Günstige Vegane Schokolade im Test: Eine süße Alternative?
Knackig, herb und dunkel - Bitterschokolade erfreut sich großer Beliebtheit als weniger süße Alternative zur Vollmilchschokolade. Doch nicht nur der Geschmack überzeugt, auch gesundheitliche Aspekte spielen eine Rolle. Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil gilt als gesünder, da sie mehr Kakao und weniger Zucker enthält. Doch wie sieht es mit veganen Alternativen aus? Dieser Frage gehen wir im folgenden Artikel nach.
Vielfalt im Geschmack: Bittere Schokolade überzeugt
Bittere Schokolade punktet mit einer größeren Geschmacksvielfalt im Vergleich zur Milchschokolade. Sie kann blumige, Zitrus-, Espresso- oder Cassis-Noten aufweisen und somit ein komplexeres Geschmackserlebnis bieten.
Schadstoffbelastung: Ein Problem bei konventioneller Schokolade
Ein Test von konventionellen Schokoladenprodukten zeigte, dass einige Produkte erhöhte Schadstoffgehalte aufweisen können. Betroffen waren aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die als potenziell krebserregend gelten, sowie gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die sich in Organen anreichern und diese schädigen können. Von den getesteten Produkten erhielten neun die Note "befriedigend", zwei sogar nur ein "ausreichend".
ChoViva: Schokoladenalternative aus Sonnenblumenkernen
Eine interessante Alternative zur herkömmlichen Schokolade stellt ChoViva dar. Diese Schokoladenalternative wird aus Sonnenblumenkernpulver hergestellt. Die Gründer Sara Marquart und ihr Bruder Maximilian suchten nach einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Kakaoalternative. Sie erkannten, dass der schokoladige Geschmack nicht von der Kakaobohne selbst, sondern vom Herstellungsprozess abhängt: Fermentieren, Rösten und Conchieren. Durch aufwändige Verfahren mit Hafer und später mit Sonnenblumenkernen konnten sie diesen Prozess kopieren und eine Rezeptur entwickeln, die eine echte Alternative für Kakao darstellt.
Kein reiner Schokoladenersatz
ChoViva will kein reiner Schokoladenersatz sein, sondern ein eigenständiges Produkt, das speziell auf die Lebensmittelindustrie zugeschnitten ist. Mittlerweile wird ChoViva von großen Herstellern wie DeBeukelaer, Kölln oder Lambertz in Keksen, Waffeln, Erdnussbergen oder Müslis verwendet. Auch Supermarktketten wie Lidl, Rewe und Penny bieten Eigenmarken-Süßwaren mit ChoViva an.
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Zellschokolade: Forschung in der Schweiz
Auch in der Schweiz wird an Schokoladenalternativen geforscht. Das Start-up Foodbrewer hat sich auf sogenannte Zellschokolade spezialisiert. Hierbei sind die Zellen aus der Kakaobohne der Grundbaustein, sodass sich das Produkt auch Schokolade nennen darf. Foodbrewer experimentiert ebenfalls mit Alternativen aus Hafer, Sonnenblumenkernen und anderen Produkten, konzentriert sich aber hauptsächlich auf die Zellschokolade.
Vielfältige Geschmacksrichtungen durch Fermentation
Die Zellschokolade gibt es bereits in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Gründer Christian Schaub erklärt, dass das Verfahren dem Bierbrauen ähnelt und auf viele andere Lebensmittel übertragbar ist. Die Forschung hinter der Zellschokolade geht auf Professor Tilo Hühn von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften zurück, der seit über 20 Jahren an neuartigen Lebensmitteln forscht. Er betont die Bedeutung neuer Produktionsmöglichkeiten für Lebensmittel angesichts des Klimawandels. Der Einsatz von Pflanzen, die in unseren Klimazonen wachsen, robust sind und wenig Energie verbrauchen, sei ein vielversprechender Ansatz.
Ethische Aspekte: Ausbeutung auf Kakaoplantagen
Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl von Schokolade ist die ethische Frage der Ausbeutung und Kinderarbeit auf Kakaoplantagen in Westafrika. Programme wie das "Farming Program" von Lindt & Sprüngli sollen hier Abhilfe schaffen.
Der Geschmackstest: Wie schmeckt die neue Schokolade?
Um herauszufinden, wie die neuen Schokoladenalternativen bei Konsumenten ankommen, wurde ein Geschmackstest mit echten Schoko-Fans durchgeführt. Die Chocolatiere Eva Oelze war überrascht vom Kakaoaroma der ChoViva, obwohl kein Kakao enthalten ist. Auch die FoodBrewer-Schokolade überzeugte in der Zartbitter-Variante mit ihrer würzigen Note.
Zuckerfreie Schokolade: Ein Trend für gesundheitsbewusste Konsumenten
Immer mehr Hersteller bieten zuckerfreie Schokolade an, die angeblich Energie liefern und Vitalität verleihen soll. Influencer auf Instagram werben unter dem Motto "ZERO sugar added" mit veganen und zuckerfreien Riegeln.
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Vegane Schokolade für Kinder: Ein Test mit Nachwuchs-Experten
Vegane Schokolade wird oft als gesunde Alternative für Kinder beworben. Um herauszufinden, wie diese bei Kindern ankommt und ob sie wirklich gesünder ist, wurden vier Nachwuchs-Schokoexperten eingeladen, verschiedene Riegel zu testen.
Das Urteil der jungen Tester
Die jungen Tester zeigten sich als wahre Kenner. Bei der Verpackung bevorzugten sie dynamischere Designs. Der vegane Schoko-Bäähm-Riegel von Foodloose fiel jedoch durch, da er nicht nach Schokolade schmeckte und eine weiche Konsistenz hatte. Der Puzzle-Bar von Superdupersnack schnitt etwas besser ab, hatte aber einen mehligen Nachgeschmack. Am besten schmeckte den Kindern immer noch die normale Vollmilchschokolade.
Ernährungswissenschaftliche Bewertung: Süßigkeit bleibt Süßigkeit
Ernährungswissenschaftler Jan Frank betont, dass eine Süßigkeit eine Süßigkeit bleibt. Es sei ein Fehlschluss zu denken, dass vegane Riegel gesünder sind und man deshalb mehr davon essen kann. Wichtiger als der Zuckergehalt sei der Energiegehalt, der bei allen Riegeln ähnlich hoch ist wie bei herkömmlicher Vollmilchschokolade. Anna Baumgarten-Heepe sieht es ähnlich und betont, dass es wichtiger sei, Kindern einen maßvollen Umgang mit Süßigkeiten beizubringen, als auf Nährwerte und Inhaltsstoffe zu achten.
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