Wer produziert "Gut und Günstig" Schokolade? Eine umfassende Analyse zu Herstellern, Qualität und Preis
Hohe Preise im Supermarkt belasten weiterhin die Haushalte in Deutschland. Auch deshalb greifen viele Verbraucher zu günstigen Produkten wie Milfina, Milbona, K-Classic oder Ja. Doch wie gut sind die Eigenmarkenprodukte - speziell die Schokolade - und wer steckt wirklich dahinter?
Die deutschen Supermärkte verstecken im untersten Fach ihrer Regale die meiste Sparpotential. Direkt unter großen Markenprodukte stehen dort Marmelade, Schokolade, Chips, Kaffee, Tee oder Cola zum deutlich kleineren Preis. Hinter diesen No-Name-Produkten steckt jedoch häufig ein bekannter Markenhersteller.
No-Name-Schokolade im Test: Qualität und Hersteller auf einen Blick
Schokolade ist für viele ein wahrer Gaumenschmaus. Und das nicht nur, wenn sie besonders teuer ist. Auch die Schokolade der Discounter-Eigenmarken ist gut, denn oftmals stecken bekannte Markenhersteller dahinter. Wer sparen will, muss sich bücken! Egal ob bei Rewe, Edeka, Kaufland, Real oder Hit: Im Supermarkt finden sich im unteren Regalbereich die günstigen Eigenmarken, die oft aus denselben Fabriken stammen wie hochpreisige Markenprodukte.
Wer produziert die Schokolade für "Gut und Günstig" von Edeka?
Wer die Schokoladenartikel für die Edeka-Eigenmarken herstellt, hält die Supermarktkette geheim. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es sich dabei um einen Großkonzern handelt, der auch für andere Supermärkte und Discounter Süßigkeiten für deren Eigenmarken produziert. Gerade bei Rewe und Edeka gibt es das gleiche Produkt oft in mehreren Eigenmarken-Varianten: Bei Edeka beispielsweise "Gut & Günstig", "Herzstücke" und "Genussmomente".
Edeka selbst gibt keine Auskunft darüber, von welchem Hersteller die Schokolade kommt. Stattdessen können Verbraucher die Adresse auf der Verpackung notieren und im Internet recherchieren. In vielen Fällen taucht dann der Markenhersteller in der Suche auf.
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Geschmack und Qualitätsbewertung im Test
Ein Vergleich von Eigenmarken und Markenprodukten zeigte, dass Eigenmarken in vielen Fällen qualitativ mithalten können. In einigen Tests schnitten Eigenmarken sogar besser ab als Markenprodukte. Beim Geschmack und im Gesamturteil schneiden vor allem die Eigenmarken von Rewe, Edeka, Lidl und Aldi gut ab. Bekannte Schokohersteller wie Ritter Sport und Milka landen im Mittelfeld.
Beim Schokohasen-Geschmackstest im Vorfeld des Osterfestes, landete die Edeka-Eigenmarke "Gut&Günstig" mit 31 Punkten auf dem letzten Platz, während der "Lindt-Goldhase" (Edelbitter) mit 61 Punkten den erste Platz belegte. Dennoch gibt es viele Eigenmarken, die im direkten Vergleich mit Markenprodukten überzeugen.
Kritik an Inhaltsstoffen und Nachhaltigkeit
Verbraucherschützer raten, vor dem Kauf von Schokolade einen genauen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Je mehr Kakaobutter eine Schokolade enthält, desto hochwertiger ist sie in der Regel. Öko-Test fand in einem Test von Milchschokoladen in vielen Produkten Mineralölbestandteile, aber bei den getesteten Eigenmarken wurden keine gefährlichen Schadstoffe entdeckt.
Bei Zartbitterschokoladen gilt: Sie bieten einen höheren Kakaoanteil und weniger Zucker und gelten als gesünder. Tests zeigen jedoch, dass auch in Zartbitterschokoladen Schadstoffe wie Mineralölbestandteile und Pestizide gefunden werden können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit des Kakaoanbaus - Kinderarbeit in Lateinamerika und Westafrika bleibt ein Problem.
Bekannte Hersteller hinter den Eigenmarken-Schokoladen
- Die meisten Schokoladenprodukte für die Aldi-Eigenmarke "Choceur" werden von der Wiha GmbH hergestellt - unter dem Dach der August Storck KG. Storck ist bekannt für Marken wie "Merci", "Toffifee" und "Knoppers".
- Für Lidl stammt die Eigenmarke "fin Carré" überwiegend von der Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG (bekannt für Trumpf, Aero und Schogetten) sowie der Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG. Die Sorten "fin Carré Alpenmilch" werden von Solent Übach-Palenberg GmbH & Co. KG produziert, exklusiv für Lidl und Kaufland.
- Penny lässt unter anderem die Eigenmarke "Choco'la" von der Stollwerck GmbH produzieren, die auch für Rewe, Kaufland und Lidl produziert. Auch Ludwig Schokolade GmbH (Krüger Group) liefert Sorten für Penny.
- Für Kaufland produziert die Ludwig Schokoladen GmbH & Co. KG die Eigenmarkenprodukte, darunter "K Classic Alpenvollmilch Traube-Nuss".
- Die Stollwerck GmbH erzeugt zahlreiche Schokoladenprodukte sowohl für Eigenmarken als auch unter eigenen Marken wie "Sarotti", "Alpia" und "Schwarze Herren".
| Supermarkt/Discounter | Eigenmarke | Hersteller/Marke |
|---|---|---|
| Aldi | Choceur | Wiha GmbH (August Storck KG), Stollwerck GmbH |
| Lidl | fin Carré | Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG, Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG, Solent Übach-Palenberg GmbH & Co. KG |
| Kaufland | K-Classic | Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG, Stollwerck GmbH |
| Rewe | Ja! | Stollwerck GmbH, Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG |
| Penny | Choco'la | Stollwerck GmbH, Ludwig Schokolade GmbH (Krüger Group) |
| Edeka | Gut&Günstig | Großkonzern (meist geheim gehalten) |
Warum sind Eigenmarken-Schokoladen so günstig?
Die günstigen Preise erklären sich vor allem mit einem Mengenrabatt. Statt in kleinen Mengen und über Zwischenhändler bestellen die Supermärkte ihre Eigenmarkenprodukte direkt beim Hersteller in größeren Mengen. Das macht die Tiefstpreise möglich. Gespart wird bei der Verpackung und bei den Werbeausgaben.
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Markenhersteller profitieren durch die Produktion von Eigenmarken: Sie können ihre Produktionskapazitäten auslasten, erhalten einen festen Abnehmer und sparen in der Logistik.
Die Handelsunternehmen beobachten die Preise der Konkurrenz sehr genau und stellen sicher, dass die eigenen Produkte nicht teurer sind. Solange keine unerlaubten Preisabsprachen stattfinden, ist das zulässig. Außerdem ist auffällig: In den Markenverpackungen ist oft weniger drin als bei den Eigenmarken. Beispielsweise enthalten alle Eigenmarken-Packungen Chips 200 Gramm, während Markenchips von Funny Frisch nur 150 Gramm enthalten - trotz eines höheren Preises.
Preisvergleich: Wie viel spart man wirklich?
Eine Testfamilie hat für eine Woche Markenprodukte gekauft und dabei über 1.400 Euro ausgegeben. Nach dem Umstieg auf Eigenmarkenprodukte von Rewe und Kaufland wurde ein Drittel der ursprünglichen Bon-Summe eingespart - 482,80 Euro in vier Wochen. Ein ausgewählter Warenkorb mit Markenprodukten kostet 54,97 Euro, derselbe mit Eigenmarken nur 27,34 Euro. Das ergibt fast die Hälfte Preisersparnis!
Unser Team hat in allen Supermärkten und Discountern immer genau das Gleiche gezahlt - Eigenmarken sind überall gleich günstig.
Qualität: Können Eigenmarken mit Markenprodukten mithalten?
"Qualitativ sind No-Name-Produkte in der Regel genauso gut wie Markenprodukte", sagt Britta Schautz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Berlin. Die Stiftung Warentest selbst hat im Jahr 2023 Lebensmittel-Tests der vergangenen Jahre analysiert - insgesamt 1.400 Produkte. Dass Markenprodukte schlechter abschneiden, ist keine Seltenheit. So enthält Markenschokolade mitunter nur künstliche Aromen, während im No-Name-Produkt echter Vanilleextrakt steckt.
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Die Zutaten zwischen Billigprodukten und Markenartikeln sind deshalb oft ähnlich, wenn nicht sogar gleich. So schneiden die Produkte oft genau so gut in Tests von Verbraucherschützern ab. Bei den Schokoladen wurde sowohl auf Geschmack, als auch auf mögliche Schadstoffe, eine umweltfreundliche Verpackung und eine verständliche Beschreibung von Inhaltsstoffen geachtet.
Bei Lebensmitteln lohnt sich also ein Blick auf die Zutatenliste, um festzustellen, welches Produkt qualitativ hochwertiger ist.
Wie erkennt man den Hersteller hinter der Eigenmarke?
Ein einfacher Trick ist es, den Hersteller des No-Name-Produkts auf der Packung zu finden - meist steht die zuständige Firma in der Nähe des Mindesthaltbarkeitsdatums oder der Gramm- und Literangabe. Mit der Adresse können Verbraucher im Netz nachforschen, ob ein bekannter Markenhersteller dahintersteckt.
Das Paar Manon und Patrick Sieber hat eine App namens „Markendetektive“ entwickelt, mit der Verbraucher prüfen können, wer hinter gut 10.000 verschiedenen Produkten steckt. Sie decken auf, welche Markenhersteller gleichzeitig No-Name-Produkte herstellen.
Zusammenfassung: Wer steckt hinter "Gut und Günstig"-Schokolade?
Wer die Schokolade für "Gut und Günstig" von Edeka produziert, hält der Konzern geheim. Doch zahlreiche bekannte Süßwarenhersteller wie August Storck KG, Stollwerck GmbH, Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG und die Krüger Group produzieren nachweislich für viele Supermarkt-Eigenmarken. Die Qualität unterscheidet sich nur minimal von den Markenprodukten, sofern beide aus dem gleichen Werk kommen. Der günstigere Preis entsteht vor allem durch den Wegfall von Werbekosten, günstigerer Verpackung und den Direkteinkauf großer Mengen.
No-Name-Produkte kosten überall gleich viel und bieten eine echte Alternative zu teuren Markenprodukten, ohne Einbußen bei der Qualität.
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