der Vertriebsstandort in Bremen geschlossen werden. Alle rund 60 Angestellten verlieren ihren Arbeitsplatz. Firmenkunden und das Private Label Geschäft sollen direkt aus Dänemark betreut werden. Die Marken Hachez, Feodora und Anthon Berg sollen künftig über einen Distributor in Deutschland vertrieben werden. Zudem würde an einem umfangreichen Relaunch der Marke Hachez und neuen Produkten gearbeitet.

Das ehemalige Hachez-Gelände an der Westerstraße soll zu einem innovativen, nachhaltigen und urbanen Viertel umgestaltet werden. Ein Teil der historischen Gebäude, darunter der Kern der alten Fabrik, soll erhalten bleiben.

Der Hachez-Laden in der Bremer Innenstadt

Trotz der Produktionsverlagerung und der Schließung des Vertriebsstandorts bleibt der Hachez-Laden in der Bremer Innenstadt bestehen. Seit dem 1. September 2023 wird er von der Hanseatischen Warenhandels Kontor GmbH unter der Leitung von Geschäftsführer Heiner Martens betrieben. Martens ist ein erfahrener Experte in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und sieht die Weiterführung des Hachez-Ladens als Herzensangelegenheit.

Der Laden ist eine Institution in Bremen und zieht sowohl Einheimische als auch Touristen an. Hier können sie Bremer Süßigkeiten kaufen und kleine Geschenke für ihre Lieben besorgen. Die persönliche Beratung durch das neunköpfige Team, das mehrere Sprachen spricht, spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg des Geschäfts.

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Martens hat bereits Ideen, wie er den Hachez-Laden weiterentwickeln kann. Er möchte die Sichtbarkeit des Ladens verbessern und die Räumlichkeiten erweitern, um beispielsweise ein kleines Hachez-Museum einzurichten und die Geschichte der Marke darzustellen.

Hachez im Einzelhandel

Trotz der Veränderungen in der Produktion und im Vertrieb sind Hachez-Produkte weiterhin in vielen deutschen Supermärkten erhältlich. Dies ist dem Engagement von Hachez zu verdanken, sich an die Bedürfnisse des Lebensmitteleinzelhandels anzupassen.

Hachez bietet eine breite Palette von Schokoladen an, darunter auch Ursprungsschokoladen, die aus Kakao aus bestimmten Regionen der Welt hergestellt werden. Diese Schokoladen zeichnen sich durch ihren besonderen Geschmack und ihre hohe Qualität aus.

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